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SCHLOSS MIT POTENZIAL


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first class - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 11.04.2022
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first class: Herr Gartmann, das Château Gütsch hat einen rund 3,5 Millionen Franken-Umbau hinter sich. Was wurde verändert?

Wir haben außer den sechs neuen Zimmern noch weitere Teile des Hotels renoviert. Wir haben die Lobby sowie den Ballsaal erneuert und es gab neue Möbel für die Bar. Früher war die Lobby in zwei kleinere Räume geteilt und unterschiedlich möbliert. Jetzt ist sie klarer strukturiert und eleganter. Wir haben generell die Struktur und die Beleuchtungskonzepte der Durchgänge verbessert, aber es gibt auch noch viel zu tun. Als nächstes Projekt werden wir das Restaurant angehen. Es wurde zwar bereits kosmetisch aufgewertet, – also wir haben Bilder gekauft, Böden neu gemacht und an der Beleuchtung gearbeitet –, aber das Gesamtkonzept ist noch nicht fertig.

Wie soll das Restaurant aussehen?

Das Restaurant ist ein sinnlicher Ort, wo Gäste genießen und Gespräche führen, das muss die ...

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... Gestaltung widerspiegeln. Das Ambiente darf nicht kühl wirken. Wir sind noch mitten in der Gestaltungsphase des Lumières. Wir sammeln noch Ideen und überlegen, wo das Design genau hingehen soll. Wir hoffen, dass wir im Sommer den Gesamteindruck realisieren können. Aber noch sind wir in der Ideenfindungsphase.

Ludovico de Vivo ist nun neuer Chef de Cuisine im Château Gütsch. Wie sieht das neue Speisen-Konzept aus?

Unser Küchenteam serviert mediterrane Küche mit internationalen Einflüssen. Wir möchten eine leicht gehobene Küche, die dennoch für jedermann erschwinglich ist. Wir haben viele Tagesausflügler und servieren im Haus Zimmerservice, Bar, Restaurant, Bankette etc, da brauchen wir ein relativ großes Angebot. Wir haben schon auch überlegt, was es bereits in Luzern gibt. Am Ende haben wir uns für einen mediterranen Stil mit internationalen Einflüssen entschieden. Die Qualität unserer Küche ist sehr gut und daher bin ich zuversichtlich, dass unser Angebot gut angenommen wird. Ludovico de Vivo ist weit gereist und bringt unter anderem Einflüsse aus Asien mit. Die Speisen überzeugen durch hohe Qualität. Wir haben vor allem jemanden gesucht, der ein breites Spektrum und Erfahrung aus exquisiten Restaurants mitbringt. Den Küchenchef haben wir gefunden, nun müssen wir sein Küchenkonzept nur noch in Einklang mit unserer Architektur bringen.

ZUR PERSON

Andreas Gartmann ist bereits seit 20 Jahren in der internationalen Hotelbranche zuhause, 15 Jahre davon im Management. Bevor er 2019 die Leitung des Château Gütsch übernahm, war der gebürtige Zürcher als General Manager für die Tschuggen Hotel Group tätig.

Was gefällt Ihnen an den baulichen Erneuerungen am besten?

Die Zimmer gefallen mir sehr, ich muss sagen, Jasmin Grego hat die Gestaltung wunderbar umgesetzt – mit vielen tollen Elementen. Wir nennen diesen neuen Trakt Orangerie, also in Anspielung an herrschaftliche Winter-gärten, wo man früher Pflanzen überwintert hat. Der Trakt führt auch nach draußen in den Schlossgarten, was Jasmin durch Tapete und Möbel auch in den Zimmern andeutet. Mir gefällt auch der Durchgang mit echten Zitronenbäumen sehr gut. Aber auch die Lobby finde ich sehr gelungen. Dies ist ein wichtiger Bereich, weil der Gast gleich, wenn er das Hotel betritt, ein gutes Gefühl bekommen muss.

Konnten Sie den Zeitplan einhalten?

Wir haben so gut wie es geht geplant. Natürlich haben wir manchmal gebangt, ob Möbel oder Werkstoffe auch pünktlich ankommen, aber erfreulicherweise hat alles geklappt und es gab auch keine Lieferengpässe. Wir haben unsere Lieferanten immer wieder daran erinnert, dass wir nur dieses eine Zeitfenster haben, weil wir im Januar eröffnen wollten und mit wenigen Ausnahmen ist alles pünktlich oder nur mit leichter Verspätung eingetroffen. So konnten wir das Hotel in dem Zustand eröffnen, wie wir uns das gewünscht hatten.

Kirill Androsov ist seit 2021 neuer Besitzer des Château Gütsch, welche konkreten Veränderungen bringt der neue Eigentümer im Gegensatz zu seinem Vorgänger mit?

Kirill Androsov möchte sich ganz klar mit dem Hotel positionieren und auch integrieren. Er ist auch regelmäßig selbst vor Ort und wir tauschen uns über Ideen und Konzepte aus. Er ist meiner Ansicht nach viel zugänglicher als sein Vorgänger und er hat sich ganz klar für den Standort Luzern interessiert, weil er hier etwas aufbauen möchte, was den Gästen eine glamouröse Erinnerung bereitet. Bei uns ist das einfach, denn wir haben eine 130-jährige Geschichte. Wenn der Gast das Hotel betritt, kommen die Emotionen automatisch durch das Gebäude allein. Deshalb möchte unser Inhaber zum Beispiel auch das Thema Hochzeitsfeiern weiter ausbauen. Das Château Gütsch soll künftig Events von höchster Qualität ausrichten.

„Ich möchte, dass der Gast spürt, was wir im Branding versprechen, diese Iconic Experience. Das ist ein großes Wort und das müssen wir uns auch erst einmal erarbeiten.“

Das Haus hat eine bewegte, nicht immer freudvolle Geschichte hinter sich. Sie haben ja bereits viele namhafte Häuser geleitet. Was finden Sie persönlich an Ihrem aktuellen Posten besonders spannend?

Ich kenne die bewegte Geschichte des Schlosses, ich bin in Luzern zur Schule gegangen. Aber das war nicht der Hauptgrund für mich, die Direktion zu übernehmen. Es ist mehr das Potenzial des Hauses, das der vorherige Besitzer wohl erkannt, aber nicht genutzt hat. Das Potenzial liegt hier seit Jahren brach. Ich denke aber, dass das Schlosshotel wirklich etwas Einzigartiges ist und dass es wirklich das Potenzial hat, ein richtig guter Ort zu werden, woran Luzerner, andere Schweizer und Gäste von außerhalb viel Freude haben können. Das habe ich erkannt und nun sind wir dabei, das auch umzusetzen.

Welches Feedback bekommen Sie von Ihren Gästen?

Das Feedback ist größtenteils sehr gut. Es ist so, jeder hat zum Château Gütsch eine Geschichte. Es gab früher hier rauschende Feste und wir müssen jetzt versuchen, alle abzuholen. Aber wir müssen auch unser Food&Beverage-Konzept ausrichten und das möchten wir auch. Und ich denke, dass wir ein breites Angebot offerieren müssen, weil wir von Roomservice über Bar und Restaurant bis hin zu Banketten und Events alles bieten. Es kommen Familien sowie Einzelpersonen oder Pärchen, dafür brauchen wir ein breites Spektrum, aber wir möchten eine gute Qualität anbieten. Ich persönlich habe lieber mehr Auswahl. Ich verstehe aber, warum weniger Gerichte Sinn machen, das hat auch mit Sicherheit zu tun. Heutzutage leiden wir alle unter Fachkräftemangel, da kann eine umfangreiche Karte eine Herausforderung sein.

Wenn man da zum kleinen Angebot tendiert, verstehe ich das, denn das ist dann besser umzusetzen. Eine große Auswahl an Speisen schafft auch eine größere Bandbreite, auf der man eventuell angreifbar ist. Aber eine gesunde Auswahl an Vorspeisen, Zwischengängen, Fisch, Fleisch, und Vegetarisch muss schon sein.

Wie werden Sie das Hotel in die Zukunft führen?

Qualität und Kontinuität sind mir wirklich wichtig, das hat früher hier nicht so gut geklappt. Ich möchte kontinuierlich sehr gute Leistung in allen Abteilungen gewährleisten. Ich möchte, dass der Gast spürt, was wir im Branding versprechen, diese Iconic Experience. Das ist ein großes Wort und das müssen wir uns auch erst einmal erarbeiten. Ich denke vieles funktioniert über Leadership und das Team. Wir geben es nicht nur vor, wir versuchen das Gastgeben zu leben. Ich denke, wenn wir bieten, was wir selbst gerne haben, dann kommt das gut beim Gast an. Wenn das Team mit offenen Augen stets nah am Gast arbeitet, mache ich mir keine Sorgen.

Herzlichen Dank für das Gespräch. Nina Schinharl