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Ryzen 3000: Ryze(n) ins Wunderland


PC Games Hardware Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 07.08.2019

Zen 2 ist da und zeigt uns mit 12 Kernen im Mainstream, mit PCI-E 4.0, schnellerem L3-Cache, 7-nm-Fertigung und Unterstützung für flotteren Arbeitsspeicher die neue Leistungsspitze aus dem Hause AMD.


Als bei AMD 2012 die Planungen für Zen begannen und 2017 die erste Zen-CPU in Form des Ryzen 7 erschien, hat wohl niemand damit gerechnet, welchen Einfluss das auf den CPU-Markt haben wird. Mit Ryzen ist AMD wieder konkurrenzfähig geworden, Intel wurde wachgerüttelt und der Kampf um die Leistungskrone wurde (wieder) eröffnet. Schön! Passend zum Sommer 2019 stellen die Kalifornier nicht nur eine neue ...

Artikelbild für den Artikel "Ryzen 3000: Ryze(n) ins Wunderland" aus der Ausgabe 9/2019 von PC Games Hardware Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: PC Games Hardware Magazin, Ausgabe 9/2019

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... GPU-Architektur in Form von RDNA alias Navi vor, sondern bringen mit Zen 2 ab September 2019 sogar 16 CPU-Kerne in den Desktop-Markt.

Neue Features/Übersicht

Mit an Bo(a)rd ist vor allem eines: PCI-Express 4.0, das gegenüber 3.0 erneut die Bandbreite verdoppelt und damit vielfältige Möglichkeiten zur Erweiterung der eigenen Peripherie bietet. Die CPUs führen dabei 24 PCIe-Lanes aus, 16 davon für die Grafikkarte, vier für Datenträger und weitere vier für die Anbindung des X570-Chips. Welchen Einfluss PCIe 4.0 auf die Leistung von GPUs sowie SSDs hat, erfahren Sie an späterer Stelle in diesem Special.

Zu den weiteren interessanten Neuerungen aus Spielersicht gehört der von AMD getaufte Game-Cache. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als der L3-Cache. Dieser wurde allerdings gehörig aufgerüstet: Ryzen 9 3900X sowie 3950X verfügen derer über 64 MiByte, während die Sechs- sowie Achtkerner 32 MiByte aufweisen. Dazu gesellen sich zwölf USB-3.1-Anschlüsse, die alle mit 10 GBit/s versorgt sind.

Bei den 8-, 12- und 16-Kernern liegt bei der Boxed-Version der Wraith-Prism-Kühler bei, der für allerhand Farbspielereien mit Razer Chroma kompatibel ist. Großartige Reserven zum Übertakten besitzt der Kühler zwar nicht (und dafür ist er auch gar nicht gedacht), doch die Leistung ist ab Werk ausreichend hoch und der RGB-Lüfter leise. Das bald kommende Ryzen-Master-Tool wurde stark erweitert und bietet nun auch Speicher-Übertaktung mit Profilen und vielen Einstellungsmöglichkeiten. Zudem werden mit den kommenden BIOS-Updates die beiden Technologien XFR und PBO zusammengefasst und verfeinert. AMD betont dabei, dass PBO mit einer automatischen Übertaktung von 200 MHz deutlich bessere Ergebnisse liefert, ohne dass der Nutzer dabei groß eingreifen muss.

Für jeden etwas dabei

AMD möchte in jedem Preisbereich breit aufgestellt sein. Bereits für knapp über 200 Euro erhält man einen Sechskerner plus SMT, der eine überraschend hohe Leistung liefert. Reine Quadcores, wie zuvor die Ryzen 3 und einige der Ryzen 5-Modelle, gibt es ab der 3000-Serie nicht mehr.

Ab ca. 350 Euro kann man sich bereits einen Achtkerner gönnen. Wer neben dem Spielen noch streamt oder anderweitig prozessorlastige Dinge macht, wird ab etwa 530 Euro mit einem Zwölfkerner belohnt. Vergleicht man diesen Preis mit der Konkurrenz – in Form des Intel Core i9-9900K, welcher zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels noch mindestens 485 Euro kostet –, erscheint AMDs Ryzen 9 3900X fast wie ein Schnäppchen. Wer absolut keine Kompromisse in Sachen CPU-Leistung eingehen möchte, muss sich allerdings noch bis September gedulden. Denn dann erscheint mit dem Ryzen 9 3950X ein waschechter 16-Kerner für den Desktop. Mit gut 800 Euro wird dieser aber auch recht teuer. Ob sich 32 Threads sinnvoll einsetzen lassen, wird sich auch noch zeigen müssen.

Nun laden wir Sie zu den vier frischen Benchmarks ein, die online im Test zum Ryzen 5 3600 bereits kurz angesprochen wurden. Wie schlägt sich Ryzen 3000?

Video auf Heft-DVD

PCI-E 4.0 auf X470 und X570: Wir werfen einen Blick auf Splitter, Redriver und Leiterbahnenlayout und erklären, wieso 4.0-Geschwindigkeit nicht zwingend auf X570-Mainboards beschränkt sein muss, viele alte High-End-Platinen aber vor Probleme stellt.

Anno 1800: Gute Aussichten für Städtebauer

■ Engine: Aktuelle Version der RD-Engine mit DX12-Support
■ Besonderheiten: Sehr prozessorlastig, MSAA-Unterstützung
■ Detaileinstellungen: „Ultra“, max. Wuselfaktor
■ Benchmarkszene: Stark CPU-limitierte Stadt

Anno 1800 ist der Traum eines jeden Häuslebauers. Blue Byte geht mit dem neuesten Teil zurück zu den Wurzeln der Anno-Reihe und hat auch weiter an der Engine gefeilt. Letztere präsentiert uns eine wunderschöne Grafik – mit sehr hohen Anforderungen. Strategiespiele werden mit steigender Levelkomplexität wesentlich anspruchsvoller als zu Beginn, da mehr Objekte, mehr KI, die Wegfindung und vieles mehr berechnet werden müssen.

Den Benchmark führen wir in einer großen Stadt mit über 4.500 Einwohnern durch. Wir fixieren die Kamera auf das größte Gebäude der Stadt, warten, bis das Streaming alle Elemente geladen und sich die CPU aufgeheizt hat, und drehen dann die Kamera mithilfe der X-Taste. Der Benchmark startet zeitgleich mit dem Kameradreh. Die Grafikeinstellungen, insbesondere der sogenannte Wuselfaktor, stehen dabei auf höchster Stufe, um höchste Prozessorlast zu erzeugen. Auch hier verzichten wir auf MSAA und Vsync.

Die Engine von Anno 1800 konzentriert sich viel mehr auf hohe IPC sowie Takt und kann weniger etwas mit CPU-Kernen anfangen. Das sieht man vor allem beim Ryzen 9 3900X, der seine Rohleistung in keinster Weise auf die Straße bringen kann und sich den Platz mit dem Ryzen 5 3600X teilt. Auch „der“ Vierkerner, Intels Core i7-7700K, ist sehr stark in Anno und spielt seinen Taktvorteil aus. Acht Kerne in Kombination mit sehr hohem Takt sind schließlich der Schlüssel für die beste Performance im neuesten Anno.

Die Frametimes zeigen eine Berg-und-Tal-Fahrt und haben generell keine spezifischen Ausreißer. Dennoch, ein altehrwürdiger Vierkerner produziert im Verhältnis zu einem 12-Kerner ein eher unruhiges Bildzuckeln. Wir empfehlen für Anno 1800 mindestens einen flotten 6-Kerner, zum Beispiel den Ryzen 5 3600X oder Core i5-9600K.

Frametime-Analyse: Beachten Sie bei allen folgenden Grafiken, dass hier – im Gegensatz zu Durchschnitts-Fps – das Motto „Weniger ist besser“ gilt!

System : Geforce RTX 2080 Ti, 16 GiByte with max. speeds according to each CPUs’ specification, Windows 10 V1903 (64 Bit); 431.36 WHQL; Turbo & SMT on
Bemerkungen : Bei Anno 1800 zählen vor allem IPC und Takt. AMDs 12-Kerner kann seine hohe Rohleistung nicht auf die Straße bringen. Intel bleibt unerreicht.

Total War Three Kingdoms: Die Schlacht der Achtkerner

■ Engine: Warscape-Engine (DX11)
■ Besonderheiten: Teils extrem anspruchsvoll, Nvidia-Faible
■ Detaileinstellungen: Maximale Details und Einheitengröße, AF deaktiviert
■ Benchmarkszene: Gleichzeitige Berechnung von 8.000 Einheiten in Echtzeit, sehr CPU-lastig

Mit Total War Three Kingdoms haben wir ein PC-exklusivesSpiel mit an Bord. Die Entwickler verzichten auf Direct X 12 sowie MSAA und kaschieren dies mit zusätzlichen Effekten. Insbesondere die Schattendetails fallen auf höchster Stufe sehr fordernd aus. Durch die Wahl der Szene sowie der Auflösung bleibt der Test CPU-limitert. Für den Benchmark nutzen wir ein historisches Gefecht, die Belagerung von Xiapi. Wir zoomen so weit wie möglich heraus und fahren mit der Kamera dann so lange nach hinten, bis wir alle Einheiten auf dem Bildschirm sehen können. Jetzt werden alle Soldaten markiert und in die Stadt zum Angriff geschickt.

Direkt nachdem sie sich auf den Weg machen, starten wir den Benchmark. Die CPU darf sich nun um die Wegfindung von über 8.000 Soldaten kümmern – ein Desaster für den Prozessor und ein Segen für unseren Parcours. Die Grafikeinstellungen befinden sich bis auf den anisotropen Filter auf dem Maximum.

Die Warscape-Engine giert nach viel Takt und Kernen, kann aber nur acht Kerne optimal auslasten. Auf dem Treppchen stehen daher ebenjene CPUs. Darunter klafft eine kleine Lücke. AMDs 2700X ist abgeschlagen und geht Hand in Hand mit den Sechskernern. Intels 7700K kann auch hier durch den sehr hohen CPU-Takt noch sehr gut mithalten, zeigt aber schwache min. FPS, welche sich offenkundig bei den Frametimes beobachten lassen. Auch ein Hexacore kann nicht richtig punkten und zeigt größere Ausreißer.

Erst mit einem 8- bzw. 12-Kerner kommt im neuen Total War richtig Freude auf. Die Frametimes könnten zwar etwas glatter ausfallen, dennoch entsteht weitestgehend ein flüssiges Spielgefühl. AMDs 3900X zeigt sich hier von der besten Seite.

Frametime-Analyse: Beachten Sie bei allen folgenden Grafiken, dass hier – im Gegensatz zu Durchschnitts-Fps – das Motto „Weniger ist besser“ gilt!

System: Geforce RTX 2080 Ti, 16 GiByte with max. speeds according to each CPUs’ specification, Windows 10 V1903 (64 Bit); 431.36 WHQL; Turbo & SMT on
Bemerkungen: Die Engine lastet bis zu acht Kerne optimal aus, viel Takt hilft ebenfalls. Trotz Architektur-Vorteil erreicht der Ryzen 9 3900X nur den zweiten Platz.

Battlefield 5: Ein Benchmark, um sie zu knechten

■ Engine: Frostbite-Engine mit DX12- und Raytracing-Support
■ Besonderheiten: Extrem gutes Optik-/Performance-erhältnis
■ Detaileinstellungen: Ultra-Preset, DX12, FFR aus
■ Benchmarkszene: CPU- sowie grafiklastige Szene im Singleplayer

Die Frostbite-Engine konnte schon immer gut mit vielen Kernen sowie Threads umgehen. Seit Battlefield 1 wurde die Engine so gut optimiert, dass selbst mit günstigen CPUs eine sehr ordentliche Leistung erreicht wird. Wir führen die Messungen, wie bereits durch Raff im letzten Heft erläutert, im sehenswerten und gut reproduzierbaren Singleplayer-Modus durch. Dafür auserkoren haben wir die Provence-Mission, da diese einerseits ein hübsches Herbst-Flair versprüht und andererseits mit relativ geringen Bildraten läuft. Der Benchmark besteht aus einem 20-sekündigen Sprint durch den Wald, vorbei an einigen Kameraden und durch reichlich dynamisches Laub hindurch.

Die Szene ist anspruchsvoll, um ein Worst-Case-Szenario handelt es sich aber nicht. Dieser Benchmark lässt sich eins zu eins auf die GPU-Benchmarkszene übertragen, was auch eines der Ziele des neuen Parcours ist. Die Grafikoptionen verweilen auf dem Ultra-Preset, wir nutzen allerdings Direct X 12 statt zuvor 11 und deaktivieren Future Frame Rendering sowie selbstverständlich V-Sync.

Auch hier tut sich AMDs 3900X schwer, obgleich die CPU in den oberen Reihen mitspielt. Welche Rolle der Turbo-Modus der CPUs spielt, erkennt man am Beispiel des Ryzen 5 3600(X): Die Non-X-Variante boostet unter Last höher, kann ihren Taktvorteil allerdings nicht so lange halten wie das X-Pendant; Die min. FPS und somit die „gefühlten“ Frames des 3600X fallen höher aus.

Die Frametimes fallen selbst beim 7700K sehr glatt aus. Keine der getesteten CPUs kommt über 20 ms. Mit einem nativen Octacore performt die Frostbite-Engine am besten. AMDs 3900X büßt einige Punkte durch das Dual-Chiplet-Design ein, dies wirkt sich aber nicht merklich auf die Gesamtperformance aus.

Frametime-Analyse: Beachten Sie bei allen folgenden Grafiken, dass hier – im Gegensatz zu Durchschnitts-Fps – das Motto „Weniger ist besser“ gilt!

System : Geforce RTX 2080 Ti, 16 GiByte with max. speeds according to each CPUs‘ specification, Windows 10 V1903 (64 Bit); 431.36 WHQL; Turbo & SMT on
Bemerkungen: Die gut optimierte Frostbite-Engine lastet acht Kerne optimal aus, dennoch kann sich der 3700X nicht absetzen.

Assassin’s Creed Odyssey: Optimale Hardware-Nutzung

■ Engine: Aktuelle Iteration von Ubisofts Anvil Next (DX11)
■ Besonderheiten: Sehr detailliert, sehr gute Ressourcennutzung
■ Detaileinstellungen: Maximale Details, AA deaktiviert
■ Benchmarkszene: CPU-limitierte Szene in einer Großstadt

Odyssey führt das fort, was Origins begann. Die Spielwelt ist noch größer, die Grafik noch detaillreicher und die Anforderungen an die Hardware noch höher. In unserer CPU-Testszene befinden wir uns in Attika, genauer gesagt Groß-Athen. Wir positionieren uns an einer Statue, wenden den Blick Richtung Straße und laufen los. In dem 20-sekündigen Benchmark werden viele NPCs inkl. Wegfindung berechnet, was die CPU stark in Anspruch nimmt. Des Weiteren ist die Spielwelt sehr dynamisch. Ein NPC ist niemals an der gleichen Position, auch ist das Wetter immer leicht anders. Wir benchen daher mindestens drei Durchläufe und bilden daraus den Mittelwert.

Die Grafikoptionen befinden sich, mit Ausnahme des Anti-Aliasing, auf der höchsten Stufe. Odyssey entstand in Kooperation mit AMD und soll daher gut mit Ryzen-CPUs zusammenarbeiten.

Um mindestens 60 Bilder pro Sekunde zu erreichen, ist ein 2700X oder besser nötig. Intels 7700K scheitert nur knapp an dieser Marke, ist aber dank seiner zusätzlichen vier virtuellen Kerne schneller unterwegs als der Core i9-9600K. AMDs 3600X zeigt sich sehr stark und ist, sofern man das P99-Perzentil betrachtet, soger flüssiger unterwegs als ihre große Schwester. Intels 9900K bleibt unerreicht, auch AC:Odyssey profitiert nur geringfügig von mehr als acht Kernen.

Die Frametimes hingegen sprechen eine andere Sprache. Ein Ryzen 9 3900X zeigt sich hier sehr stark und hat das ruhigste Bild von allen CPUs im Testfeld. Den kleinen Ausreißer am Anfang des 3600X kann man getrost ignorieren. Die Frametimes von 7700K und 9900K sind sich auf den ersten Blick sehr ähnlich, bei genauerer Betrachtung allerdings geht das Rennen klar zugunsten des 9900K aus.

Frametime-Analyse: Beachten Sie bei allen folgenden Grafiken, dass hier – im Gegensatz zur Durchschnitts-Fps – das Motto „weniger ist besser“ gilt!

System: Geforce RTX 2080 Ti, 16 GiByte with max. speeds according to each CPUs‘ specification, Windows 10 V1903 (64 Bit); 431.36 WHQL; Turbo & SMT on
Bemerkungen: Assassin’s Creed Odyssey setzt Kerne und Takt effizient um, dennoch kann sich der Ryzen 9 3900X erneut nicht zum Core i9-9900K durchkämpfen.

Anwendungen & Auflösungsskalierung: Ryzen 3000 sehr stark

Bei den meisten Anwendungen zählen nicht nur viel Takt, sondern auch viele Kerne und eine hohe IPC; eine Disziplin, in der sich gerade der Ryzen 9 3900X austoben kann. Wir nutzen ein letztes Mal die bewährten Anwendungen, darunter 7-Zip, Cinebench R15, Handbrake, Lightroom Classic sowie Premiere Pro. In den nächsten Monaten krempeln wir nicht nur die Spiele-Benchmarks, sondern auch die Anwendungs-Benchmarks um. Des Weiteren überprüfen wir mithilfe einer Auflösungsskalierung wie sinnvoll CPU-Benchmarks oberhalb von 1.280 × 720 Bildpunkten sind.

Ryzen-tastisch

Schon die erste Iteration von Zen war in Anwendungen erfreulich flott. Mit Zen 2 haben sich die Kalifornier auf die Fahnen geschrieben, dies noch einmal zu übertrumpfen. Die Leistung der Ryzen 3000 CPUs in unserem Benchmark-Parcours ist beachtlich hoch, selbst der kleine Ryzen 5 3600(X) „rockt“.

Es gibt einen neuen Platzhirsch unter den hart arbeitenden Prozessoren: Ryzen 9 3900X – in jedem unserer Anwendungs-Benchmarks führt die CPU das Feld an. Im Anwendungs-Index, welcher die Leistung aus den sechs Anwendungen zusammenfasst, erreicht AMDs neuer Zwölf-Kerner 95,9 Prozent der Performance eines Intel Core i9-9980XE. Die Intel-CPU kostet allerdings knapp das Vierfache (!) und hat satte sechs Kerne sowie zwölf Threads mehr zu bieten.

Vergleiche in diesen zwei sehr unterschiedlichen Preisklassen anzustellen, gleicht einem Vergleich mit Äpfel und Birnen, sagen Sie? Ja, das mag sein, dennoch, oder gerade deshalb, ist es so spannend, AMDs neuen Spitzenreiter aus dem Desktop-Markt mit ehemaligen Spitzen-CPUs zu vergleichen. Wie vermag es Zen 2, mit so wenig so viel zu erreichen? Das Geheimnis liegt in den Genen verborgen und um das zu verstehen, müssen wir von vorne beginnen.

Es war einmal ein Kern

Mit Einführung der ersten Zen-CPUs hat sich AMD von CMT (Core Multithreading) zugunsten von SMT (Simultaneous Multithreading) getrennt. Grundsätzlich geht SMT effizienter vonstatten, auch wenn es eine Vergrößerung des Chips bedeutet. Die Entwicklung konzentrierte sich anfangs vor allem darauf, die Single-Core-Performance zu erhöhen. Dies mündete in der heutigen Erfolgsgeschichte. In allen modernen CPUs von AMD und Intel ist ein sogenannter Micro-Op-Cache verbaut, welcher bereits bekannte beziehungsweise verarbeitete Daten vorhalten kann und somit bei Bedarf schneller wieder verfügbar macht. Dieses Feature gab es bei AMD erstmals bei Ryzen 1000, während Intel damit bereits seit Sandy Bridge arbeitet. Bei Zen 2 werkelt diese Sprungvorhersage mit 4.096 Einträgen und somit doppelt so vielen wie der Vorgänger. Damit sich dieses Upgrade sinnvoll umsetzen lässt, wurde der 32 KiByte große L1-Instruction-Cache ebenfalls mit doppelt so großer Leistung ausgestattet. Letztlich dekodiert jeder Zen-Kern vier Instruktionen pro Taktzyklus und begünstigt somit die effiziente Auslastung der beiden Scheduler für Integer- und Fließkommaberechnungen mithilfe des Micro-Op-Cache. Verbesserungen gibt es vor allem im Integer-Bereich: Die Buffer wurden erweitert und eine zusätzliche AGU (Adress-Generierungs-Einheit) für Speicherbefehle wurde integriert. Effektiv hat sich auch die Leistung des Fließkommabereichs verdoppelt, da diese als große Neuerung nun die doppelte Bandbreite bietet, was vor allem den modernen AVX2-Instruktionen zugute kommt. Bisher mussten zwei 128-Bit-Leitungen zu einem AVX-256 zusammengeschaltet werden, jetzt erledigt das eine Pipeline allein.

AMDs Versprechen für Ryzen 3000, auf einer Folie zusammengefasst. Und wir stimmen dem vollumfänglich zu. Zen 2 ist größer, schneller und effizienter. Da darf man ruhig schon gespannt auf einen möglichen Nachfolger sein.


Diesem Schema folgen auch die Load- und Store-Einheiten. Die Latenz wurde verringert und die TLBs fassen jetzt mehr Daten. Der L1- Cache schließt daran an und profitiert so von der verdoppelten Bandbreite. Und wo wir schon bei den Caches sind: Hinter dem L1-Cache sitzt in der Regel der L2-Cache, welcher nach wie vor 512 KiByte pro CPU-Kern groß ist. Pro CCX, also für vier Kerne, gibt es weiterhin den gemeinsam genutzten 16 MiByte großen L3-Cache, welcher, wie bei Zen 1, aufgeteilt in vier Slices mit je vier MiByte arbeitet.

Der neue I/O-Die

Dem CCX fehlen nun Speichercontroller und PCIe-Lanes. Diese finden sich nun im I/O-Die. Ein sogenannter CCD, welcher aus zwei CCX besteht, kommt bei Ryzen 3000 zum Einsatz, je nach Modell einer beziehungsweise zwei (8- und 16-Kerner). AMD setzt wie Intel auf Multiple Chips, um viele CPU-Kerne auf einem CPU-Die zusammen zu „kleben“. Das hat vor allem Kostenvorteile, auch für den Kunden. Damit solche Konstrukte am Ende funktionieren, ist die Verbindung zwischen den CPU-Dies sehr wichtig. Diese Aufgabe übernimmt der verbesserte Infinity Fabric. Eine erhöhte Bandbreite sorgt erstmalig für PCIe 4.0, Daten können nun schneller von einem Cache zum anderen transferiert werden und Anfragen an den RAM gehen mit geringerer Latenz raus.

Die Taktgeber CPU (fclk) sowie der Speichercontroller (uclk) wurden teilweise vom Infinity Fabric entkoppelt, was sich positiv auf das Verhalten von DDR4-Speichern auswirkt. Ab DDR4-3733 wechselt der Teiler intern allerdings von 1:1 auf 2:1, was sich negativ auf die Latenz auswirkt, aber sehr hohe Taktraten bis zu DDR4-5100 zulassen soll. Weitere Details zum IF sowie dem Thema Arbeitsspeicher kommen an späterer Stelle in diesem Special.

Wunderbare Performance

AMD hat sich vor allem eines der Probleme angenommen, unter welchem die bisherigen CPUs gelitten haben, nämlich eine zu geringe Single-Core-Performance. Zen 2 beweist eindrucksvoll, dass es auch anders geht. Denn wenn ein Sechskerner für 200 Euro mit gut 1 GHz weniger Takt knapp die Leistung eines Core i9-9900K erreicht und dabei auch noch sparsamer unterwegs ist, dann ist das bemerkenswert. Zudem gibt es eine gute oder schlechte Nachricht, je nachdem, wie man die Sache interepretiert. Zen 2 wurde ab Werk bereits nahezu optimal konfiguriert. Es ist kaum OC möglich und Undervolting kostet wiederum zu viel Leistung bei minimal besserer Effizienz. Kurz, die CPUs kommen perfekt optimiert zu Ihnen nach Hause. Für die meisten dürfte das eine gute Nachricht sein, doch für alle Schrauber, Übertakter und Tuner eben nicht. Es zeigt jedoch AMDs Enthusiasmus und besser so, als Leistung brach liegen zu lassen.

Noch ein paar Worte zur Sicherheit von Ryzen 3000: AMD ist im Gegensatz zu Intel, die nahezu über jeder Lücke angreifbar waren, nur in einigen Teilbereichen betroffen. Die beiden Spectre-Varianten werden nun aber zum Teil durch die Hardware unterdrückt. Gegen Lücken wie Meltdown, MDS, Spoiler usw. ist AMDs Architektur nach derzeitigem Stand immun.

Der Ryzen 7 3700X führt erfolgreich das fort, was mit Ryzen 7 1700 Wirklichkeit wurde: acht Kerne im Mainstream und viel Leistung für wenig Geld.


Der Game-Cache

Wer die Tabellen unter diesen Zeilen aufmerksam studiert, stellt die erhöhten Transferraten fest, welche durch die Verbesserungen am Cache zustande kommen. Insbesondere die Optimierungen am L3-Cache lassen sich sehr gut ablesen. Damit kann man unter anderem nicht nur die Mehrleistung in Anwendungen, sondern auch das ordentliche Plus von etwa 16 bis 20 Prozent in Spielen erklären. Leider profitiert nicht jeder Titel von diesem Vorteil. Damit erinnert diese Situation etwas an den L4-Cache (eDRAM) von Intels Broadwell CPUs Core i5-5675c sowie i7-5775c. Wurde dieser genutzt, war die CPU weitaus schneller unterwegs, sogar um einiges mehr als die Nachfolge-Generationen. Es wird sich daher erst noch zeigen müssen, ob auch zukünftige Spiele vom „Game-Cache“ profitieren können, wobei hier zu beachten gilt, dass dies ohnehin nur eine (Marketing-)Bezeichnung des L3-Caches darstellt.

Was lässt sich nun zusammenfassend über die uns vorliegenden Testmuster Ryzen 5 3600(X), Ryzen 7 3700X sowie Ryzen 9 3900X sagen? Beachtet man, dass Zen+ erst vor gut einem Jahr die Bühne betrat, liefert AMD mit Zen 2 eine kühne Vorstellung ab. An allen Stellschrauben wurde gedreht. Die Leistung wurde konsequent verbessert, die Effizienz gesteigert und dennoch bleibt man mit den Preisen in normalen beziehungsweise passenden Bereichen. Keine der getesteten Prozessoren erscheint zu teuer für das, was an Leistung erbracht wird. Dennoch, die Konkurrenz schläft nicht und die Ryzen-3000-CPUs werden sich bald mit Intels Core i-10000 Modellen messen müssen.

Doch bis es soweit ist, erhalten Sie für jeden Geldbeutel die passende CPU. Den günstigsten Einstieg in das Zen-2-Universum gibt es mit dem Ryzen 5 3600, welcher für knapp über 200 Euro über die Ladentheke geht. Diese CPU reicht bereits, um in den oberen Top Ten, mitzuspielen, im wahrsten Sinne des Wortes. Den Ryzen 3600X empfehlen wir an dieser Stelle nicht, da dieser praktisch keinen Mehrwert gegenüber der Version ohne „X“ bietet, aber ungleich teurer ist. Hier wäre lediglich der bessere Boxed-Kühler zu nennen, für diejenigen, welche Wert darauf legen. Ansonsten gibt’s da noch den 200 MHz höheren Takt, dessen Mehrleistung sich zwar messen, aber nicht spüren lässt. In Anwendungen muss sich der „kleine“ Sechs-Kerner dann allerdings geschlagen geben und spielt somit dem Ryzen 7 3700X in die Hände. Der neue Octacore bietet derzeit das beste Gesamtpaket aus Leistung, Stromverbrauch, Features und Anschaffungskosten. Mit acht Kernen und 16 Threads ausgestattet ist diese CPU für praktisch alles im Alltag gerüstet und damit die richtige Wahl für jene, die neben dem Gaming noch rechenintensive Anwendungen betreiben und/oder eine generell hohe Overall-Performance wünschen.

AMDs Ryzen 9 3900X im ordentlich aufgeräumten Test-Mainboard, ein Asus Crosshair VIII Hero Wi-Fi mit X570-Chipsatz. Optisch haben sich die Zen-2-CPUs nicht verändert.


Wer hingegen kompromisslose Leistung erwartet und lieber einmal „richtig“ einkauft, entscheidet sich für den Ryzen 9 3900X. Der 12-Kerner bietet aktuell die höchste Anwendungsleistung auf dem Desktop-Markt und hat ebenso die höchste Spieleleistung aller getesteten Zen-2-CPUs, was unseren Benchmark-Parcours angeht. Einzig Intels i9-9900K ist in Spielen „dank“ 5-GHz-Holzhammer inklusive entsprechend hohem Verbrauch in Spielen noch etwas flotter. Sie wollen nebem dem Gaming noch streamen? Kein Problem. Sie möchten in bester Multitasking-Manier alles gleichzeitig machen? Kein Problem. Dieser hohen Leistung in Anwendungen hat es der Ryzen 9 3900X zu verdanken, dass die CPU nun auf Platz 1 unserere Rangliste steht. Weiter hinten im Heft finden sich die sehenswerten Streaming-Benchmarks zu den neuen Ryzen-Prozessoren.

Was Sie hier sehen, ist kein gewöhnlicher Boxed-Kühler. AMDs Wraith Prism, der bei 2700X, 3700X, 3800X sowie 3900X beiliegt, kann theoretisch bis 140 W abführen.


Abwärtskompatibilität

Da die neuen X570-Mainboards aufgrund der technischen Neuerungen relativ teuer ausfallen, dürfte es alle Ryzen-3000-Interessierten freuen, dass die CPUs auch mit älteren Mainboards mit X470-/B450-/ X370-/B350- und A320-Chipsatz kooperieren. Bevor Sie aber nun feucht-fröhlich zum nächsten PC-Laden um die Ecke laufen, beachten Sie bitte, dass die Mainboards nicht nur eine aktuelle BIOS-Version seitens des Herstellers benötigen, sondern auch die Spannungsversorgung des Boards kompatibel zur neuen CPU sein muss. Gerade günstigere Modelle bieten nur eine Kompatibilität bis maximal 65 Watt TDP an, was bedeutet, dass Sie in dem Fall nur den Ryzen 5 3600 verbauen könnten. Zudem sind be- stimmte Features, darunter vor allem PCI-Express 4.0, in der Regel den X570-Mainboards vorbehalten. Ob eine Unterstützung für Zen 2 bereitsteht, entnehmen Sie bitte den entsprechenden CPU-Support-Listen der jeweiligen Hersteller.(dn)

Fazit

Zen 2 – Ryzen 3000

AMD ist wieder da und hat nicht nur in Spielen, sondern auch massiv bei Anwendungen zugelegt. Zudem sind die CPUs ab Werk optimal getaktet und schaffen den Spagat zwischen hoher Performance und Effizienz. Insbesondere der Ryzen 5 3600 liefert für knapp über 200 Euro eine beeindruckende Leistung.

* Setzt Unterstützung durch das Mainboard voraus; **Angabe dient nur der Information, gewertet wird die Effizienz über alle Spiele und Anwendungen.