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SCHÄTZE AUS DEM FROST


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National Geographic Deutschland - epaper ⋅ Ausgabe 11/2021 vom 22.10.2021

17. JAHRHUNDERT

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Kostbare Objekte, die durch das Tauwetter freigelegt wurden, bestätigen mündliche Überlieferungen und alte Bräuche der Yupik. Die globale Erwär ­ mung bedroht Artefakte indigener Kulturen weltweit.

ES IST EIN TRAGISCHER MOMENT, den die archäologische Stätte Nunalleq an der Südwestküste Alaskas bewahrt hat – für lange Zeit im Eis konserviert. Der Platz ist übersät von Alltagsgegenständen, die die indigenen Yupik zum Leben brauchten und mit denen sie das Leben feierten vor knapp vier Jahrhunderten, als sie ein tödlicher Angriff traf.

Archäologen haben in Nunalleq mehr als 100 000 un - versehrte Artefakte geborgen, von Essgeschirr bis hin zu außergewöhnlichen Objekten wie hölzernen ...

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... Ritualmasken, Tätowiernadeln aus Elfenbein, Teilen von Kajaks und einem Gürtel aus Karibu-Zähnen. Die Stücke sind erstaunlich gut erhalten, da sie seit etwa 1660 tiefgefroren im Boden lagen.

Jetzt setzt der Klimawandel den Polregionen der Erde zu. Die Folge ist ein katastrophaler Verlust von Artefakten aus we - nig bekannten prähistorischen Kulturen wie der von Nunalleq entlang der gesamten Küste Alaskas und darüber hinaus.

Massives Tauwetter legt überall in den nördlichen Regionen der Erde Spuren vergangener Zivilisationen frei – von jungsteinzeitlichen Bögen und Pfeilen in der Schweiz über Wanderstöcke aus der Wikingerzeit in Norwegen bis hin zu prachtvoll ausgestatteten Gräbern skythischer Nomaden in Sibirien.

Entlang der Küste Alaskas sind archäologische Stätten gleich von zwei Seiten her bedroht: durch zunehmende Temperaturen und durch den steigenden Meeresspiegel. Als Archäologen 2009 mit den Ausgrabungen in Nunalleq begannen, stießen sie etwa 45 Zentimeter unter der Oberfläche auf gefrorenen Boden. Heute ist der Untergrund bis in einen Meter Tiefe aufgetaut. Dies bedeutet, dass kunstvoll gearbeitete Artefakte aus Karibu-Geweih, Treibholz, Knochen und Walross-Elfenbein aus dem Eis auftauchen. Werden sie nicht geborgen, beginnen sie umgehend zu verwesen und zu zerfallen.

Der globale Meeresspiegel ist seit 1900 zwischen 20 und 23 Zentimeter angestiegen. Zusätzlich lässt der auftauende Permafrostboden das Land absinken; damit sind an der Küste ge - le gene Fundorte wie Nunalleq doppelt anfällig für Brandungsschäden. „Ein heftiger Wintersturm, und wir könnten die ganze Stätte verlieren“, sagt der Archäologe Rick Knecht, der die Arbeiten vor Ort leitet.

Als die ersten hölzernen Artefakte am Strand angespült wurden, half der Gemeindevorsteher Warren Jones, den Vorstand des heutigen Dorfes Quinhagak von der Ausgrabung zu überzeugen. Entstanden ist eine einzigartige Kooperation zwischen Gemeinde und Archäologen als gleichberechtigten Partnern.

Inzwischen kommen Yupik aus der weiteren Umgebung mit Quads zur Ausgrabungsstätte gefahren, um mehr über ihr Erbe zu erfah - ren. In einem neuen Kultur- und Archäologiezentrum vermitteln Workshops Einblicke in die Yupik- Kultur einst und jetzt.

„Ich möchte, dass unsere Kinder einmal das Kulturzentrum leiten“, sagt Gemeindevorsteher Jones, „und dass sie stolz darauf sind, was wir hier geschaffen haben.“