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Samsung GQ55Q84T


HDTV Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2020 vom 04.12.2020
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Bildquelle: HDTV Magazin, Ausgabe 6/2020

Preis: 1 599 Euro • Bildgröße: 55 Zoll (auch erhältlich in 49, 65 und 75 Zoll) • Maße: 122,7 × 78,4 × 5,4 cm • Gewicht: 21 kg • Bauweise: Direct-LED-LCD • Auflösung: 3 840 × 2 160 Bildpunkte • Stromverbrauch: ca. 40 – 200 Watt • Festplattenaufnahme: ja, USB (zweifache Aufnahme und Time-Shift) • 3D: nein • HDR10: ja • HLG: ja • Dolby Vision: nein • HDR10+: ja • Dolby Atmos: ja, ausschließlich über eARC, auch in TrueHD (aber kein DTS und DTS:X) • Freischaltung für HD-Plus-Service und zahlreiche Gratis-Abos • Apple-TV-Direktzugang und Disney+ • Airplay-Streaming • Sportworld • kompatibel zu Amazon-Alexa- ...

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... und Google-Assistant-Geräte • Q-Symphony mit entsprechenden Soundbars und WLAN-Surround


Upgrade im Vergleich zum Q80T: Neben einer Standardfernbedienung liegt dem Q84T eine Premiumvariante aus Metall bei. Die Lautstärke- und Programmwahltasten lassen sich drücken, ziehen und schieben. Viele Tasten sind doppelt belegt (kurzer oder langer Tastendruck)


Metallblenden • Rahmenbreite: ca. 0,3 cm (ca. 1 cm bis Bild) • Displaydicke: ca. 5,4 cm • Displayhöhe Unterkante (TV auf Standfuß): ca. 7–7,8 cm • Standfußfläche: ca. 40 × 25,5 cm • Display drehbar: nein • Statusanzeige: LED an Unterseite • Lichtsensor: ja (Mindesthelligkeit einstellbar)


Sämtliche AV-Anschlüsse sind für eine Wandmontage ausgelegt • bei Aufstellung leichte Displayneigung nach vorn möglich • Stromkabel nur ca. 1,5 m, über Standfußweiterleitung ca. 0,9 m effektiv nutzbar • Wandhalterung Maße: 20 × 20 cm • Taste für Grundbedienung an TV-Unterseite


HDMI: 4 × (3 × 4K 60 Hz HDR, 1 × 4K 120 Hz HDR) • 120 Hz: ja (120 Hz in 4K an HDMI 4) • 1 440p: ja • CEC: ja • ARC: 1 × eARC (HDMI 3) • VRR: ja • ALLM: ja • USB: 2 × • Kopfhörer: nur über Bluetooth • Netzwerk: ja (oder WLAN) • Video analog: nein • Audio: digital optisch • CI: 1 × • Tuner: DVB-S/-C/-T (Twin-Tuner, Unicable)


Betrachtet man Samsungs diesjährige Top-TVs wie The Terrace oder die Q95T-Modelle, kommt man angesichts der HDR-Leistung und prallen Ausstattung schnell ins Schwärmen. Dass eine hohe Qualität und viele liebgewonnene Features nicht teuer sein müssen, beweist Samsung nun mit dem Q84T.

Trotz der günstigen Marktpreise erwartet Sie auch bei diesem Samsung QLED-LCD eine XXL-Ausstattung und eine Preis-Leistung, die andere TV-Modelle am Markt häufig nicht zeigen. Der Q84T kommt mit Twin-Tunern auf den Markt und Sie können mittels USB-Datenträgern Aufzeichnungen vornehmen und währenddessen den Sender wechseln. Auch Time-Shift ist an Bord. Um HD-Plus-Sender ohne CI-Plus-Hardware abzuspielen, müssen Sie den Q84T nur ans Internet anschließen, um eine kostenlose Testphase der privaten HD-Kanälen zu aktivieren. Vergleichbarer Luxus erwartet Sie im Streaming-Segment: Anbieter wie Sky, Netflix, Amazon oder Apple TV sind hier mit passenden Apps vertreten und nur in wenigen Fällen, wie bei Disney+, ist zunächst eine Samsung-Konto-Einrichtung vor dem Herunterladen der App erforderlich. Modernste Komprimierungsstandards wie der AV1-Codec von YouTube werden vom Q84T verarbeitet, nur bei der Smart-Hub-Geschwindigkeit und der teilweise etwas trägen Navigation war erkennbar, dass der Q84T nicht die identische Leistung der teuersten Samsung-TVs zu erreichen scheint. Videospieler werden kaum etwas vermissen: Der Q84T unterstützt neue Next-Gen-Gaming-Konsolen wie Xbox Series X durch VRR und ALLM exzellent und am HDMI-Eingang Nummer 4 lassen sich sogar 4K-120-Hz-HDR-Signale wiedergeben (HDMI 2.1). An den restlichen drei HDMI-Schnittstellen ist immerhin noch eine Zuspielung in 1 440p- 120-Hz-HDR-Qualität möglich. Damit die Eingabeverzögerung das Minimum erreicht, sollten Sie nicht nur den Gaming-Modus nutzen, sondern auch die Systemeinstellungen des Fernsehers überprüfen, denn in unserem Fall war die Motion-Plus-Zwischenbildberechnung im Game-Mode aktiviert, wodurch sich die Eingabeverzögerung auf mehr als 25 Millisekunden erhöht. Ohne Motion Plus ist der Input-Lag im Spielmodus verschwindend gering (ca. 13 ms mit 60-Hz-Signalen) und erreicht mit 120-Hz-HDMI-Signalzuspielung einstellige Messwerte (circa 7 ms). Selbst neutral abgestimmte Bildvoreinstellungen sind mit dem Q84T vergleichsweise einfach umzusetzen: Film- und Streaming-Fans greifen auf den Filmmaker-Mode zurück, während Videospieler den HGiG-Modus aktivieren können, um den HDR-Bildabgleich über die Quelle vorzunehmen.

Eingeschränkter AV-Support

Samsung gestattet beim Q84T keine Dolby-Vision-Zuspielung, und die Unterstützung des alternativen Formats HDR10+ ist im Hinblick auf Apple TV+, Disney+ oder Netflix kein gleichwertiger Ersatz, da diese Streaming-Anbieter Dolby Vision den Vorzug geben. Eingeschränkt ist zudem die Tonzuspielung: Mehrkanal-PCM-Tonspuren kann der Q84T ebensowenig verarbeiten wie DTS-Audioquellen. Dolby-Atmos-Signale lassen sich nicht direkt über den Fernseher abspielen, sondern Sie müssen die eARC-Weiterleitung mit kompatiblen Atmos-Geräten nutzen. In der Praxis reduzieren sich die Möglichkeiten der Tonwiedergabe deshalb häufig auf Stereo-PCM- oder Dolby-Digital-Signale. Diese Einschränkungen sind umso erstaunlicher, da Samsung-Soundbars häufig DTS-Quellen wiedergeben können und der Q84T im Zusammenspiel mit aktuellen Samsung-Soundbars sogar das Q-Symphony-Konzept unterstützt: Zusätzliche an der oberen TV-Rückseite installierte Lautsprecher spielen mit Q-Symphony-Soundbars im Duett. Gänzlich ohne externe Lautsprecher weiß die Tonqualität ebenfalls zu überzeugen. Wollen Sie sämtliche Lautsprecher mit herkömmlichen Tonsignalen nutzen, sollten Sie die adaptive Tonoptimierung hinzuschalten. Dennoch kann der Samsung Q84T klanglich nicht zu Samsungs besten Fernsehern aufschließen, denn die Natürlichkeit bei Sprache und Musik konnte uns im Test nicht ganz zufriedenstellen. Während es Samsung bei den besten QLED-LCDs vortrefflich versteht, die versteckten Lautsprecher scheinbar befreit aufspielen zu lassen, klang der Q84T besonders in Filmszenen, in denen Musik, Sprache und Effekte zeitgleich erschallen, nicht immer offenherzig.

QLED-Stärken

Wer zum Q84T greift, dürfte vor allem die Bildleistung im Blick haben und auch hier enttäuscht Samsungs Mittelklasse nicht. Es erwartet Sie eine 100-/120-Hz-Bewegtbildschärfe mit entsprechenden Gaming-Quellen oder wenn Sie die Zwischenbildberechnung Motion Plus mit klassischen Videosignalen nutzen. Allerdings zeigten sich mit Motion Plus mehr Aussetzer und Artefakte, als wir es von Samsungs High-End-TV-Modellen gewohnt waren. Der QLED-Grundaufbau bleibt auch beim Q84T erhalten: Ein Quantum-Dot-Filter erzeugt mit LCD-Technologie satte Farben und als Hintergrundbeleuchtung kommt eine Direct-LED-Anordnung mit Local-Dimming-Ansteuerung zum Einsatz. Im Test ermittelten wir circa 50 LED-Dimming-Zonen, deren Aufteilung (circa 5 Spalten, 10 Zeilen) vor allem der Abdunklung von Kinofilmbalken entgegenkommt. Mit einer konstanten HDR-Lichtleistung von 750 Nits bei korrekten Farben erreicht der Q84T gute Werte, muss sich aber den teureren Q90/Q95T-Modellen sichtbar geschlagen geben, die weit über 1 000 Nits unter realen Bedingungen erzeugen können. Dank des guten Blickwinkels und tollen Kontrastfilters weiß der Q84T vor allem in beleuchteten Wohnzimmern zu punkten. Wer abends Filme schaut, dürfte ebenfalls kaum etwas vermissen, denn das Kinobalkendimming klappt ebenso wie ein automatisches Dimming von Untertiteln, die mit HDR-Inhalten besonders stark herausstechen können, hervorragend. Farbstabilität und Bildkontrast in dunklen HDRSzenen erreichen zwar keine Bestwerte, doch die kleinen Makel des Q84T erkennt man häufig erst im direkten Vergleich. Dies trifft auch auf die Durchzeichnung in dunklen Bildbereichen zu: Zwar ist der Q84T in der Lage, sämtliche Details anzuzeigen, doch bereits ab mittlerer Dimming-Stufe, die für eine bestmögliche Kontrastdarstellung unabdingbar ist, greift die künstliche Kontrastnachbearbeitung derart beherzt zu, dass es zu Detaileinbußen kommt. Wer der geringen Dimming-Stufe den Vorzug gibt, kann das Problem im Handumdrehen lösen, büßt dadurch aber Kontrast ein. Je nach Bildinhalt zeigte sich eine schattige Ausleuchtung: In hellen Szenen und bei perfekt frontaler Sitzposition fallen die Schatteneffekte kaum auf, doch werden Farb- und Helligkeitsverläufe wiedergegeben oder betrachten Sie die Bildfläche leicht seitlich, machen sich bei Kameraschwenks Schattenmuster deutlicher bemerkbar. Im Spielmodus ist das LED-Dimming nicht so effizient auf eine Schwarzdarstellung getrimmt wie in den restlichen Videoeinstellungen, weshalb dunkle Bereiche stärker aufgehellt erscheinen. Beachten Sie den zusätzlichen Schwarzwert-Equalizer, der dunkle Bildbereiche noch stärker aufhellt.

Die Tonqualität der nach unten abstrahlenden Lautsprecher weiß zu überzeugen, der Q84T klingt angenehm satt. Zusätzlich nach hinten abstrahlende Lautsprecher an der Oberseite. Mit Samsung-Q-Symphony-Soundbar erweiterbar. Kompatibel zu Dolby Atmos über eARC (HDMI 3). Kein DTS oder Mehrkanal-PCM


Der Kontrastfilter ist auch bei diesem Samsung-TV ein Highlight, denn Spiegelungen werden effektiv unterdrückt und die Schwarzdarstellung überzeugt in hellen Räumen. Seitlich betrachtet nehmen Spiegelungen zu, direkt einfallende Lichtquellen mit breiten Reflexionen


Richtig gut

Schnell ist man geneigt, Samsungs GQ55Q84T in eine noch höhere Wertungsklasse einzustufen: Das Gehäuse im Metallfinish ist ebenso hochwertig gestaltet wie die smarte Fernbedienung, die Ausstattung des Q84T dürfte viele Wertungsprotokolle sprengen und dank einer HDMI-2.1- Schnittstelle können Sie zum PS5- und Xbox-Series-X-Start alles aus den Next-Gen-Konsolen herausholen. Zudem spart Samsung beim Q84T nicht an der internen Tuner-Technik und bietet obendrein Gratismonate für beliebte TV- und Streamingangebote. Dass es dennoch nicht zur höheren Wertungsklasse reicht, erkennt man erst, wenn man Samsungs beste 4K-QLED-LCDs zum Vergleich heranzieht. Da der Q84T allerdings nah an Samsungs beste 4K-Consumer-TV-Serien Q90/Q95T heranreicht und hinsichtlich der Ausstattung kaum ein aktuelles Features fehlt, kommen wir nicht umhin, den Q84T als Kauftipp einzustufen: Es dürfte schwerfallen, eine bessere Preis-Leistung in diesem LED-LCD-TV-Segment zu erzielen.

Was uns gefällt

+ Bildqualität, Kontrastfilter und Blickwinkel überzeugend
+ 4K-120-Hz Gaming, ALLM, VRR, Freesync, HDR10+
+ Zahlreiche Streaming-Apps, HD-Plus, AV1-Streaming
+ Q-Symphony-Klangkonzept, WLAN-Surround, eARC

Das geht noch besser

– HDR-Lichtleistung und Farbpräzision könnten besser sein
– Ausleuchtung und Zwischenbildberechnung nicht optimal
– Kein Dolby Vision, kein DTS, Dolby Atmos nur über eARC
– Game-Mode mindert Dimming-Effekt, 120-Hz-PWM-Zwang

Aus dem Testlabor

Im Smart-Hub erwarten Sie zahlreiche Streaming-Apps wie Apple TV, Amazon Video, Netflix und Disney+. Die Videostreams werden in HDR10-, HDR10-Plus und HLG-Qualität unterstützt, Dolby Vision ist mit dem Q84T nicht darstellbar. YouTube-4K-Videos werden auch im brandneuen AV1-Codec abgespielt


Wollen Sie den Ton nicht nur über die nach unten abstrahlenden Lautsprecher, sondern auch über die oberen Lautsprecher wiedergeben, sollten Sie die adaptive Tonverarbeitung hinzuschalten. Einzig der adaptive Bildabgleich konnte uns im Test nicht so recht überzeugen


An allen HDMI-Eingängen können Sie neue Gaming-Funktionen wie HDMI VRR und ALLM nutzen. Neue Spielekonsolen wie PS5 oder Xbox Series X sollten am HDMI-Eingang Nummer 4 angeschlossen werden: Hierbei lassen sich sogar 4K-HDR-120-Hz-Signale nach HDMI-2.1-Standard zuspielen


Selbst die klassischen TV-Funktionen lassen keine Wünsche offen: HD-Plus-Sender lassen sich über eine Internetaktivierung ohne CI-Plus-Hardware anzeigen und dank Twin-Tunern können Sie während einer USB-Aufnahme den Sender wechseln (alternativ Time-Shift möglich)


Für Gamer ist der Samsung Q84T wie geschaffen: Der geringe Input-Lag von weniger als 13 ms ist im Spielmodus erreichbar, wenn Sie auf die Zwischenbildberechnung Motion Plus verzichten (Systemeinstellungen überprüfen). Mit 120-Hz-Signalen sinkt der Input-Lag auf ca. 7 ms


Neben dem Filmmaker-Mode für Filmfans stellt der Q84T die HGiG-Einstellung für Videospieler zur Verfügung. Damit lässt sich das interne HDR-Tonemapping des TVs abschwächen. Dies ist nützlich, wenn Sie den HDR-Bildabgleich über die Spielekonsole durchführen können


HDR-Kinofarben zeigt der Q84T in sehr guter Qualität, einzig im Grün-Türkis-Bereich sind Sättigungsdefizite auszumachen. Die Farberzeugung über den Quantum-Dot-Filter in Kombination mit der LED-Hintergrundbeleuchtung zeigt nur bei dunklen Farbdetails Schwächen, die stärker ausbleichen können


Die RGB-Farbhelligkeit erreicht in natürlichen Bildeinstellungen knapp 750 Nits. Damit kommt der Q84T zwar auf deutlich geringere HDR-Helligkeitswerte als der Q90T/Q95T (ca. 1 400 Nits), bietet aber eine höhere Farblichtleistung als OLED-TVs mit selbstleuchtenden Pixeln


Viele Bildvoreinstellungen zu kühl abgestimmt. Filmmodus und Filmmaker-Mode dagegen mit sichtbarem Gelbschimmer. 2-Punkt- oder 20-Punkt-Weißabgleich empfohlen. In dunklen Bildbereichen bei hohen Kontrastunterschieden Blau-Violettschimmer. Schwarzwert zwischen 0,01 und 0,2 Nits


Während der SDR-Farbraum vom Q84T präzise abgebildet wird, zeigen HDR-Farben eine leichte Über- oder Untersättigung. Mittels professioneller Farbkalibrierung lässt sich die HDR-Farbpräzision verbessern, allerdings provoziert das LED-Dimming dynamische Abweichungen


Kleine Leuchtpunkte vor dunklem Hintergrund werden mittels Dimming stark in der Helligkeit gedrosselt (>50 Nits). Erst mit größeren Leuchtflächen erreicht der Q84T sein Leuchtstärkemaximum von 700 bis 800 Nits. 1 300 Nits im Dynamikmodus für ca. 6 Sekunden (10 % Leuchtfläche und schwarzer Hintergrund)


Die LED-Ansteuerung ist meist immer an einen 120-Hz-LEDPWM- Flackereffekt gekoppelt: Je geringer die Backlight-Einstellung, desto stärker macht sich die PWM-Ansteuerung bemerkbar. Samsungs Quantum-Dot-Filter sorgt für satte Farben ohne Phosphor-Farbblitzer


Bilder: Auerbach Verlag

Bilder: Auerbach Verlag

Bilder: www.portrait.com, Auerbach Verlag