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Schätze aus dem Bienenstock


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natürlich gesund und munter - epaper ⋅ Ausgabe 6/2021 vom 21.10.2021

HEILKRAFT AUS DER NATUR

DIE BIENEN ZÄHLEN ZU DEN Ä LTESTE N BEGLEITERN DES MENSCHEN. WAS ER IHNEN VERDANKT, IST EINZIGARTIG.

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Die Höhlenmalerei in den Cuevas de la Araña in Spanien ist uralt. Archäologen datieren sie auf einen Zeitraum zwischen 10 000 und 6000 v. Chr. Sie zeigt eine Honigsammlerin, wie sie Waben wilder Bienen aus einem Loch in einer Felswand entnimmt. Die Menschen der Steinzeit schätzten vermutlich vor allem die energiereiche Süße des klebrigen Honigs, möglicherweise erkannten sie aber auch bereits seine Heilkraft. Aus dem alten Ägypten und der Antike ist die Nutzung von Honig als Heilmittel jedenfalls belegt. So verordnete der Arzt Hippokrates (466–377 v. Chr.) Honig bei Fieber, Verletzungen, Geschwüren und eiternden Wunden. Im alten Rom galt die süße Substanz gar als ein Allheilmittel. „Iss Honig, und du bleibst gesund“, lautete ein Leitsatz der römischen Ärzte.

Was die emsigen ...

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... Insekten erschaffen, wird auch in Mythos und Religion gewürdigt. Ohne Bienen kein Leben –das wusste man bereits zur Zeit der Pharaonen. Der Sage nach entstanden sie nämlich aus den Tränen des Sonnengotts Re. „Als diese zur Erde flossen, verwandelten sich die Tränen in Bienen“, heißt es in einer ägyptischen Legende aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. „Durch das Werk der Bienen entstanden Blumen und Bäume. Das ist der Ursprung des Wachses und des Honigs.“ Die große Bedeutung der Bienen für die Pflanzenwelt war also bereits damals bekannt.

Heute weiß man, dass hierzulande 80 Prozent der Wild- und Nutzpflanzen – mehr als 2000 einheimische Arten – auf die Bestäubung von Bienen angewiesen sind. Im antiken Griechenland galten die Bienen als Boten der Götter, der Honig als Quelle der Weisheit, Beredsamkeit und Dichtkunst. Im Christentum verkörpert die Biene, die sich nur von Honig ernährt, den sie selbst sammelt, also ohne die Natur zu schädigen, den Gläubigen, der das Wort Gottes aufnimmt und weitergibt. Die Nutzung von Bienenwachskerzen im Gottesdienst war jahrhundertelang vorgeschrieben.

Vielfältige Inhaltsstoffe

„Honig, Gelée Royale, Propolis, Pollen, Wachs: im Bienenstock gibt es viele Schätze, die einzigartig sind in ihrer Zusammensetzung und in ihrer Wirksamkeit“, erklärt Dr. Annette Schroeder. Sie leitet seit 2018 das Honig- Qualitätslabor an der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim und gibt ihr Wissen um den Honig in Kursen und Büchern („Gesundes aus Honig, Pollen, Propolis“, Ulmer Verlag) weiter. „Es gibt zwei Arten von Bienenprodukten“ erläutert die Lebensmitteltechnologin weiter. Die einen produziere die Biene direkt in ihren Drüsen, wie zum Beispiel Bienenwachs, Bienengift und Gelée Royal. Bei den anderen werden Rohstoffe aus der Natur gesammelt und von den Bienen mit Hilfe von Drüsensekreten veredelt. Dazu zählen Honig, Blütenpollen und Propolis.

Was sammeln Bienen?

NEKTAR Zuckrige, wässrige Flüssigkeit, die von Pflanzen aus den Nektarien (Honigdrüsen) produziert wird. Die Zusammensetzung unterscheidet sich je nach Pflanzenart und Umweltbedingungen wie Boden, Temperatur, Licht, Wasser.

HONIGTAU Ausscheidungen von an Pflanzen saugenden Insekten. Blattläuse & Co. stechen Blätter oder Stiele der Pflanze an, um an deren Nährsaft zu kommen. Nach dem Verstoffwechseln scheiden diese Insekten den überflüssigen Zucker aus.

Er setzt sich als klebrig-süßer Honigtau auf den Blättern ab und wird von den Bienen eingesammelt.

BLÜTENPOLLEN Männliche Keimzellen von Blühpflanzen. Bienen nehmen den feinen Blütenstaub beim Blütenbesuch auf, vermengen ihn mit Speichel und transportieren ihn in sogenannten „Pollenhöschen“ an den Hinterbeinen zum Bienenstock. Blütenpollen sind die Eiweißquelle der Bienen und dienen den jungen Ammenbienen als Nahrung, zur Bildung der Futtersäfte und zur Aufzucht der Brut.

PROPOLIS Harz von Pflanzen und Bäumen. Es wird von den Bienen mit körpereigenen Sekreten, Pollen und Wachsen vermischt. Dadurch entsteht eine harzige Substanz, die Wasser abweist, Fäulnis verhindert und Wärme isoliert. Zudem ist sie antibakteriell, antiviral und pilzhemmend.

Honig ist die Nahrungsreserve des Bienenvolks im Winter. Die Honigbienen sammeln Nektar oder Honigtau (siehe Kasten) in der Honigblase, bereichern die süßen Pflanzensäfte durch körpereigene Stoffe und vervielfachen so die Wirkung. Der so produzierte Honig enthält neben Zucker und Wasser, Pollen und etwa 120 Duftund Aromastoffen rund drei Prozent Aktivstoffe. Die Vitamine – darunter C- und B-Vitamine, Biotin und Folsäure – sind, wie auch die Aminosäuren und Mineralstoffe, für die Aufrechterhaltung wichtiger Stoffwechselprozesse notwendig. Die Enzyme wirken antibakteriell und fördern die Verdauung, Antioxidantien schützen vor freien Radikalen im Blut, Inhibine wie Wasserstoffperoxid hemmen Entzündungen, Defensive wirken effektiv gegen Bakterien, Pilze und Gifte.

Gelée Royale wird von Ammenbienen aus Honig, Blütenpollen und Enzymen in ihren Futtersaftdrüsen produziert. Die Nahrung für die junge Brut und die Bienenkönigin hat immunstärkende und leistungssteigernde Wirkung, zudem beeinflusst sie den hormonbedingen Alterungszyklus und wirkt damit verjüngend.

Propolis ist ein Kittharz aus Pflanzenharzen, Wachs und Blütenpollen. Damit werden Ritzen in der Wabe zum Schutz vor Kälte und Nässe abgedichtet. Es enthält reichlich sekundäre Pflanzenstoffe und wirkt antibiotisch, desinfizierend, konservierend und schmerzstillend.

Pollen werden mit Nektar und Bienenenzymen versetzt zu Futter für die ältere Brut und die Ammenbienen. Die eiweißreichen Blütenpollen enthalten nahezu alle Inhaltsstoffe, die ein Körper zur Ernährung benötigt.

Wachs ist ein hochkomplexes Gemisch aus mehr als 300 Komponenten. Das Baumaterial für die Waben wird von den Bienen in den Wachsdrüsen selbst erzeugt. Die Bienenwaben sind nicht nur Vorratsspeicher für Honig, Brutstätte für den Nachwuchs und Schutzraum für die Bienen, sondern auch ein Kommunikationsnetz für den Superorganismus Bienenvolk.

Ein bewährtes Hausmittel macht Karriere

„Als ich zehn Jahre alt war, schenkte mir mein Vater einen Bienenstock, und dieser Stock freute mich mehr, als wenn ich einen Bauernhof bekommen hätte. Jede freie Minute saß ich bei meinen Bienen. Ich habe den Honig vielfach verwendet und stets gefunden, dass er von vorzüglicher Wirkung ist. Er wirkt lösend, reinigend, stärkend“, erinnert sich Sebastian Kneipp in seiner Autobiografie. Als Junge schätzte er sicherlich vor allem die Süße des Honigs, später behandelte der als Wasserdoktor von Bad Wörishofen bekannte Pfarrer seine Fieberpatienten mit Honigwein und Honigessig.

In der Volksheilkunde waren und sind Produkte aus dem Bienenstock bei der Behandlung vieler Beschwerden allgegenwärtig: Honigumschläge bei kleineren Verletzungen und Prellungen, Propolistinktur bei Aphten im Mund und bei Herpes. Bienenwachswickel sorgen bei Bronchitis, Erkältung, Blasenentzündung und Verspannungen für wohlige Wärme, Sirup aus Honig und Zwiebeln lindert Husten, eine warme Honigmilch ist eine bewährte Einschlaf hilfe und ein großer Löffel Honig die leckerste „Erste Hilfe“ bei jedem Kratzen im Hals (einige Hausmittel mit Honig finden Sie im Kasten auf Seite 30). Eine Gefahr für die Zahngesundheit sei das nicht, so Dr. Schroeder: „Es wurde nachgewiesen, dass Honig die Bildung von Karies nicht fördert, sondern dass er im Gegenteil das Karies bildende Bakterium Streptococcus mutans hemmt und eine Plaquebildung verhindert.“

Inzwischen weiß man: Honig wirkt besser gegen Bakterien als Antibiotika, und das, ohne dass dagegen Resistenzen gebildet würden. Seine wundheilende Wirkung ist von der Forschung belegt. Der Honig verhindert, dass sich Bakterien an das Gewebe heften und einen Biofilm bilden. Wichtig ist dabei, den Verband täglich zu wechseln, weil der Honig Wasser aus der Wunde aufnimmt und sich dadurch die antibakterielle Wirkung verringert. „Im Prinzip kann jeder Honig bei Wunden verwendet werden,“ erklärt Dr. Schroeder. „Als offizielles Arzneimittel braucht er aber eine arzneimittelrechtliche Zulassung, und das hat bisher nur der Manukahonig aus Neuseeland geschafft.“ Dieser Honig, für den die Bienen den Nektar der Blüten des Manukastrauchs sammeln, enthält zudem Methylglyoxal, ein Nebenprodukt aus dem Zuckerstoffwechsel, das eine besonders hohe antioxidative Wirkung haben soll. Medi-Honey ist Honig, der mit Gamma-Strahlen behandelt wurde, um Keime abzutöten. Dieser medizinische Honig, den es auch in Apotheken zu kaufen gibt, ist inzwischen in vielen Krankenhäusern Teil des Wundmanagements und hilft sogar bei Wunden, die mit multiresistenten MRSA-Keimen infiziert sind.

Diese Honigsorten sind besonders beliebt

Waldhonig stammt von Honigtau, der vorwiegend in Fichten-oder Tannenwäldern gesammelt wird. Dieser Honig schmeckt würzig und leicht malzig, er ist sehr dunkel und bleibt lange flüssig.

Ein besonders seltener Waldhonig ist Tannenhonig, der nur in Tannenwäldern gewonnen wird.

Rapshonig ist hierzulande der häufigste Sortenhonig. Flüssig ist er zart gelblich, er kristallisiert aber besonders rasch aus und wird dabei fast weiß. Mild und dezent im Geschmack, ist er bei Kindern besonders beliebt.

Lindenblütenhonig besteht aus an Lindenblüten gesammeltem Nektar und aus Honigtau von Lindenbäumen zu unterschiedlichen Anteilen. Der weißliche bis hellgelbe Lindenblütenhonig schmeckt ausgeprägt blumig-süß und leicht medizinisch nach Pfefferminz. Lindenhonig mit größeren Honigtauanteilen ist würziger und tendiert farblich ins dunkle Gelb.

Akazienhonig ist ein zarter, wenig intensiver, hellgelber Honig. Er ist sehr reich an Fruchtzucker und bleibt monatelang flüssig. Allerdings stammt der Nektar für diesen Sortenhonig in Deutschland nicht von Blüten der Akazien, sondern von der auch Scheinakazie genannten Robinie. Korrekterweise heißt der Honig deshalb Robinienhonig.

Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer Sorten, beispielsweise Edelkastanienhonig, Heidehonig, Kornblumenhonig, Löwenzahnhonig, Sonnenblumenhonig, Obstblütenhonig, Kleehonig und verschiedene Mischhonige aus Nektar und / oder Honigtau, von denen keiner wie der andere schmeckt. Mischungen aus Nektar- und Honigtauhonigen werden je nach Erntezeitpunkt Frühtracht- oder Sommertrachthonig genannt.

In der Krebstherapie werden Honig, Propolis, Blütenpollen und Gelée Royale gegen begleitende Beschwerden eingesetzt. Selbst Bienengift wird mitunter zur Medizin, so in Form von Salben bei rheumatischen Beschwerden. Melittin, der Hauptbestandteil des Bienengifts, wirkt antientzündlich. In der Homöopathie und Anthroposophischen Medizin wird das Mittel Apis aus ganzen Bienen potenziert und vor allem bei Entzündungen von Haut und Schleimhäuten angewendet.

Auch zur natürlichen Desensibilisierung bei Heuschnupfen hat sich Honig bewährt. Schon ein bis zwei Esslöffel Honig pro Tag trainieren das Immun-system, so dass es allmählich gegen die Allergieauslöser unempfindlicher wird. Allerdings funktioniert das „Heilmittel Honig“ nur, wenn es von Bienen produziert wurde, die jene Pollen angeflogen haben, gegen die man allergisch ist. Die Imkerei, aus der der Honig stammt, sollte deshalb nur maximal zehn Kilometer vom Wohnort entfernt sein. Zudem muss der Honig zum richtigen Zeitpunkt geerntet werden: Bei Pollenallergikern, die auf Frühblüher reagieren, finden sich die entsprechenden Allergene in Honig, der im April/Mai geschleudert wird, wer im Sommer Heuschnupfen bekommt, nimmt Honig aus der zweiten Schleuderung im Herbst. Auch mit Propolis ist diese natürliche Desensibilisierung möglich.

Doch Vorsicht: Da es gerade bei Pollenallergikern zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen kann, sollten Sie sich mit Ihrem Arzt beraten, bevor Sie mit einer Honigkur beginnen.

Schönheit aus dem Bienenstock

Schon seit der Antike werden Bienenprodukte nicht nur als Heil- sondern auch als Hautpflegemittel genutzt. Man denke nur die letzte altägyptische Königin Kleopatra, die regelmäßig in Milch und Honig gebadet haben soll, um ihre Schönheit zu erhalten. Auch heute noch entfaltet Honig seine beruhigenden, entzündungshemmenden und heilungsfördernden Eigenschaften in vielen Pflegeartikeln.

Antibakteriell wirkender Propolis findet sich in Produkten für unreine Haut ebenso wie in Fußcremes, Mundspülungen, Zahncremes und Anti-Schuppen-Shampoos. Bei den Kosmetikprodukten ist allerdings Vorsicht geboten, denn das Kittharz ist sehr stark entzündungshemmend und sollte nur bei Bedarf verwendet werden. Zudem kann es Kontaktallergien auslösen, die sogar relativ häufig auftreten. Eine tägliche Anwendung von Propolisprodukten ist deshalb nicht ratsam.

Das stark wasserabweisende Bienenwachs wiederum ist Bestandteil vieler Wind-und-Wetter-Cremes, sogenannten Coldcremes. Es bildet einen dünnen Film auf der Haut und verhindert so, dass zu viel Feuchtigkeit verloren geht, ohne die Haut abzudichten. In Lippenstiften sorgt Bienenwachs zusammen mit Pflanzenwachsen für die feste Konsistenz und die Rückfettung der empfindlichen Haut.

Eindrucksvolle Sortenauswahl

Die Deutschen sind Honigweltmeister: Pro Kopf und Jahr vernaschen wir rund anderthalb Kilogramm Honig. Produziert werden hierzulande an die 20 000 Tonnen des „flüssigen Golds“ von etwa 700 000 Bienenvölkern, die rund 75 000 Erwerbs- und Hobbyimkern gehören. Auch wenn viele Imker ihre Bienen mit Sorgfalt halten und ihr Honig höchsten Qualitätsrichtlinien entspricht, lohnt sich für die meisten die Mitgliedschaft in einem Bioverband nicht, erklärt Dr. Schroeder. Wer „Echten Deutschen Honig“ kauft, tut der heimischen Umwelt jedenfalls viel Gutes: Für 500 Gramm Honig fliegt eine Biene rein rechnerisch dreimal um die Erde und bestäubt dabei 75 Millionen Blüten, unter anderem von vielen Nutzpflanzen. In Deutschland sind mehr als 100 Honigsorten im Handel von hellgelb bis dunkelbraun, von flüssig bis fest, von mild-blumig bis herb-aromatisch. Je nach Futterpflanzen der Bienen unterscheidet man zwischen Blüten- und Waldhonig sowie nach einzelnen Sorten (siehe Kasten Seite 29).

Dank seinem hohen Zuckeranteil und einem geringen Wassergehalt wird Honig nicht schnell schlecht. „Lagern Sie Honig aber nicht zu warm und außerdem dunkel und trocken im Vorratsschrank“, rät Dr. Schroeder. „Seine wertvollen Inhaltsstoffe, vor allem die Enzyme, Inhibine und Vitamine, werden beschädigt, wenn Honig in der Wärme oder in der Sonne steht.“ Wenn Sie von den gesunden Inhaltsstoffen des „flüssigen Golds“ profitieren möchten, sollten Sie auch darauf achten, den Honig nicht stark zu erhitzen und ihn nicht in allzu heiße Getränke einzurühren.