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SALOMONEN: Paradies am anderen Ende der Welt


TAUCHEN ehemals unterwasser - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 18.02.2020

Unsere Autorin hat sich auf die ferne Pazifik- Inselgruppe der Salomonen begeben, wo neben der tropischen Unterwasserwelt auch Überreste des Zweiten Weltkriegs auf Taucher warten.


Artikelbild für den Artikel "SALOMONEN: Paradies am anderen Ende der Welt" aus der Ausgabe 3/2020 von TAUCHEN ehemals unterwasser. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TAUCHEN ehemals unterwasser, Ausgabe 3/2020

W ie oft kommt es vor, dass man sich als allein reisende Frau am Ende der Welt, in diesem Fall mitten im Pazifik auf den Salomen, in einer Reisegruppe wiederfindet, die nur aus Frauen besteht? Ich hatte dieses Glück und traf auf meiner Reise auf eine kleine Gruppe von vier außergewöhnlichen Taucherinnen. Jede mit ihren eigenen einzigartigen Fähigkeiten und einem starken Fokus auf das Leben im Wasser, Vorliebe für Abenteuer ...

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W ie oft kommt es vor, dass man sich als allein reisende Frau am Ende der Welt, in diesem Fall mitten im Pazifik auf den Salomen, in einer Reisegruppe wiederfindet, die nur aus Frauen besteht? Ich hatte dieses Glück und traf auf meiner Reise auf eine kleine Gruppe von vier außergewöhnlichen Taucherinnen. Jede mit ihren eigenen einzigartigen Fähigkeiten und einem starken Fokus auf das Leben im Wasser, Vorliebe für Abenteuer und Faszination für die Kultur dieser wunderschönen, unberührten Gegend des Korallendreiecks. Ich war die älteste in der Gruppe und hatte mich mit meiner langjährigen Freundin Tanya Burnett zu dieser Tour verabredet. Tanya ist selbst eine bekannte Fotografin mit sehr viel Erfahrung rund um die Salomon-Inseln. Charlotte Bailey, die jüngste der Gruppe, ist ein Genie in allen Dingen rund um die sozialen Medien und repräsentiert eine Organisation namens »Girls That Scuba«. Unsere Gruppe wurde mit Nicole Helgason vervollständigt, einer Expertin für Riff-Renaturierungsprojekte, die uns auf unserer Reise eine Fülle an Informationen lieferte und sogar mir mit meinen 30 Jahren Taucherfahrung noch so einiges zeigen konnte.

Erinnerungen und Faszination

Auch wenn die Reise mit dem Boot durch die Welt der über 900 Inseln, die zu den Salomonen gehören, eine schönere Fortbewegungsart ist, habe ich mich fürs Island hopping mit Solomon Airlines entschieden. Von New Georgia führte uns der Weg zum ersten Ziel, der Insel Tulagi. Dort angekommen, ging es mit dem Schnellboot vom Raiders Hotel zu einem Tauchgang über den Iron Bottom Sound. Das Gebiet ist Teil der Florida-Inseln (Nggela-Inseln), die für ihre historischen Wracks und ihre Weltklasse-Riffe berühmt sind. Vor Ort wurde ich von den Hotelbesitzern Bob und Yvie so gut über das Geschehen im Zweiten Weltkrieg rund um Tulagi aufgeklärt, dass ich unbedingt live sehen wollte, wovon die beiden sprachen. Das Gebiet war damals Schauplatz des »Pacific Theatre«, der großen Schlachten zwischen den USA, den Alliierten und den Japanern. Insgesamt 35 US-amerikanische und alliierte Schiffe und 42 japanische Kriegsschiffe und Transporter sanken während der »Guadalcanal«- Kampagne. Für mich eine Erinnerung an meine Kindheit, da auch mein Vater während des Pazifikkriegs in der US Navy diente. Und so führte uns der Tauchgang zum Wrack des »Kawanishi«-Flugboots. Eine sehr emotionale Angelegenheit für mich, die mich mehr mitnahm, als ich dachte. Neben der faszinierenden Unterwasserwelt war es vor allem der Anblick des Wracks. Meine Gedanken wanderten zu den tapferen Soldaten von damals, die mit dieser fliegenden Festung untergegangen sind. Neben den Kriegswracks gibt es an dieser Stelle noch zig weitere Schiffsrelikte: Boote, überwuchert von Korallen und Schwämmen, und reich an maritimem Leben um sie herum.

992 Inseln umfasst das Staatsgebiet der Salomonen. Als strategisch wichtiger Knotenpunkt im Pazifik wurden sie 1942 von Japan besetzt und seitdem von den US-Streitkräften belagert.


Natur pur

Der folgende Tauchgang führte uns zu den »Twin Tunnels«. Diese bestehen aus zwei vertikalen Lavaröhren, die in eine dunkle Höhle hinabführen. Im Schein meiner Tauchlampe leuchteten Fächer- und Peitschenkorallen in allen Größen und Formen in der »Röhre« auf. Beim Auftauchen entlang einer Steilwand wirbelten riesige Fischschwärme in der magisch blauen Weite umher. Jeder Meter des Aufstiegs präsentierte uns ein neues Szenario an farbenfrohem Meeresleben. Die Krönung dieses Ausflugs aber war die Rückfahrt per Boot zu unserem Hotel, auf der uns mehr als 20 Spinner-Delfine begleiteten.

Zu viel des Guten

Die nächste Etappe unserer Reise führte uns von Tulagis Nachbarinsel Honiara in den Nordosten der Salomonen zum winzigen Flugplatz von Seghe auf New Georgia in die Nähe der größten und berühmtesten Binnenlagune der Welt: Marovo. Solche Reisen innerhalb der Salomon-Inseln sind mit dem Flugzeug einfach zu bewerkstelligen. Das Uepi Island Resort östlich von New Georgia wurde unser Zuhause für die folgenden Tage. Die kleine Insel liegt direkt am New Georgia Sund und bietet einen idyllischen Platz zum Tauchen. Die Besitzer Grant und Jill Kelly kamen vor 30 Jahren auf dieses Eiland, haben es kultiviert und bauen einen Teil ihres Mahlzeiten-An gebots selbst an. Rund um Uepi kommen aber nicht nur Taucher auf ihre Kosten. Das eigentliche Highlight der Insel ist das Schnorcheln mit Mantas. An einer flachen Putzerstation kommt man den Tieren ohne Tauchflasche und Atemregler auf Armlänge nah. Entscheidet man sich dann doch für das Tauchen, so hat man die Qual der Wahl. Für mich war die Vielfalt an Tauchplätzen wie »Charapoana Point«, »North Log« und »Secret Spot« - der Lieblingsplatz aller - eine große Herausforderung, da ich nicht wusste, für welches Objektiv ich mich entscheiden sollte: Vom Großfisch bis zur Mini-Schnecke präsentierte sich hier eine riesige Fundgrube an Motiven.

»Beim Anblick der Wracks wandern meine Gedanken zu den tapferen Soldaten von damals, die mit dieser fliegenden Festung untergegangen sind. Heute sind sie Heimat für Fische und Korallen.«


ÜBER DIE AUTORIN MICHELE WESTMORLAND (rechts)

Seit über 20 Jahren widmet sich die 54-jährige US-Amerikanerin der Unterwasser- und Reise-Fotografie. 2011 wurde sie in die Women Divers Hall of Fame aufgenommen - die größte Auszeichnung, die man als Taucherin erhalten kann. Neben unzähligen weiteren Auszeichnungen für ihre Fotos erhielt sie 2019 den »Lifetime Explorer Award« der Sea of Change Foundation für ihr Lebenswerk. Mehr über sie und ihre Bilder: westmorlandimages.com

Südsee-Impressionen: Durch Zufall trafen fünf Frauen im Rahmen dieser Reportage aufeinander. Alle Spezialistinnen auf dem Gebiet der Meeresforschung und des Ozeanschutzes. Und alle fünf gleichermaßen fasziniert von der Welt der Salomonen über wie unter Wasser.



»Skull Island« ist die letzte Ruhestätte der Häuptlinge vergangener Zeiten, als Kannibalismus und Kopfjagd noch zum guten Ton gehörten.


Totenköpfe und Tauchgenuss

Nach erlebnisreichen Tagen in Uepi wartete Munda im äußersten Nordwesten New Georgias auf unseren Besuch. Mit Side Dive Munda sollten unsere nächsten Tauchgänge stattfinden. Direkt gegenüber unserem Hotel gelegen, war der Weg zur Tauchbasis überschaubar. Bevor es zum Tauchen ging, machten wir einen kleinen Abstecher nach »Skull Island«: ein Ort, an dem ich schon während der Arbeit zu meinem Dokumentarfilm »Headhunt Revisited« war. Skull Island liegt westlich von Munda und gilt als heiliger Ort. Prominente Häuptlinge aus der Zeit vor der Einstellung des Kannibalismus und der Kopfjagd ruhen hier in geschnitzten Särgen. Überall entdeckt man Schädel. Darunter Überreste von Kriegern aus der blutigen Insel-Vergangenheit, die so für ihren tapferen Kampf geehrt werden. Das gesamte Gebiet eröffnet einen faszinierenden Einblick in die Kultur der Region. Da unser Aufenthalt in Munda nur kurz war, und es mein letzter Tauchgang auf dieser Reise sein sollte, entschied ich mich für einen sehr außergewöhnlichen Schritt: Ich tauchte ohne Unterwasserkamera. Das letzte Mal tat ich das vor über zwei Jahrzehnten. Diese »Kamerafreiheit« erwies sich als so angenehm, dass ich beschloss, in Zukunft öfter so tauchen zu gehen. Ich spürte seit langem mal wieder das warme Meerwasser ohne Kameragehäuse vor meinem Kopf direkt an meinem Gesicht vorbeiziehen und blickte ins weite Blau des Ozeans. Das war die perfekte Art, die Reise auf die Salomonen zu beenden und noch einmal bewusst zu erleben, was diese fernen Inseln im Pazifik zu bieten haben.

WISSENSWERTES ÜBER DIE SALOMONEN

Die Salomon-Inseln sind ein unabhängiger Staat Melanesiens im Südpazifik. Das Inselreich besteht aus 992 tropischen Inseln mit sehr abwechslungsreicher Geschichte. Die Hauptstadt Honiara ist der Ort, an dem die meisten Besucher zuerst auf ihrer Tour ankommen. Guadalcanal, bekannt für die Schlachten des Zweiten Weltkriegs, ist nicht nur eines der neun Provinzgebiete, sondern auch eines der größten der Inseln. Honiara hat eine Vielzahl an Hotels zur Auswahl. Tipp: Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um auch die Nationale Kunstgalerie, das Nationalmuseum und die vielen historischen Orte des Zweiten Weltkriegs zu besuchen. Mehr Infos: www.visitsolomons.com.sb/

Beste Reisezeit: Obwohl die Regenzeit von November bis März dauert, kann sie unvorhersehbar sein. Die Hauptreisezeit ist von Dezember bis Januar, da zu dieser Zeit viele Australier und Neuseeländer wegen der dortigen Schul- und Weihnachtsferien auf die Salomonen kommen.
Dieser Link bietet viele Infos und detaillierte Reisetipps: thesandyfeet.com/solomon-islands-travel-tips/ Fiji Airlines bietet Flüge über Los Angeles an. Von Australien kann man über Honiara einreisen. Zudem gibt es Direktflüge von Brisbane nach Munda. Wer aus Europa anreist, hat diverse Anreisemöglichkeiten über Singapur, Hongkong, Thailand oder Dubai.

Reisen vor Ort: Mit Solomon Airlines können Sie von einem Tauchresort zum anderen gelangen. Oder Ihre Zeit damit verbringen, verschiedene Orte von Bord der »Bilikiki Solomon« oder der MV »Taka« aus mit Solomon Islands Dive Expeditions zu erkunden.

Danke für die Unterstützung an Raiders Hotel and Dive (/raidershotel.com/), Uepi Island Resort (www.uepi.com/) und Side Dive Munda (www.divemunda.com/)