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RUNDREGAL: Für Könner: Regal mit 3D-Effekt


selbermachen - epaper ⋅ Ausgabe 9/2020 vom 07.08.2020

Dieses Regal hat es in sich. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, warten hier doch einige wahre Herausforderungen auf Sie.


Artikelbild für den Artikel "RUNDREGAL: Für Könner: Regal mit 3D-Effekt" aus der Ausgabe 9/2020 von selbermachen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: selbermachen, Ausgabe 9/2020

Die Oberflächen sind mit schwarzem Dekorwachs behandelt



„NUTZEN SIE FÜR ALLE SÄGEARBEITEN EINE STABILE UNTERLAGE, IN DIE SIE HINEINSÄGEN KÖNNEN“
René Vater, Spezialist für Renovierungen und bei selber machen Berater für Holzbearbeitung


Zum Schluss werden die Borde einzeln auf die Tablarträger gesteckt


Woran erkennt man eigentlich, ob es sich um eine hoch anspruchsv olles Projekt handelt? Die Antwort lautet: Es ist die Feinarbeit, das genaue Messen, das exakte Bohren, ...

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... der richtige Umgang mit der Stich- und Handkreissäge, der präzise Schliff. All das gut zu beherrschen, macht einen fortgeschrittenen Heimwerker aus. Und genau diese Eigenschaften sind erforderlich, um dieses Regal richtig und passend zu konstruieren. Ein Regal aus acht individuellen Borden, die jeweils aus 30 mm dicken Birken-Multiplex-Platten bestehen. Achtung: 30 mm ist ein angegebenes Nennmaß! Oft weichen die Maße in der Realität ab. Beim Ermitteln der Maße ist dies ein wichtiger Punkt. Mit Tablarträgern werden die Borde am Ende an der Wand befestigt. Alternativ zeigen wir gleichzeitig eine Lösung, bei der wir alle Borde auf einer runden Trägerplatte angebracht haben, um die vielen Löcher in der Wand zu vermeiden.

Schräger Winkel

Die einzelnen Borde haben jeweils eine schräge Vorderkante, um den „Ball- Effekt“ zu verstärken. Der Winkel dieser Vorderkante ist bei allen Borden ein anderer: Je weiter sich die Borde am Rand des Regals befinden, desto schräger ist der Winkel. Das fertig montierte Regal erweckt einen 3D-Eindruck – als wenn ein Ball aus der Wand herausragt. Aufgrund der relativ geringen Höhe zwischen den einzelnen Borden (knappe 11 cm) eignet es sich besonders zum Präsentieren von Sammlungen kleiner Gegenstände.

3 Fragen, 3 Antworten

Die wichtigsten handwerklichen Herausforderungen rund um dieses Projekt – auf den Punkt gebracht.

1 Wie säge ich richtig?
Wir empfehlen: Weil beim Sägen mit der Stichsäge jede Unregelmäßigkeit kleine Beulen verursacht, muss man hier mit höchster Konzentration vorgehen. Ein Probeschnitt in Restholz trainiert und macht sicherer.

2 Welche Sägeblätter brauche ich?
Wir empfehlen: Verwenden Sie ein neues Sägeblatt, das speziell für diese Dicke geeignet ist. Es muss das Material komplett durchdringen.

3 Wie präzise muss ich messen?
Wir empfehlen: Messen Sie sehr genau und überprüfen Sie noch mal, bevor Sie die Löcher auf die Wand übertragen. Denken Sie an die richtigen Dübel für die jeweilige Wand.

Multiplex Birke

Multiplexplatten sind aus mehreren Furnierlagen – mindestens fünf, höchstens 35 – zusammengesetzt und daher hochstabil. Die einzelnen Schichten sind mit wasserfestem Leim verbunden. Dabei ist jede Schicht gegen die angrenzenden Schichten im 90°Winkel versetzt. So kann das Holz weniger stark arbeiten, was die Platten enorm maßhaltig macht. Bevorzugt bestehen die Multiplexplatten aus Birke, aber auch Hölzer aus Ahorn oder Buche können verwendet werden. Das Birkenholz ist gut zu verarbeiten und erfüllt zudem ästhetische Ansprüche.

Die Maße

Dies sind jeweils die Maße (alles in cm) der oberen, kleineren Bordefläche. Durch das Schrägsägen ergibt sich für die untere Fläche automatisch eine größere Fläche.

Zusägen und schleifen

Die einzelnen Borde müssen genau zugesägt und im weiteren Verlauf geschliffen werden. Doch als Erstes bauen wir uns einen Zirkel. Dazu markieren wir eine Holzlatte mit einem Nullpunkt.

1 Auf einer aufgemalten Geraden messen wir mehrere Radien ab und markieren sie. Im Nullpunkt bohren wir ein 7-mm-Loch.


2 Alle zu verwendenden Radien mit einer Zahl markieren. Ein kleines Loch (4 mm) vorbohren und eine spitze Schraube einsetzen.


3 Mithilfe dieser Zeichnung haben wir die Maße für unser Regal ermittelt. (Tabelle und Zeichnung siehe oben)


4 Zunächst werden auf den grob zurechtgesägten Platten per Handkreissäge die Oberseiten der Borde aufgemalt.


5 Nun sägen wir den schrägen Rand der kleinen Borde. Dies geschieht frei Hand mit der Stichsäge mit schräg gestelltem Sägeblatt.


6 Sämtliche Sägearbeiten finden auf einer stabilen Unterlage statt, in die man hineinsägen kann. Am besten eignet sich dafür eine EPS-Platte.


7 Verwenden Sie das richtige Sägeblatt: Es sollte eine langes, feines Kurvensägeblatt sein.


8 Stellen Sie den richtigen Winkel an der Stichsäge ein und kontrollieren Sie diesen mit einem Geo-Dreieick.


9 Für das seitliche Abschneiden der Borde-Enden mit der Handkreissäge verwenden wir den gleichen Winkel. Bei guten Sägen kann man das direkt einstellen.


10 Jetzt werden erst die beiden seitlichen Enden des Bordes und dann die spätere Rückseite mit der Handkreissäge abgeschnitten.


11 Beim Sägen der übrigen Borde sägen wir jeweils zwei gleiche Borde aus der Platte heraus und setzen dann den Zirkel ein.


12 Das Ausreißen des Deckfurniers vermeiden wir per Cuttermesser: die oberste Holzschicht vorm Sägen aufschneiden.

13 Das Sägen aller übrigen Borde geschieht nach dem gleichen Prinzip: immer erst die schrägen Seiten mit der Stichsäge (für zwei Borde auf einmal – es entsteht zwischendurch eine Art „Fisch“), dann die Enden kappen und als Letztes die Borde mittig auftrennen.


14 Nachdem wir alle Borde zugesägt haben, werden sie in zwei Stufen geschliffen: Zunächst bearbeiten wir alle Flächen mit einem Rotationsschleifer.


15 Dann werden mit einem Schleifklotz und 120erSchleifpapier alle Kanten gebrochen und bearbeitet.


16 Das Ergebnis: acht fertige Borde im Rohzustand; vier verschiedene Formen je zwei Mal.


Borde mit Tablarträger montieren

Zunächst bohren wir die Löcher für die Tablarträger. Dazu werden die Borde durchnummeriert und bei jedem Bord die Mitte der Rückseite markiert.

TIPP

Man bohrt mit dem Schlangenbohrer etwas tiefer als die Länge des Tablarträgers

1 Von der Mitte aus messen wir nach rechts und links je die gleiche Länge ab und markieren die Mitte der Dicke der Platte.


2 Mit einem Bohrer mit der Stärke der Tablarträger (bei uns 12 mm) bohren wir exakt in diesem Punkt ein Loch.


3 Zur Behandlung der Oberflächen streichen wir die Borde mit einem Pinsel gründlich ein.



DAS LOCH MUSS EXAKT SENKRECHT GEBOHRT WERDEN. EIN RECHTWINKLIG EINGESPANNTES FÜHRUNGSBRETT DIENT ALS OPTISCHE HILFE


4 Nach kurzer Einwirkzeit (circa fünf Minuten) die überschüssige Farbe mit einem fusselfreien Lappen aufnehmen und die Holzmaserung nach Belieben durch Abreiben herausarbeiten.

5 Erst zeichnen wir eine exakte Senkrechte auf einen MalerkreppStreifen an und übertragen die Bohrmaße auf die Wand.


6 Mit einem Steinbohrer bohren wir die Löcher für die Tablarträger und achten auf den Wandaufbau, hier: massive Steinwand.



„ACHTEN SIE UNBEDINGT AUF DIE RICHTIGEN ABSTÄNDE UND AUF WAAGERECHTIGKEIT“
René Vater, Spezialist für Renovierungen und bei selber machenExperte für Holzbearbeitung


7 Wir schlagen die Tablarträger mit dem Schonhammer vorsichtig und gerade in die Bohrlöcher ein.


8 Durch das Anziehen mit dem Maulschlüssel spreizt sich der Dübel in der Wand und sitzt dadurch fest.


9 Wir stecken die Borde einzeln auf die Tablarträger auf. Jetzt zeigt sich, ob wir richtig gemessen und gebohrt haben.


10 Für die Borde 1 und 8 (oberstes und unterstes) werden die Tablarträger mit der Metallsäge gekürzt.


11 Der Abstand zwischen den einzelnen Borden ist gering; somit ein geeigneter Platz für kleine ObjektSammlungen.

Alternative: Borde auf einer Trägerplatte

Diese alternative Befestigungsvariante schont die Wand, weil man weniger Löcher bohren muss. Dazu schneidet man einen Kreis, am besten mit einer auf Zirkelkonstruktion geschraubten Oberfräse.

1 Als Erstes wird ein passendes Loch in die Mitte der Trägerplatte gebohrt, das die Spitze der Mitte als Drehpunkt nimmt.


2 Nach Einstellen des Radius (64 cm) fräsen wir mit dem Nutfräser in mehreren Durchgängen einen Kreis aus der …


„DAMIT MAN WEIß, WO DIE BORDE SPÄTER ANGESCHRAUBT WERDEN, KLEBT MAN KLEINE TAPES MIT MARKIERUNGEN AUF DIE PLATTE. DIESE BEFINDEN SICH SPÄTER UNTER DEN BORDEN“
René Vater, Spezialist für Renovierungen und bei selber machen- Experte für Holzbearbeitung


3 … eckigen Platte heraus (je etwa 3-4 mm tief), bis wir durch das Material hindurch sind – mit unterlegter Styroporplatte.


TIPP

4 Sie können auch die Stichsäge einsetzen – das Ergebnis wird dann aber nicht ganz ebenmäßig und braucht Nachschliff.


5 Wir zeichnen eine Senkrechte über die ganze runde Platte über die Mitte und markieren die Positionen der Borde im rechten Winkel.


6 Jetzt bohren wir die Löcher vor, durch die wir die Borde später von hinten mit der Trägerplatte verschrauben.


7 Die Löcher für die Wandbefestigung (siehe Seite 23) werden per 14-mm-Holzbohrer durch die Trägerplatte und als Sack- …


8 … loch per 25-mm-Fostnerbohrer von hinten in das Bord gebohrt. Mit Haken mit Dübel die Trägerplatte befestigen.


9 Von hinten senken wir alle BefestigungsLöcher, damit die Schraubenköpfe bündig in der Oberfläche sitzen. Filzpads aufkleben.


Die Zeichnung macht deutlich, wie Haken und Dübel die Trägerplatte halten


10 Wir spachteln das Zirkelloch in der Mitte zu, schleifen die Kanten, säubern die Platte von Staub, dann lackieren wir.


11 Wenn die Farbe trocken ist, werden die MarkierTapes (siehe Seite 22) abgezogen und die Borde von hinten mit UniversalHolzschrauben festgeschraubt.


Hierbei kontrollieren wir noch mal ganz genau die Positionen und die Ausrichtung der Borde


FERTIG!

3D pur: Auf der Trägerplatte ist der BallEffekt noch stärker. Das Aufhängen klappt besser zu zweit


Tipps & Tricks

Beim Sägen der übrigen Borde werden jeweils zwei gleiche Borde aus einer Platte herausgesägt. Um die Radien dafür anzuzeichnen, setzen wir wieder den Zirkel ein. Das Zentrum des Zirkels bestimmen wir mithilfe einer senkrecht angelegten Hilfsplatte. Zum Auflegen der Führungsschiene sollte man Sägereste verwenden.

Tablarträger

Wenn die Halterung der Regalböden quasi unsichtbar sein soll, sind Tablarträger (auch Tablare genannt) die richtige Wahl. Auf diese Weise schwebt Ihr Regal, Wandboard oder Glasboden förmlich an der Wand. Diese Befestigungsvariante verbindet dank einer speziellen Bauweise den optischen Reiz mit Stabilität. Es gibt verschiedene Arten von Tablar trägern, wir haben uns für das Modell Strongfix entschieden. Eine komplette Übersicht mit den unterschiedlichen Modellen und Typen finden Sie auf regalraum.com

Wachsen

Gut zu erkennen: die durch das Wachsen entstandene Oberfläche. Wischt man die Farbe beim ersten Anstrich nicht ganz so stark ab und streicht ein zweites Mal darüber, deckt der Anstrich mit dieser Farbe.


@Fotos Christian Bordes Illustration Tillman Straszburger Text Markus Howest/René Vater