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Sanitär-Branche vor Krisen-Jahr?


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sanitär + heizung news - epaper ⋅ Ausgabe 18/2022 vom 14.10.2022

„Wir müssen jetzt sehen, wie wir das Jahr 2023 meistern“, sagt ein Manager eines großen Sanitär-Unternehmens. Es werde nicht leicht, den Umsatz zu halten. Während die Heiztechnik-Hersteller kräftig investieren und optimistisch sind, wird in der Sanitär-Branche oft von herausfordernden Zeiten gesprochen.

Die Kennzahlen sind eher schlecht. So meldet das Statistische Bundesamt, dass die Baugenehmigungen für Wohnungen im ersten Halbjahr 2022 um 2,1 Prozent auf 185.772 gesunken sind (1. Halbjahr 2021: 189.781 Baugenehmigungen). Dabei zeigte der Trend nach unten. Denn im Juni 2022 lag die Zahl der Baugenehmigungen 4,5 Prozent niedriger als im Juni 2021. Besonders ...

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... stark ging die Zahl der Baugenehmigungen von Einfamilienhäusern in den ersten sechs Monaten dieses Jahres zurück – nämlich um 17 Prozent.

Das Bauhauptgewerbe bekommt diese Entwicklung schon deutlich zu spüren. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Baugewerbe, sieht dies mit Sorge. „Bereits in den Monaten April bis Juni mussten wir reale Rückgänge zwischen -13 Prozent und -17 Prozent hinnehmen“, klagt er. Im Juli seien es schon etwa 21 Prozent. „Kumulativ fehlen uns damit real schon ca. 9 Prozent zum Vorjahr“, rechnet Pakleppa vor. Seine Prognose ist nicht erfreulich: „Mit Blick auf die Baugenehmigungen haben wir wenig Hoffnung, dass die Zahlen in den nächsten Monaten besser werden.“ Gerade die privaten Häuslebauer kämen angesichts steigender Finanzierungs- und Lebenshaltungskosten an die Grenzen des Leistbaren.

Der Rückgang beim Bauhauptgewerbe kommt naturgemäß bei den folgenden Gewerken am Bau etwas später an – eben auch in der SHK-Branche. Die Armaturenindustrie hat – nach einem starken Jahr 2021 – im ersten Halbjahr in Deutschland um vier Prozent zugelegt. Beim Deutschlandgeschäft zeigte sich schon eine deutliche Kluft zwischen Sanitär- und Heiztechnik. Denn während der Umsatz mit Sanitärarmaturen gerade um ein Prozent stieg, zog das Inlandsgeschäft mit Heizungsarmaturen um 12 Prozent an.

Einige Unternehmen der Sanitär-Industrie sollen schon seit Beginn der Corona-Pandemie Probleme haben. So heißt es in der Branche, dass es Mittelständler gebe, die seit drei Jahren keinen Gewinn mehr machen oder sogar rote Zahlen schreiben. Die enormen Preissteigerungen für Rohstoffe konnten offensichtlich nicht voll an die Kunden weitergegeben werden. Weiter explodierende Preise und der Rückgang der Bautätigkeit dürften die Problematik verschärfen. Einen zusätzlichen Nachfrageknick könnten nach Ansicht von Branchenexperten auch die prall gefüllten Läger des Handels auslösen. Angesichts der sinkenden Bautätigkeit werden wahrscheinlich zunächst Lager abgebaut werden statt neu zu ordern, heißt es.

Ob die Sanitärbranche weiter auf staatliche Förderprogramme hoffen kann, ist mehr als fraglich. Die Unterstützung für die Badsanierung war in diesem Jahr schon zurückgefahren worden. „Die KfW hat in den Jahren 2021 32.969 Maßnahmen (69,4 Mio. Euro) und 2022 14.887 Maßnahmen (39,9 Mio. Euro) an Sanitärräumen gefördert“, so Sybille Bauernfeind, stellvertretende Pressesprecherin der KfW. Aufgrund der starken Nachfragen, die jeweils zur Ausschöpfung der Fördermittel führten, kam es im letzten Jahr am 2. Juni 2021 und in diesem Jahr nach schon sechs Wochen zum Antragsstopp.

Wie es im nächsten Jahr aussieht, vermag im Moment niemand zu sagen. Doch das Füllhorn des Staates dürfte angesichts der exorbitanten Ausgaben zur Abmilderung der hohen Energiepreise bald leer sein. Zudem liegt der Fokus der Regierung nicht auf dem Bad, sondern auf der Modernisierung von Heizungsanlagen. Die Bürger denken – vor allem seit Kriegsbeginn – ebenso: Mit mehr als 600.000 Anträgen gab es beim BAFA eine Rekordnachfrage zur Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Rund 90 Prozent der Anträge basierten dabei auf erneuerbaren Energien. Da dürfte es das Bad schwer haben. ■

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