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Rundum gesund: Granatapfel: Aphrodites Lieb lingsfrucht


LandApotheke - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 09.09.2020

Salomon besangt ihn im Hohelied und Eva reichte ihn an Adam. Aber er kann mehr als Verführen: Heilpraktikerin Astrid Süßmuth zeigt uns wirkstarke Zubereitungen aus der legendären Frucht.


STYLING: ANDREA WIMMER.

Artikelbild für den Artikel "Rundum gesund: Granatapfel: Aphrodites Lieb lingsfrucht" aus der Ausgabe 4/2020 von LandApotheke. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: LandApotheke, Ausgabe 4/2020

Samen, Samenschale, Fruchtschale, Blätter, Rinde und Wurzeln sind heilsam. Einzig das weiße Schicht wird nicht verwendet


Im Winter hat der Granatapfel Saison. Astrid Süßmuth liebt die Frucht für Heilanwendungen, aber auch in der Küche


So rund, so rot, so perfekt … schon von außen ist der Granatapfel ein Augen- und auch Handschmeichler. Seine üppige, orangefarbene Blüte ist ebenso betörend wie die ...

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... geheimnisvolle Innenwelt der Frucht: Sie besteht aus dem weißen Albedo und den gesunden Samen in einer fleischig-roten Hülle. Das Gewinnen der Samen scheint anfangs Schwierigkeiten zu bereiten: rote Spritzer, wohin das Auge reicht. Doch Astrid Süßmuth, unsere Fachfrau in Sachen Granatapfel, weiß Rat.

TIPP GEGEN SPRITZER

Die Granatäpfel sollten Sie oben kreuzförmig einschneiden, dann aufbrechen, wer will, in einem Topf mit kaltem Wasser. Im Wasser sinken die roten Kerne herab, das Albedo schwimmt nach oben.“ Und einen weiteren Tipp hat sie für uns: Einen Granatapfel sollte man stets ganz „schlachten“ und die Kerne in einem verschließbaren Gefäß im Kühlschrank lagern. So hat man einen Vorrat aufs Müsli für die ganze Woche.

ALTES WISSEN BEI DIABETES

Der Granatapfel begleitet den Menschen seit der Bronzezeit. Astrid Süßmuth: „Da nicht nur die Früchte, sondern auch die Blätter, Rinde und Wurzeln voller Wirkstoffe stecken, wurde er im Orient, später auch im Mittelmeerraum stets gern genutzt.“ Zum Beispiel zur Behandlung von Durchfall und Geschwüren. Auch wurden die Wurzel, Rinde und gekochte Schale bis ins Mittelalter gegen Bandwürmer eingesetzt. „Zurecht, wie man heute weiß, denn Alkaloide wie Pelletierin lähmen und töten diese Schmarotzer tatsächlich. Allerdings nicht ohne Nebenwirkungen, und so kam man von dieser Behandlungsmethode wieder ab.“ In der griechisch-arabischen Unani-Medizin, quasi das arabische Ayurveda, wurden Granatäpfel gern zur Behandlung von Diabetes verwendet.

ZIVILISATIONSKRANKHEITEN ADE

„Auch hier haben die alten Mediziner Recht“, erklärt Astrid Süßmuth. „Der Saft weist trotz der Kohlenhydrate bei Diabetikern, maßvoll getrunken, eine gefäßschützende und cholesterinsenkende Wirkung auf. Granatapfelsamen wirken generell antiinflammatorisch, antiinfektiv und antioxidativ. Ein geballter Wirkstoffcocktail fürs Immunsystem.“ Nicht nur die Frucht selbst, sondern auch Blätter, Wurzeln und Rinde stecken voller sekundärer Pflanzenstoffe mit therapeutischer Bedeutung. Allerdings gilt: Die Kerne sind gesund, das weiße Fruchtfleisch bzw. Albedo neutral, der Rest der Pflanze ist in der heimischen Kräuterküche eher mit Vorsicht zu genießen, trotz der vielen positiven Inhaltsstoffe, denn Teile können toxisch wirken. Forscher habe sich schon vor längerer Zeit daran gemacht, den Granatapfel zu analysieren.

GEBALLTER WIRKSTOFFCOCKTAIL

Zahlreiche Studien wiesen eine mögliche positive Wirkung des Granatapfelsaftes bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Arthritis nach, sogar bei Krebs. Die Forscher fanden zahlreiche Schätze in der Pflanze: Die Blätter des Baums stecken voller Eisen, Kalium und Kalzium. In der Schale des Granatapfels beherbergt einen Wirkstoffcocktail aus heilsamen Polyphenolen, Flavonoiden, antientzündlichen Ellagitanninen und Vorläufern von färbenden Anthocyanen. Auch Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium und Kalzium finden sich, sowie komplexe Polysaccharide - günstig für Immunsystem, Muskeln und Skelett. Die essbaren Samen weisen hohe Mengen an Gallotanninen auf. Genau diese, zumindest einige davon, untersucht man derzeit auf ihre mikrobizide und Anti-Tumor-Wirkungen, mit positiven Ergebnissen.

Anthocyane wie Chrysanthemin oder Myrtillin findet man ebenfalls, die entzündungshemmende und antioxidative Effekte aufweisen. Dazu Ascorbinsäure (Vitamin C) und stoffwechselrelevante Äpfelsäure. Im Kernöl findet sich ein weiterer Wirkstoffmix, der gegen Wechseljahrsbeschwerden eingesetzt wird.

Astrid Süßmuth (l.) erläutert Redakteurin Kati Hofacker die mannigfaltigen Einsatzgebiete des Granatapfels


WIRKSAM GEGEN KREBS

Am spannendesten aber scheint derzeit die mögliche Wirksamkeit bei Krebs. Nicht nur im Vorfeld können Menschen, die eine genetische Anlage zu Prostata-, Darm-, Leber- oder Brustkrebs haben, Granatapfelsaft als Prophylaktikum trinken. Auch bei akuter Erkrankung können Granatapfelsaft und -kapseln hilfreich sein. Astrid Süßmuth: „Allerdings sollte man sie nur in Absprache mit dem Arzt genießen, denn gemeinsam mit Krebsmedikamenten können Wechselwirkungen entstehen.“

Je mehr man sich mit dieser Wunderfrucht beschäftigt, desto mehr positive Wirkungen entdeckt man. Und wie so oft finden sich in der Kombination der sekundären Pflanzenstoffe, also im Saft, eine deutlich höhere Wirksamkeit, als in den einzelnen Wirkstoffen. Astrid Süßmuth: „Kleinere Granatapfelsträucher gibt es übrigens auch für den Topf auf der Sommerterrasse. Wer sich jedoch regelmäßig mit den positiven Wirkungen der Frucht versorgen möchte, sollte im Bioladen gute Qualität kaufen.“

KONTAKT

Astrid Süßmuth, Heilpraktikerin Naturheilpraxis für Traditionelle Abendländische Medizin 82131 Gauting, Telefon 089 / 94 50 26 17

info@astridsuessmuth.de www.astridsuessmuth.de

Fotografieren durften wir im Bauernhausmuseum Erding, Taufkirchener Str. 24, 85435 Erding, in dem es jeden Freitag auch ein Bauernhofcafé und einen großem Bauernmarkt gibt.

Das Museum ist bis Ende Oktober an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr (Einlass bis 16.30 Uhr) für Besucher geöffnet. Führungen an Wochentagen sind für Gruppen, Schulklassen, Kindergartengruppen etc. nach Terminvereinbarung möglich. Telefon 0 81 22 / 58 12 38, zu den Öffnungszeiten 0 81 22 / 9 33 20, bauernhausmuseum@lra-ed.de

Massagepeeling

zur Hautverschönerung am ganzen Körper

ZUTATEN:

1 EL frische Granatapfelsamen, 2 TL Mandelöl, 2 TL braunen Zucker, 2 TL Honig

ZUBEREITUNG:

1 Granatapfelsamen mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken, mit dem Mandelöl, dem braunen Zucker und dem Honig vermischen (alternativ alle Zutaten kurz mit einem Stabmixer pürieren).

2 In ein gut verschließbares Gefäß geben. Auf die feuchte Haut auftragen und 2-3 Minuten einmassieren, mit warmem Wasser abwaschen.

ANWENDUNG:

Beim Duschen ca. 5 Minuten mit einem Waschlappen und dem Massagepeeling den Körper abrubbeln. Das regt die Durchblutung an, verfeinert die Poren und verjüngt die Haut. Nicht nur die Hautschüppchen werden abgerubbelt, sondern die Extrakte aus dem Granatapfel regen die natürliche Regeneration der Haut und die Neubildung der Zellen an.

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Haarwasser für dunkle Haare

schafft seidigen Glanz

ZUTATEN:

3 EL getrocknete Granatapfelschalen, 3 EL getrocknete Walnussblätter, 2 l kochendes Wasser

ZUBEREITUNG:

1 Granatapfelschalen und getrocknete Walnussblätter mi

2 l kochendem Wasser übergießen.

2 Aufguss noch einmal aufkochen und 15 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen. Abseihen und in Flaschen füllen.

ANWENDUNG:

Einmal wöchentlich nach der Haarwäsche mit dem Wasser spülen, nicht auswaschen. Das Haarwasser entfernt fettigen Glanz, macht die Haare seidig und schimmernd.

Schnelle Granatapfelmaske

für einen frischen, strahlenden Teint und zur Regeneration der Haut

ZUTATEN: 1 EL frische Granatapfelsamen, 1 EL Feigenkaktusgel oder 1 TL Kakaobutter , 1 TL Kaffeepulver

ZUBEREITUNG:

1 Wenn nötig die Kakaobutter in dem Gefäß, das für die Maske vorgesehen ist, mithilfe eines Wasserbads schmelzen.

2 Alle Zutaten zur Kakaobutter oder dem Gel geben und dabei mit einem Löffel vermischen. Die Samen zerdrücken.

ANWENDUNG:

Großzügig auf Gesicht und DekolletΘ auftragen, einmassieren und nach ca. 20 Minuten mit einem feuchten Tuch abwaschen. Die Gesichtsmaske erfrischt die Haut und sorgt für einen strahlenden Teint. Die Stoffe im Granatapfel schützen vor Freien Radikalen. Das Vitamin C der Granatäpfel ist ein wichtiges Antioxidans, es ist am Aufbau von Kollagen beteiligt und wirksam gegen Pickel, Mitesser oder Akne.


Für die alten Griechen galt der Granatapfel als Symbol für Schönheit schlechthin



Beliebt im ganzen Orient: Granatapfelessig schmeckt köstlich und hilft der Gesundheit


Granatapfelessig

fürs Immunsystem und zur prophylaktische Krebsabwehr

ZUTATEN: 2 Granatäpfel, 500 ml Weißweinessig, 1 El Honig

ZUBEREITUNG:

1 Granatäpfel entkernen, Kerne mit Weißweinessig und Honig aufkochen, 5 Minuten köcheln lassen.

2 Heiß abfüllen, je nach gewünschter Intensität die Kerne noch 2-3 Tage im Essig belassen.

3 Abseihen. Gekühlt ist der Essig ca. 6 Monate haltbar.

ANWENDUNG:

Im Salat oder auf Vanilleeis bietet der Granatapfelessig einen guten Schub fürs Immunsystem, gegen Entzündungen und auch vorbeugend gegen Brust- und Prostatakrebs. Auch als Getränk, mit Sprudelwasser genossen, schmeckt er köstlich. Im Handel erhältlicher Granatapfelessig heißt übrigens „Nar Eksisi“ und sollte aus 100 % eingekochtem Bio-Granatapfelsaft bestehen.

Tipp: Mit 5 statt 1 EL Honig wird aus dem Essig eine Fonduesoße.

Ingwer-Granatapfel-Saft

gegen Bluthochdruck, hohes Cholesterin, Arteriosklerose

ZUTATEN: ╜ Granatapfel, 50 g frischer Ingwer, 750 ml Granatapfelsaft, Saft von ╜ Zitrone

ZUBEREITUNG:

1 Den halben Granatapfel entkernen.

2 Ingwer schälen und fein raspeln.

3 Ingwer mit den frischen Granatapfelkernen und den Säften verrühren.

ANWENDUNG:

Bis zu 5 Mal täglich 50 ml des Safts mit Wasser verdünnt trinken - für das Immunsystem, bei Erkältungen und Magenproblemen. Die Inhaltsstoffe des Granatapfels können speziell im Verdauungstrakt Entzündungen lindern. Es gibt Untersuchungen, die eine krebshemmende Wirkung bei Prostata- und Brustkrebs bestätigen. Nicht während einer Chemotherapie anwenden. Granatapfelsaft wirkt auch bei Bluthochdruck, hohem Cholesterin, Arteriosklerose, Zelldegeneration und Durchblutungsstörungen.

Narbenöl, auch für Aknewunden

zur Regeneration der Haut nach Wunden

ZUTATEN:

1 Granatapfel, 50 ml Aprikosenkernöl, 10 getrocknete Rosenblütenblätter

ZUBEREITUNG:

1 Granatapfel entkernen, die Kerne mit einem Löffel zerdrücken, dann durch ein feines Sieb streichen, bis nur noch die Kerne darin sind.

2 Auf einem Küchenhandtuch zum Trockenen auslegen (ca. 3 Tage), dann mit einem Messer zerkleinern.

3 Kerne und Rosenblütenblätter in einem Schraubglas mit dem Öl übergießen. Zwei Wochen an einen warmen Ort stellen, hin und wieder schütteln. Durch einen Kaffeefilter abseihen und in Braunglasflaschen abfüllen. Hält kühl aufbewahrt ca. 6 Monate.

ANWENDUNG:

Mehrmals täglich das Öl in die betroffene Narbe/Stelle einmassieren. Das Öl kann auch innerlich eingenommen werden, z. B. bei Wechseljahrbeschwerden. Dann 1 TL täglich mit der Nahrung zu sich nehmen. Tipp: Ideal wäre der Zusatz von 10 zerkleinerten Platanenknospen (Platanus orientalis), sie wirken der Ausbildung von Narbenkeloid entgegen. Man kann sie aber nicht kaufen, nur selbst pflücken.

Aphrodites Safranreis

für eine robuste Gesundheit und eine starke Libido ZUTATEN:

200 g Basmatireis, 7 Safranfäden, etwas Weißwein, 3 EL Pistazienkerne, 1/2 Granatapfel, ╜ Bund Rucola, 1 Kopf Radicchio, Olivenöl, Salz, Pfeffer, fein abgeriebene Zitronenschale

ZUBEREITUNG:

1 Reis in Salzwasser bissfest kochen, dann den aufgelösten Safran unterrühren und mit Weißwein ablöschen. Ohne Hitze 5 Minuten stehen lassen.

2 Gehackte Pistazien ohne Fett anrösten und unterheben.

3 Auf Tellern anrichten. Ausgelöste Granatapfelkerne , gewaschene und fein geschnittene Blätter von Rucola und Radicchio darüber streuen. Mit Olivenöl, Pfeffer und geriebener Zitrone abschmecken.

ANWENDUNG:

Auch beim täglichen Essen entfalten Granatapfelkerne ihre Wirkung gegen Bluthochdruck, hohes Cholesterin, Entzündungen, für eine gute Verdauung oder gegen Arteriosklerose. Sie wirken antioxidativ, regeln die Durchblutung und die Zellregeneration. Granatapfel, die Lieblingsfrucht der Liebesgöttin Aphrodite, soll auch aphrodisierend wirken. Die im Granatapfel enthaltenen Phytoöstrogene können sich positiv auf die Libido auswirken.


FOTOS: BIRGID ALLIG.