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Sauber gepustet


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Haus & Garten Test - epaper ⋅ Ausgabe 6/2021 vom 22.10.2021

7 Laubbläser und 3 Laubsauger/-bläser im Test

Artikelbild für den Artikel "Sauber gepustet" aus der Ausgabe 6/2021 von Haus & Garten Test. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Haus & Garten Test, Ausgabe 6/2021

Laubsauger und Laubbläser sind universelle Reinigungswerkzeuge, auch wenn der Name etwas anderes vermuten lässt. In unserem Test haben wir insgesamt zehn Geräte miteinander verglichen: Sieben reine Akkulaubsauger und drei kombinierte Laubsauger/-bläser, wovon ein Gerät ebenfalls mit Akku betrieben wird.

Besonders praktisch sind dabei natürlich die akkubetriebenen Varianten. Mittlerweile muss sich die Leistung dieser Gattung nicht mehr vor rein elektrischen mit Kabel verstecken. Mehr noch: Ein Akkugerät ist deutlich flexibler, schnell einsatzbereit und auch in Bereichen einsetzbar, wo die nächste Steckdose ein Stück entfernt liegt. Reine Laubbläser können dabei Laub und Schmutz nur wegblasen, nicht jedoch ansaugen. Ein Kompromiss, der diese Geräteklasse preislich etwas attraktiver macht.

Laubbläser

In unserem Test sind sieben reine Laubbläser zu finden. ...

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... Alle Geräte werden mit Akku betrieben, wobei drei nur kleinere 18-Volt(V)-Akkus verwenden, während der Rest auf kräftigere 36 V setzt. Der Spannungsunterschied macht sich dabei allerdings nicht unbedingt in der Laufzeit bemerkbar, im Gegenteil. So haben wir mit dem Einhell GE-CL 18/1 einen Bläser im Test, der mit einem 4 Amperestunden (Ah) starken Akku satte 24 Minuten (min) bläst – länger als alle andere Kandidaten. Allerdings: Die Blasleistung hängt maßgeblich von der Spannung ab. So sind alle Geräte mit 36 V deutlich leistungsstärker und verfügen demnach über eine wesentlich größere Luftgeschwindigkeit. Das macht sich beim Blasen von Herbstlaub und anderen Reinigungsarbeiten bemerkbar. Ein wichtiges Leistungsmerkmal ist die Dosierbarkeit des Luftstromes, denn nicht immer wird zum Arbeiten die volle Leistung benötigt. Fast alle Testgeräte bieten immerhin das Umschalten zwischen zwei oder drei Leistungsstufen. Noch komfortabler lassen sich Bläser mit einer stufenlosen Regulierung einstellen. Enttäuschend ist hier der Laubbläser von Stihl. Prinzipiell zeigt dieses Gerät im Test eine gute Leistung, die Stärke des Luftstromes ist aber in keiner Weise regulierbar.

Kombigeräte

Kombinierte Geräte können nicht nur blasen, sondern auch saugen. Dafür verfügen sie sogar über ein eingebautes Häckselwerk, welches das angesaugte Laub zerkleinert, bevor es in einem Stoffbeutel gesammelt wird. Das ist allerdings mitunter eine sehr staubige Angelegenheit. Konstruktionsbedingt muss der Beutel über eine gewisse Luft – und damit auch Staubdurchlässigkeit verfügen. Wird nun viel Dreck mit angesammelt, kann es kräftig aus dem Beutel stieben. Einen Staubfilter oder Ähnliches gibt es mit Ausnahme des Stoffes selber nicht. So kommt es auch, dass Sauger im Gegensatz zu den Bläsern deutlich schneller verschmutzen und gereinigt werden müssen. Praktisch ist bei allen drei Geräten der Reißverschluss unten am Beutel. Dadurch kann dieser schnell und einfach geleert werden, sogar ohne Abbau des Beutels vom Sauger.

Akku oder Kabel

Diese Frage ist einfach zu beantworten: Wenn der höhere Preis keine Rolle spielt, so sollte stets zu einem Gerät mit Akku gegriffen werden. Bei den kombinierten Geräten verfügt das Modell von Kärcher über einen kräftigen Akku mit 5 Ah Kapazität. Damit lässt sich in der höchsten Leistungsstufe immerhin 18 min bequem arbeiten. Gut gefällt uns hier auch die LCD-Kapazitätsanzeige mit Anzeige der geschätzten Restlaufzeit. Allerdings: Mit guten 200 Euro Kaufpreis ist dieses Gerät gleich dreimal so teuer, wie der günstigere Sauger/Bläser mit Netzanschluss. Der kommt von Einhell und arbeitet ebenfalls sehr zuverlässig. Allerdings: Wer von Saugen auf Blasen oder umgekehrt umschalten möchte, muss dieses Gerät erst relativ aufwendig umrüsten. Das Saugrohr muss abgebaut und das Blasrohr an der Unterseite angebaut werden. Dann wird das komplette Gerät gedreht und die jeweils andere Betriebsart steht zur Verfügung. Deutlich komfortabler haben das der Akkusauger von Kärcher und das Netzgerät von Worx gelöst: Hier muss man nur einen Schalter umlegen. Das Saugrohr und ein deutlich kleineres Blasrohr sind dauerhaft am Gerät befestigt. Noch ein Wort zum eingebauten Häcksler: Hier arbeitet bei allen drei Geräten ein robustes Häckselwerk aus Metall. Alle drei Sauger zeigten eine gute Häckselleistung, die Blätter werden fein zerkleinert zur besten Kompostierbarkeit.

Akkuspannungen

Die Herstellerangaben zu den Akkuspannungen sind auf den ersten Blick verwirrend. So gibt es bei den kleineren Geräten welche mit 18 V und 20 V, bei den größeren sind es entweder 36 V oder 40 V. Sollte man nun besser zu Geräten mit der höheren Spannung greifen, weil diese in der Praxis besser sind? Nicht unbedingt, denn bei den höheren Spannungsangaben handelt es sich schlichtweg um einen Marketingtrick. Hierzu müssen wir uns kurz einmal den Aufbau eines Lithium-Ionen-Akkus anschauen. Dieser besteht nicht aus einer einzigen Zelle, sondern mehreren in Reihe geschalteten kleineren Akkus. Diese haben bei Lithium-Ionen immer einen Nennspannung von 3,6 bis 3,7 V. Nun ist es eine einfache Multiplikation: Akkus mit 18 V bestehen aus fünf parallel geschalteten Zellen (5 × 3,6 V), die Variante mit 36 V aus zehn dieser Zellen. Damit kommt man exakt auf die Nennspannung (bei Zellen mit 3,7 V etwas mehr, aber das ist zu vernachlässigen). Möchte man nun einen Akku mit 20 V, dann bräuchte man rechnerisch 5,5 Zellen. Das Teilen einer Zelle geht nicht und wäre eine sechste Zelle verbaut, dann hätte der Akku 21,6 V. Wie kommt es also zu den angeblichen Powerakkus mit 20 V oder 40 V? Das haben wohl findige Marketingexperten erfunden. Denn die Spannung des Akkus ändert sich mit dem Ladezustand. Neben der gängigen Angabe der Nennspannung gibt es noch die Ladeschlussspannung von 4,1 V. Eine Zelle ist also mit dieser Spannung vollständig geladen. Wieder gerechnet: Fünf Zellen vollgeladen ergeben 20,5 V, 10 Zellen 41 V. Und genau das ist der Trick: Statt der Nennspannung wird die Ladeschlussspannung hergenommen und schon wird aus einem Akku mit 18 V einer mit 20 V. Lassen Sie sich also nicht von Spannungsangaben täuschen. Viel wichtiger ist die Kapazität. Denn je höher diese ist, umso länger wird der Akku halten und umso kräftiger kann der Motor sein.

In der Praxis

Zurück zu unseren Testgeräten: Bei den Laubbläsern sind die Geräte mit größerem Akku durch die Bank weg leistungsfähiger. Besonders gut gefällt uns hier der Bläser von Einhell und der ebenfalls kräftige Laubbläser von Worx. Besonders gut arbeitet der Bläser von Stihl, allerdings ist hier die Luftgeschwindigkeit nicht regulierbar. Bei den kleineren Bläsern mit 18 V gefällt uns ebenfalls das Gerät von Einhell gut, nicht zuletzt wegen der kompakten Bauform und der langen Akkuausdauer. Enttäuschend hingegen der Bläser von Black+Decker. Nur magere 7 min schafft dieser Bläser im Ausdauertest. Zum Vergleich: Das Gerät von AGT schafft mit gleicher Akkukapazität mit 14 min zumindest die doppelte Zeit und kann zudem mit etwas besseren Leistungsdaten punkten.

Testverfahren

Die Testgeräte: 7 Laubbläser, 3 Laubsauger/-bläser

Funktion: Die Note der Blasfunktion setzt sich zusammen aus der erzielten Luftgeschwindigkeit und in definierten Entfernungen. Ebenso fließen Nutzen und Effektivität des Luftstroms in der Praxis in diese Note ein. Bei den Laubsaugern werden die Saug-, Blas – und Häckselfunktion einzeln betrachtet und bewertet. Während des Saugvorgangs wird bewertet, wie gut die Geräte das Laub aufnehmen und wie viel Rückstand auf dem Untergrund verbleibt.

Handhabung: Die Probanden prüfen und bewerten die generelle Handhabung der Geräte sowie die Funktionalität, Gängigkeit und Ergonomie sämtlicher Bedienelemente. Unter Reinigung/Entleerung wird die Modularität, Zugänglichkeit und Einfachheit der Reinigung der verschmutzten Teile bewertet. Das Betriebsgeräusch wird im Labor aus einem Abstand von 50 cm ermittelt und vergleichend bewertet.

Verarbeitung: Bewertet werden die allgemeine Wertigkeit der verwendeten Materialien, das Nicht – bzw. Vorhandensein von Graten und

scharfen Kanten sowie eventuellen Klemmstellen, ebenso die Größe von Spalten und Ritzen.

Ökologie: Bewertet wird eventuell unnötige Verpackung und entstehender Müll. Hinzu kommt die Effizienz des Gerätes, also das Verhältnis von beim Laden aufgenommener Energie (Wh) zur daraus erzielten Akkulaufzeit.

Sicherheit: Neben dem Vorhandensein eines Sicherheitsschalters wird bewertet, wie gut das Gerät und die Bedienungsanleitung verhindern können, dass Schäden entstehen.