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SCHLECHT BLEIBT SCHLECHT, GUT BLEIBT GUT: Das Relative-Stärke-Momentum


Traders - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 26.03.2020

In der letzten Ausgabe (TRADERS’ 03/2020) haben wir uns mit dem Low-Volatility-Vorteil beschäftigt – mit der Beobachtung also, dass Aktien mit niedrigerer historischer Volatilität dazu neigen, Aktien mit höherer historischer Volatilität im Laufe der Zeit zu übertreffen. Heute stellen wir Ihnen einen weiteren Vorteil vor, den Sie in Ihre Handelsund Anlagemodelle einbauen können: das Relative-Stärke-Momentum.


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Bildquelle: Traders, Ausgabe 4/2020

Laurence A. Connors
Larry Connors hat mehr als 35 Jahre Erfahrung in der Finanzindustrie. Er gilt als einer der weltweit führenden Experten im Bereich des Systemhandels und ist gefragter Autor sowie ...

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... Co-Autor verschiedener Bücher zu Handelsstrategien und Volatilitäts-Trading. Mehr über sein neuestes Research finden Sie im kürzlich erschienenen Buch „The Alpha Formula“. www.tradingmarkets.com


Als Relative-Stärke-Momentum bezeichnet man das Phänomen, dass Aktien, die in der jüngsten Vergangenheit die stärkste Performance erzielt haben, auch in Zukunft eine bessere Performance erzielen (während Aktien, die sich in der jüngsten Vergangenheit am schlechtesten entwickelt haben, weiterhin eine geringere Performance aufweisen).
Diese Art von Momentum, auch Querschnittsmomentum genannt, vergleicht die Performance einer Aktie mit der eines größeren Pools verschiedener Titel. Zwar steht das auch im Zusammenhang mit dem Zeitreihenmomentum, bei dem die Performance einer Aktie im Vergleich zu ihrer eigenen Historie betrachtet wird, aber es ist dennoch eine andere Methode.
Ein Beispiel für eine Relative-Stärke-Momentum-Regel wäre der Kauf der 50 Aktien im S&P 500 mit der besten Performance (also dem höchsten Momentum) über die letzten sechs Monate. Implizit vergleichen wir dabei also die Renditen aller Aktien im S&P-500-Universum. Oder anders ausgedrückt: Wir vergleichen die Performance auf relative Art und Weise – und nennen den Ansatz deshalb Relative-Stärke-Momentum.

Akademischer Beleg

Das Relative-Stärke-Momentum wurde in der akademischen Literatur der letzten 25 Jahre intensiv untersucht. Eine wegweisende Studie zum Momentumeffekt wurde 1993 von Narasimhan Jegadeesh und Sheridan Titman in ihrem Aufsatz „Returns of Buying Winners and Selling Losers: Implications for Stock Market Efficiency” durchgeführt. Die Forscher bildeten Long/Short-Portfolios auf Grundlage des Momentums ab und zeigten eine deutliche Outperformance, die sich nicht durch bestehende akademische Modelle erklären ließ.
Nach dieser ersten bahnbrechenden Studie, die den Relative-Stärke-Momentum-Effekt in den Fokus der Finanzmarktforschung rückte, gab es viele weitere Studien, die das Phänomen untersuchten. Das Relative-Stärke-Momentum hat sich seitdem bei US-Aktien, internationalen Aktien, Aktienindizes, Staatsanleihen, Währungen und Rohstoffen als robust erwiesen – so robust, dass es rückblickend seit über 100 Jahren in vielen verschiedenen Marktphasen nachweisbar ist.

Test der Strategie

Für unseren Relative-Stärke-Momentum-Test sortieren wir die 500 liquidesten US-Aktien nach ihrer vorherigen 6-Monats-Rendite, wobei wir den letzten Monat überspringen (Skip-Monat). Da sich der Momentumeffekt in Rückschauperioden von drei bis zwölf Monaten als robust erwiesen hat, liegt unser Parameter mit sechs Monaten bestens innerhalb dieser Spanne. Den letzten Monat zu überspringen ist ein gewisser Standard in der Forschung zur Untersuchung des Relative-Stärke-Momentums, um den bekannten kurzfristigen Mean-Reversion-Effekt nach sechs Monaten deutlicher Kursbewegung zu umschiffen. In unserer Untersuchung führen wir das beschriebene Momentum-Ranking im Zeitraum von 2003 bis 2019 monatlich durch. Dabei investieren wir jeweils systematisch sowohl in die 50 Aktien mit dem höchsten als auch in die 50 Aktien mit dem niedrigsten Momentum. Der Kontrast der Anlageergebnisse zwischen den beiden Varianten ist deutlich:

• Jahresrendite von 4,90 vs. 12 Prozent
• kumulierte Renditen im gesamten Zeitraum von 121,7 vs. 567,6 Prozent
• Sharpe Ratio von 0,31 vs. 0,59

Was die Renditen angeht, ist das Relative-Stärke-Momentum der stärksten Aktien durchaus beeindruckend. Allerdings trägt der Ansatz wenig bis gar nichts zur Risikokontrolle bei. Die jährliche Volatilität unterscheidet sich in den Untersuchungen nämlich nicht merklich bei Aktien mit hohem und mit niedrigem Momentum – beide Portfolios brachten inakzeptable Rückgänge von über 60 Prozent mit sich.
Aus diesem Grund ist die Kombination mehrerer Effekte so nützlich – etwa die Kombination von Relative-Stärke-Momentum und dem Low-Volatility-Effekt aus dem ersten Teil dieser Serie. Das kann insgesamt sowohl die Performance als auch die Risikokontrolle im Vergleich zu den isolierten Effekten stark verbessern.

Fazit

Die Vorteile des Relative-Stärke-Momentums stehen außer Frage. Bei einem einfachen Test, bei dem der Kauf der besten und schlechtesten Aktien auf Grundlage der 6-Monats-Performance verglichen wurde, hat das Portfolio mit dem besten Momentum mehr als doppelt so hohe Renditen erzielt! Allerdings führt insgesamt erst die Kombination mehrerer Vorteile zu einem vollständigen Handelssystem mit sehr guten Ergebnissen.