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Satanische Stubenhocker


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Metal Hammer - epaper ⋅ Ausgabe 12/2021 vom 10.11.2021

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Die ersten Takte des neuen Unanimated-Drehers VICTORY IN BLOOD sorgen für überraschtes Stirnrunzeln. Sind das die Schweden, die mit ANCIENT GOD OF EVIL (1995) einen Meilenstein in Sachen Melo-Death abgeliefert haben? Sie sind es, und zwölf Jahre nach ihrem Comeback düsterer denn je. „Es fühlt sich großartig an, das Album endlich veröffentlichen zu können“, lacht ein gelöster Richard Cabeza (auch als Mitglied von Dismember bekannt) in seinen Kaffee. Der Bassist ist schon vor einiger Zeit nach Dallas, Texas übergesiedelt und muss erst mal wach werden. „Es sind leider schon wieder zwölf Jahre seit unserem letzten Album vergangen, aber die Zeit rennt einfach zu schnell.Wir haben zwei ...

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... neue Mitglieder eingearbeitet, diverse Probleme bei den Aufnahmen gehabt, und dann kam Corona. Es war wirklich ein Kampf mit vielen Schlaglöchern, doch umso schöner ist es, dass VICTORY IN BLOOD noch dieses Jahr erscheint.“ Zum ersten Mal in seiner Karriere musste Cabeza seine Bassspuren alleine in Texas einspielen, während der Rest der Truppe in Stockholm aufnahm. „Auf diese Erfahrung hätte ich gerne verzichtet. Es fühlt sich bescheuert an, wenn man alleine in einem Raum hockt und sein Instrument bedient. Die anderen waren zwar oft über Facetime zugeschaltet, aber dabei ist es schwer, in die richtige Stimmung zu kommen. Insgesamt waren die Aufnahmen ein bisschen bizarr. Aber wir haben das Beste daraus gemacht.“ Diese besondere Situation erklärt aber noch nicht, warum Unanimated in Sachen Härte mindestens einen Gang hochgeschaltet haben und den Teufel in allen möglichen Weisen huldigen. Richard lacht. „Unanimated waren schon immer eine satanische Band, das steht außer Frage. Und, was die Musik angeht: Ich denke, wir kehren zu unseren persönlichen Wurzeln zurück. Wir könnten gar kein ANCIENT GOD OF EVIL 2.0 einspielen, selbst wenn wir es wollten. Zwischen damals und heute liegen fast 30 Jahre, ich bin ein völlig anderer Mensch. Klar, unser Einfluss auf den melodischen Death Metal schwedischer Prägung ist unbestritten, aber das ist Geschichte. Wir haben ehrlich gesagt auch nicht groß darüber nachgedacht. Diese Musik kam aus uns heraus, damit fühlen wir uns wohl, dafür stehen wir im Jahr 2021.“ Aktuelle Ereignisse spielen eher eine untergeordnete Rolle. „Die Pandemie und ihre Auswirkungen haben uns natürlich auch aufs Gemüt geschlagen. Das war aber definitiv nicht der Auslöser für die düstere Grundstimmung.“

Befürchtungen, dass manch Fan das Weite suchen könnte, hat der sympathische Tieftöner nicht. „Es klingt nach Klischee, aber wir machen die Musik seit jeher in erster Linie für uns selbst. Natürlich gab es in der Band Gespräche, ob uns jetzt Tausende Fans links liegen lassen würden. Aber selbst wenn es so kommt, was ich nicht glaube, werden wir damit leben. Auf unserem letzten Album IN THE LIGHT OF DARKNESS (2009 – Anm.d.A.) gab es meiner Meinung nach auch schon Hinweise darauf, in welche Richtung die Sache laufen könnte. Ganz so krass ist der Stilbruch also nicht.“ Laut Cabeza kann kommen, was will, die Band-Mitglieder stehen sich so nah wie noch nie in der langen Geschichte von Unanimated. „Mit Anders Schultz von Unleashed am Schlagzeug und dem Gitarristen Jonas Deroueche haben wir zwei neue Leute (wobei die beiden auch schon wieder zehn beziehungsweise fünf Jahre an Bord sind – Anm.d.A.), die für das neue Album fleißig komponiert und/oder Texte geschrieben haben. Der Witz ist: Wir kannten uns schon alle, bevor Unanimated 1988 gegründet wurden. Wir sind zusammen aufgewachsen, haben alle den gleichen Background und verstehen uns blind.“ Höchste Zeit also, die Koffer zu packen und wieder auf ausgedehnte Tournee zu gehen, um im Sommer dann einmal mehr die Festivals des Kontinents in Schutt und Asche zu legen. Doch, Moment, was heißt hier eigentlich „wieder“ und „einmal mehr“? Wer erinnert sich an die letzte Tournee dieser Band? Richard klingt fast ein bisschen verlegen. „Um ehrlich zu sein haben Unanimated noch nie eine Tour gespielt. Ich erinnere mich an ungefähr drei Auftritte außerhalb von Schweden, zwei davon in Deutschland. Und das in über 30 Jahren. Wir haben uns in dieser Hinsicht nicht mit Ruhm bekleckert, oftmals hatten andere Bands Vorrang, in denen wir auch aktiv sind. Aber jetzt sind wir extrem motiviert und wollen unbedingt auf die Bretter. Natürlich sind die europäischen Festivals immer reizvoll, aber mir schwebt in erster Linie eine ausgedehnte Clubtour vor, wenn es die Situation zulässt. Das ist intimer und würde gut zu Unanimated passen.“

MARC HALUPCZOK