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Schatzsuc: Der Goldrausch in Australien


Münzen Revue - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 27.11.2019

Teil 24

Artikelbild für den Artikel "Schatzsuc: Der Goldrausch in Australien" aus der Ausgabe 12/2019 von Münzen Revue. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Münzen Revue, Ausgabe 12/2019

Australische Goldsucher bei der Arbeit an den Schächten ihrer Claims, daneben das Zeltlager. Bildquelle: The Gold Picture


Goldbarren mit Gewicht, Reinheitsangabe und Prüfstempel des Adelaide Assay Office (1852). Bildquelle: Art Gallery of South Australia


An einem Herbsttag des Jahres 2009 stand Jeroen von Bergeijk im Zeitungskiosk von McLaren Veile, einem Dorf im Süden Australiens. Der niederländische Journalist war gerade mit Frau und Kind in die hiesigen Weinanbaugebiete gezogen. Sein Blick fiel auf eine Zeitschrift mit dem NamenGold, Gem & Treasure . Es war das Blatt der australischen ...

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An einem Herbsttag des Jahres 2009 stand Jeroen von Bergeijk im Zeitungskiosk von McLaren Veile, einem Dorf im Süden Australiens. Der niederländische Journalist war gerade mit Frau und Kind in die hiesigen Weinanbaugebiete gezogen. Sein Blick fiel auf eine Zeitschrift mit dem NamenGold, Gem & Treasure . Es war das Blatt der australischen Goldsucher. Die abgebildeten Nuggets weckten seine Neugier. Den größten noch existierenden Goldklumpen, so hieß es da, hatte Kevin Hillier im Jahr 1980 gefunden. Der arbeitslose Familienvater war mit einem Metalldetektor in Bridgewater (Bundesstaat Victoria) unterwegs gewesen. Unter einem Eukalyptusbaum schlug das Gerät an. Hillier grub und fand in den Wurzeln das monströse Nugget – den 27,3 kg schwerenHand of Faith . Heute ist der Goldklumpen in Form einer ausgestreckten Hand im CasinoGolden Nugget von Las Vegas zu besichtigen. Als Jeroen van Bergeijk nach Australien kam, war gerade ein weiteres Nugget gefunden worden, das drittschwerste noch existierende, in der Nähe von Ora Banda (Westaustralien). Auch der Finder dieses Stückes war mit einem Detektor unterwegs gewesen. Der 23,3 kg schwere Klumpen bestand zu 92 Prozent aus Gold! Innerhalb weniger Tage war in den USA ein Käufer für das Objekt mit einem seinerzeitigen Goldwert von 620.000 Euro gefunden worden. Alles schien so einfach! Jeroen van Bergeijk hatte Feuer gefangen. In einer Bibliothek kopierte er das BuchGold & Ghosts , in dem es von „Schatzkarten” nur so wimmelte. Dann kaufte er einen Metalldetektor. Jetzt konnte es losgehen!

Die Goldgräber von Ballalarat

Im FreilichtmuseumSovereign Hill von Ballalarat erfuhr der unternehmungslustige Niederländer, wie der erste australische Goldrausch begonnen hatte. Vereinzelte Funde zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren geheim gehalten worden. Im Frühjahr 1851 berichtete jedoch Edward Hammond Hargraves, der schon in Kalifornien nach Gold gesucht hatte, imSydney Morning Herald von einem „großen Goldfeld” in der Nähe des Dorfes Guyong (Kolonie New South Wales). Innerhalb weniger Ta-ge brachen Hunderte von Männern in Richtung des angegebenen Ortes auf. Nach einigen Monaten waren es über 10.000, die in der Nähe des Lewis Pond Creek campierten. Die Regierung vergab nun Schürflizenzen in Höhe von 30 Shilling pro Monat. Als das oberirdisch vorhandene Gold erschöpft war, zogen die Goldsucher nach Ballalarat (Kolonie Victoria) weiter: „Wieviel Gold tatsächlich dort gefördert worden ist, wird nie ein Mensch erfahren. Offiziell sprach man von vier Millionen Unzen. Ein einziger Goldtransport, der Ballalarat noch im ers - ten Jahr unter Militäreskorte verließ, beförderte nicht weniger als 30.323 Unzen.”1 Das oberflächlich abgelagerte Gold war jedoch schnell abgeräumt. Nun mussten die Männer, die inzwischen sogar aus Europa und Asien kamen, lange Stolle in die Berghänge treiben. Ein Team verließ Ballalarat nach drei Tagen mit sagenhaften 2.940 Unzen im Gepäck, ein anderes nach sechs Tagen mit 600 Unzen. Einige der Männer wurden in einer Tiefe von 40 bis 50 Metern fündig, andere dagegen gar nicht. Einen einsamen Rekord stellte ein Hufschmied auf, der binnen fünf Wochen aus seinem Claim eine ganze Tonne Gold zutage förderte. In ganz Victoria wurden monatlich etwa zwei Tonnen ausgegraben. Für eine Unze zahlte die Bank seinerzeit vier Pfund Sterling.

Goldsucher Bernhard Holtermann neben einem Quarzbrocken (1872) mit einem Goldanteil von 141,7 Kilogramm. Bildquelle: PSJ Factoids


Gruppe von Schürfern mit goldhaltigem Gestein aus der Star of Hope Mine (1872). Bildquelle: State Library New South Wales


Doch nicht jeder Goldsucher wurde reich. Viele konnten wegen der teuren Lizenz für das Schürfrecht kaum ihre Unkos - ten decken. Als die korrupten Beamten die Schürfer zu schikanieren begannen, war das Maß voll. Unter der Führung von Peter Lalor kam es während derEureka Stockage im Dezember 1854 zu Barrikadenkämpfen. Eine Streitmacht von 300 Soldaten, Polizis - ten und Söldnern fiel über ein verbarrikadiertes Camp der Goldsucher her. Der Übermacht der bewaffneten Söldner waren die Digger nicht gewachsen. Ein blutiges Gemetzel begann: „Auf der Seite, wo das Zeltlager in die Barrikade hineinreichte, rannten ein paar von den triumphierenden Gendarmen mit lodernden Pechfackeln von einem Zelt zum andern und stießen sie in die Leinwand. (…) In einem Blutrausch ohnegleichen fielen sie mit ihren Bajonetten über die am Boden Liegenden her und stachen auf sie ein, immer wieder in blindwütiger Besessenheit.”2 Es war der bislang schwärzeste Tag in der Geschichte Australiens, 22 Aufständische und sechs Angreifer wurden getötet.

Die „Wertmarken” und Münzen

Als offizielle Zahlungsmittel kursierten damals in Australien nur britische Münzen. Inoffiziell lief aber auch spanisches, portugiesisches, holländisches und indisches Geld um. Wegen der permanenten Kleingeldnot gab es zudem lokal geprägte Token. Die Goldfunde in den Kolonien New South Wales und Victoria eröffneten völlig neue Perspektiven für die Versorgung mit Bargeld. Zu Beginn des Goldrausches ließ Gouverneur Sir Henry Young durch dasAdelaide Assay Office Tausende von Barren aus dem eingelieferten Gold herstellen, was die Ausgabe von Papiergeld legitimierte. Ab November 1852 sind mit Genehmigung des South Australian Legislative Council erstmalig Token aus Gold hergestellt worden: „Ein einheimischer Handwerker namens Joshua Payne schnitt die Stempel. Der erste brach sofort – nur 30 Marken wurden damit geprägt, der zweite hielt schon besser. Man nimmt heute an, dass damit 24.468 Stücke hergestellt wurden, ehe man das Assay Office am 17. Februar 1853 schloss.”3Mit einem Feingewicht von acht Gramm überstieg der Goldwert dieser „Wertmarken” den Nennwert. Die Token verschwanden daher rasch aus dem Zahlungsverkehr. Häufig wurden sie in Arztpraxen für Zahnfüllungen genutzt. Nur wenige Exemplare sind bis heute erhalten geblieben. Auch ein privater Geschäftsmann prägte zeitweilig derartige Token: „Der Engländer William Joseph Taylor rechnete sich aus, dass er auf den Goldfeldern das Rohmaterial für Zweidrittel des offiziellen Werts kaufen konnte. Er prägte in Melbourne Marken aus einer Unze Gold und verdiente an jedem einzelnen Stück ein Pfund Sterling, damals eine enorme Gewinnspanne. Seine Produkte sind in Australien unter dem NamenPort Philipp tokens bekannt.” 4 Eine komplette Nominalreihe erschien. Wegen der heftigen Schwankungen des Goldpreises schloss er seine Firma im Jahr 1857. Ab dem Jahr 1855 verarbeitete dann die neue Sydney Mint das eingelieferte Gold zu besonders gestalteten Sovereigns.

1 Pound (Adelaide Pound, Victoria, 1852, 917er Gold, 8,75 Gramm). Bildquelle: Numista, Heritage Auctions


2 Unzen (Token, Port Phillip Gold, 1854, NP, 999er Gold, 62,2 Gramm). Bildquelle: Heritage Auctions, Auction 1/2005, Lot 21222


Sovereign (Sydney Mint, 1855, Probe, 917er Gold, 8,0 Gramm). Bildquelle: Künker, Berlin-Auction Sales 2019, Lot 869


Australian Nugget (Serie von Anlagemünzen, seit 1986, 999er Gold, 31,1 Gramm). Bildquelle: LPM Group


Duplikat des Welcome Nugget, entdeckt 1858 in Ballalarat am Fuß eines 55 Meter langen Tunnels. Bildquelle: Wikimedia, Lvov


Das Golden Hole von Coolgardie

Mit dem Rückgang der Erträge in der Kolonie Victoria schien der Goldrausch im Jahr 1854 abzuflauen. Mit neuen Funden im Jahr 1892 brach er bei Coolgardie (Westaustralien) aber erneut aus. Zwei Männer hatten dort an einem einzigen Nachmittag 17 kg gefunden. Im Oktober 1893 kamen zwei andere mit 50 Pfund Gold aus einem Trockengebiet namens Siberia. Sofort machten sich Hunderte auf den Weg dorthin. Viele von ihnen verdurs - teten. Wenig später wurde die ertragreichste Mine des Westens entdeckt, von einigen Männern, die monatelang erfolglos gesucht hatten: „Sie wollten gerade aufgeben, als ein gewisser John Mill in dem Felsen, auf dem er saß und seine Pfeife rauchte, etwas glitzern sah. Es stellte sich heraus, dass er auf einer goldhaltigen Quarzader saß, die jedes Vorstellungsvermögen überstieg. Die Quarzsteine waren buchstäblich mit Gold zusammengeleimt.”5Die Männer legten einen Schacht an, der alsGolden Hole in die Geschichte einging. Innerhalb weniger Wochen holten sie aus diesem Loch etwa 225 kg Gold an die Oberfläche. „Je tiefer sie kamen, umso goldhaltiger wurde das Erz. Ein Stück Quarzfelsen, das sie Big Ben tauften, wog 115 Kilo und bestand zu ei-nem Drittel aus purem Gold. Mills berichtete später, sie hätten so viel Gold gefunden, dass ihn der Anblick von noch mehr Gold regelrecht krank machte, weil es so eine Heidenarbeit war, das Gold aus dem Quarz zu holen. Wochenlang arbeiteten die Männer unter strengster Verschwiegenheit in ihrem Schacht, der nicht größer war als zwei mal zwei Meter.”6 Eines Abends betrank sich einer der sechs jedoch in einer Kneipe von Coolgardie. Im Vollrausch begann er von dem schier unerschöpflichen Schatz zu erzählen. Im Handumdrehen wimmelte es in der gesamten Umgebung von Schatzsuchern.

Jeroen van Bergeijk, Journalist, Autor und Dokumentarfilmer, als Goldsucher im australischen Outback. Bildquelle: Amazon, Bergeijk


Der Pechvogel aus Holland

Jeroen van Bergeijk empfand die Suche nach Gold als schwierigste Herausforderung seines Lebens. Über Wochen fand er nichts! Nach mehreren Monaten des He - rumirrens mit seinem Jeep und dem Metalldetektor brach er die Schatzsuche ab. Auf den Goldfeldern des westlichen Australiens hatte er zwar viele schräge Typen gefunden, aber kaum Gold: „Ich habe genug von dem sinnlosen Gebuddel in der ockerfarbenen Erde, genug von dem endlosen Gelatsche durch den Busch, genug von Rumhängen an der Theke von Ora Banda. Ich sehne mich nach der Stadt, nach Menschen um mich herum.”7 Die vierzehn winzigen Nuggets, die er gefunden hatte, legte er einem Amsterdamer Goldankäufer auf den Tisch. Der Mann hinter dem Tresen nahm eines der Klümpchen, rieb damit über eine Art Schleifstein, so dass ein paar winzige Goldspäne zurückblieben. Dann strich er mit einem Nagellack-Pinsel ein wenig Salpetersäure über die Späne. Wäre das Gold unecht, würden sich die Späne auflösen. Sie blieben unverändert. Nun legte der Händler das Gold auf eine digitale Waage: 16,07 Gramm. Reichlich eine halbe Feinunze. Er griff zum Taschenrechner, tippte ein paar Zahlen ein und sagte: „307 Euro.” Das Angebot lag weit unter dem Goldpreis. Auf die Frage, warum er nicht mit dem aktuellen Spotpreis rechne, antwortete der Mann lapidar: „Ich muss auch leben!” Enttäuscht packte Jeroen van Bergeijk seine Nuggets wieder ein. ◊

QUELLEN

1 Inka von Muralt: Als die Sterne dunkel wurden – Dramatische Ereignisse beim Goldrausch in Australien. Solothurn 1977, S. 116.
2 Ebenda, S. 176f.
3 Ursula Kampmann: 100 Jahre australische Münzprägung. In: MünzenRevue, Heft 9/2010, S. 78.
4 Ebenda
5 Jeroen van Bergeijk: Goldfieber – Wie ich in Australiens Outback reich werden wollte. München 2012, S. 129.
6 Ebenda
7 Ebenda, S. 243.

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