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SCHICK VON KOPF BIS FUSS


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bauen - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 20.11.2021

WISSEN• Dach Fassade

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Wer sich in Neubaugebieten umschaut, trifft vorwiegend auf Häuser mit Putzfassade. Dabei sollten sich Bauherren nicht nur wegen des meist damit einhergehenden Wärmedämmverbundsystems (WDVS) und seinen ökologischen Fallstricken Gedanken zu Alternativen machen. Fassadenbekleidungen sind auch optisch gesehen ein Gewinn. Denn sie eröffnen eine grandiose Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten bis hoch zum First, da bei einigen Materialien (z.B. Schiefer und Metall) Fassade und Dach aus einem Guss gefertigt werden können.

Die Fassade ist mehr als die schützende Haut des Hauses, sie ist sein Gesicht.

Zwar können auch manche Fassadenverkleidungen, z. B. Klinkerriemchen, als WDVS ausgeführt und geklebt sein. Im Allgemeinen handelt es sich jedoch um hinterlüftete Vorhangfassaden (VHF). Bei ihnen sorgt ein mindestens 20 Millimeter breiter, oben und unten „offener“ Luftraum ...

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... zwischen dem Fassadenmaterial und der Außenwand bzw. deren Dämmung dafür, dass die Luft hinter der Fassade zirkulieren kann. Kondenswasser oder eventuell eingedrungene Feuchtigkeit kann so abtrocknen, ohne die Dämmung zu beeinträchtigen. Die Fassadenmaterialien werden hierzu auf einer Unterkonstruktion aus Holz, Aluminium oder Stahl angebracht. Bei Metall ist es wichtig, für eine thermische Trennung zu sorgen, damit nicht unnötig Wärme verloren geht.

Vorgehängte Fassaden sind teurer als die klassischen Wärmedämmverbundsysteme, da ihre Konstruktion aufwendiger herzustellen ist. Dabei sind die reinen Materialkosten für das Fassadenmaterial wenig aussagekräftig. Während Putz fertig verarbeitet mit circa 50 Euro zu Buche schlägt, rechnet man bei Holz zwar ebenfalls ab 50 Euro – rein für das Material. Wesentlicher ist jedoch, was nach der Montage unterm Strich steht. Und das summiert sich bei der fertigen Holzfassade je nach Material, Art der Schalung und Oberflächenbehandlung schnell auf über 100 Euro.

Das große Plus der VHF ist jedoch ihre gestalterische Vielfalt. So stehen an Materialien Holz, Schiefer und andere Natursteine, verschiedene Metalle, Schichtpressstoffplatten, Glas oder Kunststoffe zur Verfügung. Und wem das noch nicht genügt, der kann die Materialien auch kombinieren und so das kreative Spektrum noch erweitern.

bs

1 BAUKOSTEN Verkleidungen sind zwar meist teurer als eine verputzte Fassade, wer besondere Ansprüche an Individualität und Optik seines Hauses hat, wird die Mehrkosten aber nicht scheuen. Zudem relativieren sich diese bei Materialien, die keine regelmäßige Wartung und Pflege benötigen.

2 PFLEGEBEDARF Je nach Material kann dieser ganz unterschiedlich ausfallen: von alle fünf bis zehn Jahre ein Auffrischungsanstrich wie bei Holz bis zu nahezu wartungsfrei wie bei Metallverkleidungen, Klinker und Naturstein (z.B. Schiefer).

3 LANGLEBIGKEIT Eine gute Konstruktion und Verarbeitung vorausgesetzt, kann man bei den meisten Fassadenverkleidungen von einer längeren Haltbarkeit ausgehen als die für Putz prognostizierten 50 Jahre. Eine fachmännisch ausgeführte Schieferfassade bringt es beispielsweise auf eine Lebensspanne von 100 Jahren und mehr.

4 RECYCLING Hier spielen zwei Faktoren eine Rolle: Wie gut können die verschiedenen Komponenten an ihrem Lebensende getrennt werden? Und lassen sie sich effektiv wiederverwerten, am besten mit möglichst geringem Verarbeitungsaufwand?

Putzfassaden mit Wärmedämmverbundsystem schneiden dabei oft schlecht ab.

Attraktive Platte

1 Die Aluminium-Paneele „Siding.X“ kamen hier in unterschiedlichen Längen und Breiten zum Einsatz. Das macht zusammen mit ihrer strukturierten Oberfläche aus X-Kantungen den besonderen Reiz dieser Fassade aus. > www.prefa.de

2 Faserzement-Wellplatten bestimmen den charakterstarken Auftritt dieses Einfamilienhauses. Nicht nur die Fassade, sondern auch das Dach ist in das robuste Material gehüllt. > www.eternit.de

3 Die grauen Faserzementplatten kontrastieren auf attraktive Weise mit den Fensteröffnungen in der Fassade und betonen den Bauhausstil des Gebäudes. > www.keitel-haus.de

4 Die lebhafte Dachlandschaft sowie der Giebelbereich dieses Wohnhauskomplexes in Finnland ist mit Zinkstehfalz verkleidet. Dank Vorbewitterung verfügt es von vorneherein über die typische Patina. > www.rheinzink.de

Fassadenplatten sind äußerst vielgestaltig und werden in verschiedenen Materialien, Formaten, Oberflächenstrukturen und Farben angeboten. Das reicht von großflächiger Bahnenware über Tafeln bis hin zu kleinformatigen Schindeln. An Material stehen die Metalle Aluminium, Stahl und Zink zur Verfügung sowie Faserzement, Schichtpressstoff (HPL) und Kunststoffe.

So vielfältig wie die Materialien, so vielfältig sind auch die technischen Eigenschaften dieser Fassadenbekleidungen. Metalle sind quasi unverwüstlich, haben aber auch ihren Preis. In Schindelform sind sie besonders einfach zu montieren. Bahnenware wie beispielsweise Stehfalzprofil erfordert mehr Expertise bei der Verlegung, ist aber andererseits so flexibel, dass es sich jeder Gebäudeform anpasst.

Auch Faserzement- und HPL-Platten sind witterungsbeständig und formstabil. Erstere bestehen aus Zement und Zellulose und werden als plane Platten oder in der typischen gewellten Form angeboten. Letztere dürfte jeder als gängigste obere Schicht für Küchenarbeitsplatten kennen. Die Dekorpapierschicht in HPL-Platten bietet unendliche Möglichkeiten der Gestaltung, sowohl was die Farbe als auch das Muster angeht. Damit lassen sich z.B. Natursteine täuschend echt imitieren.

PLUS/MINUS

+ bei Verschmutzung leicht zu reinigen

+ Metall ändert seine Farbe unter dem Einfluss von UV-Strahlung nicht, hat eine sehr lange Haltbarkeit und ist wartungsfrei

+ Vielfalt von Farben und Dekoren bei HPL-Platten

+ Faserzementplatten sind kostengünstig

+ Faserzement und Metall ist nicht brennbar

- die meisten Metallverkleidungen sind relativ teuer

- hoher Energie-Input bei der Herstellung von Aluminium

In Stein gekleidet

PLUS/MINUS

+ Witterung und Schädlinge können dem Material nichts anhaben

+ langlebig, quasi unverwüstbar

+ hoher Schall- und Brandschutz

+ vor allem dunkle Steinsorten wie Schiefer verändern ihr Aussehen über ihren gesamten Nutzungszeitraum kaum

+ variabel im Design, von rustikal bis modern

- helle Steinarten mit einer rauen Oberfläche wie Sandsteine sind anfällig für Verschmutzungen (deshalb evt. Oberflächenbehandlung)

- vor allem exklusive Steinsorten sind eine teure Angelegenheit

Naturstein ist der Inbegriff für den edlen Baustil herrschaftlicher Ge bäude und steht für eine werthaltige, exklusive Ausstrahlung. Das Image von Klinker wird dagegen von Rustikalität und Wetterbeständigkeit bestimmt. Für beide Materialien findet sich heute ein sehr viel breiteres Gestaltungsspektrum.

Das Aussehen von Naturstein variiert je nach Gestein, Herkunft und Oberflächenbehandlung. Meist kommt er aus Übersee, aber es gibt auch heimische Produkte, wie der Jurakalkstein aus Sollnhofen, die aus ökologischer und Fairhandelssicht positiv zu bewerten sind.

Klinker besteht aus Ton, der bei hohen Temperaturen gebrannt wird, und ist in den Tönen Rot, Gelb, Braun und Grau im Handel. Je nachdem wie stark die Farbe changiert, entstehen ruhige oder lebhafte Fassadenbilder.

Kalksandstein ist ebenfalls ein sehr witterungsfestes Material aus Sand und Kalk. Die Verblender in Grau- und Weißtönen sind mit glatter oder strukturierter Oberfläche erhältlich.

1 Für Fassaden aus Kalksandstein werden frostfeste Verblender verwendet. Mit einer Imprägnierung wird ihre Dauerhaftigkeit noch erhöht. > www.ks-original.de

2 Alles andere als uniform – für „Haus Gaisbach“ kamen Verblendklinker in unterschiedlichen Farbnuancen zum Einsatz, von Cremeüber Rot- bis hin zu Braun- und Schwarztönen. > www.gussek-haus.de

3 Der gelbe Sandstein von Carl Picard zeigt im Dämmerlicht seine Wandelbarkeit und erscheint fast rötlich. > www.natursteinverband.de www.picard-natursteinwerk.de

4 Wie ein dunkler Monolith wirkt dieses Wohnhaus, das von der Fassade bis zum Dach mit Schiefer verkleidet ist. Wenige symmetrische Fensteröffnungen verstärken diesen Eindruck. > www.rathscheck.de

Gut Holz

Als nachwachsender Rohstoff ist Holz ein ökologischer, CO 2 -bindender Baustoff. Seine natürliche Ausstrahlung macht es zum beliebtesten Material für die Fassadenverkleidung von Einfamilienhäusern. Diese kommt besonders deutlich zur Geltung, wenn das Holz unbehandelt bleibt. Allerdings muss man dann eine naturgemäße Vergrauung in Kauf nehmen.

Alternativ kann man zu Farbe greifen, entweder als Lasur, bei der die Maserung sichtbar bleibt oder als deckender Anstrich. Weitere Gestaltungsoptionen sind die verschiedenen Deckungsformen wie Stülp-, Rhombus-, Boden-Deckelschalung – senkrecht oder waagrecht – und Schindeln.

Wichtig ist immer ein konstruktiver Holzschutz. Diesen erreicht man z. B. durch schützende Dachüberstände und bauliche Maßnahmen, die sicherstellen, dass Niederschlagswasser schnell ablaufen kann und das Holz nicht durchnässt.

1Tradition – modern interpretiert. Mit Holzschindeln lässt sich auch ganz moderne Architektur umsetzen, wie „Haus Brunner“ von Sonnleitner beweist. > www.sonnleitner.de

2 Einheitlich und doch ganz individuell. architektonisch sind diese vier Reihenhäuser identisch, aber Farbe verleiht ihnen ihren unverwechselbaren Look.

Außerdem schützt der Anstrich das Holz vor Witterungseinflüssen und Vergrauung ist auch kein Thema. > www.osmo.de

3 Mit seiner zweischaligen Blockwand setzt „Haus Engel“ ganz auf den umweltfreundlichen Baustoff Holz und demonstriert dies auch mit der blau lasierten Holzoberfläche. > www.stommel-haus.de

PLUS/MINUS

+ nachwachsendes und CO2-bindendes Material, dessen Einsatz sich positiv auf die Ökobilanz auswirkt

+ natürliches, warmes Erscheinungsbild, variantenreich durch die gewachsene Maserung

+ großes Spektrum an Gestaltungsmöglichkeiten durch Farbanstriche, unterschiedliche Formate, Deckungen und Holzarten

+ bei richtiger Pflege langlebig und robust

- regelmäßige Kontrolle und Wartung nötig, um Risse und Beschädigungen frühzeitig zu erkennen und zu reparieren

- behandelte Oberflächen müssen circa alle fünf (geölt) bzw. zehn Jahre (lasiert) nachgestrichen werden

- unbehandelte Hölzer vergrauen – je nachdem, wie sie der Witterung ausgesetzt sind – ungleichmäßig, das führt zu einer fleckigen Optik