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Schicksalhafte Begegnung


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Das goldene Blatt - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 12.03.2022

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Engagiert im Beruf, dabei stets sachlich und beherrscht. So kennt man die Kinderärztin Charlotte. Dass ihr Herz ein schmerzliches Geheimnis hütet, ahnt niemand. Erst Thomas, der seine Nichte in die Klinik bringt, fördert lang Verdrängtes zutage. Und plötzlich scheint vieles möglich – sogar eine neue Liebe …

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Die Stimme von Oberarzt Dr. Henninger ertönte im Flur: „Charlotte? Haben Sie mal einen Augenblick?“

Die Kinderärztin blieb stehen. Sie kannte diesen Tonfall. Ging es um berufliche Fragen, klang Henninger anders. Sachlich. Wenn dieser Schalk in seiner Stimme schwang, würde er wohl gleich wieder sein Glück versuchen.

Als sie sich umdrehte war er auch schon heran. Ein mittelgroßer Mann Ende 40 mit hoher Stirn und runden Backen, dessen gutmütiges Äußeres darüber hinwegtäuschte, dass er ein brillanter Mediziner war. Ein angenehmer Kollege ebenfalls. Mehr ...

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... allerdings würde da niemals werden, auch wenn er sich einen Sport daraus machte, das regelmäßig zu hinterfragen.

„Haben Sie das aktuelle Ärztejournal schon gelesen?“, begann er und putzte seine Brille. „Da gibt es eine neue Studie über die unterschiedliche Wirkungsweise von Glucocorticoiden bei Erwachsenen und Kindern. Sehr interessant.“

„Ja. Das fand ich auch“, gab Charlotte zurück. „Ich habe den Artikel gerade neulich gelesen.“

„Ach, tatsächlich?“ Henninger blinzelte verschmitzt. „Schade. Ich wollte sie nämlich fragen, ob wir uns den gemeinsam ansehen. Vielleicht bei einem Abendessen?“

Charlotte kräuselte die Lippen. „Nun, in dem Fall – nein.“

„Tja. Schade. Aber das war sicher nicht der letzte interessante Artikel“, setzte Henninger treuherzig hinzu. „Ich frage dann einfach das nächste Mal wieder.“

„Sie geben wohl niemals auf, was?“, neckte sie ihn freundlich.

Er grinste entwaffnend. „Nein. Warum? Ihr Herz ist doch frei – also theoretisch. Da darf ich mich doch darum bemühen, oder?“

Bevor Charlotte antworten konnte, unterbrach der schnell anschwellende Ton eines Martinshorns ihr Geplänkel. Sie wechselten einen kurzen Blick und setzten sich dann gleichzeitig in Bewegung, ein eingespieltes Team und völlig bei der Sache. Im nächsten Moment flogen auch schon die Türen der Notaufnahme auf und eine Trage wurde eilig hereingeschoben.

„Ein sechsjähriges Mädchen“, informierte sie der Notarzt knapp. „Von einem Auto angefahren. Knochenbrüche und möglicherweise auch innere Verletzungen.“

Ein Mann lief neben der Trage her und hielt die Hand des Mädchens, das blass und mit geschlossenen Augen unter der Decke lag.

„Gleich zum Röntgen“, entschied Dr. Henninger souverän und entschlossen. Er konnte von einem Moment zum nächsten umschalten. Jetzt war er wieder ganz der Profi und hoch konzentriert.

„Sie warten hier bitte“, wies Charlotte den Begleiter an, dessen Gesicht Angst und Verzweiflung spiegelte. „Ich bin bei Ihnen, sobald wir Näheres wissen.“ Dann folgte sie Henninger.

Die ersten Untersuchungen brachten Entwarnung. Die Kleine hatte es zum Glück nicht so schlimm erwischt. Keine inneren Verletzungen, und auch das MRT zeigte keine Besonderheiten. Sie hatte lediglich eine Gehirnerschütterung und ein gebrochenes Handgelenk davongetragen. Während Henninger die Operation vorbereitete, ging Charlotte hinaus zu dem besorgten Vater. „Ich bin Charlotte Friese, die Kinderärztin“, stellte sie sich vor. „Ihre Tochter hat noch mal Glück im Unglück gehabt.“

Er atmete auf. „Gott sei Dank“, stieß er hervor. „Meine Schwester hätte mich umgebracht. Sie ist geschäftlich unterwegs, und ich sollte auf ihre Tochter aufpassen. Wie geht es Nina? Darf ich zu ihr?“

Er war jetzt gefasster, und Charlotte bemerkte fasziniert ein Paar ungewöhnliche Augen – blau mit irisierenden grünen Schatten.

Auch am nächsten Morgen war Thomas bereits bei Nina

Der Mann strich sich ein paar störrische Haarsträhnen aus der Stirn, und Charlotte zwang ihren Blick weg von dieser Geste, wieder in sein Gesicht. „Sobald wir den Bruch gerichtet haben“, erklärte sie sachlich. „Sie können hier warten.“

Der Eingriff verlief glatt, und bald darauf wurde das Mädchen in ein Krankenzimmer geschoben, wo sie ein paar Tage zur Beobachtung bleiben würde. Als Charlotte kurz vor Dienstschluss noch einmal nach der Kleinen sah, war der Onkel immer noch da. Lächelnd erhob er sich von seinem Stuhl. „Sie hat nach ihrem Teddybären verlangt“, erzählte er. „Und nach Himbeereis. Ich glaube, Sie haben das prima hingekriegt. Vielen Dank.“

Charlotte erwiderte das Lächeln. „Keine Ursache, Herr …“

„Jacoby. Thomas Jacoby.“ Er reichte ihr die Hand, sein Blick war wie Gletschereis, nur viel wärmer.

Am nächsten Morgen, als Charlotte die kleine Nina besuchte, war er schon da. Er klappte ein Buch zu, aus dem er gerade vorgelesen hatte, und sah ihr entgegen.

Charlotte nickte einen Gruß und trat an das Bett des Mädchens. Sie wusste nicht genau, was an diesem Blick sie irritierte. Vielleicht das vage Gefühl, man könne ihm nichts verheimlichen. „Wie geht es unserer Patientin denn heute?“, fragte sie und beugte sich über das Kind. „Gut“, sagte die Kleine scheu. „Und wie geht es unserer Frau Doktor heute?“, erkundigte sich Thomas mit amüsiertem Lächeln.

Charlotte fühlte Ninas Puls und richtete sich dann steif auf. „Bestens“, erwiderte sie knapp. „Wir sehen uns später bei der Visite.“

Das galt Nina, doch Thomas lächelte unverändert und musterte sie aus blitzenden Augen. „Ich freu schon mich darauf“, gab er zurück und sah Charlotte hinterher, die wortlos das Zimmer verließ.

Die Visite kam kurz vor Mittag, und Thomas war immer noch da. Er ließ sich von Dr. Henninger die Diagnose und die Einzelheiten des Eingriffs erklären, während Charlotte angelegentlich an ihm vorbeisah. Als sie wenig später mit den Patienten im letzten Zimmer durch waren und die Gruppe sich auflöste, stand er plötzlich hinter ihr.

„Ich hätte da noch ein paar Fragen“, sagte er in ihrem Rücken, und Charlotte fuhr herum. „Passt es denn gerade? Oder machen Sie irgendwann mal Pause?“

Sie blickte in diese merkwürdig grünblauen Augen und fand nicht gleich eine Antwort. „Nein. Ja. Also, später“, erwiderte sie dann.

Thomas lächelte liebenswürdig. „Wunderbar. Können wir uns dann irgendwo zusammensetzen? Oder vielleicht eine Kleinigkeit essen?“

„In der Cafeteria im Erdgeschoss. In einer halben Stunde“, hörte Charlotte sich sagen und wunderte sich selbst über ihre Worte. Für gewöhnlich war sie sehr auf professionelle Distanz bedacht. Es musste wohl an diesen Gletscheraugen liegen, dass sie spontan von diesem Grundsatz abgewichen war.

Thomas saß an einem Ecktisch, als Charlotte mit reichlich Verspätung eintraf. Sie hatte ihn absichtlich warten lassen, doch er verlor kein Wort darüber. Im Gegenteil. Er grinste ihr unbefangen entgegen, und sie bemerkte mit klinischem Interesse, dass ihr Herzschlag dabei aus dem Takt geriet. „Haben Sie eigentlich nichts Besseres zu tun, als den ganzen Tag hier in der Klinik zu verbringen?“, begrüßte sie ihn reserviert.

Thomas rückte ihr den Stuhl zurecht. „Was könnte besser sein?“ Dann schob er ihr ein Sandwich und eine Limonade zu. „Ich war so frei, schon für Sie zu bestellen. Ich hoffe, es trifft Ihren Geschmack.“

„Danke.“ Charlotte klappte das Sandwich auf. Putenbrust mit Tomaten, das mochte sie am liebsten. Sie nahm einen Bissen und betrachtete ihr Gegenüber nachdenklich. Konnte er hellsehen?

„Ich weiß, was Sie jetzt denken“, schmunzelte er, und sie erschrak ein wenig. „Aber ich kann Sie beruhigen. Ich bin nicht arbeitsscheu, ich kann mir meine Zeit nur flexibel einteilen. Ich schreibe nämlich gerade an meiner Dissertation.“

„Mhm, aha“, machte sie kauend. „Und worüber schreiben Sie?“

Mit Macht drängte Charlotte Bilder und Erinnerungen weg

„Über die Liebe“, erklärte er in schwärmerischem Ton und beobachtete sie dabei genau. Charlotte schob sich ein großes Stück Tomate in den Mund und entzog sich so eines Kommentars. „Über die Liebe aus psychologischer Sicht“, fügte er grinsend hinzu. „Ich untersuche speziell den Beginn einer Beziehung und die berühmte Liebe auf den ersten Blick. Wussten Sie, dass es nur Bruchteile von Sekunden sind, die über Sympathie oder Antipathie entscheiden?“

Er sah sie erwartungsvoll an, und Charlotte wurde plötzlich von dem Gefühl erfasst, vor einem Abgrund zu stehen. Der Blick ins Bodenlose machte sie schwindelig, und ihre Brust war auf einen Schlag so eng, dass ihr das Atmen schwerfiel. Mit aller Macht drängte sie die Bilder weg, die Erinnerungen und den kalten Schmerz und bemühte sich um einen ausdruckslosen Blick.

„Der Untertitel der Arbeit wird ‚So fangen Wunder an‘ lauten“, fiel Thomas in ihre Gedanken.

Charlotte rettete sich in leisen Spott. „Wie poetisch. Aber Sie wollten mit mir doch bestimmt nicht darüber sprechen.“

Er grinste. „Eigentlich schon. Ich habe einen Fragebogen erarbeitet, der meine Analyse stützt. Darf ich Sie auch dazu befragen?“

Schweigend nahm Charlotte den letzten Bissen von ihrem Sandwich. Ihre Gedanken rasten wild durcheinander. Zugleich hatte sie das unbehagliche Gefühl, sein Blick taste sich bis auf den Grund ihrer Seele vor. „Ich werde darüber nachdenken“, sagte sie endlich und tupfte sich den Mund ab. „Wenn Sie ansonsten keine medizinischen Fragen mehr zu Ihrer Nichte haben – ich muss dann wieder los.“

Thomas nickte. „Natürlich“, entgegnete er verbindlich. „Danke für Ihre Gesellschaft. Man sieht sich.“ Er sah ihr nach, als sie die Cafeteria verließ, und Charlotte fühlte seinen Blick und dieses verhaltene Lächeln fast körperlich im Rücken.

Der Rest des Tages ging irgendwie vorbei. Charlotte war Profi genug, um reibungslos zu funktionieren. Allerdings kostete es sie viel Energie, den Schein zu wahren. Als sie endlich zu Hause war, fühlte sie sich richtig erschöpft. Und während sie wahllos ein Mikrowellengericht aus dem Kühlschrank griff, drängte abwechselnd das Bild zweier grünblauer Augen hoch und die Erinnerung an ein anderes Gesicht, ein anderes Lächeln, bittersüß und wie aus einem anderen Leben. So fangen Wunder an, dachte sie verächtlich. Wie kitschig. Und naiv. Bei ihr hatte damit ein Alptraum angefangen …

Am nächsten Tag vermied sie es, in die Nähe von Ninas Zimmer zu kommen, aber bei der Visite konnte sie sich nicht drücken. Thomas war da, natürlich, und empfing sie mit einem Lächeln. Dr. Henninger wirkte leicht irritiert, hatte sich aber gut in der Gewalt. Und wieder passte Thomas sie auf dem Flur ab, als sie ihre Runde beendeten. „Frau Doktor? Haben Sie schon über mein Angebot nachgedacht?“

„Wenn ich mich recht erinnere, war da kein Angebot. Sie brauchen noch Freiwillige für Ihren Fragebogen“, entgegnete sie förmlich.

Thomas lächelte charmant. „Das Angebot war ein Putensandwich mit Tomate“, erklärte er. „Alles andere liegt ganz bei Ihnen.“

Einen kurzen Moment war Charlotte versucht, darauf einzugehen. Mit ihm zusammenzusitzen und in diese Augen zu sehen, war eine verlockende Vorstellung. Doch sie fürchtete, dass dabei noch mehr Dinge aus den Schatten der Vergangenheit treten würden. „Tut mir leid“, sagte sie ausdruckslos. „Heute ist mein Tag eng getaktet.“

„Verstehe. Kein Problem.“ Thomas zog er eine Karte aus der Tasche und reichte sie ihr. „Falls Sie es sich anders überlegen, Sie können mich jederzeit anrufen.“

Sie sah ihm nach, wie er über den Flur davonging, und meinte fast, sein Lächeln noch vor sich zu spüren. An der Ecke warf er einen Blick zurück, wie ein Richtstrahl geradewegs in ihre Augen, als hätte er gewusst, dass sie immer noch genau am selben Fleck stand.

Falsch. Er hatte es gewusst! Das las sie in seinem Gesicht, selbst auf diese Entfernung. Rasch wandte Charlotte sich ab, doch ihr Herzschlag brauchte eine geraume Weile, sich wieder zu beruhigen.

Das Datum! Danis Todestag jährte sich bald zum 15. Mal

Was hatte dieser Mann an sich, das sie so durcheinander brachte? Darüber dachte Charlotte in jeder ruhigen Minute nach, bei der Arbeit und später zu Hause. Diplom-Psychologe stand auf der Karte. Er kannte sich also aus mit Seelenlandschaften. Bloß war ihre so abgründig und schroff, dass sie sich selbst nicht gerne dahin verirrte.

An diesem Abend funktionierte ihre Verdrängungstaktik nicht. Leichte Musik, die Lieblingspizza, das Glas Wein konnten heute nicht verhindern, dass sie ins Grübeln geriet. Es kam alles zusammen. Die Begegnung mit Thomas, die all das wieder hochgebrachte, das Karussell aus Erinnerungen, das gestern unvermutet Fahrt aufgenommen hatte, und das Datum im Kalender. Charlotte sank das Herz bis auf den Grund, wenn sie daran dachte. In wenigen Tagen jährte sich Danis Todestag zum 15. Mal.

Mitten in der Nacht schreckte Charlotte aus einem düsteren Traum hoch. Ihr Herz raste, und eine diffuse Panik schnürte ihr die Kehle zu. Sie war so aufgewühlt, dass an Schlaf nicht mehr zu denken war. Es führte ohnehin kein Weg daran vorbei. Sie musste sich den Geistern der Vergangenheit stellen. Und als hätte sie mit diesem Gedanken eine Tür geöffnet, stürzte plötzlich alles auf sie ein. Sie war wieder 20 und zurückkatapultiert in die schönste und die schlimmste Zeit ihres Lebens …

Dani war ihre allerallerbeste Freundin gewesen, Vertraute und Seelenmensch seit Kindertagen. Das Erwachsenwerden mit all seinen Höhen und Tiefen, erste holprige Gehversuche in Richtung Liebe – alles hatten sie zusammen durchlebt. Dann traf Dani diesen Mann, und mit ihm war es anders. Sie schwebte förmlich, hatte noch nie so glücklich ausgesehen.

Natürlich wollte sie dieses Glück mit der besten Freundin teilen. Doch als sie Charlotte ihren Freund vorstellte, geschah das Unfassbare. Ein Blick, ein Lächeln, die ersten paar Worte … es war wie ein Blitzschlag. Charlotte war machtlos gegen diese Welle, die sie da über- rollte. Sie wollte das nicht. Doch sie konnte sich der Wucht dieser Gefühle nicht entziehen.

Was dann folgte war Himmel und Hölle zugleich. Heimliche Treffen, doch in jedem Kuss brannte der Verrat. Charlotte war zutiefst zerrissen zwischen dieser Liebe und ihrem schlechten Gewissen. Bis sie es nicht mehr aushielt.

An dem Tag, als sie die Beziehung beenden wollte, gestand Ralf Dani die Wahrheit. Und trennte sich von ihr. Für Dani brach nicht nur eine Welt zusammen, sondern zwei. Die beiden wichtigsten Menschen in ihrem Leben hatten sie hintergangen und zutiefst verletzt.

Charlotte wollte wenigstens erklären, dass die Sache eigentlich schon beendet war. Wollte um Verzeihung bitten, wohl wissend, dass unverzeihlich war, was sie getan hatte. Es gelang ihr schließlich, Dani zu einem Gespräch zu bewegen. Doch am Treffpunkt kam Dani nie an. Sie hatte unterwegs einen Autounfall und war sofort tot.

Tot – durch ihre Schuld. Damit musste Charlotte seither leben.

Das schlimmste aber war die quälende Frage, die sie bis heute nicht losgelassen hatte: War es wirklich ein Unfall gewesen?

Mit ein wenig Rouge versuchte Charlotte die Spuren dieser Nacht zu überdecken, die sie mehr mitgenommen hatte, als sie sich eingestehen mochte. Insgeheim hoffte sie, Thomas in der Klinik zu treffen. Doch bei der Visite war Nina allein, und als sie ganz nebenbei nach dem Onkel fragte, zuckte das Mädchen nur die Schultern.

Später am Nachmittag sah sie noch einmal in dem Zimmer vorbei, und nun saß eine Frau an Ninas Bett – ihre Mutter! Sie hielt die Hand des Mädchens und lächelte Charlotte breit entgegen. „Vielen Dank, dass Sie sich so gut um Nina kümmern“, sagte sie froh. „Und dass sie es so gut hingekriegt haben.“

„Ihre Zeit war noch nicht gekommen“, sagte Ninas Mutter

Ihre Augen waren ebenfalls blau, aber nicht von diesem intensiven Farbenspiel wie die ihres Bruders, stellte Charlotte fest. Sie trat heran. „Nina ist auch eine ganz vorbildliche Patientin“, lobte sie. „Und ihre Verletzungen waren zum Glück nicht so gravierend.“

„Ja. Zum Glück.“ Die Frau war ernst geworden und blickte einen Moment nachdenklich vor sich hin. Dann schüttelte sie den Kopf, wie um unschöne Bilder loszuwerden, und lächelte wieder. „Zum Glück“, wiederholte sie. „Ihre Zeit war noch nicht gekommen.“

Charlotte sah sie fragend an, und mit einem weichen Blick auf ihre Tochter fügte die Frau hinzu: „Uns allen ist die Zeit zu gehen bestimmt. Das hat meine Großmutter immer gesagt, und sie hat daran geglaubt. Na ja.“ Sie lachte verlegen. „Das mag Unsinn sein. Aber ihr hat es immer geholfen, mit Schicksalsschlägen umzugehen.“

„Das ist … bemerkenswert.“ Charlotte räusperte den Knoten weg, der da plötzlich in ihrem Hals saß, und setzte ihr verbindliches Arztlächeln auf. „Wir sind mit dem Verlauf sehr zufrieden. Ich spreche nachher noch mit dem Kollegen, aber ich denke, morgen oder übermorgen kann Nina nach Hause.“ Damit nickte sie einen Gruß und ging aus dem Zimmer. Das eigentümliche Gefühl aber, das sie eben befallen hatte, nahm sie mit.

Dr. Henninger gab grünes Licht, Nina zu entlassen. Und Charlotte verbrachte viel Zeit damit, über die Worte von Ninas Mutter nachzudenken. Und darüber, ob Thomas morgen wohl auch kommen würde.

Er kam nicht. Ninas Mutter war da, bedankte sich noch einmal ganz herzlich und stiftete einen großen Kasten Pralinen für das Schwesternteam. Dann waren sie weg.

Zurück blieb Charlotte, ziemlich konfus und durcheinander. Und dieses namenlose bedrückende Gefühl in ihrer Brust hatte sich anscheinend häuslich eingerichtet.

Ein paarmal in diesen Tagen hielt sie Thomas’ Karte in der Hand. Und wenn sie einfach anrief? Es war ohnehin schon alles hochgekommen. Da konnte sie auch seinen Fragebogen beantworten. Und hinterher im Gespräch ein paar Dinge zurechtrücken. Psychologische Beratung sozusagen. Das konnte doch nicht schaden!

Aber sie tat es nicht, denn sie hatte schon einmal erlebt, wie Din- ge in Gang kamen, die sich ihrer Kontrolle entzogen. Und irgendwie beschlich sie so eine Ahnung, dass dies wieder geschehen könnte …

Und dann war Danis Todestag gekommen. Unpassend fast, wie der Himmel über dem Friedhof strahlte, als Charlotte durch die Reihen der Gräber schritt. Und dann wieder nicht. Dani war ein so positiver Mensch gewesen. Sie hätte es gemocht, dass ihr Grabstein im hellen Sonnenschein glänzte.

Behutsam zupfte Charlotte ein paar welke Blättchen aus der Grabbepflanzung, die inzwischen üppig gewachsen war. Dann legte sie den Blumenstrauß ab, den sie mitgebracht hatte, und verharrte eine lange Weile in stiller Andacht.

„Charlotte? Bist du das?“

Die Stimme in ihrem Rücken klang wie aus einem anderen Leben. Langsam drehte Charlotte sich um und musterte die Frau, die hinter sie getreten war. Das Haar war ergraut, die Haut trug Spuren gelebter Jahre, doch die Augen blickten genauso warm wie damals, als sie in ihrem Haus ein und aus gegangen war. Rita, Danis Mutter.

„Ja, ich bin’s“,sagte Charlotte.

Rita trat neben sie, betrachtete das Grab und die frischen Blumen darauf und lächelte Charlotte zu. „Schön, dass du heute hergekommen bist. Wie geht es dir?“

Da schwang Anteilnahme und ehrliches Interesse in diesen Worten. Charlotte warf Rita einen forschenden Blick zu. Sie standen hier am Grab ihrer Tochter – die doch noch leben könnte, wenn … Sie biss sich heftig auf die Lippen.

Rita aber lächelte gleichbleibend und sah sie freundlich an. „Du bist Ärztin geworden, nicht wahr? Das passt gut zu dir. Du warst immer schon so klug und planvoll.“

Charlotte hätte fast aufgestöhnt. Was sie damals getan hatte, war alles andere als klug und planvoll gewesen. Sie schüttelte den Kopf, brachte aber kein Wort heraus. Rita musterte sie noch kurz und richtete den Blick dann wieder nach vorne auf den Grabstein. So standen sie einen Moment schweigend.

Dani, ich vermisse dich so sehr, dachte Charlotte traurig

Charlotte starrte auf Danis Namenszug aus goldenen Lettern, bis sie vor ihren Augen zu tanzen begannen. So viele Dinge schossen ihr dabei durch den Kopf. Sie kam nicht oft hierher. Zu bleiern lastete die Schuld auf ihrer Seele. Könnte sie doch nur die Zeit zurückdrehen, die Dinge ungeschehen machen! Ach, Dani, dachte sie wehmütig. Ich vermisse dich so sehr.

„Ja. Ich vermisse sie auch sehr“, sagte Rita neben ihr, und Charlotte riss den Kopf herum. Hatte sie den Satz etwa laut ausgesprochen?

„Es tut mir so entsetzlich leid“, murmelte sie. „Dass alles so gekommen ist, meine ich.“

„Aber es war doch nicht deine Schuld“, entgegnete Rita.

„Doch!“, stieß Charlotte wild hervor. „Ich hab sie so tief verletzt. Ich hab alles kaputt gemacht.“ Sie zwang sich, Rita ins Gesicht zu sehen. Fühlte den bitteren Geschmack im Mund, als die Worte nun hoch drängten, doch sie bremste sie nicht. Es musste endlich ausgesprochen werden. Jetzt.

Charlotte atmete tief ein. „Vielleicht war es mehr, als sie ertragen konnte“, sagte sie tonlos. „Der Unfall. Vielleicht hat sie es mit Absicht getan.“ Quälend lange sahen sich beide nur stumm an. Charlottes Kehle war wie zugeschnürt, ihre Beine trugen sie kaum.

Bis Rita sacht den Kopf schüttelte. „Aber Charlotte.“ Sie lächelte milde. „Das darfst du nicht einmal denken.“ Wieder betrachtete sie den Grabstein, mit einem abgeklärten Lächeln, das Charlotte tief berührte. Dann schüttelte sie erneut den Kopf. „Nein. Das hätte Dani niemals getan. Sie hat sehr unter eurem Zerwürfnis gelitten. Und als ihr euch endlich aussprechen wolltet, war sie richtig froh. Egal, was vorher passiert war. Sie wollte diese Freundschaft unbedingt erhalten. Und was geschehen ist, war einfach ein Unglück.“

Charlotte staunte, woher diese Frau ihre Kraft und Ruhe nahm. Sie selbst war zutiefst aufgewühlt. Doch es fühlte sich auf einmal anders an als eben noch, als all die Zeit zuvor. Es dauerte einen Moment, bis sie den Grund dafür fand. Dann spürte sie es. Diese trostlose Verzweiflung war plötzlich weg.

„Danke“, sagte sie leise. Erst jetzt bemerkte sie die Tränen, die ihr übers Gesicht liefen. Sie wischte sie weg, und mit ihnen all die Last dieser Jahre, die Zweifel, die Schuld. Sie fühlte es fast körperlich, dass der Druck wich und an seine Stelle ein warmes Gefühl von Leichtigkeit und Zuversicht trat. „Danke“, wiederholte sie nun laut, und es kam aus tiefstem Herzen.

Bis spät in den Abend saß Charlotte in ihrem Lieblingssessel am Fenster und hing ihren Gedanken nach. Sie musste diese neue Erkenntnis nun verinnerlichen und sich selbst neu definieren. Ohne Schuldgefühle und Selbstvorwürfe.

Es war einfach ein tragischer Unfall gewesen. Vielleicht war es Dani bestimmt gewesen, an diesem Tag zu gehen. Auch wenn das Aberglaube sein sollte, eine tröstliche Vorstellung war es allemal.

Am nächsten Tag in der Klinik umwehte Charlotte immer noch diese Aura von Frieden und der Nachklang eines versonnenen Lächelns. Ein paarmal bemerkte sie Henningers fragenden Blick, doch er sprach sie nicht an, und auch sie sagte nichts dazu. So ging der Morgen dahin, in einer Leichtigkeit, die sie selten erlebt hatte. Zugleich erfüllte Charlotte eine erwartungsvolle, frohe Spannung, als würde bald etwas Wunderbares passieren. Und sie sollte sich nicht täuschen.

Es war kurz vor Mittag, als sie an dem Zimmer vorüberkam, in dem bis gestern die kleine Nina gelegen hatte. Sie zögerte kurz, warf im Vorbeigehen einen Blick auf die verschlossene Tür und musste lächeln. Weil sich plötzlich eine Gedankenkette in ihrem Kopf schloss.

Thomas. Seine faszinierenden Augen, und wie vom ersten Moment an etwas in ihr instinktiv gefühlt hatte, dass diese Begegnung schicksalhaft werden würde. Doch damals war sie noch nicht bereit gewesen, aus den Schatten zu treten und sich dem Leben zu öffnen.

„Sie sehen verändert aus“, fand Thomas. „So ausgeglichen!“

Damals. Sie hätte fast gelacht. Das lag doch erst ein paar Tage zurück! Doch so vieles war geschehen seither, dass sie nicht mehr die selbe war. In der gleichen Sekunde verspürte sie den heftigen Drang, ihn anzurufen. Jetzt gleich? Sie könnte Pause machen …

Aber nein, vielleicht besser nach Dienstschluss. Dann wäre sie entspannter und hätte auch mehr Zeit. So lange könnte sie in Ruhe darüber nachdenken, was sie ihm alles erzählen und ihn fragen wollte. Das überlegte Charlotte, wollte ihren Weg zügig fortsetzen – und wäre dabei beinahe mit Thomas zusammengestoßen, der wie aus dem Nichts plötzlich vor ihr stand.

Charlotte schnappte überrascht nach Luft, schmunzelte dann. „Sie kommen zu spät. Sie ist weg.“

„Wie bitte? Wer ist weg?“

„Nina wurde gestern entlassen.“ Er sah sie seltsam eindringlich an, und Charlotte hatte Mühe, ihren Herzschlag in gesunden Bahnen zu halten. Dann setzte er ein glattes Lächeln auf. „Ich weiß. Ich habe sie schon zu Hause besucht. Meine Schwester hat Urlaub genommen, um sich um sie zu kümmern.“

„Das ist gut. Und Sie haben jetzt wieder Zeit für die Arbeit an der Dissertation“, meinte Charlotte.

„Ja. Unter anderem.“

Es war schwer, sich dem Farbenspiel seines Blickes zu entziehen. Besonders wenn er so intensiv über ihr Gesicht strich. Forschend, als wollte er sich jedes Detail einprägen. „Sie sehen verändert aus“, stellte er unvermittelt fest.

„Ah ja? Wie denn verändert?“, fragte sie amüsiert lächelnd.

Er schien nach einer Beschreibung zu suchen „So – ausgeglichen“, befand er schließlich.

Natürlich. Er konnte sie lesen, das hatte sie bei ihren früheren Begegnungen schon so empfunden. Doch jetzt bereitete ihr das kein Unbehagen mehr. Charlotte schmunzelte. „Wenn Sie damit meinen, dass ich heute ein Putensandwich nicht ausschlagen würde, dann haben Sie recht.“

Thomas lachte. „Genau das wäre meine nächste Frage gewesen. Passt es jetzt gleich?“

Kurz darauf saßen sie an dem selben Tisch in der Cafeteria wie beim letzten Mal. Thomas hatte zwei Sandwiches besorgt, und als er ihr eines hinschob, sah er sie wieder so merkwürdig an.

Zwei Dinge bemerkte Charlotte in diesem Augenblick. Nein, eigentlich drei. Es irritierte sie nicht mehr, dass er bis tief in ihr Innerstes zu blicken schien. Es gab dort keine Gespenster in dunklen verborgenen Ecken mehr, die er aufscheuchen könnte. Und sie hatte sich schon lange nicht so beflügelt gefühlt wie in diesem Moment. Konnte er das auch sehen?

„Wie kommt denn Ihre Dissertation voran?“, erkundigte sie sich, nachdem er schweigend sein halbes Sandwich verdrückt hatte. „Was macht der Fragebogen?“

„Hm-mm“, murmelte Thomas kauend. „Geht schon.“

„Wenn Sie möchten, können wir ihn zusammen durchgehen“, bot sie an. „Ich habe nämlich auch schon einmal Erfahrung mit Liebe auf den ersten Blick gemacht.“

Fast verwundert lauschte Charlotte dem Klang dieser Worte nach. Wie leicht es ihr heute fiel, das auszusprechen! Und wie schwer hatte sie es sich all die Jahre gemacht. Die Begegnung mit Danis Mutter hatte so vieles in ein anderes Licht gerückt. Warum bloß hatte sie nicht schon viel früher das Gespräch mit ihr gesucht? Oder andersrum – wenn sie sich gestern nicht begegnet wären, hätte sie diese Last und ihre Schuldgefühle dann weitere 15 Jahre mit sich herumgetragen?

„Oh, tatsächlich?“, fiel Thomas in ihre Gedanken. „Ist es so, dass man einen Menschen nur einmal ansieht und ihn nicht mehr aus dem Kopf kriegt?“ Dabei beugte er sich über den Tisch und heftete diese unglaublichen Augen auf sie, so

fest und blitzend, dass Charlotte eine schäumende Aufgeregtheit in den Bauch fuhr. Er flirtete mit ihr! Und sie hatte richtig Spaß daran.

„Oder man spürt so eine Anziehung“, erwiderte sie und hatte Mühe, das Grinsen zu unterdrücken. Weil sie plötzlich wieder diese Leichtigkeit überflutete. Und weil es sich anfühlte, als wäre sie aus einer langen Erstarrung befreit.

„Kribbeln im Bauch?“, schlug er vor, ohne den Blick abzuwenden.

„Der Klassiker“, stimmte sie mit geflissentlichem Ernst zu. „Häufig in Kombination mit wildem Herzklopfen.“ Das Kichern ließ sich inzwischen kaum mehr bändigen.

Vielleicht gab es für alles eine Zeit – zu leben, zu lieben …

Aber wollte sie das überhaupt? Wollte sie nicht viel mehr diese Unbeschwertheit genießen, den Flirt mit ihm, und die vage Ahnung, wohin das am Ende führen könnte?

Auch Thomas’ Mundwinkel kräuselten sich bereits verdächtig. Und flüchtig ging Charlotte durch den Kopf, ob es vielleicht für alles eine vorherbestimmte Zeit gab. Zu sterben, zu leben, zu lieben …

Dann war es womöglich gar kein Zufall gewesen, dass sie ihn genau zu dem Zeitpunkt traf, da sie bereit war loszulassen und sich neu zu öffnen für die Wunder des Lebens und das Wunder der Liebe …

Thomas lachte leise. Erst jetzt bemerkte Charlotte, dass sie sich vorgebeugt hatte und ihre Gesichter gerade eine Handbreit trennte. Sie fuhr auf, und auch er lehnte sich mit hintergründiger Miene in seinem Stuhl zurück. „Darüber könnte man nächtelang philosophieren“, sagte er dabei.

Ja, er wusste es tatsächlich. Was sie dachte, was sie fühlte – alles, was ganz tief in ihr vorging. Das hatte sie noch nie so deutlich empfunden wie in diesem Moment. Aber es war in Ordnung. Es störte sie nicht. Im Gegenteil, vielleicht würde es ihnen später im Alltag so manche Diskussion ersparen?

Und Thomas grinste, als hätte er auch diesen Gedanken gelesen.

Da eben betrat Dr. Henninger die Cafeteria und sah herüber. Sein analytischer Blick ging zwischen ihnen hin und her, als ob er genau erfasste, was hier gerade geschah. Vielleicht stand es ihr auch auf die Stirn geschrieben – Charlotte verliebt sich gerade! Henningers Mundwinkel jedenfalls zuckten in leisem Bedauern. Und Charlotte wandte sich mit einem feinen Lächeln wieder an Thomas. „In Ordnung. Heute nach Dienstschluss? Ich hab die ganze Nacht Zeit.“

ENDE

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