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Sanfte Medizin: WAS OMA SCHON WUSSTE


Lebensart - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 13.06.2019

Etliche Hausmittel, die sich über Generationen hinweg bei kleineren „Wehwehchen“ bewährten, erleben heute eine Renaissance. Vom medizinischen Standpunkt aus verdient Omas Hausapotheke vielfach Gütesiegel.


Artikelbild für den Artikel "Sanfte Medizin: WAS OMA SCHON WUSSTE" aus der Ausgabe 3/2019 von Lebensart. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Lebensart, Ausgabe 3/2019

Wenn Großmütter aus dem (medizinischen) Nähkästchen plaudern, dann ist von Zwiebelschmalz die Rede, das heiß dampfend und stark riechend im Brustbereich eingerieben wurde. Gekautes Sauerteigbrot platzierte man auf Geschwüren, um so den Eiter zum Abfluss zu bringen. Zugegeben, keine besonders appetitlichen, jedoch höchst effektiven Maßnahmen, um die Selbstheilungskräfte auf natürliche Weise und fernab ...

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... von ärztlichen Versorgungsmöglichkeiten anzuregen. Auf welcher wissenschaftlichen Grundlage beruht die Wirkung der nach altem Wissen überlieferten Hausmittel eigentlich?

GEWÜRZNELKEN – AROMATISCHE DURCHPUTZER

Laut Forschern an der spanischen Miguel Hernandez Universität zählen Gewürznelken zu den wirksamsten natürlichen Antioxidantien überhaupt. Die zellschützende, entzündungshemmende Wirkung verdanken Gewürznelken vor allem den reichlich innewohnenden Phenolverbindungen. Ihre schmerzstillenden Eigenschaften wurden in einer anderen Studie bestätigt, als Wissenschaftler nachwiesen, dass Nelkenöl als Lokalanästhetikum im Mund ebenso wirksam ist wie Benzocain. Verantwortlich dafür ist der Inhaltsstoff Eugenol, aus dem die ätherischen Öle der Gewürznelke zu 70 bis 85 Prozent bestehen.

ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN : Die antibakterielle Wirkung lässt sich bei Magen-Darm-Problemen und bei entzündlichen Veränderungen der Mund- und Rachenschleimhaut nutzen. Bei Zahnschmerzen setzt sanftes Kauen auf einer Gewürznelke schmerzlindernde ätherische Öle auf die betroffenen Areale frei.

HONIG – SÜSSER TAUSENDSASSA

Rein chemisch betrachtet ist Honig nichts anderes als eine Lösung aus rund 80 Prozent Zucker und 20 Prozent Wasser. Indem er Keimen das Wasser entzieht, maßen Forscher lange Zeit ausschließlich dem hohen Zuckergehalt keimtötende Eigenschaften bei. Heute weiß man, dass Zucker nicht das einzige Antiseptikum im Honig ist. Zu diesem Ergebnis gelangte auch die britische Mikrobiologin Rose Cooper von der Universität von Wales. Sie fand heraus, dass auf Wunden aufgetragener Honig dreimal besser wirkt als vergleichbare Zuckerlösungen. Unter den 180 weiteren antioxidativen, antibakteriellen und antimykotischen Begleitstoffen findet sich unter anderem die stark bakterizide Substanz Wasserstoffperoxid. Sie entsteht aus Zucker und dem Enzym Glucose-Oxidase, das die Bienen ihrem Sammelgut über den Speichel zusetzen.

ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN : Als Mittel gegen Erkältungen, Magen-Darm-Beschwerden, Husten oder Halsschmerzen ist Honig am besten pur zu genießen. In Tee oder Milch gerührt sollte er nicht über 40 Grad erhitzt werden, weil ansonsten wertvolle Enzyme zerstört werden. Babys unter zwölf Monaten dürfen wegen möglicher Clostridium- Botulinum-Kontaminationen keinen Honig naschen.

HÜHNERSUPPE – HEISS AUF SCHNUPFENFREIE ZEITEN

Die gute, alte Hühnersuppe hemmt die Aktivität der neutrophilen Granulozyten, einer Gruppe bestimmter Immunzellen, und dämmt dadurch entzündliche Prozesse ein.

Auch die im Hühnerfleisch steckenden Eiweißbausteine Cystein und Carnosin wirken antientzündlich. Die Wärme tut ihr Übriges: Sie verbessert die Durchblutung der Schleimhäute, wodurch die Immunzellen rascher dorthin gelangen, wo sie benötigt werden. Festsitzender Schleim kann sich so quasi löffelweise lösen – die Symptome einer Erkältung klingen ab.

ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN : Für den Rezeptklassiker einen Topf mit Wasser zum Kochen bringen und das Suppenhuhn hinzufügen. Bei einem Bio-Huhn kann der Garprozess drei bis vier Stunden in Anspruch nehmen. Verkochte Flüssigkeit sollte nach und nach durch heißes Wasser ersetzt werden. Etwa eine Stunde vor Garende Suppengrün und Gewürze nach Geschmack – etwa Chili oder Ingwer – beimengen.

TOPFEN – SAUER AUF ENTZÜNDUNGEN

Bei der Herstellung von Topfen entsteht Milchsäure. Als Wickel oder Auflage aufgetragen, öffnen sich durch sie die Poren der Haut. Die in das Gewebe eindringende Milchsäure bewirkt eine lokale Reizung samt verbesserter Durchblutung. Entzündungsstoffe können folglich durch das saure Milieu in den Topfen abgeleitet, dort gebunden und aus dem Gewebe gezogen werden.

ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN : Kalte Topfenwickel bewähren sich bei entzündlichen Prozessen wie zum Beispiel Gelenks- und Venenbeschwerden. Dazu das schmerzende Gelenk fingerdick mit kühlem Topfen bestreichen und danach ein trockenes Tuch darüber hüllen. Der Wickel sollte entfernt werden, sobald er sich nicht mehr kühl anfühlt und der Topfen zu bröckeln beginnt. Warme Topfenwickel werden nahezu ident zubereitet, jedoch vor dem Auflegen mithilfe zweier Wärmeflaschen erwärmt. In Form einer Brustpackung erweisen sich körperwarme Wickel bei Halsweh, Husten und Bronchitis als schleimlösend.

ZWIEBEL – SCHARF GEGEN KRANKHEITSERREGER

Speziell scharfe Zwiebeln weisen einen hohen Gehalt an schwefelhaltigen Aminosäuren auf. Besonders zu erwähnen ist das Alliin, das auch im Knoblauch vorkommt und Lauchgewächsen die typische Geruchs- und Geschmacksnote verleiht. Alliin wirkt gegen Krankheitskeime wie ein natürliches Antibiotikum. Ähnliche Eigenschaften hat der Farbstoff Quericin

ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN : Zur Linderung von Ohrenschmerzen eine Zwiebel klein hacken und erwärmen, bis Saft austritt. Anschließend Saft und Stücke in ein Säckchen geben, auf das schmerzende Ohr legen und mit einem Stirnband bedecken. Bei Husten wirkt ein löffelweise verabreichter Sirup reizlindernd. Dazu eine gewürfelte Zwiebel zusammen mit zwei Esslöffel Honig in ein Schraubglas füllen und ein bis zwei Tage stehen lassen.


Fotos: CasarsaGuru/iStock; sebasebo/iStock (v.l.n.r.)

Fotos: fcafotodigital/iStock; Floortje/iStock; Magone/iStock (v.l.n.r.)