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SCHICKSAL: „Ich kämpfe seit drei Jahren gegen Krebs“


SUPERillu - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 28.02.2019

In SUPERillu spricht SchlagerstarThomas Lück , 76, zum ersten Mal über seine schwere Erkrankung, die sein ganzes Leben veränderte


Artikelbild für den Artikel "SCHICKSAL: „Ich kämpfe seit drei Jahren gegen Krebs“" aus der Ausgabe 10/2019 von SUPERillu. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: SUPERillu, Ausgabe 10/2019

„Sie ist mein Fels in der Brandung“, sagt der Sänger über Ehefrau Uschi. Mit dem Schal kaschiert er die OP-Narben


Die Nachricht kommt auch für SUPERillu völlig überraschend. Thomas Lück sagt der Bühne nach fast 50 Jahren Ade. Die Fans des Sängers, der mit Hits wie „Lass doch bloß den Schlankheitstee“ und „Wo kommt der Schnee auf dem Kilimandscharo her“ Erfolge feierte, machen sich große Sorgen. Auch in unserer Redaktion gehen deshalb viele Anrufe ein. Alle wollen wissen: ...

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... Warum beendet der beliebte Musiker seine Karriere?

Wir fragen nach und erfahren, dass er schwer erkrankt ist. „Ich habe nicht mehr die Kraft, eine Stunde auf der Bühne zu singen und Faxen zu machen“, gesteht Thomas Lück. Wir besuchen ihn in seinem Bungalow in der Nähe von Berlin. Der Schlagerstar spricht an diesem Februartag zum ersten Mal öffentlich über die Krebserkrankung, die ihn im letzten Jahr immer weiter schwächte.


Ich will die Menschen sensibilisieren, dass sie zur Vorsorge gehen und auf ihren Körper achten.


Dass er SUPER illu zum Gespräch empfängt, hat zwei Gründe: „Ich will mich bei allen für die Anteilnahme und den lieben Zuspruch bedanken. Aber genauso wichtig ist es mir, diese Gelegenheit zu nutzen, um die Menschen dafür zu sensibilisieren, auf ihre Gesundheit zu achten. Sie ist unser höchstes Gut!“ Ein emotionaler Appell, den auch seine Frau Uschi, 63, unterstützt. „Sonnenbaden ist der häufigste Grund für Hautkrebs. Es ist wichtig, dass man rechtzeitig zum Arzt geht und seine Haut überprüfen lässt“, sagt sie. Denn mit einem Hautproblem begann es auch beim Sänger.

FOTOS: Viviane Wild für SUPERillu (2

Vor allem sein Humor und seine gute Laune machen ihn bei allen so beliebt

An der Seite von Andreas Holm trat Thomas Lück zuletzt noch auf. Sein Partner will solo weitermachen


Große Liebe: Seit 20 Jahren sind der Sänger und seine Ehefrau miteinander glücklich


Schon in den 80ern begeisterte der Musiker aus Dranske (MV) mit seiner guten Laune das Publikum


Früher brillierte er auf der Bühne in seiner Rolle als „Doktor Lück“. Ein Fan bastelte ihm deshalb diese Figur


Vor drei Jahren nahm die Krankheit ihren Lauf. „Alles fing mit einer kleinen Stelle an der linken Wange an, die sich komisch veränderte“, erinnert er sich. Zunächst dachte er sich nichts dabei, rieb die Stelle mit Salbe ein. Doch der anfängliche Pickel begann, sich zu verändern. „Wir bekamen es mit der Angst zu tun.“

Gemeinsam mit Ehefrau Uschi ging er zum Dermatologen. Der schickte die beiden zunächst wieder weg. „Ich sollte die Stelle weiter beobachten“, erinnert Lück sich. Erst beim dritten Besuch wurde der Schauspieler zu einem Chirurgen geschickt. Die Diagnose riss ihm den Boden unter den Füßen weg: Es handelte sich um ein Plattenepithelkarzinom, eine gefährliche Hautkrebsart. „Das war für mich ein Schock. Mit so etwas rechnet man ja nicht.“

Vier Gesichtsoperationen musste der Sänger anschließend über sich ergehen lassen. „Es war eine harte Zeit. Schon als Kind bin ich nicht gerne zu Ärzten gegangen“, erzählt er. Dennoch stand er weiter auf der Bühne, sagte kein einziges Konzert ab. „Ich wollte für meine Fans Mugge machen. Wenn ich in die strahlenden Gesichter blickte, habe ich alles um mich herum vergessen. Das gab mir Kraft.“ Genauso wie die Unterstützung seiner Ehefrau Uschi. Sie war immer an seiner Seite und besuchte ihn so oft es ging im Krankenhaus.


In der schweren Zeit gibt mir die Unterstützung von Fans und Freunden Kraft.


Nach den Operationen folgten andere gesundheitliche Rückschläge. 2017 erlitt Thomas Lück seinen dritten Schlaganfall. Durch viel Training und seinen eisernen Willen stand er einige Monate später wieder auf der Bühne. Den Warnschuss nahm der Sänger ernst, achtete auf seinen Körper.

Einige Zeit schien alles gut, bis der Krebs zurückkam. Thomas Lück erinnert sich an den Morgen im Oktober 2018. „Beim Rasieren fiel mir auf, dass meine linke Halsseite ganz doll geschwollen war.“ Im Rollstuhl wurde er sofort ins Krankenhaus gebracht, ambulant eine sogenannte Biopsie, eine Gewebeentnahme, durchgeführt. Die Ärzte stellten Lymphdrüsenkrebs fest. Der Hautkrebs hatte gestreut.

Wieder musste Thomas Lück operiert werden. In einem mehrstündigen Eingriff wurden Lymphknoten und Tumore ent- fernt. „Ich bewundere meinen Mann für seine Stärke. Denn geklagt hat er trotz aller Eingriffe nie“, erzählt Uschi.

Thomas Lück vor einem Jahr mit seiner ersten Solo-Platte von 1978


Auch die Behandlungen ließ er klaglos über sich ergehen. Weil eine Chemotherapie wegen seiner schlechten Nierenwerte nicht möglich war, wurde er 30 Mal ambulant bestrahlt. Dadurch fehlt ihm der Appetit und Thomas Lück verlor in den letzten Wochen 10 Kilo Gewicht. Er wirkt schwach.

Trotz allem strahlen seine Augen, wenn er von der Musik und von seinen Fans erzählt. „Das gibt mir in dieser schweren Zeit Auftrieb. Vor allem meine Frau, meine Freunde und Nachbarn helfen mir.“ Zu seinem 76. Geburtstag, am 14. Februar, erreichten ihn so viele Nachrichten wie nie. „Sogar aus Australien, Thailand, der Schweiz und von den Kanarischen Inseln. Auch mein achtjähriger Fan Willi hat an mich gedacht. Das erfreut mein Herz“, erzählt er. Wie es gesundheitlich weitergeht, weiß niemand. Im März muss Thomas Lück wieder ins Krankenhaus. Dann wird untersucht, ob der Krebs erneut gestreut hat. Er versucht, positiv zu denken. „Mein Motto ist: Zähne hoch und Kopf zusammengebissen.“ Es ist beeindruckend: Seinen Humor hat er nicht verloren.

Plattenepithelkarzinom: So können Sie sich schützen

Der Stachelzellkrebs (Plattenepithelkarzinom) ist der zweithäufigste Hautkrebs. Rund 98 000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland neu daran. Besonders betroffen sind diejenigen, die im Freien arbeiten oder die über Jahre hinweg intensive Sonnenbäder nehmen. Am häufigsten erkranken Menschen um das 70. Lebensjahr herum. Hat der Tumor noch eine Größe von weniger als einem Zentimeter, besteht eine Heilungschance von nahezu 100 Prozent. Um Frühstadien und Vorstufen bösartiger Erkrankungen zu erkennen, raten Experten zum regelmäßigen Hautkrebs-Screening. Gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren haben alle zwei Jahre einen Anspruch auf diese Früherkennungsuntersuchung. Infos: www.hautkrebs-screening.de


FOTOS: SUPERillu/Wild/Handelmann/Toelle, dpa Picture-Alliance (2)