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RUSSLAND: KAMTSCHATKA: PUTINS AUSSENPOSTEN


Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 121/2018 vom 23.11.2018

Flüsse randvoll mit Lachsen, unendliche Wälder, wilde Bären, die aktivsten Vulkane der Welt –Lars Berding hat sich einen Kindheitstraum erfüllt und die menschenleere Wildnis Kamtschatkas besucht.


Artikelbild für den Artikel "RUSSLAND: KAMTSCHATKA: PUTINS AUSSENPOSTEN" aus der Ausgabe 121/2018 von Blinker. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Blinker, Ausgabe 121/2018

Über 8.000 Kilometer nach Osten. Kamtschatka gilt als eines der besten Lachsreviere der Erde.


Rotlachse sind nicht wählerisch. Knallige Fliegen und Spinner fangen top.


Von wegen Panzerfriedhof: das reguläre Winterauto von Park-Ranger Artur.


PANZER WURDE MÜHSAM EIN WEG IN DIE MÜCKENVERSEUCHTEN SÜMPFE GEFRÄST.“


Arturs Hände sind so groß wie Bratpfannen. Mit diesen Pranken hat er vor einigen Monaten gleich drei ...

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... Bären in die Flucht geschlagen. Artur lebt so abgelegen, dass seine klaffenden Wunden erst viel später von einem Arzt versorgt werden konnten. Vodka, von außen und innen aufgetragen, half ihm über die Nacht. Die Kampfspuren an seinem gesamten Körper sind bis heute deutlich sichtbar.

Wir sitzen in Arturs Küche. Auf der verstimmten Gitarre spielt er ein trauriges Knastlied und erzählt aus seinem bewegten Leben. Auf dem Küchentisch stehen leckere, zum Teil selbstgemachte Süßigkeiten. Es gibt Tee und Kaffee. An der Wand hängt ein Poster von Putin, der sich mit zwei Hunden im Schnee räkelt. Geschmackssache. Artur verteidigt einen von Wetter und Zeit gezeichneten Außenposten im Westen von Kamtschatka. Im Garten stehen ein alter Armeelaster für den Sommer – und ein Panzer. Den braucht Artur im Winter, um in der schier endlosen Natur voranzukommen.

AM ENDE DES RIESENREICHS

Arturs Posten bildet den Eingang zum Nationalpark, in dem sich das Camp befindet, das wir für einige Tage besuchen werden. Campbesitzer und unser Gastgeber ist Michail, ein Freund von Artur. Immer, wenn er hier vorbeikommt, ist eine Teepause Pflicht. Schließlich gibt es hier ansonsten fast keine Menschen. Die Wege werden ab der Schranke bald so schlecht, dass wir mit einem umgebauten Extrem-Geländewagen unterwegs sind, um die Strecke bis zum Fluss überhaupt bewältigen zu können.

Kamtschatka liegt im äußersten Nordosten Russlands und ist ein Paradies für Lachsangler. Alle pazifischen Arten und einiges mehr lassen sich hier mit Spinner oder Fliege fangen. Michail hat das Camp erst vor ein paar Jahren mitten in der Wildnis aus dem Wald gestampft. Insgesamt beträgt die Strecke ab der Hauptstraße weit über 200 Kilometer. Die Hälfte davon, über einigermaßen befahrbare Schotterpisten, haben wir hinter uns gelassen. Jetzt werden wir uns in Michails Monster-Jeep noch eine gute Stunde durch Sümpfe, mannshohe Schlaglöcher und Tundravegetation kämpfen müssen, um den Sammelpunkt am Flussufer des Icha zu erreichen.

Ohne Michails unvergleichliche Pionierleistung hätten wir niemals die Chance gehabt, bis hierher vorzudringen. Es war eine Vision, die ihn angetrieben hat, viele Jahre lang einen Weg durch diese mückenverseuchten Sümpfe, undurchdringlichen Wälder und rauschenden Flussbetten zu suchen– mit dem Ziel, den perfekten Spot für sein Angelcamp abseits jeglicher Zivilisation zu finden. Eine Straße gab es weit und breit nicht. Und so ist er einfach mit einem ausgemusterten Kettenfahrzeug so lange hin- und hergefahren, bis er irgendwann so etwas ähnliches wie einen erkennbaren Weg in die Landschaft gefräst hatte. Heute können wir diesen Weg einigermaßen „bequem“ mit seinem hochgebockten Geländewagen meistern.

Starke Motoren mit Jetantrieb: Mit Schlauchbooten (und Hund) werden die Angler zu den besten Spots im Fluss gebracht.


EINE SCHNEISE MIT DEM PANZER DURCH DEN SUMPF

Als wir ordentlich durchgeschüttelt endlich am Transferpunkt ankommen, verharre ich für einen Moment am Ufer des majestätischen, wilden und glasklaren Icha. Ich nehme einen tiefen Atemzug und realisiere langsam, wo ich gerade bin. Seit ich als Kind mit dem Finger auf der Weltkarte im Wohnzimmer meiner Großmutter die Weite Russlands absteckte, habe ich Fernweh. Und so haben mich letztendlich auch meine kindlichen Tagträumereien bis hierher geführt. Noch weiter ging es auf Omas Karte einfach nicht nach Osten.

Ab dem Sammelpunkt geht es jetzt zur tatsächlich letzten Etappe auf dem Fluss weiter. Und so lassen wir unseren Monster-Jeep zurück und steigen ins Boot um. Die Außenborder sind mit Jetantrieb ausgestattet. Nur so können wir mit vier Mann und Gepäck in kleinen Schlauchbooten die Stromschnellen hinabrasen. Das Wasser ist stellenweise nicht tiefer als 20 Zentimeter. Die Boote müssen in schneller Gleitfahrt im Slalom über die Rauschen steuern, um nicht irgendwo aufzusetzen.

MIT 50 SACHEN DURCH DIE STROMSCHNELLEN

Ich halte mich die gesamte Fahrt lang verkrampft an der Halteschlaufe am Bootsrumpf fest, bekomme gleichzeitig aber auch das Staunen und Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht.

Wir steuern auf einem wilden Fluss durch eine Region, die erst durch Google Earth überhaupt auf einer Landkarte erschienen ist und in der deutlich mehr wilde Bären als Menschen leben.

Es dauert keine fünf Minuten und wir stoppen kurz in einer tieferen Kurve auf. „Lachse, überall Lachse!“, bedeutet uns Michail. Auch wenn ich das Schauspiel von vielen Naturdokus im Fernsehen bereits kenne, ist es doch etwas ganz anderes, die Laichwanderung der Pazifiklachse einmal aus nächster Nähe betrachten zu dürfen. Ein ebenso imposantes wie hartes Schauspiel. Überall säumen neben aktiv laichenden Fischen auch Kadaver die Ufer. Pazifiklachse sterben zu großen Teilen direkt nach der Hochzeit. Durch den Nährstoffeintrag durch die Fischleiber bilden die sterbenden Fische die Überlebensgrundlage für die nächste Generation. Die Natur ist sehr konsequent und manchmal eben auch ein wenig grausam.

Der Wasserstand ist aktuell niedrig. Bei Hochwasser wird es allerdings spannend …


Lachs anwerfen, einstrippen, rumms! An einem solchen Spot ist das Fangen wirklich keine Kunst.


DAS RETTENDE FORT AM ENDE DER WELT

Die gesamte Flusstal ist von dichten Wäldern eingefasst. Keine fünf Meter reicht der Blick ins Dickicht. Ideale Jagdgründe für Bären, Luchse und Wölfe.

Nach einer knappen Stunde auf dem Fluss erscheint dann hinter einer langgezogenen Kurve am Flussufer endlich das Camp. Ich fühle mich ein bisschen wie ein Trapper, der nach wochenlangem, beschwerlichem Fußmarsch endlich das rettende Fort erreicht. Immerhin sind auch wir mit Zwischenübernachtung in Moskau (unbedingt einplanen, die Stadt ist atemberaubend schön!) mittlerweile drei ganze Tage ab Hamburg hierher unterwegs.

Es ist überwältigend, was Michail aus seiner Vision in die Tat umgesetzt hat! Aus dem Nichts hat er hier ein Camp mit allem Komfort entstehen lassen. Gemütliche Holzhütten zum Übernachten, Versorgungsgebäude, Sanitäranlagen, eine russische Sauna (Banja) und sogar ein Meditationsraum. Alles ist zudem über Holzwege miteinander verbunden. Und so kann man selbst nach tagelangen Regenfällen sauberen Fußes durch das Camp laufen. Fleißige Helfer versorgen hier bis zu 30 Gäste. Strom liefert ein Generator von sechs bis 23 Uhr. Neun Schlauchboote und ebenso viele Guides stehen den Anglern zur Verfügung.

Anstatt den zehn Stunden Zeitverschiebung jetzt mit einem kleinen Nickerchen entgegen zu wirken, werfe ich mich in die Watklamotten, mache meine Fliegenund eine Spinnrute klar. Ich will endlich meinen ersten Pazifiklachs fangen!

Wir sind übrigens laut Michail die ersten Deutschen, die dieses Camp und damit den Flussabschnitt besuchen. Unser Guide heißt Andrew. Er begrüßt uns herzlich in perfektem Englisch. Er stammt aus Weißrussland, ist eigentlich Gitarrenbauer und ein hervorragender Fliegenfischer. Mit mir an Bord geht Stefan. Er kommt aus Berlin, kümmert sich in einer Welt aus Einsen und Nullen um so etwas wie Kryptowährungen. Ein spannender Typ, der sich auf dem Weg zu einer Konferenz in Südkorea zwei Wochen Kamtschatka-Rundreise gönnt. Vulkane, Bärenexkursion, heiße Quellen und auch ein paar Tage Angeln. Das hatte er zwar „noch nie gemacht, klang aber spannend“. Er fischt mit der Spinnrute, mit der er fürs erste Mal erstaunlich gut zurechtkommt, und fängt ordentlich damit.

Auch mitten in der Wildnis muss man auf wirklich nichts verzichten. Sogar eine Banja (russische Sauna) gibt es im Camp.


Auch wenn Andrew ein begnadeter Angler ist und uns zielsicher an die Spots bringt, braucht man den Guide hier gefühlt vor allem dafür, dass man nicht von wilden Bären gefressen wird oder in den reißenden Stromschnellen verloren geht. Wir fühlen uns in Andrews Obhut jederzeit wohl und sicher!

Wenige Minuten Vollgasfahrt und wir halten auf der ersten Kiesbank mitten im Fluss. Gefischt wird immer vom Ufer aus. Kurz nach Bären Ausschau halten und los geht’s. Vor mir sehe ich auch ohne Polbrille gleich drei verschiedene Lachsarten, die in kleinen Trupps im glasklaren, knietiefen Wasser in der Strömung stehen: Rotlachse (Sockeye), Hundslachse (Keta oder Dog Salmon) und Buckellachse (Pink Salmon). Fehlen nur noch die Silberlachse (Coho), die stehen jedoch meistens in den tiefen Gumpen und sind daher eher zu vermuten als zu sehen. Diese vier Lachsarten sind zum Ende der Saison noch im Fluss. Die seltenen, kleinen Kirschlachse (Cherry Salmon) und die majestätischen Königslachse (King Salmon, Chinook) sind schon lange mit der Laichzeit durch. Insofern gibt es einen Grand Slam aus vier Lachsarten, Saibling, Regenbogenforelle und einer endemischen, also nur begrenzt regional vorkommenden Saiblingsart, dem „Weißgefleckten Saibling“ (White Spotted Char) – auf Russisch: Kunja.

Der tiefste Osten Russlands: aktive Vulkane, mückenverseuchte Sümpfe, unendliche Wälder – und Fische satt.


Silberlachse (Coho) sind im Herbst die größten Lachse im Icha-Flusssystem.


Kunja werden bis maximal 70 Zentimeter groß. Dieser hier maß sogar 72 – der krönende Abschluss einer weiten Reise.


Bären sind keine Kuscheltiere. Von den Jungen sollte man sich definitiv fernhalten – ansonsten kann die Mama mächtig böse werden!


Ich möchte ganz ehrlich sein. Das Fischen ist sehr spektakulär – aber wenig anspruchsvoll. Nahezu jedes Einstrippen meines Köders führt mindestens zu einem Nachläufer, meistens zu einer Attacke und spätestens bei jedem dritten bis vierten Einholen auch zum Drill. Was mir die Fische jedoch abverlangen, bringt mich an meine Grenzen. Einen Lachs in der Strömung zu halten, ist schon echte Arbeit. Ich fische mit einer Klasse 9 Einhandrute. Vorgeschaltet habe ich einen Polyleader, eine Sinkschnur, die die groß dimensionierten Fliegen in Schockfarben auch in der starken Strömung einigermaßen auf Tiefe hält. Zusammen mit dem etwa einen Meter langen 0,40er Vorfach ist mein Geräte-Setup den Fischen locker gewachsen. Nur meine offensichtlich schlecht trainierten Büro-Unterarme sind für diese Bissfrequenz nur bedingt geeignet. Das Feierabendbier trinke ich mit zwei Händen …

Es ist durchaus interessant, wie unterschiedlich die Fische kämpfen. Der Sportler unter den von mir gelandeten Fischen war denn auch kein Lachs, sondern tatsächlich eine etwa 60 Zentimeter lange Regenbogenforelle. Was für ein Drill und was für makellose, breite und vor allem kräftige Fische!

Von den Lachsen sind die Cohos die besten Kämpfer – und auch die größten Zielfische im Fluss. Halt, das stimmt nicht ganz. Einen Fettflossen-Vertreter habe ich ganz besonders ins Herz geschlossen. Den bereits erwähnten und von den Einheimischen „Kunja“ genannten Saibling, der lediglich in wenigen Flüssen Nordjapans, Koreas und Kamtschatkas vorkommt. Ich habe das unbeschreibliche Glück, am letzten Tag ein stattliches Exemplar auf Fliege zu fangen. Ich habe mich selten in meinem Anglerleben so über einen Fisch gefreut. Wahrscheinlich bin ich gerade der glücklichste Mensch der Welt!

Langsam realisiere ich, dass es nun wieder nach Hause geht. Vom Kinderfinger auf Omas Landkarte bis hierher war es ein langer Weg. Und ich bin unendlich dankbar dafür, dass ich diesen Traum verwirklichen konnte. Für mich war es die Reise meines Lebens.

KRASSE TYPEN KOMPAKT

1. Artur (Mitte 50), Park-Ranger: Der gebürtige Armenier lebt seit vielen Jahren ganz alleine, mehrere Stunden entfernt von der nächsten Ortschaft in den Bergen Kamtschatkas. Als drei Bären seinen Hunden ans Fell und seinem Huhn an die Federn wollten, verteidigte er die Tiere – und zwar mit bloßen Händen! Dank der sechs erlegten Bärenschinken dürfte er gut über den Winter gekommen sein …

Tee, Gebäck und viele Geschichten: zu Gast bei Ranger Artur (2.v.l.)


2. Mikail (48), Pionier und Campbesitzer: Er wollte den perfekten Platz für sein Angelcamp finden. Dafür hat er mehrere Jahrzehnte lang hunderte Kilometer zu Fuß, mit Kettenfahrzeugen und Super-Jeeps zurückgelegt und so einen einigermaßen befahrbaren Weg durch die unendlichen Sümpfe und Wälder Kamtschatkas gefräst.

3. Vladimir Vladimirovich Putin (66), russischer Präsident
Mit nacktem Oberkörper auf einem Pferd oder im Schnee mit Hunden räkelnd – für Westeuropäer wirken die Posen und auch die mitunter tiefe Verehrung für Putin ein wenig befremdlich. Oder würden Sie sich auch so ein ähnliches Poster von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in der Küche aufhängen?

Putins Auge ist überall – wenn auch nur als Poster in Arturs Küche.


LAND UND LEUTE KOMPAKT

Kamtschatka ist selbst für russische Verhältnisse so abgelegen vom Rest der Welt, dass bis heute nicht einmal eine Straße hierher führt. Die Halbinsel ist etwa so groß wie Deutschland, hat aber nur etwa 300.000 Einwohner und ist bis heute nur auf dem Luft- oder Seeweg erreichbar. Die Insel gilt weltweit als das Gebiet mit der höchsten Vulkandichte. Über 30 davon gelten als aktiv. Erdbeben sind häufig. Die höchste Erhebung ist der Vulkan Kljutschewskaja Sopka mit 4.750 Metern.

Kosaken entdeckten die abgelegene Halbinsel erst 1697. Der Handel mit Zobelfellen brachte viel Geld ein, und so wurden die Ureinwohner (unter anderem Ewenen und Tschuktschen) blutig unterworfen und die Halbinsel von Russland annektiert. In der jüngeren Geschichte war Kamtschatka militärisches Sperrgebiet. Unter anderem ist hier bis heute die pazifische Atom-U-Boot-Flotte Russlands stationiert. Und so durften selbst Einheimische bis 1990 die Halbinsel nur mit Sondergenehmigung betreten. Der letzte Außenposten des riesigen Russischen Bären hat sich so bis heute eine unvergleichliche Urtümlichkeit und Wildheit bewahren können.

Leben wie Gott in Russland. Der Silberlachs samt Rogen schwamm vor 20 Minuten noch den Icha hinauf…


RUSSISCHE TRADITIONEN

Unser Guide gibt uns täglich Nachhilfe in „alten russischen Traditionen“ – die wir als gute Gäste brav befolgen.
Tradition 1: Kaviar nie dünner als daumendick aufs Brot.
Tradition 2: Niemals einen Vodka trinken. Besser sind drei bis vier.

REISEINFO KOMPAKT

Täglich gehen Linienflüge ab Moskau bis nach Petropawlowsk–Kamtschatski. Von dort aus sind es mit Bus-, Jeep- und Bootstransfer noch etwa 600 km bis zum Camp am Fluss Icha im Westen der Halbinsel. Die Betreuung und Versorgung entspricht einem hohen Standard. Es ist alles bestens organisiert, die Guides und Fahrer sprechen zumeist fließend Englisch. Ergänzend zur Angelreise empfehlen wir Exkursionen zu Vulkanen und den vielen Sehenswürdigkeiten in der Natur.

KONTAKT & BUCHUNG

Reisen nach Kamtschatka bietet an:
Kamchatka GmbH
Peterskampweg 6 • 22089 Hamburg
www.kamtschatkatour.de
Tel.: 01 76-52 26 95 31 oder 01 71-3 72 27 1

Zahlen und Fakten: Kamtschatka (auch: Kamchatka) ist ist eine Halbinsel im äußersten Osten Russlands. Sie ist etwa so groß wie Deutschland, hat aber nur etwa 300.000 Einwohner. Die Hauptstadt ist Petropawlowsk-Kamtschatski, in der fast zwei Drittel der Bevölkerung leben. Eingerahmt wird Kamtschatka von der Beringsee im Osten und dem Ochotskischen Meer im Westen. Bis heute sind in Kamtschatka große Teile der russischen Marine stationiert.

FOTO: S. EMME

FOTOS: L. BERDING; S. GEORGE

FOTO: L. BERDING; S. GEORGE

FOTOS: A. VOLODENKOV; L. BERDING; S. EMME

FOTO: A. VOLODENKOV; L. BERDING