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S/4HANA in der Cloud: SAP lockt – doch viele Anwender zögern noch


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Computerwoche - epaper ⋅ Ausgabe 21/2022 vom 20.05.2022
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50 Jahre SAP: Der Softwarekonzern steht am Scheideweg www.cowo.de/3553058

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Der Weg in die Cloud – für SAP genauso wie für die Kunden – ist lang und mühsam. Das wurde auf den Technologietagen der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) Anfang Mai in Düsseldorf einmal mehr deutlich. „Die Cloud ist wichtig und richtig“, sagte Sebastian Westphal, DSAG-Fachvorstand Technologie, „aber nicht die einzige Option“.

Mit der Cloud-First-Strategie hat sich SAP aus Sicht der Anwendervertretung ein umfangreiches Transformationsprogramm auferlegt. Dabei gelte es nicht nur, die neuen Plattformen und Services aufzubauen, sondern auch das Produktportfolio ...

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... entsprechend auszurichten. Doch daran werkelt SAP nun schon seit vielen Jahren. Bereits 2012 legte das Softwarehaus mit der SAP HANA Cloud den Grundstock für die Plattform, die sich über die Jahre hinweg bis zur Business Technology Platform (BTP) weiterentwickelte. Anfang 2015 stellte SAP mit S/4HANA seine neue ERP-Generation vor, die neben dem klassischen On-Premises-Betrieb auch als Cloud-Lösung positioniert wurde.

Seitdem versucht das Unternehmen seine Klientel vom Umstieg in die Cloud zu überzeugen – bis dato mit eher bescheidenem Erfolg. Laut der vor wenigen Wochen veröffentlichten Investitionsumfrage der DSAG setzen gerade einmal sechs Prozent der befragten SAP-Anwender aus Deutschland S/4HANA als Private-Cloud-Lösung ein, die Public-Cloud-Variante kommt sogar nur auf zwei Prozent. Mit knapp einem Drittel bleibt die On-Premises-Version der klare Favorit der Kunden.

SAP versucht gegenzusteuern, unter anderem mit dem vor gut einem Jahr vorgestellten Programm „Rise with SAP“, das als Bundle aus SAP-Applikationen, Cloud-Infrastruktur und damit verbundenen Services den Umstieg in die Cloud vereinfachen soll, und einem Free-Tier-Angebot für die Business Technology Platform. Damit könnten Anwender SAP zufolge Plattform-Cloud-Services für eine bestimmte Zeit unentgeltlich nutzen.

Aus Anwendersicht reicht das jedoch nicht aus. Das von SAP als Business-Transformationas-a-Service angepriesene Rise-Programm verstehen viele Kunden noch nicht. Sechs von zehn der von der DSAG befragten SAP-Anwender gaben an, von Rise with SAP zwar gehört zu haben, damit aber nicht vertraut zu sein. Elf Prozent hatten von dem Programm noch gar nichts mitbekommen. 57 Prozent der Kunden erklärten, es sei sehr (29 Prozent) beziehungsweise eher (28 Prozent) unwahrscheinlich, Rise with SAP in ihrem Unternehmen einzusetzen.

„Unbeständige Transformation“

„Transformationen sind unbeständige, bewegliche Prozesse, die in den Unternehmen auf IT-Systeme in unterschiedlichsten Release-Ständen und Ausbaustufen treffen“, konstatierte DSAG-Chef Jens Hungershausen. Da brauche es noch entschieden mehr Klarheit und ein ganzheitliches Verständnis seitens SAP für die individuellen Gegebenheiten in den Unternehmen. „Nicht Business-Transformation-as-a-Service, sondern Business-Transformation auf Augenhöhe muss das Ziel sein“, sagte Hungershausen.

Auch mit dem Free-Tier-Angebot der SAP sind die Anwender nicht recht zufrieden. Sie fordern eine kostenlose Testphase für alle Cloud-Angebote und nicht nur für die BTP. Ein Free-Tier für alle Cloud-Services könnte die Adaption der Cloud beschleunigen, glauben die DSAG-Verantwortlichen. Auch die Unterstützung seitens SAP beim Umstieg und im Betrieb könnte besser sein. Die SAP-Kunden wünschen sich ein On- und Off-Boarding sämtlicher Services inner- halb weniger Minuten. Für den operativen Betrieb der SAP-Cloud-Services brauche es zudem ein globales, transparentes und universelles Application Lifecycle Management (ALM), um hybride Systemarchitekturen orchestrieren zu können. Ein mit dem Solution Manager für die On-Premises-Systeme vergleichbares Werkzeug gebe es für die Cloud noch nicht.

Cloud-Umstieg funktioniert nur hybrid

Die DSAG-Verantwortlichen mahnen darüber hinaus eine zentrale Lösung an, um Altsysteme bei der sukzessiven Migration in die Cloud anbinden zu können, zum Beispiel durch die Erweiterung des API-Business-Hubs. „Alles in allem wird die Adaption der Cloud-Services in den Unternehmen nur dann zu steigern sein, wenn sie mittels hybrider Architekturen in die Cloud einsteigen können“, ist DSAG-Technikexperte Westphal überzeugt.

Die SAP-Anwender sind mit ihren Wünschen allerdings schwer zufriedenzustellen. Sie fordern einerseits langjährigen Bestands- und Investitionsschutz ihrer bestehenden On-Premises-Infrastrukturen. Andererseits soll SAP seine Cloud-Lösungen möglichst schnell ausbauen und für eine reibungslose Integration in die IT-Landschaften der Kunden sorgen, egal ob SAP- oder Nicht-SAP-Lösungen.

Besonders deutlich wird dieser Spagat im Bereich Analytics und dem Data Warehouse (DWH). Die DSAG-Verantwortlichen feiern sich dafür, bei SAP erreicht zu haben, dass BW/4HANA als zentrales Datenbankmanagement-System bis 2040 als On-Premises-Lösung zur Verfügung stehen wird. Zudem würden weitere BW/4HANA-Funktionen bereitgestellt, die über den reinen hybriden Betrieb der Data-Warehouse-Cloud hinausgehen. „Mit den zusätzlichen Funktionen werden die bereits getätigten Investitionen der Unternehmen sowie der zukunftssichere Umstieg auf BW/4HANA unterstützt“, zeigte sich Westphal zufrieden.

Daneben erwarten die Anwender von SAP aber die Data Warehouse Cloud „als dringend benötigte und sinnvolle End-to-End-Lösung für das Data-Management in der Cloud“, heißt es in einer Mitteilung der Anwendervertretung. Die Roadmap sollte nach Möglichkeit schneller als bislang geplant und verlässlich umgesetzt werden. „Wenn SAP mit dieser Lösung den Plattform-Ansätzen der Hyperscaler eine echte Alternative gegenüberstellen möchte, sollte die Enterprise-Readiness im gemeinsamen Sinne möglichst zügig erreicht werden“, fordert DSAG-Mann Westphal und warnt unmissverständlich, dass die Anwender sonst auf alternative Lösungen umsteigen würden. „Der Wettbewerb schläft nicht. Das Zeitfenster wird kleiner.“

Defizite im Analytics-Portfolio

Defizite sehen die Anwender auch im Bereich Analytics. Nachdem die Anforderungen an das Analytics-Portfolio bereits auf den Technologietagen 2021 vorgelegt wurden, hatte die DSAG gehofft, das Thema abhaken zu können. „Doch es gibt immer noch einiges zu tun“, kritisiert Westphal. So bleibe die Integration in bestehende Cloud-Lösungen wie die Cloud for Customer (C4C), SuccessFactors oder die Marketing Cloud noch uneinheitlich. Zudem sei die Entwicklung von dringend benötigten Features bei SAP ausgebremst worden. Von einem Hersteller, der sich als Cloud-Anbieter versteht, erwarte man eine kundenzentrierte, agile Entwicklung mit kurzen Zyklen sowie einer klaren Produktstrategie und -Roadmap. „Wir haben nicht den Fortschritt gesehen, den wir erwartet hatten“, ist Westphal enttäuscht. „Das ist extrem frustrierend.“

SAPs Technikvorstand Jürgen Müller räumte ein, dass sich der Softwarehersteller mehr um die Analytics-Performance gekümmert habe und weniger um die Entwicklung neuer Features. Müller verweist in diesem Zusammenhang allerdings auch auf Erfolge. Die Leistung der Analysesysteme sei teilweise bis zu 80 Pro- zent verbessert worden. „Kunden könnten sich auf die kommende Analytics-Plattform freuen“, verspricht Müller. Aus Sicht des SAP-Vorstands gibt es auch an anderen Stellen deutliche Fortschritte, gerade hinsichtlich der von Anwenderseite vehement eingeforderten Integration. Als er vor gut drei Jahren den Vorstandsposten bei SAP angetreten habe, habe der Erfüllungsgrad in Sachen Integration gerade einmal zwei Prozent betragen, sagte Müller. Heute liege er bei 95 Prozent. Kunden könnten auf rund 2.500 vorgefertigte Integrationsszenarien auf der SAP-Plattform zurückgreifen.

Ein Thema, das die SAP-Anwender zunehmend beschäftigt, ist Cybersecurity. In den Investitionsplanungen spielen Sicherheitsaspekte bei 78 Prozent der Unternehmen eine wichtige Rolle. Damit steht Cybersecurity ganz oben auf der Liste der Themen mit übergreifender Relevanz, gefolgt von Prozessautomatisierung (66 Prozent) und Remote Work (55 Prozent). Dabei sehen die Anwender ihren Softwarelieferanten in der Pflicht. „SAP wird für alle Lösungen noch sehr viel stärker den Bereich Cloud-Security mit klaren Konzepten und für die Kunden umsetzbaren Lösungen und Standards begleiten müssen, und zwar über das komplette Portfolio hinweg“, sagte DSAG-Chef Hungershausen.

Sein Kollege Westphal legte nach. Die Sicherheitslücken und Ransomware-Attacken der letzten Monate ließen keinen anderen Schluss zu, als dass Security by Design & Default für alle SAP-Produkte über deren gesamte Laufzeit sichergestellt werden müsse. Die DSAG unterstützt damit die Position des Bundesverbands der IT-Anwender Voice e.V.; dazu gehört aus DSAG-Sicht auch eine verlässliche Roadmap der zentralen Security-Produkte sowie eine inhaltliche Verständigung mit den großen Hyperscalern über einheitliche Sicherheitsstandards, Services und Komponenten. Es könne nicht Aufgabe der Anwender sein, hier ein Alignment zwischen SAP und Amazon oder Microsoft herzustellen, mahnt Westphal. Das müssten die Anbieter schon selbst hinbekommen.

Westphal erinnerte SAP zudem an das schon lange gewünschte Security-Dashboard, „eine Kernforderung der DSAG seit mittlerweile zwei Jahren“. SAP arbeite daran, entgegnete Technikvorstand Müller. Der Konzern habe in den zurückliegenden Jahren viel in Security investiert. Gerade hinsichtlich der Cloud lägen die Top-Prioritäten auf den Aspekten Verfügbarkeit und Sicherheit, beteuerte der Manager.

Preismodelle müssen flexibler werden

Zu guter Letzt wiederholten die DSAG-Verantwortlichen ihre Forderungen nach mehr Flexibilität bei den Preismodellen, gerade im Zusammenhang mit dem Umstieg in die Cloud. Die Metriken müssten sich an den praktischen Nutzungsszenarien in den Betrieben orientieren. So brauche es beispielsweise Modelle für Gelegenheitsnutzer. Mit dem gängigen Named-User-Modell ließen sich an dieser Stelle kaum tragfähige Business Cases entwickeln. Auch die Wirtschaftlichkeit auf Basis bisheriger Lösungen spielt der DSAG zufolge eine wichtige Rolle. „Aufgrund der meist hohen Investitionen in bestehende Produkte gilt es einen Weg zu finden, um in die Cloud wechseln zu können, ohne die bisher getätigten On-Premises-Investitionen komplett abzuschreiben“, erläuterte Westphal.

Außerdem dürften im Zuge des Cloud-Umstiegs keine Mehrkosten für Funktionen auflaufen, die parallel im eigenen Rechenzentrum und in der Cloud genutzt würden. Durchlässigkeit sei ein wesentlicher Faktor, hieß es von Seiten der Anwendervertreter. Die ITler müssten schließlich den Business Case von ihrem Finanzchef abnicken lassen. „Doppelte Kosten gehen da gar nicht.“

Das Thema Kosten könnte in den kommenden Monaten in vielen SAP-Anwenderunternehmen noch eine wichtige Rolle spielen. Die vor wenigen Wochen veröffentlichte Investitionsumfrage der DSAG hat zwar ergeben, dass jeweils fast 60 Prozent der befragten Anwenderunternehmen davon ausgehen, dass IT- und SAP-Budgets steigen. Die knapp 200 DSAG-Mitglieder wurden allerdings im Zeitraum vom 27. Januar bis 21. Februar dieses Jahres befragt. Wenige Tage später begann der russische Machthaber Wladimir Putin seinen Angriffskrieg auf die Ukraine.

Damit änderte sich über Nacht alles. Thomas Henzler, bei der DSAG verantwortlich für den Bereich Lizenzen und Wartung, berichtete Ende März, dass viele SAP-Anwenderunternehmen mit großen Sorgen in die Zukunft blickten. Der Krieg in der Ukraine, unterbrochene Lieferketten und steigende Energiepreise sorgten für Alarmstimmung. Die Verantwortlichen hätten ihren Finger am roten Knopf, um geplante IT-Investitionen stillzulegen und einzufrieren, so Henzler. „Das ist ein herber Rückschlag, nachdem man sich nach zwei Jahren Corona gerade etwas erholt hatte.“

Vor allem die aufwendigen und teuren Migrationsprojekte in Richtung S/4HANA könnten auf der Kippe stehen. Zumal viele Unternehmen offenbar immer noch mit der hohen Komplexität dieser Vorhaben hadern. Knapp die Hälfte der Unternehmen, die S/4HANA on-Premises im Einsatz haben, würden auch SAP ERP beziehungsweise die SAP Business Suite einsetzen, berichteten die Anwendervertreter. „Dies könnte darauf hindeuten, dass einige Unternehmen aufgrund der Komplexität des Umstiegs ihr bisheriges System noch eine Zeitlang parallel betreiben, ehe sie die vollständige Transformation vollziehen“, konstatierte DSAG-Chef Hungershausen.

Dazu kommt, dass sich im Investitionsverhalten für S/4HANA ein Knick abzeichnet. Die Hälfte der befragten DSAG-Mitglieder erklärte, sie planten hohe (26 Prozent) beziehungsweise mittlere Beträge (24 Prozent) in die neue Produktgeneration aus Walldorf zu investieren. Vor einem Jahr gaben das noch insgesamt 56 Prozent zu Protokoll. Im Gegenzug erlebt die Business Suite eine kleine Renaissance. Sechs Prozent der SAP-Anwender planen hier wieder hohe Investitionen (Vorjahr: drei Prozent), und weitere 16 Prozent sprechen von mittleren Investitionen (Vorjahr: 22 Prozent). „Die Zurückhaltung in Sachen S/4HANA ist etwas überraschend“, kommentierte Hungershausen diese Zahlen. „Ich hätte erwartet, dass für dieses Jahr die Transformationsaktivitäten in Richtung S/4HANA zunehmen würden. Rise with SAP kann hier offensichtlich noch nicht für den notwendigen Push sorgen.“

Dazu kommt, dass in den Beziehungen zwischen SAP und seinen Kunden durchaus an der einen oder anderen Stelle der Haussegen schief hängt. Es geht ums Geld. Viele Unternehmen und Konzerne mussten im Zuge der Coronapandemie Stellen streichen oder sich von bestimmten Sparten trennen. Doch wenn es um das Reduzieren von Lizenzen geht, kommt der Softwareanbieter seinen Kunden kaum entgegen, kritisieren die Berater der Negotiation Advisory Group. SAP stelle sich stur, wenn Kunden Leistungen nicht mehr beziehen wollten.

SAP-Preise nicht mehr nachzuvollziehen

„Viele Firmen müssen Wartungsgebühren für SAP-Lizenzen bezahlen, obwohl sie diese gar nicht oder nicht mehr nutzen“, monierte René Schumann, Chef der Negotiation Advisory Group, Ende Januar im Gespräch mit der „Wirtschaftswoche“. Sein Unternehmen habe noch nie so viele Anfragen von Unternehmen gehabt wie jetzt, wenn es um Verhandlungen mit SAP gehe. „Viele klagen, dass sie die Preise nicht mehr nachvollziehen können“, so Schumann.

Die DSAG fordert seit vielen Jahren mehr Preistransparenz und atmende Lizenzmodelle, die sich je nach Situation dem Bedarf der Anwender anpassen lassen. Gerade die verbrauchsabhängige Abrechnung von IT-Ressourcen ist ein Versprechen der Cloud, das auch SAP erfüllen wollte. Passiert ist hier wenig. Noch immer klagen SAP-Kunden über eine Vielzahl unterschiedlicher Lizenzmetriken und starre Preismodelle.