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Schlauer sit zen!


schule - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 10.10.2019

Kinder und Jugendliche Kinder und Jugendliche verbringen etwa 70 Prozent ihrer wachen Zeit auf ihren vier Buchstaben. Umso wichtiger ist es, dass sie richtig sitzen – auf dem passenden Stuhl und an einem (möglichst verstellbaren) Schreibtisch


Artikelbild für den Artikel "Schlauer sit zen!" aus der Ausgabe 5/2019 von schule. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bitte mehr bewegen! Aber nicht gleich fliegen wie das Mädchen auf dem Foto. Zwischendurch aufstehen ist gut, wenn Kinder zu Hause am Schreibtisch lernen. Im Unterricht finden Lehrer es nicht witzig, wenn sich Schüler einfach erheben


Foto: gettyimages

Wer viel sitzt, braucht einen guten Stuhl, sonst drohen Rückenleiden. Das gilt nicht nur für erwachsene ...

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... Schreibtischtäter, sondern ganz besonders auch für Schüler. Denn diese sind noch in einem Alter, in dem sich Muskulatur, Sehnen und Knochen entwickeln und der statischen Dauerbelastung durch langes Sitzen noch weniger gewachsen sind. Sie verbringen außerdem den allergrößten Teil der gut 10000 Schulstunden im Sitzen, oft auf standardisierten Möbeln, die nicht notwendigerweise den Körpermaßen aller Schüler einer Klasse gerecht werden.

Viele Schulen haben dem Rechnung getragen: Manche achten bei der Ausstattung der Klassenräume darauf, dass Stühle und Tische in der Höhe einstellbar sind. Andere halten verschiedene feste Größen vor, sodass auch etwas kleinere bzw. gößere Kinder die passende Sitzgelegenheit finden. Da die Kinder oft schubweise wachsen, ist es wichtig, zweimal im Jahr zu prüfen, ob Schüler und Möbel von der Größe her noch zusammenpassen.

Mehr Einfluss haben Eltern bei der Ausstattung des Arbeitsplatzes zu Hause. Hier lohnt sich auf jeden Fall die Anschaffung einer in der Höhe einstellbaren Sitzgelegenheit, bei der sich möglichst auch die Rückenlehne verstellen lässt. Doch auch hier sollte man jedes halbe Jahr Stuhl und Schreibtisch an die Körpergröße des Kindes anpassen.

POSITION BEZIEHEN

Die passende Sitzhöhe und -position lässt sich relativ einfach herausfinden: Zunächst stellt man die Sitzfläche in etwa auf die Höhe der Kniescheiben des stehenden Kindes ein. Setzt es sich dann auf den Stuhl, sollten beide Füße vollständig den Boden berühren und das Becken etwas nach vorn kippen.

Jetzt passt man den Stuhl gegebenenfalls noch einmal genauer an, sodass Ober- und Unterschenkel im Knie einen Winkel von etwa 90 bis 100 Grad bilden und die Sitzfläche leicht nach vorn unten geneigt ist. Dadurch richtet sich die Wirbelsäule auf, die Schultern sinken hinten leicht herab, und insgesamt ergibt sich eine entspannte aufrechte Sitzhaltung.

Nun passt man die Rückenlehne an: Sie wird horizontal verschoben und so weit zur Sitzfläche hin eingestellt, dass der Rücken des Kindes anliegt und noch etwa eine Handbreit Spielraum zwischen vorderer Sitzkante und Kniekehle bleibt. In der Höhe verschiebt man die Rückenlehne so, dass die Schulterblätter abgestützt werden und sich die Rundung im unteren Drittel, die sogenannte Lordosenstütze, gut in die untere Rückenmulde einpasst.

Bei manchen Stühlen lässt sich diese Lordosenstütze auch unabhängig von der Lehne selbst verschieben.

Zu guter Letzt sollte man nicht vergessen, auch den Schreibtisch auf die passende Höhe einzustellen, denn Stuhl und Tisch bilden eine Einheit: Sitzt das Kind nun aufrecht auf dem Stuhl, sollten die abgewinkelten Arme im Ellenbogen einen rechten Winkel bilden und die ausgestreckten Finger auf oder knapp unter der Tischkante liegen. Wer nicht in einen verstellbaren Schreib tisch investieren möchte, kann ihn auch schichtenweise unterlegen. Verstellbare Tische haben allerdings oft die sehr nützliche Möglichkeit, die Tischplatte leicht zu neigen. Gerade beim Lesen, Schreiben oder Zeichnen entlastet das die Kopfneigung und kommt dem kürzeren Leseabstand bei Grundschülern sehr entgegen.

Akrobatische Übungen im Klassenzimmer bitte vermeiden. Aber gegen das früher verpönte Lümmeln auf dem Stuhl ist nichts einzuwenden, da es die Wirbelsäule entlastet


Foto: gettyimages

BEWEGUNG AUCH IM SITZEN

Wichtig ist, dass die Kinder ist, dass die Kinder beim Sitzen regelmäßig die Position wechseln.

Der Stuhl sollte das möglichst einfach zulassen und idealerweise sogar dazu anregen, aus der aufrechten Haltung auch mal nach vorn oder hinten zu kippen. Dieses Lümmeln war früher verpönt, entlastet aber die Wirbelsäule sehr gut und bietet die nötige Abwechslung. Hier ist es gut, wenn der Stuhl eine einfach zu bedienende Kippmechanik hat und außerdem so viel Elastizität mitbringt, dass er sich kleineren Stellungswechseln anpasst und Zappeln und Schaukeln ermöglicht. Liegen, Stehen oder gar Umhergehen sind ebenfalls eine gute Abwechslung. Manche Lernphasen bieten sich dafür förmlich an, etwa Vokabeln pauken, Lerninhalte wiederholen oder Referate üben.

Je nach Bauart des Stuhls gibt es mehrere Möglichkeiten, die Sitzposition zu ändern. Einige haben einen Hebel, mit dem sich die Neigung der Rückenlehne einstellen bzw. zwischen fixierter und beweglicher Rückenlehne umstellen lässt. Bei beweglicher Lehne lässt sich manchmal auch die Federkraft verstellen, sodass sie der Rückenbewegung mehr oder weniger Druck entgegensetzt. Einige Stühle haben zusätzlich eine Synchronmechanik, wodurch auch die Sitzneigung mit nach hinten kippt.

Dadurch rutscht man beim Zurücklehnen nicht nach vorn aus dem Stuhl, und der Sitzwinkel in der Hüfte bleibt erhalten. Ob im Schulalter bereits ein voll ausgestatteter Drehstuhl nötig ist, ist fraglich. Zumindest die Höhe von Sitzfläche und Rückenlehne sollte regulierbar sein.

Von beweglichen Sitzflflächen profitieren Kinder besonders. Neuere Drehstühle, die oft mit dem Begriff „bewegtes Sitzen“ charakterisiert werden, verfügen über eine speziell aufgehängte Sitzfläche, bei der Luftkammern oder ein Gelenk unter der Sitzschale dafür sorgen, dass sich diese nach allen Seiten bewegen kann. So bleibt die Stützmuskulatur im Rücken stets in Bewegung und gleicht balancierend aus. Das sorgt nicht nur automatisch für mehr Bewegung und Durchblutung, sondern führt auch dazu, dass weniger rasch Ermüdung und Konzentrationsschwächen auftreten.

Einen ähnlichen Effekt haben der klassische Sitzball, ein Barstuhlähnlicher Hocker mit beweglicher Achse oder ein aufblasbares Sitzkissen, das auf einem herkömmlichen Stuhl aufliegt.