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Schätze für die Therapie Urpflanzen


raum&zeit - epaper ⋅ Ausgabe 221/2019 vom 28.08.2019

Teil I: Flechten, Moose, Farne


Unvorstellbar alt sind unsere Urpflanzen. Es gab sie schon am Beginn der Evolution, die meisten ihrer Arten sind ausgestorben, aber einige Arten haben sich über die Jahrtausende hinweg durchgesetzt.

Immer wieder haben sie sich regeneriert und angepasst, sodass wir sie heute noch bewundern können. Kein Wunder, dass diese Überlebenskünstler uns in der Therapie wichtige Impulse geben können, zum Beispiel bei chronischen Krankheiten, schweren Krisen sowie bei dem Wunsch nach grundlegender Erneuerung. Dr. Michaela Dane, Biologin und Expertin der modernen Paracelsusmedizin, stellt ...

Artikelbild für den Artikel "Schätze für die Therapie Urpflanzen" aus der Ausgabe 221/2019 von raum&zeit. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: raum&zeit, Ausgabe 221/2019

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... die wichtigsten Urpflanzen in einer Serie von drei Teilen vor.

Von Dr. Michaela Dane, El Campello (Alicante), Spanien

Buchtipp

Michaela Dane: „Die Heilgeheimnisse des Paracelsus: Alchemistische Heilpraxis für unsere Zeit“, winterwork Verlag, 2019, 43,90 € Erhältlich im raum&zeit Bücherservice, Geltinger Str. 14e, 82515 Wolfratshausen, Tel.: 08171 / 41 84 -60, E-Mail: vertrieb@ehlersverlag.de

Dies ist auch der Grund, warum Urpflanzen für die Medizin so interessant sind. Naturvölker kennen ihre Anwendung schon seit Jahrhunderten und auch Paracelsus hat Moose, Flechten und Farne in seinen Werken als Heilmittel beschrieben. In Zeiten, wo die Antibiotika aufgrund der Re- sistenzen beginnen problematisch zu werden und man in der Krebstherapie auf der Suche nach neuen Wegen ist, beginnt man sich allmählich wieder an die Zeugen unserer ältesten Geschichte zu erinnern. Die neuen analytischen Methoden lassen uns jeden Tag neue Inhaltsstoffe entdecken, die Erforschung der grünen Wunder wird immer beliebter.
Dabei sind auch die psychischen Aspekte nicht zu verachten. Menschen, die auf dem Weg nach Sinnfragen sind, fühlen sich zu Pflanzen, die mit ihrer Spiralform das Urmuster des Lebens zeigen, extrem hingezogen und erkennen auch das magische Potenzial, das den Pflanzendinos innewohnt.

Pflanzen mit versteckten Samen

Der biologische Name für die Urpflanzen ist Kryptogamen. Er bedeutet wörtlich Pflanzen mit „verstecktem Samen“. Urpflanzen vermehren sich durch Sporen, es gibt noch keine Früchte wie bei den Blütenpflanzen, sodass die Landwirtschaft sich nicht für diese Gewächse interessiert. Wir unterscheiden zwischen Algen, Flechten, Moosen und Farnen, die ihrerseits wieder Untergruppen haben (Abb. 1).

Flechten

Die ersten Landbewohner überhaupt waren die Flechten. Es ist die Erfolgs geschichte zweier grundsätzlich unterschiedlicher Lebewesen, die gemeinsam das Abenteuer Landgang wagten, es nur als Team schafften und beschlossen für immer zusammenzubleiben.

Dr. Miguel Corty

Grobe Übersicht über Pflanzen mit verstecktem Samen (Kryptogamen); Moose und Farne haben sich aus den Grünalgen entwickelt, die späteren Nacktsamer und Blütenpflanzen auch.


Auch Paracelsus hat Flechten, Moose und Farne als Heilmittel beschrieben.


DVD-Tipp

Susanne Aernecke: „The Answer to Cancer Video. Der andere Weg“, Scorpio Verlag, DVD, Spielzeit 80 Min., 19,90 €, (D/A), ISBN 978-3- 95803-178-4

Die ersten Landbewohner überhaupt waren die Flechten.

Aufbau einer Flechte


Botanischer Bilderatlas, Hoffmann-Dennert, 1911, Nägele & Sprösser, Stuttgart

Blattflechte


Dr. Miguel Corty

Flechte


Kunstformen der Natur” von Ernst Haeckel, 1904

Krustenflechte: Xanthoria parietina


Dr. Miguel Corty

Flechten bestehen aus einem Pilzgeflecht, in das sich Algen eingelagert haben. Beide Organismen müssen sich hierbei dem anderen anpassen, damit die Symbiose funktioniert und ein neuer extremer Lebensraum besiedelt werden kann.
Die Alge betreibt hierbei Fotosynthese und liefert den Zucker, den der Pilz braucht, um auch auf rauen Felsen ohne nährstoffhaltige Erde überleben zu können. Damit die Alge keinen Schaden durch Sonne und Austrocknung nimmt, überwuchert der Pilz die Algenschicht mit schützender Rinde, bildet Haare und sogar Reifen mit Salzkristallen zur Feuchterhaltung und Ernährung des ehemaligen Meeresbewohners. Der Felsboden oder die Steinoberfläche wird dabei mit den berühmten Flechtensäuren aufgelöst. Diese Säuren sind heute wieder von großem Interesse, denn sie wirken auf Bakterien ähnlich wie Antibiotika, mit dem Unterschied, dass es gegen sie keine Resistenzgene gibt. Hinzu kommt ein besonderes Flavon (Parietin) als Oxidationsschutz und viele andere Stoffe, die nur bei den Flechten zu finden sind.

Merkurwesen

Flechten gehören aus paracelsischer Sicht als Doppelwesen zum Merkur. Dies wird auch deutlich, wenn man sich die Zeichnungen von Ernst Haeckel ansieht, bei denen sofort die Dreiersymmetrie auffällt (Abb. 2). Eine solche Zahl ist in der Natur nicht häufig zu finden und als echte Extravaganz zu werten.

Anwendungen nach Paracelsus

Die Flechten symbolisieren Solidarität und Überlebenswille unter absolut schwierigen Bedingungen (Abb. 3 bis 5). Sie sind daher auch schon bei Paracelsus ein Mittel gewesen, um Kindern in Not zu helfen. Dies gilt auch heutzutage im besonderen Maß für Scheidungskinder mit Asthma und chronischer Bronchitis. Flechten haben merkuriale Natur. Sie sind klassische Mittlerwesen zwischen zwei Welten und daher besonders für sensible Merkurkinder als Heilmittel geeignet.
Eine eitrige Mandelentzündung mit Islandmoos zu behandeln ist also eine sehr sinnvolle Maßnahme, die noch dazu den Vorteil hat, das Immunsystem der Kinder zu stärken statt es zu unterdrücken. Kindern, die mehrmals im Jahr mit Mandelentzündung in der Praxis erscheinen, kann mit der Cetraria D3 schnell und definitiv geholfen werden.

Moose

Noch sehr stark vom Wasser abhängig sind die Moose, denn sie gelten als „wechselfeucht”. Dies bedeutet, dass sie kein Wasser aus dem Boden aufnehmen können, sondern es mit der Oberfläche ihrer blattähnlichen Strukturen direkt aus einer feuchten Atmosphäre oder durch Regen aufnehmen müssen und dann in besonderen Speicherzellen wie zum Beispiel Wassersäcken oder Blattflügelzellen speichern. Vor Trockenheit schützen sie Rollblätter, Glashaare und/oder eine wachsartige Cuticula. Doch alle diese Zellen sind nicht dicht etwa wie die Regenhäute eines Zitronenblattes, sondern immer durchlässig für Wasser.

Moose sind die Amphibien unter den Urpflanzen und wie diese auch nur gut angepasst an mildes Klima mit viel Wasser und Schatten. Die An-forderungen an Lichtmengen für die Fotosynthese sind sehr gering, starke Strahlung vertragen sie nicht, weshalb man sie auch in dunklen Wäldern und fast komplett dunklen Höhlen findet. Die Bevorzugung von Schatten wird auch dadurch deutlich, dass sich Moose mit Chlorophyll a und b begnügen ohne weitere Antennenpigmente wie Carotine oder Xantophylle zu verwenden.

Mondwesen

Man kann die Moose als Gruppe daher dem Mond zuordnen. Tatsächlich lassen auch die extravaganten biochemischen Inhaltsstoffe die Mondsignatur erkennen, weshalb auch schnell klar wird, wozu man sie in der modernen Naturmedizin brauchen kann.
Wie die meisten Urpflanzen gibt es zwei Vermehrungszyklen, wobei der haploid geschlechtliche Teil der ausgeprägtere ist. Die ungeschlechtliche Vermehrung geschieht auf kleinen Sporangien, (Bildungsstätten von Sporen) die noch sehr archaisch funktionieren. Die Spermien müssen darauf zu den Archegonien (weibliches Fortpflanzungsorgan der Landpflanzen, in denen die Eizelle gebildet wird) schwimmen. Nach der Befruchtung entsteht eine Sporenkapsel, die mit ihren zahlreichen austrocknungsresistenten Sporen dafür sorgt, dass die Art auch über mehr als 1 000 Jahre erhalten bleibt. Moose sind Überlebenskünstler. Jedes Pflänzchen kann sich bei Verletzung vollständig regenerieren, die Sporen überdauern jede Klimakatastrophe, sodass heute nach dem Schmelzen der Eismassen an den beiden Polen plötzlich Moose nach über 1 500 Jahren wieder Gametophyten bilden und scheinbar ausgestorbene Arten in neuer Frische auftauchen können. Diese Regenerationskraft könnte in der Therapie von chronischen Krankheiten oder genetischen Missbildungen in Zukunft eine nicht unbedeutende Rolle spielen.
Moose kann man im Wesentlichen in zwei Gruppen einteilen: die uralten Lebermoose (circa 350 Millionen Jahre alt, Oberdevon) und Laubmoose (Unterkarbon, Perm), wobei letztere sich noch in Hornmoose und echte Laubmoose unterteilen (Abb. 6 bis 9).
Die Lebermoose haben eher noch thallöse Strukturen, das heißt ihre Körper sind nicht in Sprossachse, Wurzel und Blatt unterteilt (Abb. 6). Die Laubmoose bilden schon Pflänzchen mit wurzelähnlichen Strukturen und Blättern, die je nach Art schon Nerven enthalten.
Das Sporangium wächst aus ihnen heraus und bildet dann gestielte Samenkapseln. Diese werden meist mit Zähnen zusammengehalten, die bei Reifung und Trocknung aufreißen und unter großem Druck die mikrometergroßen Sporen weit in die Landschaft schleudern (Abb. 7).
Auch Haeckel unterschied zwischen Lebermoosen und Laubmoosen. Mit minutiöser Sorgfalt zeichnete er viele hundert Arten, deren Abbildungen es uns heute erlauben die Symmetrien sofort zu erkennen. Moose haben immer eine Spiegelsymmetrie und weisen durch die Mondzahl zwei teilbare Zahlenverhältnisse auf. Für alle Moose gilt, sie sind antimikrobiell und keimfördernd oder -hemmend.
Die Laubmoose enthalten viele Flavone und Biflavone und ebenso wie die Lebermoose viele verschiedene Terpene. Die Monoterpene in den Ölkörpern bestimmen den charakteristischen Duft der Moose, wobei die Lebermoose blaue Öle enthal- ten, die sogenannten Azulene. Solche Stoffe erhalten in jüngster Zeit eine ganz neue Bedeutung, denn sie gehen metallorganische Verbindungen ein, sodass wir in solchen Moosen sogar seltene Erden wie Niobium und Scandium nachweisen können.

Abb. 6 und 7: Lebermoos (oben) und Laubmoos (rechts)


Kunstformen der Natur” von Ernst Haeckel, 1904

Kunstformen der Natur” von Ernst Haeckel, 1904

Abb. 8: Lebermoos: Conocephalum conicum


Dr. Miguel

Abb. 9: Laubmoos: Polytrichum commune


Dr. Miguel

Buchtipp

Michaela Dane: „Die Geburtsherrscher“, Allegria Taschenbuch, 2011, 336 Seiten, 10,-€, ISBN-13 9783548745046


Für alle Moose gilt, sie sind antimikrobiell und keimfördernd oder -hemmend.


Abb. 10 Wedel eines Wurmfarnes


Vitalii Hulai/Adobe Stock

Abb. 11: Sporen eines Wurmfarnes


Wurmfarnpollen aus „Die unglaubliche Welt der Pflanzen” Wolfgang Stuppy et al. 2010, Gerstenbergverlag, Hildesheim

Abb. 13: Streifenfarnart Asplenius nidus, auch Nestfarn oder Hirschzungenfarn genannt


Dr. Miguel Corty

Abb. 12: Vorkeim des Farnes


Botanischer Bilderatlas, Hoffmann-Dennert, 1911 Nägele & Sprösser Stuttgart

Abb. 14: Elektronenmikroskopische Darstellung von homöopathischem Gold, Aurum metallicum C1000


E.S Rajendran, 2019, Winterworks, Borsdorf

Anwendungen bei Naturvölkern und Paracelsus

Naturvölker haben Moose und Flechten auch immer wieder verräuchert um Räume zu desinfizieren und so Atemwegserkrankungen zu behandeln. Auch hier ist die Wirkung bei eitrigen Mandelentzündungen seit Jahrhunderten bekannt.
Traditionell fanden Moose in der Medizin Anwendung als Kompresse, Pflaster oder Monatsbinde. Naturvölker wie Samen oder Inuit nutzen sie in dieser Form bis heute. Der Vorteil liegt auf der Hand. Die Moossäuren wirken desinfizierend und werden niemals antibiotikaresistent. Hinzu kommt die blutstillende Wirkung der Cumarine. Für eitrige Wunden und Geschwüre sind sie daher sicherlich eine gute Alternative zur Neomycincreme, wenn auch nicht ganz so handlich.
Schon bei Paracelsus galten die Lebermoose als Heilpflanzen für die Leber. Lange Zeit hat man darüber gelächelt. Doch jetzt, nach Aufschlüsselung der Inhaltsstoffe, gilt dies auf einmal nicht mehr als dumm und naiv. Das im Lebermoos enthaltene ätherische Öl ist auch in der römischen Kamille enthalten und ist seit deren Entdeckung in seiner Funktion bekannt. Nun sind die Forscher damit beschäftigt, die Leber entgiftende Wirkung der Bibenzyle, die im Lebermoos enthalten sind, zu überprüfen.
Auch die Fähigkeit der Moose, Metallionen aus Nebel, Regen und Luft zu binden, ist nicht nur nützlich als Anzeiger für Luftverschmutzung sondern kann in Zukunft auch als sympathische Medizin bei der zunehmenden Belastung durch seltene Erden sinnvoll werden. Monatsbinden aus Moos haben den Vorteil, hormonelle Stimulation zu bewirken, also die Fruchtbarkeit zu fördern oder, je nach Bedarf, zu hemmen.
In diesem Fall kann man sie als uraltes Antikonzeptivum ansehen. Welches Moos dabei in welche Richtung wirkt, war früher sicherlich Geheimwissen der Hebammen und Kräuterfrauen, das heute großteils leider als verlorenengegangen gelten muss.

Farne

Nichts symbolisiert so sehr die Entstehung des Lebens wie das Bild der Spirale.
Bei den Urpflanzen sind es die Farne, die spiralig wachsen und ihre zarten aber widerstandsfähigen Wedel entrollen wie eine Pergamentrolle (Abb. 10). Getreu den hermetischen Gesetzen wiederholen sich gleiche Muster immer wieder. So finden wir die Spirale als erstes Muster unserer Spiralgalaxie, in den Weltmeeren als fluoreszierende Wirbel, in denen das Plankton entsteht, außerdem bei Meeresschnecken, dem berühmten Nautilus, und bei vielen wirtelig (spiralförmig) wachsenden Pflanzen.

Bibliographie

Dr. Michaela Dane: „Heilgeheimnisse des Paracelsus“, 2019, Winterworks, Borsdorf Karl Esser: „Kryptogamen I und II“, 1986 Springer Verlag, Berlin Hans Martin Jahns: „Farne, Moose, Flechten“, 1980, BLV Verlagsgesellschaft, München D. Aischele und Schwegler: „Unsere Moos- und Farnpflanzen“, 1959, Kosmos, Stuttgart Renato Strassmann: „Urpflanzen“, 2016 Freya Verlag, Linz Susanne Lipps: „Madeira, Was hier alles wächst“, 2013, Oliver Breda Verlag, Duisburg ES Rajendran: „Nanodynamik“, 2019, Winterworks, Borsdorf

Abb. 15: Der Baumfarn auf Madeira, dessen Name Sphaeropteris an den gefiederten Flugsaurier Archaeopterix erinnert, vermittelt noch einen Eindruck einstiger Größe.


Diese Musterwiederholung gilt nicht nur ganz allgemein, sie gilt auch für die Entwicklung innerhalb einer Art. Schon die Farnsporen zeigen, was später aus ihnen werden wird (Abb. 11).
Die Farnpflanze vermehrt sich ungeschlechtlich. Sie hat ihre zahlreichen Sporen unter der Unterseite der Wedel in kleinen tupfenförmigen oder streifenförmigen Kammern gebildet. Man sieht sie erst wenn sie braun werden und kurz davor sind, durch den Wind ausgestreut zu werden. Farne können aufgrund ihrer Wurzeln auch nicht ganz so feuchte Gegenden besiedeln, aber ihre Abhängigkeit vom Wasser tritt spätestens dann zutage, wenn es um die sexuelle Vermehrung geht.
Aus den Sporen entwickelt sich dann zunächst ein kleiner herzförmiger Vorkeim, auf dem die männlichen Spermatozoiden mit den Tautropfen abwärts zu den weiblichen Archaegonien rutschen müssen (Abb. 12). Aus den befruchteten Eizellen wird dann der große Sporophyt mit seinen Wedeln.
Farne enthalten besondere Saponine (Schleimstoffe), Bitterstoffe, giftige Alkaloide und besondere Hormone. Kein Wunder, dass auch hier die medizinischen Anwendungen zahlreich sind.
Das Muster des Farnblattes hat in jüngster Zeit besonders viel Aufmerksamkeit erweckt. In der elektronenmikroskopischen Darstellung von homöopathischen Hochpotenzen von Gold tauchten nicht nur Nanopartikel auf, die den zu erwartenden Oktaeder zeigten, sondern auch solche, die nicht wie Metall, sondern wie biologisches Urpflanzenmaterial aussahen (Abb. 14).
Die Umwandelbarkeit der Materie ineinander von Metall zu Pflanzen und zur Tierwelt wird in der Welt der Nanobiologie besonders deutlich.

Saturnwesen

Farne stehen mit ihrer saturnalen Natur für den ewigen Zyklus des Werdens und Vergehens, sie bedeuten Neubeginn und gleichzeitig Evolution. Sie waren früher so groß, dass sie den Dinosauriern ein Dach anbieten konnten, was man den Baumfarnen noch ansehen kann (Abb. 15). Wer ein spagyrisches Farnmittel zu sich nimmt wird diese Transformation und Weiterentwicklung seines Selbst wie ein Geschenk erfahren.

Therapeutische Anwendungen

In der Krebstherapie ist der Hirschzungenfarn besonders beliebt (Abb. 13). Er fördert die Regenerationsprozesse und Wiederherstellung zerstörter Gewebegruppen. Nestfarne vermitteln Geborgenheit und symbolisieren die Familie.
Die Forschung wird die Rückkehr der Urpflanzen in unsere Herbarien und Naturmedizinischen Kompendien mit Sicherheit beschleunigen. Die Biochemie hat so viele interessante neue Stoffgruppen gefunden, dass es mehr als wahrscheinlich ist, dass diese auch in Zukunft genutzt werden. Allerdings sollte auch das Interesse für den Umweltschutz zunehmen, sonst kommt dieses Interesse für viele Arten zu spät. Die Luftverschmutzung hat parallel zum Baumsterben auch ein Moos- und Flechtensterben zur Folge, womit uns einzigartige Mittel verloren zu gehen drohen.

Die Autorin

Dr. Michaela Dane Ausbildungen, Vorträge und Seminare in Paracelsusmedizin und Heptopathie www.institutoalmac.es