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SCHÄTZE UNTER DER ERDE


Dein SPIEGEL-Extra Abenteuer - epaper ⋅ Ausgabe 1/2016 vom 02.11.2016

In der Tiefe einer Höhle herrscht totale Dunkelheit. Das finden auch Forscher manchmal gruselig. Trotzdem erkunden sie die geheimnisvollen Räume unter der Erde.


Artikelbild für den Artikel "SCHÄTZE UNTER DER ERDE" aus der Ausgabe 1/2016 von Dein SPIEGEL-Extra Abenteuer. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Dein SPIEGEL-Extra Abenteuer, Ausgabe 1/2016

Die Son-Doong-Höhle in Vietnam wurde erst 2009 entdeckt. Eine der Kammern nannten die Forscher „Kaktusgarten“, weil die Tropfsteine wie riesige Kakteen aussehen.


Es klang wie eine Legende, was sich die Menschen im Südwesten Frankreichs erzählten: Im Wald von Montignac sollte es eine Höhle geben, mit einem Schatz darin. Im Jahr 1940 machten sich vier Jungen auf, danach zu suchen. Sie fanden die Höhle von Lascaux – allerdings ohne Gold und Silber. ...

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... Was sie fanden, war viel wertvoller: Wände und Decken der Höhle waren mit Tierzeichnungen bedeckt. Steinzeitmenschen hatten sie vor etwa 15 000 Jahren geschaffen. Im flackernden Licht sah es so aus, als würden sich die Büffel, Bären und Raubkatzen bewegen. Es sind die größten und schönsten Höhlenmalereien, die je gefunden wurden.

„Höhlen haben Menschen schon immer fasziniert“, sagt Andreas Pflitsch, Professor in Bochum und Höhlenforscher. Unseren Vorfahren boten sie Schutz oder dienten als magische Orte. Heute ziehen Forscher wie Andreas Pflitsch los, um Höhlen zu finden, zu vermessen und um mehr über unsere Erde zu erfahren.

Die Höhle von Lascaux bei Montignac in Frankreich (oben) enthält einige der berühmtesten Kunstwerke der Menschheitsgeschichte: Sie sind etwa 15 000 Jahre alt. Wie Sterne am Nachthimmel leuchten Tausende blaue Lichter in der Waitomo-Höhle in Neuseeland (unten). Unter der Decke der Höhle leben Pilzmückenlarven. Die lassen klebrige Fäden herabhängen, um Insekten zu fangen. Mit Licht locken sie ihre Beute an. Und bieten Besuchern nebenbei einen faszinierenden Anblick.


Höhlenforscher Andreas Pflitsch kennt sich unter der Erde gut aus.


Es gibt kleine Höhlen, die nur wenige Meter tief sind, und riesengroße, die sich Hunderte Ki lo meter durch das Erdreich ziehen. Manche sind wie riesige Hallen, von deren Decken Tropfsteine hängen. Andere sind nur enge Spalten, durch die man hindurchkriechen muss oder sogar tauchen. In den Tiefen der Höhlen aber herrscht totale Dunkelheit. „Da kann man auch Angst bekommen“, gibt Andreas Pflitsch zu. Er ist einer von ganz wenigen Menschen in Deutschland, die sich beruflich mit Höhlen beschäf tigen. Für die meisten „Speläologen“ – so nennt man die Wissenschaftler – ist die Erforschung von Höhlen ein Hobby.

Höhlenforschung, sagt Andreas Pflitsch, könne auch gefährlich sein. „Deshalb ist es wichtig, nie allein in eine Höhle zu gehen und immer vorher Bescheid zu sagen. Und man braucht die richtige Ausrüstung.“

In der Cueva de los Cristales („Höhle der Kristalle“) in Mexiko haben Höhlenforscher im Jahr 2000 die größten Kristalle der Erde entdeckt. Sie sind bis zu elf Meter lang und bis zu einem Meter breit. Wer die Kristallhöhle erkunden möchte, muss sehr fit und mutig sein. Die Luft ist so heiß und feucht, dass die Forscher höchstens eine Stunde drinnenbleiben können. Trotzdem kommen sie immer wieder, um hier zu forschen.


Dazu gehören ein Helm mit fest angebrachter Lampe, feste Schuhe und ein starker, „Schlatz“ genannter Spezialoverall. Der soll vor Verletzungen, Schmutz und Kälte schützen. Oft braucht man sogar Seile und Haken als Kletterhilfe, denn in einer Höhle kann es hoch- und runtergehen wie in den Bergen.

Andreas Pflitsch: „Es gibt aber auch bekannte, schöne und große Höhlen, in denen Führungen angeboten werden. Das ist nicht gefährlich und für Kinder sehr schön.“ Und es gibt viel mehr davon, als man denkt.

Der Boden unter unseren Füßen ist löchrig wie ein kaputter Radweg. Bisher kennt man in Deutschland fast 13000 Höhlen, und immer wieder werden neue entdeckt.

Doch was gibt es da groß zu erforschen?

Erst einmal die Höhle selbst, erklärt Andreas Pflitsch. Wie groß ist sie, wie lang, wo führt sie hin? „Und dann gibt es ganz verschiedene Dinge zu entdecken: Höhlenmalereien oder Fossilien in den Wänden, Kristalle und Tropfsteine. Pflanzen gibt es weniger, aber man kann Fledermäuse, Molche oder Kröten finden. Und sogar Bakterien, die es nirgendwo anders gibt. Die sind interessant für die Suche nach neuen Medikamenten.“ Aus Eis und Tropfsteinen kann man Informationen darüber sammeln, wie früher das Klima war. Im Innern einer Höhle ändert sich die Temperatur kaum. Im Sommer wie im Winter liegt sie in deutschen Höhlen zwischen 10 und 14 Grad Celsius. Ist Höhlenforschung also ein feuchtes, kaltes, dunkles Hobby?

„Nicht immer“, sagt Andreas Pflitsch und lacht, „das kommt auch darauf an, wo die Höhle liegt. Wenn wir auf Hawaii in eine Höhle steigen, ist es da ständig so 22 Grad warm und schwül. Da kommen wir richtig nass geschwitzt wieder heraus.“

Auf der Ross-Insel in der Antarktis gibt es Eishöhlen (oben). Sie entstehen wahrscheinlich durch schmelzendes Eis unter einem Gletscher. Die Bärenhöhle (links) auf der Schwä -bischen Alb ist eine der meistbesuchten Höhlen Deutschlands. Die Tropfsteinhöhle verdankt ihren Namen den vielen Bären -skeletten, die dort gefunden wurden.