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Safety first


Segler-Zeitung - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 17.04.2019
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Fastnet Race-Dokumentation: Traurige Berühmtheit

Der NDR hat die Dokumentation über die Tragödie beim Fastnet Race 1979 onlinegestellt. Ein Orkan fegte damals mit über 100 km/h über das Regattafeld der 300 Yachten. Plötzlich ging es um Leben und Tod.

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Das Fastnet Rennen von 1979 gilt als größte Katastrophe des Yachtsports. Insgesamt kamen dabei 15 Segler und drei Retter ums Leben.


Foto: NDR / Screenshot

Vor gut 40 Jahren passierte eine der größten Katastrophen des Yachtsports, als beim Fastnet Race 15 Teilnehmer ums Leben kamen. Vier weitere Segler starben, die in den selben Orkan geraten waren. Die NDR Doku zeichnet die Tragödie nach. Sie erlangte auch deshalb besonders in Deutschland eine traurige Berühmtheit, weil so viele deutsche Segler beteiligt waren.
Das Fastnet Race mit insgesamt 303 Yachten am Start stand ohnehin besonders im Fokus der Medien, weil es als Teil des Admiral’s Cups eine entscheidende Rolle spielte. Deutschland spielte bei der inoffiziellen Offshore-Weltmeisterschaft für Nationen-Teams, die zu den wichtigesten Regatten weltweit gehörte, jeweils eine Favoriten-Rolle.
1979 hatten sich die deutschen Schiffe “Rubin”, “Tina-I-Punkt” und “Jan Pott” für das Nationalteam qualifiziert und wieder beste Chancen, ganz vorne dabei zu sein. Die Admiral’s-Cup-Flotte bestand damals aus insgesamt 54 Yachten. Aber schließlich wurden die Regattaergebnisse zur Nebensache, als der Orkan am 13. und 14. August 1979 in der Irischen See wütete. „Jan Pott“-Steuermann Uli Libor sagte dem NDR in der Sendung Sportclub: “Wo auf den Schiffen etwas passiert ist, ist es auch ein Mangel an Seemannschaft und Grundkenntnissen gewesen.” Viele Segler hätten sich in die Rettungsinseln geflüchtet. Diese waren aber damals längst nicht so sicher wie heute. Hinzu seien Materialfehler bei Rettungswesten und Lifebelts ein Problem gewesen wie auch falsche Anwendung. Auch die Überraschung habe eine Rolle gespielt. Libor, dessen Yacht bei einer Durchkenterung das Rigg verlor, sagt, dass die Wetterberichte nicht auf den Orkan hingewiesen hätten.
Seit dem Unglück hat sich in der Yachtbau-Branche vieles verbessert. Die Schiffe sind nicht nur schneller, sondern auch sicherer geworden. Deutliche Fortschritte hat es auch bei den Rettungsmitteln und Wettervorhersagen gegeben, so dass das Fastnet Race viel von seinem Schrecken verloren hat.
Die Regatta gilt nach wie vor als eine der populärsten internationalen Hochsee-Veranstaltungen der Welt. Sie findet alle zwei Jahre statt, und das Limit von 300 Yachten wird schnell erreicht. Der Admiral’s Cup allerdings, den Deutschland viermal gewinnen konnte, wurde 2003 zum letzten Mal ausgetragen.
Zu sehen ist die Dokumentation auf dem YouTube-Kanal von NDR Doku.

Mann über Bord: Die Hose voll… Luft!

Kurios: Wie überlebt ein über Bord gefallener Segler dreieinhalb Stunden zwischen drei Meter hohen Wellen ohne Schwimmweste oder Rettungsring? Indem er sich an seine Jeans klammert!

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Arne Murke und seine lebensrettende Hose.


Foto: Arne Murke

Ist das nun Seemannsgarn oder was? Ein Segler fällt bei einem Überführungstörn von Neuseeland nach Brasilien über Bord, treibt stundenlang ohne Schwimmweste zwischen meterhohen Wellen und überlebt das Desaster nur dank eines Überlebens-Tricks aus dem Internet. Als ihn neuseeländische Rettungskräfte finden, umklammert er seine Hose!
Über die folgenden Begebenheiten wurde in diversen neuseeländischen Medien berichtet:
Die beiden Norddeutschen Arne und Helge Murke freuten sich über einen guten Job. Beide wollten die 12-Meter-Yacht „Wahoo“ gegen Honorar von Auckland/Neuseeland nach Brasilien überführen. Doch schon etwa 20 Seemeilen östlich Tolaga Bay im Osten der Insel, geschah bei aufkommendem rauem Wetter das Unglück. Nachdem sich offenbar die Großschot gelöst hatte, schlägt der Baum wild umher, Arne wird getroffen und fällt über Bord. Wie oft wurde an dieser Stelle nicht schon darüber berichtet: Auch als erfahrener Hochseesegler trägt Arne weder Schwimmweste noch PLB! Bruder Helge wirft zwar schon wenige Sekunden später einen Rettungsring ins Wasser, doch Arne ist bereits hinter den nächsten Wellenkämmen verschwunden. Trotz rasch eingeleitetem POB-Manöver findet Helge seinen Bruder in den bis zu drei Meter hohen Wellen nicht wieder und setzt kurze Zeit später einen Notruf ab. Die neuseeländische Küstenwache und die Marine schicken Hubschrauber und Rettungsboote, wohl wissend, dass einem Mann ohne Schwimmweste im rauen Pazifikwasser nur wenig Zeit zum Überleben bleibt.
Survival-Trick mit Jeans
Das weiß auch Arne. Er wägt fieberhaft seine Überlebenschancen ab und ahnt, dass sie gen Null gehen, wenn nicht ganz bald Hilfe kommt. Nur mit T-Shirt und Jeans bekleidet, spürt er schon nach wenigen Minuten eine bleierne Müdigkeit im Körper. Wenn er doch nur etwas hätte, an dem er sich festhalten und ausruhen könnte!
Da fällt dem Norddeutschen ein Survival-Trick ein, der auch von den US-amerikanischen Navy-Seals angewendet wird und den er vor vielen Jahren einmal irgendwo aufgeschnappt hatte. Arne zieht seine Jeans aus, macht Knoten in beide Hosenbeine, füllt die Jeans mit Luft und drückte sie dann ruckartig unter Wasser. So entsteht eine improvisierte Schwimmweste bzw. eine Art Rettungsboje, an der sich der Mann festhalten und zumindest bis zu einem gewissen Grad ausruhen kann.
Über drei Stunden hält Arne so durch. Drei Stunden, in denen die neuseeländische Küstenwache und die Marine unermüdlich nach ihm suchen. Mehrfach fliegt ein Hubschrauber in unmittelbarer Nähe über ihm hinweg, doch niemand entdeckt ihn.
Mittlerweile brechen die Wellen über Arne zusammen, er friert erbärmlich, seine Beine zittern, zudem merkt er, dass sein improvisiertes Survival-Paket, an das er sich klammert, Luft verliert. Es kostet den 30-Jährigen die letzten Kraftreserven, seine „Rettungshose“ nochmals mit Luft zu füllen und unterzutauchen. Doch der Gedanken an seine erst vor Kurzem geborene Tochter, die mit ihrer Mutter auf den Philippinen lebt, lässt ihn irgendwie die Anstrengung durchstehen.
Nach dreieinhalb Stunden im Wasser überfliegt ein Hubschrauber der Rettungskräfte erneut den Verunglückten und kann den mittlerweile völlig Erschöpften zwischen den Pazifikwellen ausmachen. Ein Retter lässt sich am Seil herab, und birgt Arne und seine „Rettungshose“ ab.

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Die neue Rettungsweste soll neben hoher Auftriebskraft auch sehr guten Tragekomfort bieten.


Foto: Compass

Compass: Neue Rettungsweste

Compass hat mit der „Profi Soft ISO 300 N“ eine neue Rettungsweste der 275 Newton-Klasse im Sortiment. Die Rettungsweste mit 300 Newton Auftriebskraft soll auch bei schwerer See und dickem Ölzeug durch ihre großen Auftriebsreserven und ein 30 l Auftriebsvolumen den Körper sofort in eine ohnmachtssichere Lage drehen. Die Weste ist nach ISO 12402-2 geprüft und ist mit Lifebelt, Nylon Soft D-Ring, Schrittgurt und Nackenfleece ausgestattet. Zur besseren Sichtbarkeit – auch im nicht ausgelösten Zustand – ist die Rettungsweste mit einem Neon Einfassband verarbeitet. Der Preis liegt bei 129,95 Euro.
www.compass24.de

Weltweit erster Galileo-PLB: Präzisere Ortung

Orolia, Hersteller von Notfallkommunikations-Mitteln, ermöglicht nun auch eine Kommunikation über das europäische Satellitensystem Galileo.

Die McMurdo FastFind und Kannad SafeLink PLBs sind Teil des umfassenden Such- und Rettungssystems und ergänzen die EPIRBs als erste Galileo fähige Ortungsgeräte.
Diese Multi-Konstellationsempfänger arbeiten mit einer größeren Anzahl von Satelliten zusammen, bieten eine verbesserte globale Abdeckung und unterstützen beschleunigte Rettungsmissionen. Die Standorterkennung wird verbessert und präziser, da die Geräte neben dem bewährten GPS-Netzwerk auch Koordinaten aus dem Galileo-Satellitennetz empfangen.
„Wir freuen uns sehr, unsere verbesserten PLBs auf dem europäischen und US-amerikanischen Markt einzuführen“ sagte Chris Loizou, Vice President of Maritime bei Orolia. „Die Kombination aus Galileo- und GPS-GNSS-Fähigkeit bedeutet, dass unsere Kunden von einer Abdeckung vom Nord- bis zum Südpol profitieren werden.“
Als weltweit einziger Anbieter eines durchgängigen Such- und Rettungssystems –einschließlich Notsendern, Satellitenbodenstationen, Missionskontroll- und Rettungskoordinierungssystemen sowie Rettungsprodukten – entwickelt, integriert und testet McMurdo Produkte als Teil eines Live-Such- und Rettungssystems. Das gewährleistet eine bessere Zusammenarbeit zwischen Notsignalübertragung und -empfang, so dass die Träger der Geräte sicher sein können, dass ihre Signale schnell bei den Suchund Rettungsbehörden ankommen.
www.orolia.com

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Arbeiten jetzt auch mit Galileo: Die McMurdo Fastfind und Kannad SafeLink PLB des Herstellers Orolia.


Foto: Orolia

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