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Scania LS 141 mit HMF Anhänger: Erik Mortensen, Skive


Laster & Bagger - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 15.11.2019

In der international ausgerichteten Sammlung von René Tanner nimmt er eine besondere Rolle ein: der farblich attraktive Scania LS 141 Hauber von Erik Mortensen, Skive …


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Bildquelle: Laster & Bagger, Ausgabe 6/2019

Nebelschwaden verhindern den Blick auf den idyllischen See, leichter Wind weht durch den besäumten Parkplatz, langsam erwacht der Morgen und die beschlagenen Fenster kündigen einen weiteren Herbsttag an.

Der Wecker klingelt schrill; der stämmige Däne reibt sich benommen den Schlaf aus den Augen, behäbig kriecht er aus seiner Koje. Er öffnet den Seitenvorhang ein Stück und schielt nach draussen. Während er auf dem Fahrersitz die Jeans ...

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... überstreift, kurbelt er die quietschende Seitenscheibe runter, die frische Morgenluft strömt wohltuend in sein Gesicht. Ein weiterer Blick in den Rückspiegel; Erik zieht den Vorhang zurück, knarrend öffnet sich die Fahrertür und ein leicht modriger Geruch entweicht dem Fahrerhaus als er nach draussen steigt. Eine wunderbare Landschaft, so ruhig und verträumt, ein idealer Platz, um seine Ruhezeit auf Vordermann zu bringen, denkt er sich und kramt den Gaskocher aus der Staukiste hervor; ohne Kaffee geht erstmal gar nichts …

Während das Wasser aufkocht, rasiert Erik sich im Peilstangenspiegel; dabei wirft er immer wieder einen Blick über die Seitenflanke des beladenen Zuges; leicht nach rechts geneigt steht er da, mit 19 Metern Gesamtlänge eine recht imposante Erscheinung und eine äusserst spezielle dazu …

Dampfend steht die Kaffeetasse auf dem Armaturenbrett als Erik Mortensen, Selbstfahrer aus Skive, den Motor startet. Er drückt den charakteristischen Bosch- Zündschlüssel mit einem Klick ins Kontaktschloss; die rote Kontrolllampe im Kombi-Instrument beginnt zu flackern, ticken und zu leuchten. Die Zeiger von Öldruck, Tank-, Volt- sowie die Luftvorratsanzeige bewegen sich zaghaft in Niveaustellung. Abwartend betätigt er dann den kleinen schwarzen Anlasserknopf im Armaturenbrett und gibt nur einen einzigen Befehl, um die 375 PS anzufeuern. Als würde man den gespannten Abzug einer 45er zum Abschuss bringen, beginnt der schwere Achtzylinder zu drehen. Ein sonorer mächtiger Ton stellt sich gleichmässig ein, wie wenn schwere Eichenbäume auf einer Überkopfsäge langsam zersägt werden. Kurz darauf wird jener Ton vom rasselnden Geräusch des Zentrifugalfilters begleitet.

Beim Aussteigen fühlt Erik wie das Fahrerhaus bei jedem einzelnen Kolbenschlag mitschwingt. Kompressorluft durchströmt die Leitungen um die Luftbehälter zu füllen, der luftgefederte Anhänger beginnt zögernd die Fahrstellung zu erreichen. Der beissende und leicht bläuliche Abgasrauch begleitet ihn, als er sich zum Heck begibt, um Reifen, Anschlüsse und die VBG-Kupplung zu überprüfen; irgendwo säuselt eine Luftleitung. Mit einem Lappen reinigt er die Rücklichter, überprüft den Zollverschluss und wirft einen Blick zum hinter ihm parkenden Lastwagen; es ist ein norwegischer FB 89 Anhängerzug im Auftrag der Continental Longtraders aus Tonsberg auf dem Heimweg. Wenn der Volvo sein Ziel bereits erreicht haben wird, wird Erik noch zwei Stunden Fahrzeit vor sich haben.

Man beachte die Schmutzspuren an Tank und Luftkanal.


Der Umbau der Kabine gestaltete sich sehr umfangreich.


Heck und Kupplung mit einzigartigen Details.


Das Vorbild besass einen zweiachsigen Anhänger – doch soviel künstlerische Freiheit muss sein.


Kontrollierend geht er zurück, verschliesst die Staukiste und erklimmt die drei Stufen über die beidseitig montierten Haltestangen in die Führerkabine; gemächlich wird das Nachtlager gerichtet, letzte Utensilien versorgt. Aus der schmalen Mittelkonsole nimmt er eine neue Tachoscheibe, füllt diese aus und legt sie in den offenen Fahrtenschreiber. Einen letzten Schluck Kaffee, Erik legt den zweiten Gang ein, er löst den zischenden Federspeicher und lässt die Kupplung behutsam kommen. Mit einem Ruck nach rechts, nimmt der beladene Lastzug langsam leicht rüttelnd die Fahrt auf, der sonore Ton wird mächtiger, ein Grollen widerfährt der morgendlichen Stille als der 141er anzieht. Sorgsam schaltet Erik die Gänge der kleinen Gruppe hoch … unterstützt wird der ballernde Ton durch das offene Auspuffrohr; bei den Skandinaviern seit jeher Standard. Der V8 beschleunigt, der Fahrer schaltet in die grosse Ganggruppe, lässt dem Getriebe genügend Zeit, bevor er den Schaltstock wissend in die Gasse drückt, beschleunigt wieder und der Fahrtwind beginnt zaghaft die Plane zu verwerfen; trotz des hohen Gewichts gewinnt der Zug ohne jegliche Anstrengung an Geschwindigkeit. Hoch oben sitzend, leicht nach vorne gebeugt, sieht Erik im Rückspiegel den Anhänger gleich den Unebenheiten im Takt wippen. Letzter Morgentau verflüchtigt sich langsam auf der Windschutzscheibe, Zeit sich eine Zigarette anzustecken und die geschwungene Strasse zu geniessen. Vorbei an kleinen verschlafenen Dörfern und riesigen Kornfeldern führt es ihn diesmal in den hohen Norden Norwegens. Das Steinzeugs, rund 28 Tonnen, hat er im Auftrag der Jumbo Transport AS in Århus geladen, für die er regelmässig in ganz Skandinavien und Benelux unterwegs ist.

Scania L-LS-LT

Während die meisten Lastwagenbauer die Haubenlenker-Bauart in den frühen siebziger Jahren ad Acta legten, hielt Scania an diesem Konzept fest. Zwei Jahre nach der Einführung des urigen LB 140 1969, wurde 1972 der LS vorgestellt. (LS = Lastbilar-Släpaxla).

Die Nachfrage nach Hauben-Fahrzeugen war unverkennbar und die skandinavische Forstwirtschaft hielt traditionsbewusst immer schon an Haubenlenkern fest. Als reines Forstfahrzeug gedacht, wurde der 140er schnell beliebt und in allen erdenklichen Segmenten eingesetzt. Das Fahrerhaus wurde von der kleineren 80er Baureihe übernommen, da es mit geringerer Breite besser zur neu konstruierten Fiberglas-Motorhaube passte. Mit der Einführung der 1er Serie wurde ebenfalls der LS 141 angeboten, der in vielen Details überarbeitet wurde. Eine Schlafkabine wurde werksmässig bei allen Typen nie angeboten. Schätzungsweise wurden ca. 3800 Stück der L 140-141- 145 Serie gebaut.

Der Scania LS 141 wirkt mit dem Anhänger von HMF sehr beeindruckend.


Mario van Lint

Ich habe beim Umbau des Heavy- Goods Bausatzes von der 6x4 Schwerlastzugmaschine-Variante mit langer Schlafkabine zum Fernverkehrs- Lastwagen eine ähnliche Vorstellung aufleben lassen. Das Originalfoto half natürlich dabei, lediglich erlaubte ich mir, hie und da die eigene Fantasie auszuleben und deshalb ist der Anhänger dreiachsig gebaut.

Umfassende Eingriffe waren das Verlängern des Chassis mit eigens gebogenem Aluminium U-Profil aus 0.3 mm Blech und eine neue Hinterachse in 6x2-Ausführung. Das Fahrerhaus musste um 2 mm gekürzt werden. Die Aufbauten sind aus 2 mm Kunststoffplatten hergestellt; Kotflügel aus 0.3 mm Alublech. Die Plane besteht aus Schreibpapier; das war mein erster Versuch, authentische Planen realisieren zu können, erkennbar an dem nicht vorhandenen Zollverschluss. Die Lackierung geschah aus der Spraydosen; den Lack habe ich mit leicht verdünntem Nitroverdünner, gemischt mit Revell-Verdünner ausgebleicht und gealtert, was etwas Überwindung kostete.

Wie bei den meisten Selbstbauten greife ich auf diverses Zubehör von Tekno und anderen Herstellern zurück. Ein empfehlenswerter Tipp, um solches Zubehör zu finden, sind die europaweit grössten Modellbörsen im holländischen Houten. Diese finden jährlich sechsmal statt und werden von der NAMAC veranstaltet (www.namac.nl). Für Lastwagenfans ein absolutes Eldorado und immer wieder einen Besuch wert, um Neues zu entdecken.

René Tanner ist selbständiger Fahrer auf einem DAF CF und gehört zu den besten Lastwagen- Modellbauern.