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„Schalkes Stolz ist zurück!“


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Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 18/2022 vom 04.05.2022

2.LIGA

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Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 18/2022

Freude pur! Schalke gewann sechs der letzten sieben Spiele. Hier feiern Zalazar, Kaminski, Aydin, Fährmann, Thiaw, Pieringer, Latza, Itakura, Terodde und Pálsson (v. l.) nach dem 2:1 in Sandhausen

Von Maximilian Wessing

SPORT BILD: Herr Knäbel, Schalke hat als Tabellenführer beste Chancen, die direkte Bundesliga-Rückkehr zu schaffen. Wird Interimstrainer Mike Büskens dann eine Statue vor der Arena gewidmet?

PETER KNÄBEL (55): Wenn man Mike diesen Vorschlag unterbreiten würde, käme höchstwahrscheinlich als Antwort: „Spende das Geld lieber für einen guten Zweck.“ Und genau das sagt wahnsinnig viel über ihn aus. Er hat es geschafft, der Mannschaft mit seiner bescheidenen und gleichzeitig emotionalen Art einen Ruck zu geben. Ich fände es großartig, wenn er für seinen Mut, dass er den Posten des Cheftrainers in einer schwierigen Phase übernommen hat, belohnt wird.

„Ein Aufstieg würde unsere Entwicklung beschleunigen – in allen Bereichen“

Der jüngste 2:1-Sieg in Sandhausen könnte als Schlüsselspiel zum vierten Aufstieg in die Vereinsgeschichte eingehen. Wie haben Sie diesen ...

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... Abend mit 10 000 Schalker Fans im Stadion erlebt?

Es war ein Abend, an dem man die Energie des Klubs spüren konnte. Nehmen wir den Moment, in dem Simon Terodde das Tor zum 2:1 in der Nachspielzeit schießt: Das waren unglaubliche Sekunden. Eigentlich war der Ball schon weg, dann bekommt Simon den Ball gefühlt erst an den rechten Oberschenkel, dann an den linken Oberschenkel, dann streift er seinen Meniskus, bevor er ihn reinstöpselt. Wie die Mannschaft nach Abpfiff mit den Fans gefeiert hat, einmal diagonal über den Platz laufen musste, um – auswärts – zum weiteren Schalke- Block zu gelangen, da habe ich gedacht: Der Stolz ist zurück!

Der Stolz, den Schalke nach der Abstiegsdepression verloren hatte?

Ich habe mich in der Abstiegssaison vor einem Jahr geschämt. Als wir Woche für Woche auf den Deckel bekommen haben. Wenn ich allein an das Spiel in Hoffenheim am 32. Spieltag denke: Da führen wir 2:0 zur Halbzeit, ich gehe im menschenleeren Stadion zur Toilette und denke: Endlich mal ein Tag, an dem man nicht völlig niedergeschlagen nach Hause fährt – auch wenn wir schon abgestiegen waren. Dann kriegen wir in der zweiten Halbzeit vier Gegentore, du stehst wie ein Trottel da und fragst dich: Wie tief soll das noch gehen? Doch gemeinsam – Fans, Verantwortlichen und Mannschaft – ist es gelungen, diesen Trend umzukehren.

Was würde ein Aufstieg für Schalke bewirken?

Ein Aufstieg würde unsere Entwicklung beschleunigen – in allen Bereichen. Auf und neben dem Platz. Aber auch im Zweitliga-Fall werden wir uns weiterentwickeln. Wir haben mit Zahlen kalkuliert, die auf jeden Fall zu halten sind. In den vergangenen Monaten haben wir in Vorstand und Führungsebene unheimlich viele Veränderungen eingeleitet, die wir zusammen mit dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Bernd Schröder weiter vorantreiben werden.

Heißt: Der Etat für die Profimannschaft bliebe mit 20 Millionen Euro in der 2. Liga unverändert?

Unseren Weg könnten wir in der 2. Liga ein zweites Jahr genauso weiterführen, dafür haben wir ja den Drei-Jahres-Plan entwickelt.

Und in der ersten Liga?

Wir würden den Verantwortlichen um Sportdirektor Rouven Schröder einen Etat zur Verfügung stellen, der einen Ligaverbleib realistisch möglich macht.

Ist Schröder der wichtigste Mann auf Schalke?

Er ist definitiv eine unserer Schlüsselfiguren, meistern werden wir die großen Herausforderungen der Zukunft gemeinsam, als Team. Genauso denkt und arbeitet Rouven. Er hat den Etat nach dem Abstieg von 80 auf 20 Millionen heruntergefahren, hat mehr als 50 Transferbewegungen abgewickelt. Das ist außergewöhnlich und nicht hoch genug einzuschätzen. Man muss aber auch sagen: Er ist genauso wie wir alle mit diesem ehrgeizigen Anspruch angetreten. Wir alle haben auch unsere persönlichen Ambitionen und wussten: Wenn wir hier wieder eine Geschlossenheit hinbekommen, können wir Großes erreichen.

„Wir versuchen, Ko zu halten, und ich will aktuell nichts ausschließen“

Hat Rouven Schröder freie Hand bei der Kaderplanung für beide Ligen?

Transfers haben bei uns vier Etappen: Erst besprechen wir Rouvens Vorschlag innerhalb des Sports, dann mit dem gesamten Vorstand. Danach wird der Sportausschuss des Aufsichtsrates informiert und kann Fragen stellen, anschließend wird der gesamte Aufsichtsrat umfassend informiert. Und trotzdem beantworte ich die Frage, auch wenn es sich nun gegensätzlich anhört: Ja, er hat freie Hand! Weil er große Glaubwürdigkeit in den Gremien besitzt. Und er uns schon früh in seinen Überlegungen abholt – da kommt nichts wie Kai aus der Kiste. Und ganz wichtig: Er hat den Spielraum, den er als Sportdirektor unbedingt braucht.

Wie meinen Sie das?

Ein fiktionales Beispiel: Rouven verhandelt mit einem Spieler und bietet ihm 20 000 Euro Gehalt pro Monat an. Dann kommt er zu uns und informiert uns darüber. Wir müssen ihm aber sagen: Wir zahlen höchstens 15 000. Dann muss er wieder zum Berater gehen und ihm genau das mitteilen. In dem Moment ist er unwiderruflich geschwächt. Dieses Hin und Her verhindern wir, weil Rouven den Finanzrahmen kennt und eng mit dem Bereich Finanzen zusammenarbeitet.

Gibt es eine Chance, Ko Itakura im Falle des Aufstiegs für die festgeschriebene Ablöse von fünf Mio. Euro von Manchester City zu kaufen?

Ko ist ein fantastischer Spieler und gehört zweifelsfrei in die erste Liga. So einen Spieler überhaupt zu bekommen – das ist Kunst des Sportdirektors. Ob wir eine Verpflichtung realisieren können, ist aktuell nicht seriös zu prognostizieren.

Würde Schalke für ihn neue Schulden machen?

Ausgeschlossen.

Heißt: Schalke müsste erst einen Spieler verkaufen, um Itakura zu kaufen?

Das kann man nicht so schlussfolgern, nein. Wir versuchen Ko zu halten, und ich will aktuell nichts ausschließen.

Über einen Spieler müssen wir noch sprechen: Simon Terodde. Mit 27 Toren ist er der mit Abstand beste Torjäger dieser Zweitliga-Saison. Wie haben Sie ihn vor einem Jahr von einem Wechsel vom HSV zu S04 überzeugen können? Rouven Schröder war zu dem Zeitpunkt ja noch nicht im Amt

Der wichtigste Faktor für den Wechsel von Simon Terodde war Simon Terodde selbst. Jochen Schneider (ehemaliger Sport-Vorstand bei Schalke 04; d. Red.) hatte noch in seiner Amtszeit beim Berater von Simon Terodde angefragt. Dann gab es auf Schalke den riesigen personellen Umbruch auf der Management- Ebene. Wir mussten uns komplett neu sortieren, sodass der Draht etwas abriss. Normalerweise sagt ein Spieler in so einem Fall: dann halt nicht. Als wir dann von der damals eingerichteten Task Force Kaderplanung wieder Kontakt aufgenommen haben, war er immer noch Feuer und Flamme. Und wenn ich jetzt sehe, wie er sich einbringt, aufopfert und über Siege freut, da kann ich nur sagen: Weltklasse!