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SAMPLE-LIBRARY: STEVEN SLATE DRUMS: SSD5


Keys - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 28.02.2019

Wer nach hochwertigen Drum-Samples sucht, kommt an Steven Slate Drums kaum vorbei. Was als Sample-CD begann, hat sich über die Jahre zu einem mächtigen Werkzeug für virtuelle Drums entwickelt. Version 5 ergänzt nunmehr weitere Sounds und Funktionen.


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Bildquelle: Keys, Ausgabe 4/2019

Steven Slate ist eine feste Größe im Bereich der Drum-Samples. Neben den hier getesteten Steven Slate Drums (SSD) sind vor allem Slate Trigger, ein Plug-in, mit dem sich akustische Schlagzeugaufnahmen mit Samples klanglich aufwerten lassen, sowie zahlreiche Eff ekt-Plug-ins weit verbreitet. Mit Version 5 erhalten die Steven Slate Drums nun ein großes Update. ...

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... Schon Version 4 bot herausragende Sounds und war bei seiner Veröff entlichung State of the Art. Das Update wird nun den Entwicklungen der letzten Jahre gerecht und off eriert gleichzeitig 50 neue akustische Schlaginstrumente. Insgesamt sind 77 Snares, 84 Bassdrums, 58 Toms sowie eine Vielzahl von Becken und Hi-Hats an Bord, dazu eine Grundauswahl von Percussion-Instrumenten und elektronischen Sounds. Ebenfalls punktet SSD5 mit dem sogenannten Physically Modeled Drum Playback Algorithm, mit dem auch die älteren, ebenfalls enthaltenen Libraries Deluxe 1 und Classic besser klingen sollen als in der Vorgängerversion. Das Gesamtpaket wird von einer großen Auswahl vorproduzierter MIDI-Grooves abgerundet. Diese sind in fünf Stilistiken kategorisiert und können direkt in die DAW importiert und dort weiterbearbeitet werden.

Erster Eindruck

Die übersichtliche, etwas betagt wirkende Bedienoberfläche wirkt vertraut. Die wesentliche Neuerung ist die neue Libary Deluxe 2. Insgesamt gibt es also drei Libraries. Diese sind in stilistische Kategorien unterteilt, die wiederum verschiedene vorkonfigurierte Drumkits enthalten. Dabei überzeugen mich die vielseitigen Bearbeitungsmöglichkeiten, mit denen sich etwa einzelne Artikulationen oder die Stimmung der Trommeln verändern lassen. Die dynamische Ansprache lässt sich sogar für jedes Sample innerhalb der mehrfachen Dynamikschichten separat einstellen. Das wird zwar schnell zu einem Nerd-Projekt, bietet aber die Möglichkeiten, einen eigenen Sound zu finden. Wem das vorkonfigurierte Kit nicht gefällt, kann die Samples einfach per Drag & Drop austauschen. Neu ist zudem ein Sample Editor, über den sich bis zu 32 eigene Samples im WAV-Format laden, bearbeiten und spielen lassen. Darüber hinaus lässt sich SSD5 auch um optionale Sample-Pakete erweitern. Derzeit sind Erweiterungen von Chris Lord-Alge, Blackbird, David Benedeth und Terry Date im Angebot, die zwar bereits für SSD 4 produziert wurden, aber kompatibel zur neuen Version sind.

Mixer

Das Herzstück von SSD5 ist das Mischpult, dessen Stärken vor allem im Routing liegen. 32 Einzelausgänge stehen zur Verfügung. So kann man nach Bedarf eine Stereomischung erstellen oder aber sämtliche Instrumente als individuelle Kanäle in der DAW anlegen. Selbst die verschiedenen Raummikrofone und das Sustain der Snare sind als Einzelkanäle verfügbar. Ansonsten ist der Mixer einfach gehalten und konzentriert sich aufs Wesentliche. Auf Schnickschnack wurde weitestgehend verzichtet, allerdings auch auf Inserts oder integrierte Effekte. Entsprechende Aufgaben sind also in der DAW zu erledigen, was in der Regel dort ohnehin mit besseren Mitteln möglich ist.

Mapping

Das MIDI-Mapping war meiner Meinung nach der größte Schwachpunkt von SSD 4. Auch hier wurde deutlich nachgebessert: Die einzelnen MIDI-Noten lassen sich inzwischen per Drag & Drop verschieben und neu routen. Presets für gängige E-Drum- Modelle können ebenfalls geladen werden. Zwar wirkt die Listenansicht auf den ersten Blick etwas unübersichtlich, entpuppt sich aber nach etwas Gewöhnung als logisch. Mir persönlich fehlt dennoch eine MIDI-Lernfunktion.

Klang

Kommen wir zum Hauptkriterium – dem Sound. Steven Slate ist bekannt für fette Rockdrums und auch SSD5 macht seinem Namen in dieser Hinsicht alle Ehre. Vor allem die De luxe-2- Kits gefallen mir außerordentlich gut. Die Snares sind crisp und druckvoll, Toms und Bassdrums klingen satt und fett, aber dennoch weich. Hier haben es mir insbesondere die Vintage-Kits angetan. Auch bei den älteren Libraries Deluxe 1 und Classic Kits gibt es eine große Auswahl wirklich schöner Sounds. Tatsächlich hört man die Generationsunterschiede: Im Direktvergleich bestechen die Deluxe-2-Kits durch mehr Dynamik und durch ihr ausgewogeneres, realistischeres Klangbild. Das soll allerdings nicht heißen, dass die älteren Sounds unbrauchbar wären. Im Gegenteil: Diese Samples kommen seit Jahren in zahlreichen Hitproduktionen zum Einsatz. Dazu gewährleisten die älteren Kits eine klangliche Rückwärtskompatibilität. Die Schlagzeugklänge von SSD5 klingen durch die Bank fett und produziert – für meinen Geschmack teilweise sogar zu sehr. Viele Sounds klingen stark komprimiert und zu bearbeitet. Allerdings sollte man Drum- Samples niemals nur solo bewerten, da sie oftmals erst im musikalischen Kontext ihre volle (und durchaus andere) Wirkung entfalten. Und tatsächlich gefallen mir die SSDSounds als Teil kompletter Mischungen noch einmal deutlich besser. Die Samples klingen einfach passend, so wie sie später im fertigen Song klingen sollen. Das macht so manche Nachbearbeitung mit Equalizer oder Dynamikwerkzeugen überflüssig und verhilft damit auch zu schnelleren Endergebnissen.
In einem Popsong können die Drums mit Druck und Wärme überzeugen. Was alleine zu produziert klang, schmiegt sich hier nun angenehm an die weiteren Instrumente an. Dennoch bleibt meine Einschätzung, dass SSD5 vor allem im Pop-, Rock- und Metal- Bereich Freunde finden wird. Für ruhigere Musik klingen die Drums meiner Meinung nach zu groß und wuchtig.
Übrigens lässt sich SSD5 auch über ein elektronisches Drumset problemlos spielen (ein Standalone-Betrieb ist allerdings nicht vorgesehen). Mit meinem Roland TD11 konnte ich sofort loslegen. Während des Spiels habe ich allerdings etwas Feindynamik vermisst. Bereits leichte Schläge auf die Pads resultieren in einem vollen und fetten Drumsound. Das würde mich beim Einsatz im Rockbereich nicht wirklich stören, bei Balladen und Titeln mit akustisch-natürlicherem Fokus ist man dynamisch aber dann doch leicht eingeschränkt. Hier könnte der Hersteller definitiv noch nachbessern. Updates sind laut Hersteller bereits in Planung.

In den Einstellungen lassen sich die Genauigkeit des Drumkits und die Qualität des Resamplings anpassen.


>> Steven Slate bleibt seiner Kernkompetenz treu und liefert beste Klangqualität. >>


FAZIT

Die Steven Slate Drums 5 klingen schlicht fantastisch. Man merkt, dass hier mit viel Liebe zum Detail gesampelt wurde. Hinsichtlich der Funktionalität gibt sich das Produkt auch in der neuen Version reduzierter als die Konkurrenz, etwa von Toontrack, was durchaus gewollt scheint. Gleichzeitig bleiben die Steven Slate Drums weiter ihrer Kernkompetenz treu und liefern beste Klangqualität. Zugegeben, für Jazz-Produktionen wäre SSD5 nicht meine erste Wahl, aber wer regelmäßig Rock oder Metal produziert, wird mit diesen Samples sicherlich viel Freude haben! Gleichzeitig ist SSD5 dann doch weniger bahnbrechend und revolutionär, als es die Slate-Marketingabteilung postuliert. So fehlen an einigen Stellen wichtige Funktionen wie eine MIDILernfunktion, eine nahtlosere E-Drum- Integration oder ein möglicher Standalone- Betrieb. Dafür aber punktet SSD5 mit einem attraktiv günstigen Preis. Besitzer der Vorgängerversionen können günstig aufrüsten – das Upgrade kann ich nur wärmstens empfehlen. Und wer den Sound von Steven Slate erst noch kennenlernen möchte, dem sei die kostenlose Free-Version ans Herz gelegt.

Auf der Seite „Edit Instrument“ nimmt man die Feinabstimmung des Schlagzeugs vor.

STEVEN SLATE DRUMS SSD5

VERKAUF
Fachhandel, Internet

INTERNET
www.stevenslatedrums.com

PREIS (UVP)
Vollversion152 EUR
Upgradeab 79 USD

SYSTEMWindows, Mac-OS VST2/3, AU, AAX Native

+ überzeugender Sound
+ große Sample-Library
+ vielseitige Routing-Optionen
keine MIDI-Lernfunktion
dynamisches Verhalten beim Spiel über ein E-Drumset eingeschränkt