Lesezeit ca. 8 Min.
arrow_back

SANITÄR/HEIZUNG/LÜFTUNG: Bauakustik: Anforderungen an den Schallschutz beachten: Die DIN 4109 – Schallschutz im Hochbau – zusammengefasst


Logo von IKZ Haustechnik
IKZ Haustechnik - epaper ⋅ Ausgabe 6/2018 vom 16.03.2018

Die Normenreihe DIN 4109 legt Anforderungen an die Schalldämmung von Bauteilen schutzbedürftiger Räume und an die zulässigen Schallpegel in schutzbedürftigen Räumen fest. Ihre Anforderungen gelten zum Schutz gegen Geräusche aus fremden Räumen, z. B. aus Nachbarwohnungen, die bei deren bestimmungsgemäßer Nutzung entstehen. Aber auch gegen Geräusche von Anlagen der technischen Gebäudeausrüstung sowie aus Gewerbe- und Industriebetrieben, die im selben oder baulich damit verbundenen Gebäude vorhanden sind sowie gegen Außenlärm. Damit bilden die Vorgaben die Basis für erforderliche Baukonstruktionen bei ...

Artikelbild für den Artikel "SANITÄR/HEIZUNG/LÜFTUNG: Bauakustik: Anforderungen an den Schallschutz beachten: Die DIN 4109 – Schallschutz im Hochbau – zusammengefasst" aus der Ausgabe 6/2018 von IKZ Haustechnik. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: IKZ Haustechnik, Ausgabe 6/2018

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 7,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von IKZ Haustechnik. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 6/2018 von Viel Rauch um nichts?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Viel Rauch um nichts?
Titelbild der Ausgabe 6/2018 von News-Ticker. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
News-Ticker
Titelbild der Ausgabe 6/2018 von 2,5 Mrd. Euro Investitionen ausgelöst. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
2,5 Mrd. Euro Investitionen ausgelöst
Titelbild der Ausgabe 6/2018 von BRANCHE AKTUELL: Nachrichten: Zahl der Pkw-Neuzulassungen mit Erdgasantrieb steigt. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
BRANCHE AKTUELL: Nachrichten: Zahl der Pkw-Neuzulassungen mit Erdgasantrieb steigt
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
SANITÄR: Durchflussmessung: Funktionserhalt bei Großpumpen: Mittels ultraschallbasierter Prozessüberwachung lassen sich Instandhaltungsarbeiten gezielt planen und Energieeffizienzmaßnahmen quantifizierbar einleiten
Vorheriger Artikel
SANITÄR: Durchflussmessung: Funktionserhalt bei Großpumpen: Mittels ultraschallbasierter Prozessüberwachung lassen sich Instandhaltungsarbeiten gezielt planen und Energieeffizienzmaßnahmen quantifizierbar einleiten
HEIZUNG: Energieeffizienz: Potenzial Abwärme: Effiziente Heizung für gut gedämmte Häuser
Nächster Artikel
HEIZUNG: Energieeffizienz: Potenzial Abwärme: Effiziente Heizung für gut gedämmte Häuser
Mehr Lesetipps

... Neubauten sowie für bauliche Änderungen an bestehenden Gebäuden.

Akustisch ungünstige Grundrissanordnungen.


Akustisch günstige Grundrissanordnungen.


Gewerkeübergreifende Hinweise

Kernaussage zum baulichen Schallschutz getroffen: „Der in schutzbedürftigen Räumen auftretende Schalldruckpegel lässt sich häufig nicht vorhersagen, weil die meist vorliegende Körperschallanregung der Bauteile z. z. rechnerisch schwer erfassbar ist.

Die Planung im Hinblick auf den Schutz vor Geräuschübertragung setzt einschlägige Erfahrung voraus. Zur Planung des Gebäudes, der gebäudetechnischen Anlagen, der Betriebe und der besonderen Schallschutzmaßnahmen sollte deshalb ein Sachkundiger hinzugezogen werden, wenn den Planungsbeteiligten die nötige Erfahrung fehlt. Die Einhaltung der Anforderungen setzt voraus, dass die Verantwortlichen…

Auszug aus Tabelle 9 „Maximal zulässige A-bewertete Schalldruckpegel in fremden schutzbedürftigen Räumen, erzeugt durch gebäudetechnische Anlagen“.


Entstehung von Abwassergeräuschen.


• …für die Planung des Grundrisses,
• Planung und Ausführung des Baukörpers,
• Planung und Ausführung der gebäudetechnischen Anlagen,
• Planung und Ausführung besonderer Schallschutzmaßnahmen,
• Auswahl und Anordnung der geräuscherzeugenden Einrichtungen,
• gemeinsam um den Schallschutz bemüht und eine wirksame Koordination aller Beteiligten besorgt sind.“

Zusätzlich befinden sich im Abschnitt 5 noch wichtige Hinweise zur Grundrissausbildung, schallabsorbierenden Bekleidung von Wänden und Decken, Kapselung von Geräten und Rohrleitungen, Verbesserung der Luftschalldämmung von Bauteilen und Verbesserung der Körperschalldämmung.

Zur Info: Der geforderte Schallschutz für die gebäudetechnischen Anlagen ist grundsätzlich nur im Zusammenspiel zwischen akustisch günstiger Bau- und Installationstechnik realisierbar. Schlechte Bautechnik, wie durch akus tisch ungünstige Grundrisse und/oder unzureichende Decken- und Wandkons truktionen, kann erfahrungsgemäß durch moderne Installationstechnik alleine nicht ausgeglichen werden. Bei der Ausführung ist eine enge Abstimmung zwischen allen beteiligten Gewerken erforderlich.

Sanitärtechnische Anlagen

Der Schallschutz gegenüber Geräuschen aus sanitärtechnischen Anlagen wird im Abschnitt 6 der DIN 4109-36 „Allgemeine Hinweise zur Durchführung von Nachweisen“ behandelt. Hier wird bereits eingangs darauf hingewiesen, dass bei der Planung und Ausführung sowie beim schalltechnischen Nachweis das Zusammenwirken der Sanitärinstallation und der Installationswand berücksichtigt werden muss, da die resultierenden Installationsgeräusche von beiden Bereichen beeinflusst werden. Bei den Nachweisen wird grundsätzlich zwischen Nachweisen ohne bauakustische Messungen und Nachweisen mit bauakustischen Messungen unterschieden. Nachweise ohne bauakustische Messungen werden für sanitärtechnische Anlagen anhand von Referenzlösungen (Musterinstallationswänden) gemäß Abschnitt 6.4.4 durchgeführt.

Für Nachweise mit bauakustischen Messungen gilt folgende Anmerkung: „Die Einhaltung von Schallschutzanforderungen für eine bestimmte Sanitärinstallation in Verbindung mit einer bestimmten baulichen Situation kann durch messtechnische Untersuchungen in einer praxisgerechten Situation (z.B. Installationsprüfstand) überprüft werden. Die Wirksamkeit bestimmter schalltechnischer Maßnahmen zur Einhaltung der Anforderungen aus DIN 4109-1 ist vom Produkthersteller nachzuweisen. Im Sinne einer Güteprüfung kann die Einhaltung der Schallschutzanforderungen für eine konkrete Bausituation vor Ort mit festgelegten Messverfahren überprüft werden. Angaben zum Nachweis mit bauakustischen Messungen enthält DIN 4109-4 „Bauakustische Prüfungen“ im Anhang B.4.“

Abwasseranlagen

Im Abschnitt 6.2 werden schallschutztechnische Anforderungen an Abwasseranlagen beschrieben. Hierbei werden die Anlagen in Abwassersysteme (Rohrsysteme einschließlich Rohrbefestigungen und ggf. erforderlicher Dämmung), Abwasserhebeanlagen sowie Abscheider und Abwasserbehandlungsanlagen eingeteilt. Für die Güte der Schalldämmung sind neben den schalltechnischen Eigenschaften des Abwassersystems selbst die Grundrissanordnung, die Eigenschaften der Installationswand sowie die Anbringung der Installation an der Installationswand von entscheidender Bedeutung. Die wichtigsten installationstechnischen Einflüsse beim Schallschutz sind der Volumenstrom, die Befestigung der Abwasserleitungen, die Richtungsänderungen sowie das Material und der Aufbau der Rohrleitungen.

Für die Befestigung der Abwasserrohre sind grundsätzlich körperschallgedämmte Befestigungselemente zu verwenden. Über dies gilt: Die Verlege- und Montageanleitungen der Hersteller müssen unbedingt beachtet werden. Abwasserleitungen dürfen zudem in schutzbedürftigen Räumen nicht frei verlegt werden. In diesen Räumen sind Abwasserleitungen innerhalb von Installationsschächten, mit ausreichender Schalldämmung, zu verlegen. Die Schächte sind ggf. mit geeignetem Absorptionsmaterial auszukleiden.

Die für den rechnerischen Nachweis benötigten akustischen Kennzahlen des Abwassersystems werden mittels Labormessungen nach DIN EN 14366 „Messung der Geräusche von Abwasserinstallationen im Prüfstand“ ermittelt.

Wasseranlagen (Trinkwasserinstallation)

Die schallschutztechnischen Anforderungen für Trinkwasserinstallationen werden im Abschnitt 6.3 beschrieben. Zu Trinkwasserinstallationen gehören Armaturen gemäß Tabelle 11 der DIN 4109-1, Trinkwasserleitungen, Trinkwassererwärmer, Druckerhöhungsanlagen, Zirkulations- und Speicherladepumpen sowie Wasserbehandlungsanlagen. Für die Güte der Schalldämmung sind neben den schalltechnischen Eigenschaften der Armaturen, Geräte und Rohrleitungen der Trinkwasserinstallation die Grundrissanordnung, die Eigenschaften der Installationswand sowie der Ort der Anbringung der Armaturen und Rohrleitungen an der Installationswand entscheidend. Zu den wichtigsten installationstechnischen Einflüssen beim Schallschutz zählen die Wahl der Armaturengruppe, der Ruheund Fließdruck in der Anlage, der Volumenstrom, die Befestigung der Armaturen und Rohrleitungen, der Werkstoff und Aufbau der Rohrleitungen sowie die Verwendung von Schalldämpfern.

Auszug aus Tabelle 5 „Labormessung – Messung der Schallpegel von gebäudetechnischen Anlagen“.


Trinkwasserleitungen sind wie die bereits erwähnten Komponenten gegenüber dem Bauwerk durch geeignete Maßnahmen schalltechnisch wirkungsvoll zu dämmen. Dies erreicht man z. B. durch Armaturenanschlüsse mit integrierter Körperschallentkopplung, Rohrschellen mit Dämmeinlage, Körperschalldämmung im Bereich von Wand- und Deckendurchführungen. Zudem sollten Steigleitungen und Apparateanschlussleitungen nicht an Trennwänden zu schutzbedürftigen Räumen montiert werden.

Für den schalltechnischen Nachweis wird für Armaturen und Geräte der Trinkwasserinstallation der Armaturengeräuschpegel Lap nach DIN EN ISO 3822-1 „Akustik – Prüfung des Geräuschverhaltens von Armaturen und Geräten der Wasserinstallation im Laboratorium – Teil 1: Messverfahren“ herangezogen. Die Kennwerte sind einem allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnis zu entnehmen.

Installationssysteme und sanitäre Ausstattungsgegenstände

Im Abschnitt 6.4 werden die schallschutztechnischen Anforderungen für Installationssysteme und sanitäre Ausstattungsgegenstände beschrieben. Dazu zählen Waschbecken, Wannen, Klosettbecken, Bidets, Urinale und Sanitärarmaturen sowie Vorwand- und Inwand-Installationselemente, Installationsregister und Installationsschächte. Installationsschächte, in denen Leitungen verlegt sind, müssen grundsätzlich dicht ausgeführt werden.

Installationswände im Überblick Einschalige massive Wände

Eine einschalige massive Installationswand kann ohne weitere bauakustische Prüfung eingesetzt werden, wenn sie als „Einschalige Massivbau-Musterinstallationswand“ gemäß Abschnitt 6.4.4.2.2 der DIN 4109-36 geplant und ausgeführt wird. Sie muss eine flächenbezogene Masse von mindestens 220 kg/m² haben und die installationstechnischen und baulichen Randbedingungen der Abschnitte 6.4.4.2.3 bis 6.4.4.2.5 erfüllen. Einschalige massive Installationswände, Installationen und bauliche Bedingungen, die den vorgenannten Vorgaben nicht entsprechen, müssen mit bauakustischen Messungen nachgewiesen werden.

Leichtbauwände

Auch Leichtbauwände können als Installationswände ohne weitere bauakustische Prüfung eingesetzt werden, wenn sie als „Leichtbau-Musterinstallationswand“ gemäß Abschnitt 6.4.4.3.2 der DIN 4109-36 geplant und ausgeführt werden. Dazu müssen die baulichen und installationstechnischen Randbedingungen der Abschnitte 6.4.4.3.3 bis 6.4.4.3.5 erfüllt werden. Hier gilt ebenfalls: Leichtbau-Installationswände, Installationen und bauliche Bedingungen, die den vorgenannten Vorgaben nicht entsprechen, müssen mit bauakustischen Messungen nachgewiesen werden.

Teil 4: Bauakustische Prüfungen

Im Teil 4 der DIN 4109 werden die bauakustischen Prüfverfahren beschrieben, nach denen die schalltechnischen Werte der Normenreihe DIN 4109 zu bestimmen sind, wenn nicht bereits andere Festlegungen durch Produktnormen oder bauaufsichtliche Bestimmungen bestehen. Die Norm unterscheidet grundsätzlich zwischen Labor- und Baumessungen.

Labormessungen

Für bauakustische Messungen an Bauteilen im Prüfstand sind die im Abschnitt 5 der DIN 4109-4 vorgeschriebenen Prüfnormen, unter Berücksichtigung der nationalen Ergänzungen im normativen Anhang A, anzuwenden. Die maßgeblichen Messverfahren für gebäudetechnische Anlagen im Prüfstand befinden sich in der Tabelle 5 der Norm.

Baumessungen

Für Baumessungen sind die im Abschnitt 6 der DIN 4109-4 vorgeschriebenen Prüfnormen, unter Berücksichtigung der nationalen Ergänzungen im normativen Anhang B, zu verwenden. Die maßgeblichen Messverfahren finden sich in der Tabelle 8.

Zusammenfassung

Die DIN 4109 beschreibt auch nach der Aktualisierung lediglich die Erfüllung der Mindestanforderungen beim baulichen Schallschutz. Werte für einen erhöhten Schallschutz wurden nicht aufgenommen. Ergänzend zu den Mindestanforderungen an die Schalldämmung nach DIN 4109 werden z. B. in der VDI-Richtlinie 4100 zusätzliche Schallschutzstufen für die Planung und Bewertung eines erhöhten Schallschutzes von Gebäuden definiert, die werksvertraglich vereinbart werden können. Hierbei sollte für die Planung unbedingt ein Sachverständiger hinzugezogen werden. Der geforderte Schallschutz für gebäudetechnische Anlagen ist generell nur im Zusammenspiel zwischen akustisch günstiger Bau- und Installationstechnik realisierbar. Bei der Ausführung ist eine enge Abstimmung zwischen allen beteiligten Gewerken erforderlich.
Autor: Bernd Ishorst, IZEG Informationszentrum
Entwässerungstechnik Guss e.V., Bonn
Bilder: IZEG

Ausbreitung von Wasserleitungsgeräuschen aus dem darüber liegenden Geschoss in schutzbedürftige Räume (SR1 u. SR2); verminderte Schallübertragung um 10 dB durch einen zwischenliegenden Raum.


Auszug aus Tabelle 8 „Baumessung – Messung der Schallpegel von gebäudetechnischen Anlagen“.


* Abweichend von den Vorgaben aus DIN EN ISO 10052 werden zur Ermittlung der Bewertungsgrößen die Eckpositionen nicht herangezogen (siehe DIN 4109-1, Tabelle 9 und 10).