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SCHIMMEL: WÄCHST UND GEDEIHT im Verborgenen


wohngesund! - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 30.10.2019

Als Käse köstlich, als Pferdefärbung beliebt, in Wohnräumen ein Gesundheitsrisiko: Schimmel. Doch was tun?


Artikelbild für den Artikel "SCHIMMEL: WÄCHST UND GEDEIHT im Verborgenen" aus der Ausgabe 2/2019 von wohngesund!. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: wohngesund!, Ausgabe 2/2019

Genau genommen ist der Begriff „Schimmel“ unzureichend, denn eigentlich müsste es „Schimmelpilze“ heißen. Dabei handelt es sich um einen Sammelbegriff für Pilze, die typische Pilzfäden und Sporen ausbilden können. Zunächst einmal sind Schimmelpilze nichts Schlechtes. Sie sind an der Zersetzung von organischem Material beteiligt und spielen damit eine wichtige Rolle im Kohlenstoffkreislauf der Natur. Schimmelpilzsporen sind daher ein normaler Bestandteil der Außenluft und auch in der Innenraumluft ...

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... immer vorhanden. In ihrer Wachstumsphase bilden Schimmelpilze Zellfäden, die fast immer farblos und deshalb mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. Erst zur Vermehrung und Verbreitung entstehen „Sporen“, die eine gelbe oder schwarze Färbung besitzen und dadurch gut erkennbar sind.

Die ersten Anzeichen einer Allergie

Sporen und Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen in höheren Konzentrationen werden über die Luft eingeatmet und können allergische und reizende Reaktionen beim Menschen auslösen. In zahlreichen Studien über die gesundheitlichen Auswirkungen von Schimmelpilzen konnte nachgewiesen werden, dass grundsätzlich alle Schimmelpilze in der Lage sind, allergische Reaktionen beim Menschen auszulösen. Das Fatale daran: Die allergischen Symptome sind relativ unspezifisch. Dazu gehören Schnupfen, Niesen, gerötete Augen, Hautausschlag, Atemwegsbeschwerden, Kopfschmerzen oder Müdigkeit. Da alle diese körperlichen Beeinträchtigungen auch ganz andere Ursachen haben können, kommt man zunächst nicht auf den Zusammenhang „Schimmel – Allergie“. Fast immer sucht man nach anderen Auslösern und ordnet die Beschwerden einer Erkältung oder Stress zu.

Die Suche beginnt

Wer einen Zusammenhang vermutet, ist am besten beraten, sich selbst zu beobachten: Lassen die Beschwerden in anderen Räumlichkeiten nach? Jucken die Augen im Hotelzimmer genauso wie zu Hause? Läuft die Nase bei Freunden weniger? Ist der Schlaf in einem anderen Raum erholsamer? In einem nächsten Schritt ist dann die Schimmelquelle ausfindig zu machen. Zugegeben, das macht wenig Spaß, denn nur ganz selten befindet sich Schimmel gut sichtbar in irgendeiner Ecke. Fast immer wächst er versteckt. Das hat natürlich einen Grund: Schimmel liebt Feuchtigkeit und breitet sich überall da aus, wo eine zu hohe Luftfeuchtigkeit über einen längeren Zeitraum besteht. Die meisten Schimmelpilze wachsen bei 80 bis 85 Prozent relativer Luftfeuchte. Bevorzugte Schimmelflächen sind deshalb unzureichend belüftete Stellen in Feuchträumen, also Bädern, oder Räumen, in denen zum Beispiel wegen baulicher Mängel oder mangelhaftem Lüften dauerhaft eine hohe Luftfeuchtigkeit besteht. Optimale Wachstumsbedingungen findet Schimmel bei einer Kombination von baulichen Mängeln und grundsätzlich falschem Lüftungsund Heizverhalten vor.

Risiko in „Feuchtgebieten“

In Bad und Küche zum Beispiel entsteht viel Feuchtigkeit aufgrund von Tätigkeiten wie Duschen, Waschen oder Kochen und Abwaschen. Insbesondere, wenn durch Sanierung oder Bauart des Gebäudes keine ausreichende Diffusion der entstehenden Luftfeuchtigkeit nach außen stattfindet, kann unzureichendes Lüften die relative Luftfeuchte schnell so weit steigern, dass dies zur Entstehung von Schimmel führt. Feuchtigkeit bildet sich aber auch in Räumen, die eine deutlich niedrigere Temperatur haben als der Rest der Wohnung, zum Beispiel im Schlafzimmer. Bei Räumen mit einer Temperatur von dauerhaft oder zeitweilig unter 16 °C steigt das Risiko der Kondenswasserbildung und somit auch das Schimmelrisiko. Werden dann die Türen zu wärmeren Bereichen der Wohnung geöffnet, gelangt wärmere, feuchtere Luft ins Schlafzimmer und sorgt durch die Abkühlung für feuchte Wände. Bei Schimmel beliebte Bereiche im Haus sind auch Kellerräume, da die sogar bei Neubauten oftmals feucht sind – sei es durch eine mangelhafte Abdichtung oder Kondenswasser. Letzteres entsteht durch falsches Lüftungsverhalten.

Fehlende Dämmung

Auch oberhalb des Kellers können Wände feucht werden, zum Beispiel aufgrund einer unzureichenden Wärmedämmung. Einfach ausgedrückt passiert dann Folgendes: Die Wärme in den Innenräumen schwindet durch die Wand nach draußen, wodurch die Wand abkühlt und sich Kondenswasser bildet. Wird dann noch wenig gelüftet, freut sich der Schimmel und siedelt sich bevorzugt dort an, wo ohnehin eine schlechte Luftzirkulation besteht, also hinter Schränken, die an Außenwänden stehen, oder Wandverkleidungen. Auch wenn Schimmel keine sonderlichen Ansprüche an Nährstoffe stellt, so gibt es doch einige Materialien, die er bevorzugt: Dazu gehören die Raufasertapete mit ihrem hohen Gehalt an Zucker, Eiweiß und Lignin sowie gipshaltige Untergründe.

Ursachen beseitigen

Schimmel zu erkennen, ist schon schwierig. Die Beseitigung noch mehr und hängt direkt mit den Ursachen zusammen. Bauliche Ursachen sind die, vor denen man sich am meisten fürchtet, weil die Beseitigung der Mängel mit dem größten Aufwand und den höchsten Kosten verbunden ist. Bei einer unzureichenden Wärmedämmung und kalten Wänden sollten Möbel, Gardinen und sonstiges Inventar immer einige Zentimeter von der Wand entfernt aufgestellt bzw. angebracht werden, damit die warme Raumluft ungehindert auch hinter diese Einrichtungsgegenstände strömen kann und so die Wand erwärmt und Feuchte von der Wandoberfläche mit dem Luftstrom mitgenommen wird. Sinnvoll ist es auch, Möbelstücke auf Füße zu stellen, damit eine verbesserte Hinterlüftung erreicht wird. Bereits bei der Planung von Wohnungseinrichtungen sollte zudem verstärkt darauf geachtet werden, dass Einbauschränke (z.B. Küchenschränke) nicht direkt an unzureichend gedämmte Außenwände ohne ausreichenden Luftspalt zum Raum hin eingebaut werden.

Richtiges Heizen

Heizen erhöht die Raumlufttemperatur und verringert damit bei gleichem absolutem Wassergehalt der Luft den relativen Wassergehalt der Luft. Oder einfacher: Heizen reduziert Luftfeuchtigkeit. Außerdem wird durch eine Beheizung eines Raumes auch die Oberflächentemperatur der Innenwände erhöht. Beides trägt somit zu einer Vermeidung von Schimmelwachstum bei. Richtiges Heizen trägt auch dazu bei, Schimmelbildung zu vermeiden. Wird nämlich nur sparsam geheizt, schlägt sich auf den kalten Wänden unweigerlich die Feuchtigkeit nieder, die beim Wohnen entsteht. Wird zusätzlich wenig gelüftet, sind die Sporen nicht zu stoppen. Die Raumluft kann die Wassermenge nicht mehr aufnehmen, es bildet sich Tauwasser. Temperaturen von etwa 20 Grad in Wohn- und 16 bis 18 Grad in Schlafzimmern sind ratsam. Selten genutzte Räume dürfen kühler sein. Aber dann müssen die Türen geschlossen bleiben. Das mag angesichts der Energiepreise ein fragwürdiger Rat sein. Aber eine von Schimmel befallene Bausubstanz sanieren zu lassen, kann deutlich teurer werden als eine leichte Erhöhung der Heizkosten – von den gesundheitlichen Risiken ganz zu schweigen. Entscheidend ist auch das richtige Lüftverhalten, denn Lüften ist immer noch die wirksamste Methode, Feuchtigkeit aus einem Raum zu entfernen. Im Sommer kann man eigentlich nicht viel falsch machen: Fenster auf, „alte“ Luftrausund frische Luft reinlassen. Wichtig dabei ist das sogenannte Querlüften, bei dem kurzzeitig die Fenster in gegenüberliegenden Räumen geöffnet werden und die Luft durch beide Räume hindurchströmen kann. Querlüften ist fast immer richtig, mit einer Ausnahme: Ist ein Raum kurzzeitig von hoher Luftfeuchtigkeit betroffen (zum Beispiel die Küche nach dem Kochen oder das Bad, weil gerade jemand geduscht hat), sollte man ausschließlich nach außen lüften und die Zimmertür geschlossen halten. Wichtig ist auch, Räume lüften, die nur kurz oder fast nicht genutzt werden, wie Flure, Gästezimmer oder Abstellräume. Denn über die genutzten Räume gelangt unweigerlich Feuchtigkeit auch in diese weniger frequentierten Bereiche und hat dort unbemerkt die Möglichkeit, sich an Wänden und Möbeln anzulagern. Falsch ist das Dauerlüften bei gekipptem Fenster, da der Luftaustausch dabei nur minimal erfolgt. Zur Schimmelvorbeugung ist Lüften im Winter notwendig, und richtig bedeutet dabei: Wohn- und Schlafräume mehrmals täglich ein paar Minuten querlüften, Küche und Bad nach Benutzung bei weit geöffnetem Fenster und geschlossener Zimmertür. Wem das manuelle Lüften zu lästig ist oder wer schlicht nicht regelmäßig lüften kann, muss sich für ein automatisches Lüftungssystem entscheiden.

Bei kleinem Schimmelbefall können Sie speziellen Schimmel-Entferner aufsprühen.


Nach einer Einwirkungszeit des desinfizierenden Gels werden die Rückstände abgewischt.


Anti-Schimmel-Farbe hat einen vorbeugenden Schimmelschutz durch hohen ph-Wert.


BUCHTIPP

Zum Weiterlesen und Vertiefen: Kompendium Schimmel in Innenräumen: Erkennen, Bewerten und Sanieren. Fraunhofer IRB Verlag, 59,-Euro.

Schimmelpilze in der Laboranalyse.


Vorbeugend gegen Schimmel hilft eine Wandfarbe aus Naturkalk.

SCHIMMEL ENTFERNEN

Hat sich Schimmel aufgrund einer Undichtigkeit beziehungsweise eines Schadens im oder am Haus entwickelt, muss dieser natürlich beseitigt werden. Typische Bauschadensfälle, bei denen Wasser in das Gebäude gelangt, sind undichte Anschlussfugen oder Undichtheiten im Dachbereich. Auch schadhafte Schlauchverbindungen oder mangelhafte Abdichtung im Bereich von Armaturen kommen als Übeltäter infrage, lassen sich aber relativ einfach reparieren oder ersetzen.
Solange der Schimmel noch auf Wand, Tapete oder Kachel sitzt, kann er mit wenig Aufwand gezielt bekämpft werden – zum Beispiel mit Alkohol, Spiritus oder Isopropanol. Tiefer sitzende, schon abgetötete Schimmelpilze in Fugen können mit Dampfreinigern beseitigt werden. Im fortgeschrittenen Stadium kann hochprozentiger Alkohol oder ein Chlorreiniger dem Schimmel zu Leibe rücken.
Deutlich schwieriger wird die Ursachenbehebung, wenn das Mauerwerk zum Beispiel im Keller unzureichend gegen das Erdreich abgedichtet ist und Feuchtigkeit über die Wände oder sogar durch das Fundament eintritt. Dann hilft nur eine aufwendige Sanierung.


Foto: Getty/Sinhyu

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obs/Isotec GmbH/ www.cornelisgollhardt.de

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