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Sachwerte: Wissen: Investment in Junge Kunst


Sachwert Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 06.12.2018

Die jungen Künstler und wie der Kunstmarkt funktioniert


Artikelbild für den Artikel "Sachwerte: Wissen: Investment in Junge Kunst" aus der Ausgabe 1/2019 von Sachwert Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Sachwert Magazin, Ausgabe 1/2019

Alexander Höller präsentiert sein Werk.


Es muss nicht immer ein Van Gogh, Picasso oder Rembrandt sein. Schön sind die Klassiker ja, aber trotzdem nicht für jeden das passende optische i-Tüpfelchen fürs wohnliche Zuhause. Die Kunst entwickelt sich gottseidank stetig weiter und es sind genügend junge, aufstrebende Künstler auf dem Markt, deren Werke sowohl künstlerisch das Auge des Käufers erfreuen, als auch als Wertanlage dienen können. Denn in Krisenzeiten, wenn Papiergeld und Währungen Achterbahn fahren, sind Kunstwerke als Geldanlage mit ...
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Es muss nicht immer ein Van Gogh, Picasso oder Rembrandt sein. Schön sind die Klassiker ja, aber trotzdem nicht für jeden das passende optische i-Tüpfelchen fürs wohnliche Zuhause. Die Kunst entwickelt sich gottseidank stetig weiter und es sind genügend junge, aufstrebende Künstler auf dem Markt, deren Werke sowohl künstlerisch das Auge des Käufers erfreuen, als auch als Wertanlage dienen können. Denn in Krisenzeiten, wenn Papiergeld und Währungen Achterbahn fahren, sind Kunstwerke als Geldanlage mit Entwicklungspotential gefragt. Der Kunstmarkt erlebt derzeit eine frische, junge Malergeneration, deren Werke sich hervorragend als Wertanlage eignen. Hier wollen wir Ihnen die einige vorstellen.
Wie entscheidet sich überhaupt, wieviel ein Bild wert ist? Auf der einen Seite ist es in „ernsthaften“ Künstlerkreisen verpönt, sich selbst über die Medien in Szene zu setzen. Oft schaffen Künstler trotz großen Talents, hervorragender Ausbildung und einmaliger Ausdrucksweise viele Jahre brotlos vor sich hin, bevor sie zufällig entdeckt werden. 95 Prozent der 19.000 Künstler in Deutschland können nicht oder mehr schlecht als recht vom Verkauf ihrer Kunst leben. Im Kunstbereich ist Erfolg nicht nur eine Frage des außerordentlichen künstlerischen Schaffens, sondern auch, welche Galerien und Förderer man für sich gewinnen kann. Wo und von wem die Werke gesehen und gekauft werden, bestimmt viel mit, welchen Sammlerwert die Kunstwerke in Zukunft haben. Deshalb ist es für junge Künstler außerordentlich wichtig, neben dem fleißigen Arbeiten dafür zu sorgen, dass die Produkte auch wirksam präsentiert werden. Kunstpreise und Auszeichnungen helfen enorm, wenn es darum geht, in den richtigen, mit der geeigneten monetären Freiheit gesegneten Kreisen Aufmerksamkeit und damit Käufer zu finden. Umgekehrt heißt das für Kunstliebhaber, dass die beste Art, ihren Lieblingskünstler zu unterstützen, die ist, seine Werke zu kaufen, zu präsentieren und ihn in aller Munde zu bringen. Ist ein Künstler en vogue, steigt der Wert einer solchen Sammlung drastisch. So hat es Gerhard Richters Karriere und der Preisentwicklung seiner Bilder sicherlich nicht geschadet, dass Eric Clapton 50 seiner Werke sein Eigen nennt und das auch öffentlich bekannt ist. Gerhard Richter ist nach dem „Kunstkompass“ seit Jahren der Künstler Nummer Eins unter den noch lebenden Modernen. Sein „Abstraktes Bild“ wechselte vor nicht allzu langer Zeit für 15 Millionen Euro den Besitzer. Dicht gefolgt wird er von Bruce Naumann, Rosemarie Trockel und Georg Baselitz. Bis auf Naumann übrigens alles deutsche Künstler. Dahinter folgen auf den Plätzen fünf bis elf Cindy Sherman, Anselm Kiefer, Olafur Eliasson, William Kentridge, Tony Cragg, Richard Serra und Pipilotti Rist. In der Top 10-Liste des Kunstkompass listen nur fest etablierte Moderne, die auf 20 und mehr Jahre Arbeit zurücksehen können und es schon geschafft haben, sich einen Platz in den Kunstgeschichtsbüchern zu sichern. Wer hier kauft, ist auf der sicheren Seite und hat alles richtig gemacht, denn diese Bilder können im Wert nur steigen. Aber ein Teil der Kunstleidenschaft ist es ja, das Neue, Unverbrauchte, Andere zu finden und die Spitzenkünstler von morgen zu erkennen und zu fördern. Und der Nachwuchs schläft nicht.

Bilder aus Gerhard Richters »Birkenau« Zyklus. Er gehört zu einer ganzen Riege deutscher, lebender Künstler, die derzeit weltweit zu Höchstpreisen gehandelt werden.


„Meer im Licht“ (2015, links), „Gewitterlicht Unter den Linden“ (2017) oben und „Schlachtensee-Panorama“ (2018) von Christopher Lehmpfuhl. Er nimmt den Betrachter mit auf seinen Spaziergang und zeigt ihm den einen magischen Moment.

L.E.T. setzt seine Kunstwerke gern in Kontext mit Untergrund und Umgebung. Hier seine Werke „Turnover Tür“ (o. l.) und sein „Remix4“ (o. r.) oder die mit einem Walfänger und Harpunen in Szene gesetzte Tonne.

Namen, die man sich merken sollte Einer, der das Prinzip des Brandings hervorragend erkannt und umgesetzt hat, istAlexander Höller . Nicht nur, dass der „Emotion Artist“ 17jährig die Schule schmiss, um sich ganz der Malerei widmen zu können. Er schaffte es, mit grade mal 18 Jahren an der Academy of Fine Arts in Nürnberg aufgenommen zu werden. Nun, drei Jahre später, studiert er unter Prof. Gregor Hildebrandt an der Academy of Fine Arts in München. Dabei organisiert er schon seit Jahren die Ausstellungen und die Vermarktung seiner Bilder mit ähnlicher Leidenschaft, wie er malt. Das Resultat: Einer der wenigen Künstler, die schon während ihrer Studienzeit mit ihrer Kunst gutes Geld verdienen. Die Aufmerksamkeit, die er sich in der Kunstwelt so schon erarbeitet hat, dürfte dafür sorgen, dass seine Werke in Zukunft eine solide Marke auf dem Kunstmarkt darstellen werden.

Die 1986 in Düren geboreneBirgit Wolfram ist nicht weniger fleißig. Sie hat an der Kölner Malschule gelernt und ihren „räumliche Romantik“ titulierten Stil an der National Academy of Fine Arts in New York raffiniert. Seit 2010 stellt sie aus – und zwar bis zu neun Mal im Jahr. Ihre Ausstellungen dokumentieren wie im Zeitraffer ihre stetige Weiterentwicklung bei unverkennbarem Malstil. Ein spannendes Feld für Sammler.

Mit ein wenig Glück läuft man in Düsseldorf wortwörtlich einem Motiv des Streetart-KünstlersL.E.T. (Abkürzung für „Les Enfants Terribles“) über den Weg. Seine auf Papier gesprühten sozialkritischen aber auch augenzwinkernd-humoristischen Motive plakatiert er gerne als Paste-up. Allerdings werden seine Werke oft innerhalb kürzester Zeit von nächtlichen Streetart-Jägern penibel abgelöst und eingesammelt. Wer sich nicht auf die Schnitzeljagd durch das nächtliche Düsseldorf begeben möchte, kann Arbeiten von seiner Hand auch ganz regulär in der Galerie erwerben. Er stellt regelmäßig auf Streetart Conventions aus. Auf Auktionen bringen seine Bilder schon jetzt ein Vielfaches des ursprünglichen Verkaufspreises.

AuchChristopher Lehmpfuhl fing schon mit zwölf Jahren Malunterricht an und zog ihn für sieben Jahre durch, bei niemand geringerem als Wolfgang Prehm. Nach dem Abitur ließ er sich von Professor Klaus Fußmann an Hochschule der Künste (HdK) in Berlin den letzten Schliff geben. Zahlreiche Auszeichnungen und immer wieder Malreisen säumten seinen Weg. Seine impressionistisch angehauchten Werke gehen regelmäßig für vier- bis fünfstellige Beträge aus der Galerie.

Bilder: Hall Powell, privat

Natürlich gibt es noch mehr Rohdiamanten auf dem Kunstmarkt zu entdecken. Wie bei allem, was sich sammeln lässt, ist auch hier eine gewisse Leidenschaft, eine bestimmte Denkart gefragt. Und manchmal kommt dem Sammler das Glück zu Hilfe. Wie die Neu-Besitzerin des bei der Sotherby‘s Auktion teilgeschredderten Banksy-Kunstwerks sagte, sei sie zunächst schockiert gewesen, habe dann aber begriffen, dass sie damit ihr eigenes Stück Kunstgeschichte geschrieben bekommen hätte. Sie zahlte die 1,2 Millionen Euro Auktionspreis und ist sehr glücklich damit, da, wie das Auktionshaus verlauten ließ, das zur Hälfte zu Streifen geschredderte Bild das erste Kunstwerk der Geschichte sei, das während einer Auktion live entstanden ist. Ein absolutes Novum. Es ist davon auszugehen, dass das Bild, das nun vom Künstler umbenannt wurde in „Love is in the Bin“, bei einem zukünftigen Verkauf ein Vielfaches der jetzigen Auktionssumme erreichen würde. Insgesamt dürften nach dieser Aktion alle Banksy-Werke enorm im Wert gestiegen sein. Manchmal muss man bei aller Planung und Voraussicht auch einfach mal Glück haben.

Birgit Wolfram (unten vor einem Großprojekt) spielt mit Mischungen aus Photorealismus, Schattenwurf in zerknittertem Papier und Unschärfen und erzeugt damit zarte Leichtigkeit, wie sie hier, auf ihrem unbetitelten Bild oben und auf „Iris“ in der Mitte schön umgesetzt ist.


Bilder: Höller, Lehmpfuhl, Depositphotos/Vicdemi