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Schadet Getreide der Katze?


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Geliebte Katze - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 07.12.2021

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Bildquelle: Geliebte Katze, Ausgabe 1/2022

Futter für Katzen wird häufig mit dem Schlagwort „getreidefrei“ beworben. Die Hersteller argumentieren, dass Futter ohne Getreide für Katzen bekömmlicher sei. Der Stoffwechsel der Samtpfoten ist auf die Zufuhr tierischer Proteine angewiesen und die Tiere können

Kohlenhydrate schlecht verdauen. Sie erklären auch, dass Katzen in freier Wildbahn kaum pflanzliche Nahrung und folglich auch kaum Getreide aufnehmen. Sie verweisen außerdem auf das in einigen Getreidesorten enthaltene Gluten. Gluten wird nachgesagt, dass es Allergien auslöst und Stoffwechselerkrankungen hervorruft. Viele dieser Argumente erscheinen auf den ersten Blick plausibel, aber es lohnt, eins nach dem anderen zu diskutieren, denn wie so oft liegt die beste Lösung in der goldenen Mitte. Erstmals sollte man klären, was Getreide eigentlich ist.

Die Definition: Was ist eigentlich Getreide?

Mit Getreide bezeichnet man Zuchtformen ...

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... von Süßgräsern. Verwertet werden die Samen, also die Körner des Getreides. Zu den Getreiden gehören viele verschiedene Arten. Hierzulande am bekanntesten sind Weizen, Roggen und Hafer, aber auch Mais, Reis und Hirse gehören zu den Getreiden.

Wohingegen Buchweizen beispielsweise kein Getreide ist, sondern zu den Knöterichgewächsen zählt.

Als Nahrungsmittel liefert Getreide viel Stärke und als Vollkornprodukt auch Ballaststoffe. Es enthält aber auch wertvolle Eiweiße, Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente. Insbesondere Weizen ist sehr eiweißreich.

Was ist Gluten und ist es für Katzen unverträglich?

Mit Gluten wird eine Mischung verschiedener Eiweiße bezeichnet, die sich vor allem in Weizen aber beispielsweise auch in Roggen und Gerste befindet.

Getreidesorten wie Reis, Mais oder Hirse enthalten hingegen kein Gluten. Etwa ein Prozent der Menschen leiden unter einer sogenannten Glutenunverträglichkeit. Wenn diese Menschen Gluten zu sich nehmen, reagieren sie mit heftigen Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfällen.

Sehr selten kommt die Glutenunverträglichkeit bei bestimmten Hunderassen wie zum Beispiel dem Irish Setter vor. Bei Katzen wurde bislang keine Glutenunverträglichkeit festgestellt.

Was würden Katzen wählen, wenn sie könnten?

Wilde Katzen ernähren sich hauptsächlich von kleinen Säugetieren, Reptilien, Vögeln und Insekten.

Pflanzliche Nahrung nehmen Wildkatzen in der Regel nur nebenbei auf. Die fleischlastige Nahrung der Wilden besteht dementsprechend aus etwa 52 Prozent Eiweiß, 46 Prozent Fett und nur aus zwei Prozent Kohlenhydraten. Interessanterweise entspricht diese Nahrungszusammensetzung jedoch nicht den Vorlieben von Hauskatzen.

In Studien, in denen Hauskatzen zwischen Mahlzeiten verschiedener Zusammensetzung wählen durften, entschieden sie sich für fettärmere Mahlzeiten mit einem weit höheren Kohlenhydratgehalt. Die Lieblingskost enthielt zwar genauso viel Eiweiß wie die Nahrung der Wilden, aber nur 36 Prozent Fett und dafür ganze 12 Prozent Kohlenhydrate.

Kann die Katze Getreide verwerten?

Ganze, unverarbeitete Getreidekörner sind für Katzen nicht verwertbar. Getreide, dessen Nährstoffe durch Mahlen, Kochen oder andere Zubereitung aufgeschlossen wurde, können sie aber in Maßen gut verwerten. Das gilt auch für die im Getreide enthaltenen Kohlenhydrate. Kohlenhydrate sind auch für die Katze sehr gute Energiespender. Allerdings sollte Katzennahrung zu mehr als der Hälfte aus Eiweiß bestehen und Kohlenhydrate nur den kleinsten Anteil der Futtermischung ausmachen, weil Katzen nun mal Beutetierfresser sind und damit auf proteinreiche Fleischnahrung spezialisiert sind.

Ruft Getreidestärke Diabetes mellitus hervor?

Stärkereiche Mahlzeiten lassen den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen und genauso rasch wieder abfallen. Das kann Katzen, die an Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) leiden, schaden, denn ihnen fehlt das Hormon Insulin, das den Blutzuckerspiegel effektiv reguliert. Zuckerkranke Katzen sollten daher stärkearm ernährt werden.

Getreidekörner bestehen jedoch nicht nur aus Stärke. Die Ballaststoffe im Getreide können den Blutzuckerspiegel sogar stabilisieren. Ob gesunde Katzen, die über Jahre mit stärkereichen Mahlzeiten gefüttert werden, eher zuckerkrank werden als Tiere, die kaum Kohlenhydrate zu sich nehmen, ist nicht klar. Bisher konnte man keinen Zusammenhang zwischen dem Kohlenhydratgehalt der Nahrung und dem Diabetes-Risiko gesunder Katze feststellen. Einig sind sich die Experten hingegen, dass Übergewicht das Risiko von Diabetes bei Katzen erhöht.

Allergien durch Getreide im Vergleich

Allergien sind Fehlfunktionen des Immunsystems, bei dem das Abwehrsystem der Katze auf harmlose Stoffe, wie bestimmte Eiweiße in Nahrungsmitteln mit Hautentzündungen, Juckreiz und auch Durchfällen reagiert.

Zu diesen Proteinen zählen auch Eiweiße aus Getreide, insbesondere aus Weizen. Aber solche Getreideeiweißallergien kommen bei der Katze im Vergleich zu Allergien gegen tierische Proteine selten vor. So reagieren rund dreimal mehr Katzen auf Fisch und fast fünfmal mehr Katzen auf Rindfleisch allergisch als auf Getreide.

Es muss nicht immer nur Fleisch sein

Katzen sind Beutetierfresser und angewiesen auf tierische Kost, keine Frage! Dennoch kann man die Nahrung gesunder Katzen mit pflanzlicher Kost anreichern. Wenn die Katze nicht allergisch auf Getreide reagiert oder zuckerkrank ist, sind Getreideprodukte für sie hervorragende Energiespender, die wertvolle Nährstoffe, darunter auch Eiweiß enthalten. Die Ballaststoffe, die sich nur in pflanzlichen Nahrungsmitteln befinden, fördern darüber hinaus die Verdauung und helfen der Katze dabei, ein gesundes Gewicht zu halten, weil sie fast vollständig wieder ausgeschieden werden – also praktisch keine Kalorien haben –, aber dennoch für ein angenehmes Sättigungsgefühl sorgen, weil sie den Magen füllen.