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SAGENHAFT


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Bergsteiger - Das Tourenmagazin - epaper ⋅ Ausgabe 11/2021 vom 15.10.2021

Bergwandern | Allgäu

Artikelbild für den Artikel "SAGENHAFT" aus der Ausgabe 11/2021 von Bergsteiger - Das Tourenmagazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Im Abstieg vom Rubihorn könnte an einem der Gaisalpseen ein Drache warten. Mehr dazu im Buch »Geheimnisvoll Pfade Allgäu«

Manche Bäume tragen noch ihr buntes Blätterkleid, andere strecken ihre knorrigen, kahlen Äste aus. Auf Moosen und Farnen glitzern Wassertropfen. Nebel hängt zwischen den Felsen. Im Herbst herrscht in den Bergen oft eine wunderbar mystische Stimmung. Perfekt für Touren auf den Spuren von Sagen. Wolken, die tief über dem Tal hängen, könnten doch Rauch aus den Nüstern eines Drachens sein? Kam da nicht gerade ein Geräusch von der nebelumwogenen Burgruine? Und lauert hinter dem nächsten Felsvorsprung ein wildes Männlein? Schaurige Geschichten, die über Generationen mündlich weitergegeben wurden, dienten den Menschen einst, um Wetterphänomene und Unheil zu erklären. Sie waren sowohl Unterhaltung als auch Abschreckung. Von Mooren sollte man sich lieber fernhalten, von Gipfeln und Graten ebenso, denn dort lauern möglicherweise die Wettergeister, wie an der Rotspitze in den Allgäuer ...

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... Alpen.

Wer sich gut vorbereitet, neben der Sagensammlung auch den Wetterbericht studiert, warme Kleidung und genügend Brotzeit einpackt, um bei schon geschlossenen Almen nicht nur sich selbst, sondern auch tributfordernde Unholde zu versorgen, ist gut gerüstet für sagenhafte Herbstwanderungen. ◀

BUCHTIPP

Geheimnisvolle Pfade Allgäu

Über 30 lohnenswerte Touren zu den Spielorten von Mythen und Sagen im Allgäu hat Mareike Busch in einem Wanderführer gesammelt. Von einfachen, kurzen Wanderungen um Seen und zu Tobeln bis zu anspruchsvollen Bergtouren auf höhere Gipfel ist für jeden Anspruch und jedes Wetter etwas dabei.

Mareike Busch: »Geheimnisvolle Pfade Allgäu«, 160 Seiten, Bruckmann Verlag, München 2021, 19,99 €

1 Himmel & Hölle Durchs Vilstal zur Bärenmoosalpe

Zwar ist der Anstieg durch das Hölltal der anspruchsvollste Teil dieser Wanderung, doch vor dem Bärenmoosmann muss man sich erst in der Nähe des Himmelreichs rund um die Bärenmoosalpe in Acht nehmen. Der Bärenmoosmann ist an seinem großen Schlapphut zu erkennen, unter dem er je nach Erzählung einen, zwei oder auch gar keinen Kopf versteckt. Auf einem schwarzen Geisterross soll er in vergangenen Zeiten umhergeritten sein, um Waldarbeiter und Reisende zu belästigen – möglicherweise als Rache für ihm zu Lebzeiten angetanes Übel. Meist geisterte er in der Dämmerung, also auf der Wanderung lieber nicht trödeln!

Start/Ende: Parkplatz im Vilstal (900 m) Charakter: Von Forststraßen über Waldpfade bis zu Geröll ist alles dabei. Der Weg im Hölltal ist nicht ausgeschildert, aber gut zu finden.

Route: Parkplatz – das Vilstal hinauf – Kalbelehofalpe – dem Verlauf des Höllbachs folgend durch das Hölltal – Sattel zwischen Hinterem und Vorderem Ächsele – Bährenmoosalpe – Himmelreich – Vilstal – Parkplatz Einkehr: Kalbelehofalpe (970 m) und Bärenmoosalpe (1258 m)

Am Eingang des Retterschwanger Tals sitzt ein Drache, der einst von den Venedigern dort platziert wurde. Er sollte dafür sorgen, dass die Venediger ungestört Gold abbauen konnten, dafür bekam er einen Anteil der Ausbeute. Doch irgendwann wurden die Venediger gierig und täuschten den Drachen. Natürlich bemerkte der Drache den Betrug und ließ fortan gegen Zoll Allgäuer in das Tal. Die Venediger verließen daraufhin die Gegend, der Drache und die Einheimischen kamen weiter gut miteinander aus.

2 Das Tal des Drachens Über Imberger Horn und Straussberg ins Retterschwanger Tal

Start/Ende: Parkplatz Säge/Haltestelle Bruck Sägewerk Charakter: Der schöne Gratweg zwischen Imberger Horn und Straußbergsattel ist stellenweise ausgesetzt und felsig, dort aber seilversichert.

Route: Parkplatz – Kraftwerk – Hornalpe – Bergstation Hornbahn – Imberger Horn (1655 m) – Straußberg (1564 m) – Straußbergsattel – Alpe Mitterhaus – das Retterschwanger Tal hinunter – Parkplatz Einkehr: Hornalpe (1225 m), Mitte Mai bis Mitte Oktober, Dienstag Ruhetag; Alpe Mitterhaus ( 1084 m), Mai bis Oktober, bei gutem Wetter, Mo. Ruhetag

3 Bei den Wettergeistern Über Rotspitze und Gemsbollenkopf auf den Breitenberg

Hoch oben in den Allgäuer Alpen hausen die Wettergeister. Von den Dämonen an der Rotspitze ist eine besondere Geschichte bekannt: Über das Retterschwanger Tal hinüber riefen sie einst den Geistern am Imberger Horn zu, dass diese doch endlich über Bad Hindelang mit einem Unwetter zuschlagen mögen. Doch die antworteten, das gehe gerade nicht, weil die Kirchenglocken läuten. Um auf dem ausgesetzten Grat zwischen Gemsbollenkopf und Breitenberg nicht in ein Gewitter zu geraten, sollte man vor der Tour gut den Wetterbericht studieren.

Die Kirchenglocken läuten schließlich immer nur kurz.

Start/Ende: Parkplatz Säge/Haltestelle Bruck Sägewerk Charakter: Seilsicherungen, Tritthilfen und eine Leiter am ausgesetzten Grat verleihen der recht langen Rundtour alpinen Charakter. Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind gefragt. Wer sich nicht sicher ist und wenig Erfahrung hat, nimmt lieber ein Klettersteigset für den Grat zum Breitenberg (Hohe Gänge) mit. Der Grat ist allerdings nicht durchgehend versichert.

Route: Parkplatz – Jägersteig – Rotspitze (2034 m) – Gemsbollenkopf (auch Heubatkopf 2208 m) – Hohe Gänge – Breitenberg (1899 m) – Abstieg zur Älpe-Alpe – an der Ostrach entlang zurück zum Parkplatz oder nach Hinterstein zur Bushaltestelle Einkehr: Unterwegs keine

Tourenkarte Heftmitte: 07

4 Zum Hexenmeister Auf Besler und Beslerkopf

Ein wundervolles Panorama wartet am Gipfel des Besler. Direkt unter dem Besler liegt das schöne Lochbachtal, wo einst der böse Hexenmeister Katzebue nachts sein Unwesen trieb. Er war mit dem Teufel verbandelt, beschwor Stürme herauf, raubte und hatte die Irrlichter verhext. Diese armen und eigentlich guten Seelen mussten nun die Spuren des Katzebue verwischen. Ein Irrlicht im Lochbachtal allerdings war nicht im Bann des Hexenmeisters und brachte die Tiefenbacher eines Tages zu dessen Versteck. So gelang es den Tiefenbachern den Unhold zu fassen und so lange festzuhalten, bis die Sonne ihm seine Kräfte raubte. Als er bald darauf im Bregenzer Wald hingerichtet wurde, waren auch die Irrlichter erlöst.

Start/Ende: Parkplatz/Haltestelle Wannenkopfhütte (1210 m) Charakter: Die Kraxelpassage zum Gipfel kann umgangen werden. Route: Parkplatz – Obere Gund Alpe – Besler (1679 m, über kurzen Klettersteig oder links daran vorbei über Normalweg) – Beslerkopf (1655 m) – Alpe Schönberg – entlang der Schönberger Ach zurück zum Ausgangspunkt Einkehr: Obere Gund Alpe (1500 m), Juli bis Ende August, danach sporadisch; Alpe Schönberg (1341 m), Anfang Juni bis Ende September Tourenkarte Heftmitte: 08

5 Beim wilden Männlein Rundwanderung Immenstädter Horn

Am Gipfel des Immenstädter Horn laden ein Tisch mit Bänken und nur wenig unterhalb ein Schutzhüttchen zur ausgiebigen Brotzeit ein. Früher, so heißt es, mussten die Holzer ihren Proviant mit einem wilden Männlein, dem Salmuzele, teilen. Sie ließen immer etwas von ihrer Brotzeit zurück, damit das Männlein sie in Ruhe lasse. Einmal legte ein junger Bursch statt Essbarem einen Pferdeapfel an den Gipfel. Ein Spaß mit fatalen Folgen. Als die Holzer Feierabend machten, war der Bursche verschwunden. Erst in der Früh fanden ihn seine Kollegen im Wald liegend. Am ganzen Körper plötzlich mit Haaren bewachsen, sah er nun aus wie das Salmuzele selbst.

Start/Ende: Friedhof Immenstadt (760 m) Charakter: Nach einem steilen Aufstieg geht es gemütlicher wieder zurück. Route: Friedhof – Kanzel – Immenstädter Horn (1489 m) – Alpe Alp – Steigbachtal – Tobelweg – Friedhof Einkehr: Unterwegs keine. Mit etwas Glück gibt es aber an der Alpe Alp gekühlte Getränke in einem Brunnen.