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Sand im Teig bringt Fang im Teich


ANGELSEE aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 50/2021 vom 06.07.2021

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Diesen Drill hat sich Lasse Ahrens mit einer ungewöhnlichen ?Bauarbeit? verdient.

Die Methode ist so einfach und gleichzeitig so effektiv. Lasse Ahrens verwendet ganz normalen Sand, um seinen Forellenteig zu beschweren. Während normale Paste einen so starken Auftrieb hat, dass sie schon fast wie ein Korken aufploppt, sorgt ein bisschen Sand dafür, dass sie zwar noch aufsteigt, aber deutlich langsamer. Das hat den Vorteil, dass die Paste sich natürlicher verhält. Zum Beispiel, wenn sie mit einem Bodentaster langsam über den Grund gezogen wird. Oder wenn sie von leichter Strömungen oder vom Flossenschlag der Fische bewegt wird. Sie „reagiert“ dann langsamer. Wenn die Forellen zickig beißen, können solche Feinheiten entscheidend sein.

Je nachdem, wie viel Sand Lasse verwendet, kann er das Schwimmoder Sinkverhalten des Teiges auf den Punkt genau bestimmen. Je mehr Sand er einmischt, desto weniger treibt der Teig auf. Bei einer bestimmten Menge wird der Teig nahezu schwerelos Teig. ...

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... Und bei noch mehr Sand sinkt er dann auch immer schneller ab.

IN DER SCHWEBE

Bei einer ganz bestimmten Menge Sand wird aus dem Schwimmteig plötzlich ein Schwebteig, der sich verhält wie sogenannte Suspender. Das sind Wobbler und Twitchbaits, die so austariert sind, dass sie im Wasser schweben und bei einem Einholstopp in ihrer Lauftiefe (nahezu) stehen bleiben. Das heißt, so schießen nicht plötzlich zur Oberfläche und sinken auch nicht wie ein Stein, sondern bewegen sich nur „Zeitlupe“ nach oben oder unten. Genauso verhält sich Lasses perfekt austarierter Sand-Teig. Wenn er beim Schleppen gestoppt wird, hält er kurz seine Lauftiefe, um erst dann ganz langsam aufzusteigen oder abzusinken. Das ist enorm effektiv.

Diese Schwerelosigkeit hat auch bei liegenden Montagen den entscheidenden Vorteil, dass die Forelle den schwebenden Teigköder ohne spürbaren Widerstand ins Maul nehmen kann Das ist eine Eigenschaft, die auch die Karpfenangler bei ihren Boilies gerne nutzen. Auch beim Forellenangeln, wenn die Fische ganz vorsichtig beißen, kann das den entscheidenden Unterschied ausmachen.

Wird eine ordentliche Ladung Sand in den Teig gemischt, lässt sich aus einem Schwimm- beziehungsweise Schwebteig ohne weiteres ein Sinkteig machen. Das ist besonders dann von Vorteil, wenn eine schwimmende Sbiro- oder Posenmontage nicht nur durchgehend geschleppt wird, sondern zwischendurch auch mal für ein paar Minuten stehengelassen wird. In den Ruhephasen sinkt der Teig dann nämlich ab und „sucht“ dabei sozusagen die Forellen in den verschiedenen Wasserschichten. Ideal ist es, wenn er nur leicht überschwert ist, so dass er extrem langsam absinkt. Man kann die Absinktiefe durch die Länge des Vorfachs oder natürlich auch mit einer Pilotkugel begrenzen.

So kommt der Sand in den Teig

MIT GEFÜHL

Wie viel Sand in den Teig gemischt werden muss, damit er sich wie gewünscht verhält, ist Erfahrungssache. Theoretisch muss man das jedes Mal im flachen Wasser vor den Füßen ausprobieren. Notfalls muss dann noch etwas Sand oder etwas Teig dazugegeben werden. Lasse hat die Methode sogar so verfeinert, dass er den Sand entweder als Kugel in der Mitte des Teiges einrollt oder ihn gleichmäßig einknetet. Er hat die Erfahrung gemacht, dass sich auch dadurch das Sink- oder Schwebeverhalten beeinflussen lässt. Aber auch das muss man von Fall zu Fall ausprobieren und im flachen Wasser testen.

Die Art des Sandes ist egal. Idealerweise nimmt man sich etwas Sand aus dem Gewässer. Wichtig ist nur, dass er sauber ist, also ohne irgendwelche Blatt- oder Zweigkrümel. Falls es am Gewässer keinen passenden Sand gibt, versorgt man sich vorher aus einer Sandkiste damit.

Idealerweise sollte der Sand etwas feucht sein, wenn er in den Teig gerollt oder geknetet wird. Dann hält er am besten. Das Tolle bei Sand als Teigbeschwerung ist, dass er in den Teig eingearbeitet wird und dadurch nicht herausfallen kann. Die Sink- oder Auftriebseigenschaft verändert sich also auch nach mehreren Würfen nicht!

Bei seiner Demonstration am Angelparadies Burgdorf hat Lasse Ahrens seinen Teig so beschwert, dass er ganz langsam absinkt. Und zwar deshalb,weil die Fische an diesem Tag nicht direkt an der Oberfläche zu sehen waren und er sie irgendwo im Mittelwasser vermutete. Dafür hat er einen schwimmenden Sbirolino mit einem etwa 3m langem Vorfach montiert.

DURCHSACKEN LASSEN

Nach dem Auswerfen wartet Lasse kurz, bis der Teig etwas abgesunken ist und beginnt dann langsam zu kurbeln. Dadurch steigt der Teig natürlich wieder etwas auf. Nach ein paar Metern wird die Montage gestoppt, so dass der Teig über die komplette Vorfachlänge absinken kann. Die Bisse kamen dann entweder in dieser Absinkphase oder wenn der Teig beim Anziehen wieder langsam aufgestiegen ist. Wie tief der Teig tatsächlich absinkt, lässt sich – wie oben schon erwähnt – mit einer Pi lotkugel auf dem Vorfach begrenzen. Bei tiefen Seen kann natürlich auch ein langsam sinkender Sbiro montiert werden, so dass die Montage bei einem Stopp bis zum Grund durchsackt. Das muss man ausprobieren und schauen, was die Forellen jeweils wollen.

Die Montage für den „durchsackenden“ Forellenteig ist ganz einfach. Zuerst kommen der Sbiro und eine Gummiperle (als Knotenschutz) auf die Hauptschnur. Dann wird das Ganze an einen Dreifach-Wirbel geknotet und ein langes Vorfach montiert. Es sollte mindesten 2,5 bis 3,0 m lang sein, am besten aber noch länger, also 3,5 m. Aber dann muss man schauen, dass sich das ganze „Geschleuder“ noch vernünftig werfen lässt. (Wie man so angelt, haben wir in Angelsee-aktuell 4/21, S. 4 „An der langen Leine“ genauer beschrieben)

DER TIPP ZUM THEMA

IM KOPFSTAND FRISCH BLEIBEN: Damit der Forellenteig während des Angelns nicht austrocknet, stellt Lasse das geöffnete Glas auf den Kopf.