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SAG MAL WIEDER ICH!


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Auszeit - epaper ⋅ Ausgabe 5/2021 vom 07.10.2021

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Bildquelle: Auszeit, Ausgabe 5/2021

Vielleicht kennt ihr dieses Gefühl auch, dass ihr eigentlich gerne etwas für euch tun würdet, aber der innere Antreiber gibt noch keine Ruhe. Zwar ist der Job für heute erledigt, aber der Einkauf, die Hausarbeit, die Wäsche und etliche andere Dinge noch nicht. Und ihr wisst, wenn ihr euch nicht darum kümmert, macht es mit großer Wahrscheinlichkeit auch kein anderer. Außerdem möchtest du doch auch gerne alles schön machen, damit deine Lieben glücklich sind. Und dann ist da ja auch noch der eigene Anspruch, sich selbst und die Familie gesund zu ernähren, die Wohnung nicht nur sauber zu halten, sondern auch noch schön zu dekorieren, die Hausaufgaben der Kinder nicht nur zu überprüfen, sondern dies auch auf didaktisch und pädagogisch wertvolle Weise zu tun und so weiter und so weiter. Vielleicht gehörst du zu den glücklichen Menschen, die sich diese Aufgaben in einer Partnerschaft teilen und dadurch ...

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... mehr Zeit für sich und füreinander haben. Falls dem nicht so ist, sei nicht traurig, du bist sicher nicht alleine.

Aus Spaß wird Stress

Nach der Pflicht kommt das Vergnügen, oder? Die Kinder möchten zu ihren Freunden und Hobbys gefahren werden. Die eigenen Freunde möchten angerufen, besucht und eingeladen werden. Feste und Geburtstage möchten gefeiert werden. Freizeitveranstaltungen wollen besucht werden. Zweifellos sieht für jeden von uns diese Aufzählung je nach Lebenssituation und Vorlieben etwas anders aus, aber ich denke viele von euch wissen genau, was ich meine. Und natürlich kann man einwenden, dass es sich doch auch um schöne, zum Teil selbst entschiedene Aktivitäten und Termine handelt und dem ist auch so. Aber auch diese können je nach persönlichem Alltagspensum, Anzahl und Häufigkeit zu Stress und Überforderung führen.

Im Hamsterrad

In unserer heutigen Gesellschaft gehört das Funktionieren zum guten Ton und ist irgendwie selbstverständlich geworden. Nur leider nimmt das Funktionieren ziemlich viel Lebenszeit in Anspruch und führt dazu, dass wir uns daran gewöhnen. Dies führt wiederum nicht selten zu einem falschen Selbstverständnis, denn DU MUSST NICHT ständig funktionieren. Kommt es in zu vielen Lebensbereichen zu ständigem Stress, Druck und Überforderung, können Geist und Körper krank werden. Erschöpfungszustände, Schlafmangel, Unzufriedenheit, das ständige Gefühl, gehetzt zu sein und viele weitere Symptome können die Folge sein. Hört man trotz verschiedener Anzeichen nicht auf seinen Körper, kommt es leider viel zu häufig zu Depressionen oder einer Burnout-erkrankung.

Warnsignale für zu wenig Selbstliebe

• Du hast das Gefühl, die Verbindung zu deiner inneren Stimme verloren zu haben.

• Du vernachlässigst deine Hobbys und Interessen.

• Du bist im Umgang mit dir selbst streng und negativ urteilend.

• Du kannst es dir selbst nicht recht oder gut genug machen.

• Du findest immer mehr Anerkennung für andere als für dich selbst.

• Du stellst die Bedürfnisse und Wünsche der anderen über deine eigenen.

• Du kannst dich selbst nicht so annehmen, wie du bist.

Kleine Hilfen für einen gesunden Egoismus im Alltag.

• Achte darauf, dass dir auch in deinem fordernden Alltag noch genug Zeit für Dich bleibt. Wenn dem bisher nicht so ist, versuche Zeit für dich zu schaffen. Was könnte dir vielleicht jemand abnehmen? Kann etwas umstrukturiert werden, sodass du dadurch eine Zeitersparnis hast?

• Überlege dir für dich Routinen, um deine Selbstliebe täglich zu praktizieren und zu stärken.

• Kommuniziere deine Vorstellungen, Wünsche und Bedürfnisse offen und ehrlich.

• Lerne Nein zu sagen! Du musst nicht alles machen und wenn du dir nicht sicher bist, erbitte dir Bedenkzeit für deine Entscheidung, bevor du voreilig Ja sagst.

• Sei genauso offen, tolerant und verständnisvoll für dein Gegenüber, wie du es dir für dich wünschen würdest.

• Konzentriere dich auf dich. Begegne deinem Alltag mit Achtsamkeit, um deine innere Verbindung weiter zu stärken und dich und deine Wahrnehmung noch besser kennenzulernen.

Viele Menschen sind so gefordert und beschäftigt, dass kaum noch genügend Zeit bleibt, in der sie sich aufmerksam und hingebungsvoll mit sich selbst beschäftigen können. Sich einfach mal Zeit nehmen, um sich selbst zu hinterfragen und zu reflektieren; Wo stehst du gerade in deinem Leben? Bist du auf dem richtigen Weg oder möchtest du vielleicht etwas verändern? Bist du erfüllt und glücklich? Hast du genug Zeit für dich? Was brauchst du im Moment und was würde dir gut tun? Dieses Ritual gehört leider für noch viel zu wenige Menschen zur wiederkehrenden Gewohnheit.

Sei liebevoll im Umgang mit dir, achte dabei besonders auf deine Gedanken und deine Sprache.

Kenne deine Bedürfnisse

Viele Klienten in meiner Praxis wissen zwar, dass sie mehr Zeit für sich brauchen und etwas für sich selbst tun möchten. Aber auf die Frage, was und wie dies aussehen könnte, fehlt vielen eine klare Antwort oder Vorstellung. Deswegen ist es so wichtig, in Verbindung mit sich selbst zu sein, um sich über die eigenen Wünsche und Bedürfnisse bewusst zu werden. Indem du deiner inneren Stimme Gehör schenkst, mit dir selbst achtsam bist und die Verbindung zum deinem Inneren stärkst, praktizierst du bereits Selbstliebe, denn Selbstliebe bedeutet auch, die eigenen Bedürfnisse zu kennen und zu leben.

Egoismus als Selbstliebe?

Offensichtlich möchten sich die wenigsten von uns als Egoisten zu erkennen geben, aber warum ist das so? Einerseits kann es daran liegen, dass das Wort Egoist per Definition schon negativ besetzt ist, denn selbstsüchtig und eigennützig möchte doch eigentlich keiner von uns sein. Auf der anderen Seite wurden wir bereits von klein auf so konditioniert, dass es sich nicht gehört, nur an sich zu denken, sich ständig in den Vordergrund zu drängen oder die eigenen Bedürfnisse über die der anderen zu stellen. Selbstredend trifft das auch zu, aber ich denke, man darf das Wort Egoismus nicht verallgemeinern und sollte genau unterscheiden zwischen einem gesundem und einem ungesundem Egoismus .für mich bedeutet gesunder Egoismus das Praktizieren von Selbstliebe im Alltag, egal wie das für dich nun genau aussieht. Nimm dir ausreichende Auszeiten für die Dinge, die dir gut tun und die für dich wichtig sind.

Unterschiede zwischen „gesundem Egoismus“ und „ungesundem Egoismus“.

Gesunder Egoismus

Achtet auf die eigenen Bedürfnisse und auf die Bedürfnisse der anderen.

Es gibt eine gesunde Balance zwischen Rücksicht auf sich selbst und Rücksicht auf andere.

Das Wohlergehen der anderen spielt eine große Rolle.

Ungesunder Egoismus

Es wird ausschließlich auf die eigenen Bedürfnisse geachtet.

Nimmt hauptsächlich Rücksicht auf sich selbst.

Das eigene Wohlergehen steht über allem.

Sei liebevoll im Umgang mit dir, achte dabei besonders auf deine Gedanken und deine Sprache. Was steht schon ewig auf deiner Liste, das du gerne einmal unternehmen oder ausprobieren möchtest? Sag einfach öfter mal ich: ,,ich brauche“, „ich möchte“, „ich will“, „ich darf….“ und da wären wir nun bei dem gesunden Egoismus. Ich finde es völlig normal, sich selbst und seinem Umfeld seine eigenen Bedürfnisse liebevoll klarzumachen.

Egoistisches Miteinander

Es geht dabei aber keineswegs darum, nur noch seinen Willen durch- zusetzen und sich immer ichbezogen zu verhalten. Vielmehr geht es darum, seinen Bedürfnissen Raum zu geben, um zufriedener, entspannter, resilienter und gesünder zu werden. Denn davon profitiert man nicht nur selbst, sondern auch der Partner, die Beziehung zu diesem, die Kinder und das gesamte soziale Umfeld.

Sei dir selbst dein bester Freund

Online-kurs mit Arbeitsbuch

Dich erwartet ein Online-coaching mit der intensivsten Ansprache, die du für dich selbst wählen kannst: „ICH BIN“. Der Kurs hilft dir, deine Einsamkeit und deine Gefühle im einsam sein besser zu verstehen und zu überwinden. Er ist dazu gemacht, dein Vertrauen in Dich zu stärken. Aus einem starken Ich wird es dir besser gelingen, dich aus deiner Einsamkeit heraus zu befreien und zu Selbstliebe und innerer Zufriedenheit zu finden.

Den Kurs kannst Du im Auszeit-webshop Shop zum Preis von 79,90 Euro kaufen. Wenn du den Kurs kaufst, erhältst du automatisch dein hochwertig gedrucktes, 56-seitiges Arbeitsbuch zugeschickt. www.auszeit-webshop.de

Mit gesundem Egoismus ist aber auch gemeint, dass es eine gute Balance zwischen deinen eigenen und den Bedürfnissen der anderen in deinem dir wichtigen Umfeld geben sollte. Ein gesunder Egoist achtet darauf, dass seine Lieben ebenfalls Selbstliebe und einen gesunden Egoismus praktizieren und gibt ihnen natürlich dafür auch den benötigten Freiraum. Und genau so, wie er für sich beansprucht, dass es völlig okay ist, auch mal Nein zu sagen, akzeptiert und versteht er auch ein Nein seines Gegenübers.

Das heißt, gesunde Egoisten haben Verständnis füreinander und begegnen sich respektvoll auf Augenhöhe. Jeder ist gleich wichtig und jeder sollte den Raum bekommen, um seine Bedürfnisse auszuleben.

Es geht eben nicht nur um dich selbst, sondern auch viel um den oder die Anderen. Und das unterscheidet ganz klar den Egoismus, wie ihn der Duden definiert, von dem gesunden Egoismus, über den ich schreibe und den jeder Menschbraucht.

Podcasts zu Thema Selbstliebe

Es gibt so viele Podcasts zu dem Thema Selbstliebe, hier eine kleine Auswahl meiner Favoriten.

• Die Kunst, Dein Ding zu machen. Von Christian Bischoff

• Wohlsein! Von Sonja und Kathrin

• So bin ich eben! Von Steffanie Stahl

• Seelengevögelt, für die Rebell*innen des Lebens. Von Veit Lindau

• Greator – Inspriation, Motivation & Erfolg.

• Happy, Holy and Confident. Von Laura Malin Seiler

• True Power Von Loa Helser

Mein Weg zum Ich

Ich gehöre mittlerweile auch zu den überzeugten Anwendern des gesunden Egoismus. Doch leider war der Weg dorthin für mich kein ganz leichter. Ich hatte früher ständig das Gefühl, es allen recht machen zu wollen und zu müssen, denn schließlich wollte ich niemanden enttäuschen und der Gedanke daran, dass es jemanden geben könnte, der mich nicht mag oder der schlecht über mich redet, war für mich unerträglich. Das führte dazu, dass ich eigentlich immer angespannt, gehetzt und unter Druck durch mein Leben gegangen bin. Je mehr Aufgaben und Pflichten ich zu erledigen hatte, desto perfektionistischer wurde ich und desto mehr Druck machte ich mir selber. Ich geriet in eine Endlosschleife aus Aufgaben, Pflichten, selbsterzeugtem Druck, einem noch größeren Streben nach Perfektionismus und nicht enden wollenden Gedanken. Meine Belohnung war die Anerkennung und die freundlichen und positiven Reaktionen der anderen. Ich hatte mich selber so sehr darauf programmiert zu funktionieren, dass ich lange Zeit gar nicht bemerkt habe, dass für mich auch schöne Ereignisse und Aufgaben zu Pflichten geworden waren. Ich hatte nicht nur einen Teil meiner Leichtigkeit und Lebensfreude verloren, sondern auch die Verbindung zu meiner inneren Stimme und damit auch zu mir selbst.

Sag mal wieder „ich“

Es brauchte einige Zeit, bis ich schließlich einen Ausweg aus dieser Endlosschleife finden konnte. Für mich waren die Wegweiser und Ratgeber, um ihr zu entkommen, Selbstliebe, Achtsamkeit und ein gesunder Egoismus. Vielleicht können diese drei auch für dich Helfer auf deinem Weg sein, wenn es dir so oder so ähnlich geht wie es mir damals ging. Ich durfte lernen und verstehen, dass es völlig in Ordnung ist, auch mal Nein zu sagen und dass es ebenso in Ordnung und absolut natürlich ist, nicht von jedem gemocht zu werden.

Wie viel mehr Freude, Leichtigkeit und Entspannung es mit sich bringt, wenn ich das Streben nach Perfektionismus durch die liebevolle Annahme meiner Leistung ersetzte. Wie leicht und gut ich mein Potenzial nutzen kann, wenn ich nicht ständig meine Energie auf die Angst lenke, es nicht perfekt zu machen, sondern meinen Fokus auf Vertrauen, Annahme und Achtsamkeit richte.

Das alles liegt jetzt schon einige Jahre zurück, aber ich glaube, dieses Thema oder diese Problematik betrifft von Jahr zu Jahr mehr Menschen, da unsere Anforderungen und unser Leistungspensum stetig wachsen. Ich habe mir damals ganz bewusst Zeit genommen, meine Gefühle und mein Verhalten zu reflektieren und zu ergründen, damit ich die dahinter liegenden Muster und Absichten erkennen und verstehen lerne, um sie im nächsten Schritt zu verändern. Je nach persönlichen Vorlieben können dir auf dem Weg zu deinen Erkenntnissen Meditationen, Ratgeber, Kurse, Coachings oder Ähnliches hilfreiche Tools und Begleiter sein. Glaub mir, es lohnt sich, einfach mal wieder „ich“ zu sagen! <

NINA BECKMANN