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SAUJAGD IM RAPS: WASSER im gelben Meer


Wild und Hund - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 02.05.2019

Sauen lieben Raps und sind, einmal eingewechselt, für den Jäger bis zur Ernte nur schwer erreichbar. Eine Oase im Schlag kann sie aber aus der Deckung locken.

Artikelbild für den Artikel "SAUJAGD IM RAPS: WASSER im gelben Meer" aus der Ausgabe 9/2019 von Wild und Hund. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Heino Petersen

Eigentlich liegt das Gelbe Meer zwischen China und Japan. Aber auch in Deutschland gibt es ein gelbes Meer, denn rund 1,2 Millionen Hektar Ackerfläche wurden für die Ernte 2019 mit Winterraps eingesät. Und der zieht das Schwarzwild an wie Licht die Motten. Wer Wildschäden verhindern will, sollte deshalb rechtzeitig Abhilfe schaffen. Die beste Chance bietet sich mitten im Einstand mit einer Kirrung, die beschickt wird, sobald ...

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Eigentlich liegt das Gelbe Meer zwischen China und Japan. Aber auch in Deutschland gibt es ein gelbes Meer, denn rund 1,2 Millionen Hektar Ackerfläche wurden für die Ernte 2019 mit Winterraps eingesät. Und der zieht das Schwarzwild an wie Licht die Motten. Wer Wildschäden verhindern will, sollte deshalb rechtzeitig Abhilfe schaffen. Die beste Chance bietet sich mitten im Einstand mit einer Kirrung, die beschickt wird, sobald der Raps im Frühjahr Deckung bietet.

Wind im Gesicht, Mond im Rücken

Generell sollten Kirrungen nicht in Waldnähe angelegt werden, damit die Sauen nicht ins Feld gelockt werden. Eine Feldkirrung soll deshalb speziell die Schwarzkittel anziehen, die bereits draußen unterwegs sind.

Für die Planung ist es wichtig, erstens die Hauptwindrichtung am auserkorenen Schlag zu kennen und zweitens die Lichtverhältnisse zu prüfen. Denn wenn der Mond tief steht, erschwert sein Gegenlicht das Zielen, da der Wildkörper weniger Kontrast abgibt. Besser ist es deshalb, wenn der Mond im Rücken steht. Selbst mit nicht beleuchtetem Absehen kann man dann besser anvisieren.

Gemäht wird im Rechteck – nachdem der Landwirt sein O.K.gegeben hat.


Ein Rechteck häckseln

Ist auf diese Weise ein geeigneter Standort gefunden, wird im Abstand von mindestens 30 m zum Ackerrand eine Fläche von etwa 10 x 4 m mit Freischneider und Häckselmesser gehäckselt. So werden nicht nur die Stängel abgetrennt, sondern auch gleich gemulcht. Wichtig: Das Areal wird längs zur später positionierten Ansitzeinrichtung gemäht, also mit Blick auf die schmale Seite. Einen Pfad dorthin häckselt man nicht, damit der Bereich für die Sauen geschlossen wirkt.

Es ist unerlässlich, vorher mit dem Landwirt zu sprechen, damit es keinen Ärger gibt. Zwar profitiert der Bauer, wenn an der Kirrung Schwarzwild erlegt wird. Aber es wird ein Ertrag von etwa 40 Quadratmetern seiner Ernte zerstört. Das sind zwar nur etwa 2,80 €, trotzdem benötigt man zuvor die Erlaubnis.

Wo der Boden auch nach Verdichten zu durchlässig ist, hilft eine Plane beim Suhlenbau.


Wasser ist wichtig

Das vergangene Jahr war über viele Monate extrem heiß. Entscheidend für den Erfolg einer Raps-Kirrung ist vorhandenes Wasser. Deshalb wird eine Suhle angelegt. Dazu hebt man auf der vom Sitz entfernten Seite der gehäckselten Fläche etwa 30 bis 40 cm tief Ackerboden aus. Der Grund der mindestens einen Quadratmeter messenden Mulde wird durch Stampfen verdichtet oder alternativ mit einer stabilen Plane abgedichtet. In die Mulde kommt Wasser sowie etwas vom ausgehobenen Ackerboden. Beides wird vermischt.

Bitte nicht wundern: 100 Liter Wasser sind schnell verbraucht, und gerade in den ersten Tagen kann man nahezu täglich Wasser zur Suhle bringen. Deshalb ist es ideal, wenn man in der Nähe mehrere blaue 60-Liter-Fässer deponiert, aus denen Nachschub geschöpft werden kann. Noch besser ist ein 1 000-Liter-IBC-Tank aus der Lebensmittelindustrie auf einem Anhänger montiert. Er ist stabil und wetterbeständig, kann gefüllt aber nur per Anhänger oder mit dem Traktor bewegt werden. Manche Jäger schwören darauf, etwas Salz oder Maggi mit in die Suhle zu geben.

Wasser und ein Teil des Aushubes werden zu Matsch gemischt.


Neben Mais und Suhle zieht ein Malbaum die Sauen aus dem Rapsschlag.


Fotos: Thomas Fuchs

Alles festgehalten

Neben dem Schlammbad brauchen die Sauen zum Wohlfühlen noch einen Malbaum. Dazu schlägt man einen mindestens zehn Zentimeter starken Pfahl tief in die Erde und bestreicht ihn mit Buchenholzteer. Anhand der Höhe der Scheuerstellen lässt sich die Größe der Stücke einschätzen. Noch besser geht das natürlich mit einer Wildkamera, die gegenüber der Suhle an einem separat eingeschlagenen Pfahl angebracht wird. Mit ihr lassen sich auch gestreifte Frischlinge bestätigen.

Auch schießen

Damit die Sauen im Raps nicht nur gut versorgt, sondern auch erfolgreich bejagt werden, wird außerhalb des Ackers ein Ansitz platziert. Das kann eine Leiter, ein Bock oder eine fahrbare Kanzel sein. Entscheidend ist: je höher, desto besser der Einblick. Idealerweise liegt die Sitzhöhe bei mindestens zwei Metern. Offene Ansitze werden zur Tarnung verblendet. Die perfekte Distanz zwischen Ansitz und Suhle für Schüsse auch bei schlechterem Licht liegt bei etwa 30 bis 40 m.

Entscheidend ist aber, dass tatsächlich geschossen wird, wenn Sauen da sind, gegebenenfalls auch auf einen geringen Frischling. Denn der Sinn einer Kirrung ist stets, mit geeignetem Kirrgut Wild anzulocken, um es gezielt zu bejagen und in diesem Fall natürlich auch aus dem Schlag zu vergrämen. Aufgebrochen wird aber nicht auf der Kirrung, damit andere Sauen nicht misstrauisch werden. So kann man durchaus einige Stücke Schwarzwild bis zur Ernte erlegen. Aber nicht vergessen: Malbaum, Kamerapfahl, Plane und Suhle müssen bis dahin wieder verschwunden sein.

Wildkameras helfen, die Ansitzzeit zu optimieren und Rottenstrukturen zu erkennen.


Wo keine geeignete, feste Ansitzeinrichtung vorhanden ist, hilft eine mobile wie diese Scherenleiter.