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SBIRO UND BLINKER: DUO FÜR SILBER


Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 40/2019 vom 08.03.2019

Mit Durchlaufblinker und Fliege hinter dem Sbirolino sind Sie beim Mefo-Angeln für alle Fälle gerüstet. RedakteurJohannes Radtke geht ins Detail und zeigt Ihnen, worauf es bei beiden Methoden ankommt.


Artikelbild für den Artikel "SBIRO UND BLINKER: DUO FÜR SILBER" aus der Ausgabe 40/2019 von Blinker. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Blinker, Ausgabe 40/2019

Gute Welle, weiches Licht – die Bedingungen stimmen und mit dieser Auswahl an Ködern kann jetzt eigentlich kaum noch was schief gehen.


Vor etwas über einem Jahr ging ich darauf ein, bei welchen Bedingungen welche Angelmethode zur Meerforelle führt (BLINKER 03/2018). Auf den Punkt gebracht: Bei Sonne und Windstille Sbirolino und Fliege, bei bedecktem Himmel und Wind bringt der Blinker den Fisch. Doch es ...

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... lohnt sich eigentlich immer, beides in der Tasche zu haben. Ich setze oft mehrfach am Angeltag beide Methoden im Wechsel ein. Besonders, wenn ich beim Blinkern einen Nachläufer bemerke, tausche ich in Windeseile Blinker gegen Sbirolino mit Fliege und kann so dem Fisch schnell ein anderes Angebot servieren – oft mit Erfolg. Im Folgenden will ich Ihnen zeigen, wie ich die Montagen für beide Methoden optimiere und für den schnellen Wechsel vorbereite.

DURCHLAUF-VORTEILE

Aufgrund ihrer schwerwiegenden Vorteile gegenüber klassischen Küstenblinkern finden sich in meiner Küsten-Köderbox immer mehr Durchlaufblinker. Diese Vorteile liegen neben den tollen und vielseitigen Laufeigenschaften vor allem in ihren Hakeigenschaften. Der Haken läuft dem Köder sauber hinterher – besonders, wenn er ohne Sprengring montiert wird. Deshalb verzichte ich fast immer auf ihn und knote den Haken lieber direkt an die Vorfachschnur. Insbesondere bei stark hin- und herpendelnden Ködern ist es entscheidend, dass der Haken in einer Flucht mit dem Köder läuft, sonst kommt es oft zu unsauber oder gar nicht gehakten Fischen. Hängt der Fisch dann, kommt der zweite Vorteil des Durchläufers zum Tragen: Der Fisch kann sich wesentlich seltener wieder befreien. Schüttelt sich die Forelle, schießt der Köder geradezu nach oben auf dem Vorfach und die listige Mefo hat keinen guten Hebel mehr, um sich einfach abzuschütteln. Natürlich kommt es auch trotz dieser Eigenschaften immer mal wieder zu Aussteigern, doch die gehören beim Küstenfischen dazu.

Die Form verrät grob, wie der Blinker geführt werden kann: Je schlanker, desto schneller.


1 KÜSTENBLINKER

Allzu kompliziert ist die Montage nicht unbedingt, doch ein paar Dinge müssen beherzigt werden. Zuerst sollten Sie den Schnurkanal überprüfen – selbst bei teuren Blinkern gibt es hier manchmal hässliche Grate, die mittels einer passenden Nadel entfernt werden müssen. Besonders durchdachte Modelle haben inzwischen ein schnur-schonendes Plastikröhrchen im Inneren. Der Knoten am Haken ist durch ständiges Werfen und die Rotationen des Blinkers enormen Belastungen ausgesetzt. Daher wird er hier durch ein kurzes, relativ weiches Plastikröhrchen geschützt. Zudem sorgt es dafür, dass Knoten und Haken stets gut ausgerichtet sind, er also genau in Köder-Flucht zeigt. Würde der Blinker direkt an dem weichen Röhrchen reiben, wäre sein Spiel etwas eingeschränkt. Abhilfe schafft wiederum eine Perle aus recht hartem Plastik. So rotiert der Blinker fast uneingeschränkt und der Knoten ist geschützt.

KÖDERFÜHRUNG

Je nach Modell eigenen sich die Durchläufer für unterschiedliche Einholgeschwindigkeiten. Grundsätzlich kann man sagen, dass schlanke Modelle eine schnelleres Tempo erlauben. Im Vergleich zum normalen Spinnfischen im Süßwasser sollten aber alle Küstenköder ziemlich schnell geführt werden. Nur dann durchschaut die Forelle den Schwindel nicht allzu leicht und packt eher zu. Eine weitere Grundregel: Je wärmer das Wasser, desto schneller muss gekurbelt werden. Im Frühjahr kann noch relativ „normal” schnell gekurbelt werden – und so ziemlich alle Blinker-Modelle fangen jetzt. Ab Mai kann das Einholen dann geradezu in Arbeit ausarten: Tennisarmgefahr! Glauben Sie mir, wenn ich Ihnen sage, dass Sie mit handelsüblichen Rollen unmöglich zu schnell für eine Meerforelle kurbeln können. Zu dieser extremen Einholgeschwindigkeit passend, fangen die schlankeren Blinker jetzt besser.

Zu jeder Jahreszeit empfiehlt es sich, regelmäßig Spinnstopps beim Einholen einzulegen. Diese müssen nicht lang ausfallen, um eine Forelle zum Zuschnappen zu überreden. Normalerweise streue ich pro Wurf zwei, drei Stopps ein – einen, wenn der Köder fast vor meinen Füßen ist. Gibt es nur Bisse in den Stopps und sind viele davon nicht zu verwandeln, sollten Sie zu Fliege und Sbiro wechseln.

STOPPER VOR DEM BLINKER

Einige Küstenköder neigen dazu, im Stopp auf dem Vorfach nach vorne zu rutschen. Beißt die Forelle jetzt zu, ist es Glückssache, ob sie am Haken hängen bleibt. Abhilfe schafft ein oberhalb des Blinkers oder Wobblers aufgezogener Gummistopper. Eine kleine, harte Perle sorgt dafür, dass das Gummi des Stoppers den Köder beim Absinken nicht im Spiel stört.

Der Tuwob Küstenwobbler wird durch den Stopper im Absinken am Haken gehalten – und so noch fängiger.


Der Traum jedes Küstenanglers: Einmal einen Blankfisch wie diesen fangen, in dessen Maul selbst ein 30-Gramm-Blinker klein wirkt.


2 SBIROLINO UND FLIEGE

Beim Fischen wird das kurze Sbiro-Vorfach einfach in einen Karabiner an der Hauptschnur eingehängt und der Gummistopper stramm nach unten geschoben.


Wer viel mit Sbirolino und Fliege fischt, kennt das Problem: Verwicklungen des langen Vorfachs mit der Hauptschnur und dem Sbiro. Gerade an der Küste mit oft ungünstigen Windverhältnissen – von vorne vertüddelt es am schlimmsten – ist dies ein ständiges Ärgernis. Nach viel Tüftelei, sehr viel verwickelten Vorfächern und mehr als ausreichend Knoten im Vorfach habe ich nun eine ziemlich optimale Montage gefunden. Diese erfüllt gleich einige wichtige Eigenschaften.

VERWICKLUNGSFREI

Verwicklungen sind dank des leichter unter Spannung stehenden und so während des Wurfes im Winkel abstehenden Stäbchens sehr selten. Selbst, wenn die Montage im Wurf nicht vernünftig abgestoppt wird, kommt es kaum zu Kontakt zwischen Fliege und Hauptschnur oder Sbiro. Um sicher zu gehen, sollt die ablaufende Schnur am Ende des Wurfes dennoch deutlich mit der Hand gebremst werden.

UNAUFFÄLLIG

Trotz zweitem Röhrchen und ein paar Gummiperlen ist diese Montage nicht viel auffälliger als ein Sbiro solo. Dennoch: Besser wäre es, gänzlich auf das Wurfgewicht zu verzichten. Nicht selten bekomme ich Nachläufer oder Attacken auf den Sbiro. Ein paar extrem schnelle Kurbelumdrehungen können in dieser Situation helfen, die Fliege auf Höhe des nachlaufenden Fisches zu bringen – manchmal packt dieser dann auch sofort zu.

Die Sbiro-Montage muss Fliege und Vorfach hunderte Male verwicklungsfrei gen Horizont befördern.


VARIABLE KÖDERFÜHRUNG

Durch die Fixierung des Sbiros sind sämtliche Köderführungen möglich. Beim frei laufenden Sbiro ist dies nicht so: Wird er schnell geführt und dann abrupt abgebremst, rutscht er ein Stück nach vorne. Wird dann wieder gekurbelt, schlägt der Sbirolino hart gegen den Wirbel und es ruckt in der Rute – fast wie beim Biss. Dies stört eine feinfühlige Köderführung extrem und lenkt schlimmstenfalls von einem echten, vorsichtigen Biss ab.

SCHNELL EINSATZBEREIT

Die ganze Montage mitsamt Vorfach und angeknoteter Fliege wickle ich auf ein Schaumstoff-Wickelbrettchen, das ich in einem stichfesten Zip-Beutel verwahre. Ich kann das Ganze einfach in einen an die Hautschnur geknoteten Karabiner einhängen und schon ist die Sbiromontage einsatzbereit. Der Tausch von Durchlaufblinker zu Sbiromontage dauert so weniger als eine Minute – dies ist absolut entscheidend im Falle eines nachlaufenden Fisches.

FLIEGEN UND VORFACH

Natürlich kann man Bücher über die richtige Fliegen für Meerforellen schreiben – braucht man aber nicht! Mein Tipp: Machen Sie sich nicht verrückt. Es reicht vollkommen, wenn Sie vier, fünf unterschiedliche Muster an der Küste dabei haben. Sie sollten vor allem auf kleinere, dezente Fliegen setzen. Dazu ein großß - es, dunkles Ringelwurm-Imitat. Dies ist unerlässlich, wenn der große Wurm schwärmt. Andere große, üppige Muster und Fischchen-Fliegen können Sie sich sparen. Denn wenn diese zum Einsatz kommen würden, verwenden Sie besser ihre Blinker. Die Frage nach der richtigen Vorfachlänge beantwortet die Rutenlänge. Damit sich bei der Landung und im Wurf das Ganze vernünftig handhaben lässt, sollte die Länge des Vorfachs höchstens der Rutenlänge minus einem halben Meter entsprechen. Besser ist ein dreiviertel Meter weniger. Die Scheuchwirkung des Sbirolinos ist dabei egal. Er lockt eher Fische, als sie zu verschrecken!

Ein paar kleine Muster in verschiedenen Farben und ein Wurm-Imitat (oben) reichen für fast alle Küstensituationen und Fischlaunen.


KÖDERFÜHRUNG

Die eher natürliche, kleine Fliege kann Fische überreden, die dem Blinker nur hinterherlaufen oder sogar überhaupt nicht darauf reagieren. Die Köderführung ist extrem variantenreich, von langsam mit vielen Pausen, in denen die Forelle gern zuschnappt, bis zu Highspeed ist alles machbar. Für den Anfang empfiehlt sich ein moderat schnelles Einholtempo mit drei bis vier kurzen Pausen pro Wurf. Passiert nichts oder bekommen Sie Anfasser oder Nachläufer, variieren Sie das Tempo und die Stopps. Meist hilft eine schnellere Ködergeschwindigkeit, um aus spitzen Bisse harte Attacken zu machen. Irgendwann werden Sie die richtige Kombination für den Angeltag gefunden haben.

Auch wenn Sie über ausladende Arme verfügen, sollten Sie das Vorfach nicht zu lang wählen. Hier passt die Länge ziemlich gut.


Grundsätzlich sollten Sie ihre Köder eher schneller als langsamer führen – egal, ob Blinker oder Fliege!


FOTOS: F. PIPPARDT, J. RADTKE


FOTOS: J. RADTKE, F. PIPPARDT

FOTOS: F. PIPPARDT, A .AGGERLUND / WESTIN-FISHING

FOTOS: F. PIPPARDT, J. RADTKE