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Schmerzfrei & beweglich: Gelenke


LandApotheke - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 27.12.2018

Der Gelenkknorpel, unser „Stoßdämpfer“ der Knochen, ist anfällig für Verschleiß. Doch die Natur hält eine ganze Reihe an pflanzlichen Mitteln zur Arthrosebehandlung bereit.


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Bildquelle: LandApotheke, Ausgabe 1/2019

Großes Bild: Der Heublumensack ist der Klassiker bei der Behandlung großer Gelenke. Kleines Bild: Eine Heilerde-Auflage hilft bei schleichend degenerativen Beschwerden wie Arthrose


Solange sie nicht zu spüren sind und wir uns gut bewegen können, denken wir nicht an unsere Gelenke. Doch sobald es zwickt und schmerzt, wird uns bewusst, wie wichtig gesunde Gelenke sind. Was kann man selbst für die Gelenkgesundheit tun? Wie kann man sich ...

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... helfen, wenn der Schmerz schon in den Gliedern steckt? Auch wenn der Gelenkverschleiß nicht rückgängig zu machen ist, so kann er doch in seinem weiteren Fortschreiten aufgehalten werden. Die Naturapotheke kennt viele wertvolle Hilfsmittel für schmerzende Gelenke. Gerade zu Beginn einer Arthrose und bevor über einen operativen Gelenkersatz nachgedacht wird, sollten Sie diese Möglichkeiten ausprobieren.

EINBLICK IN DIE GELENKE

Ein Gelenk ist eine Verbindung von zwei oder mehr Knochen. Im menschlichen Körper finden sich mehr als 350 solcher Gelenkverbindungen. Diese hohe Zahl mag verwundern, denkt man bei Gelenken doch vor allem an Schulter-, Ellenbogen-, Hand-, Hüft-, Knie- und Fußgelenke. Dabei werden aber häufig die Gelenke der Wirbelsäule und die kleinen Hand- und Fußgelenke vergessen. Auch am Schädel und dem Schlüsselbein finden sich Gelenke, hier ist jedoch keine Bewegung möglich, denn zwischen diesen Knochen ist kein Platz, sondern sie sind durch ein Gewebe fest verbunden. Solche Verbindungen werden „Unechte Gelenke“ genannt. Die sogenannten „Echten Gelenke“ dagegen ermöglichen unsere Bewegungen. Hier sind die Verbindungen immer so aufgebaut, dass zwischen den Knochen Platz ist.
Doch wie hält so ein Gelenk dann zusammen? Die beiden Knochenenden werden von einer festen Kapsel und von Bändern umschlossen. Auf den Gelenkflächen, also den jeweiligen Knochenenden, befindet sich der Knorpel und dazwischen Gelenkflüssigkeit. Der Knorpel polstert unsere Knochen ab und die Flüssigkeit kann man als Gelenkschmiere bezeichnen. Durch diese Bauweise sind in den echten Gelenken große Bewegungen möglich: beugen, strecken, abspreizen und drehen.
Die Bauteile der Gelenke, die uns große Bewegungsfreiheit ermöglichen, sind jedoch anfällig für Verschleiß. Durch ein Ungleichgewicht an Belastbarkeit und Belastung kommt es zum Knorpelabbau. Arthrose beginnt also mit der Schädigung des Gelenkknorpels, welcher sich über die Zeit immer weiter abbaut. Daraufhin können Kapselveränderungen, Schädigungen am Knochen und Entzündungen entstehen. Das liegt auch an einer Besonderheit des Knorpels: Im menschlichen Körper können sich die meisten Gewebe und Zellen immer wieder erneuern und aufbauen, der Gelenkknorpel aber nicht. Ist er einmal geschädigt, ist kein reibungsloses Gleiten mehr möglich und der elastische Stoßdämpfereffekt wirkt nicht mehr. So kommt es, dass Arthrose vor allem mit zunehmendem Alter zum Problem wird. Am häufigsten ist die Wirbelsäule betroffen, es folgen Knie-, Hüft- und Schultergelenke. Andere Gelenke sind seltener davon betroffen.
Die Arthrose wird in die fließend ineinander übergehende Stadien I bis III eingeteilt. Zuerst treten Schmerzen nur bei Belastung auf, später kommt es zu Einlaufschmerzen und in Verbindung mit entzündlichen Gelenkprozessen zu Dauerschmerzen. Muskelverspannungen treten auf und dadurch ändert sich auch das Bewegungsverhalten. So werden die Gelenke zunehmend steifer. Im Röntgenbild erkennt man einen verkleinerten Gelenkspalt und andere typische Auffälligkeiten.

Zwischen den Gelenkflächen befindet sich der Knorpel, der die Knochenenden abpolstert, und dazwischen die Gelenkflüssigkeit


ACKERSCHACHTELHALM
durchspült das Gewebe und regt den Stoffwechsel an. Der hohe Kieselsäuregehalt macht ihn zu einem wichtigen Bindegewebsmittel. Bei gichtartigen Beschwerden wird eine Teekur empfohlen


DIE BRENNNESSEL
gilt mit ihren entzündungshemmenden, schmerzlindernden Eigenschaften als klassisches Mittel bei Arthrose und arthrosebedingten Entzündungen. Am besten täglich als Tee oder Salat genießen


DER LÖWENZAHN,
von dem Kraut und Wurzel verwendet werden, hat eine entwässernde und zugleich antientzündliche Wirkung, weshalb er bei chronischen Gelenkbeschwerden eingesetzt wird


DIE URSACHEN

Bekannte Ursachen, die die Entstehung einer Arthrose begünstigen, sind Gelenkfehlstellungen, die angeboren (z. B. Hüftdysplasie) oder im Laufe des Lebens entstanden sein können. Eine übermäßige Belastung im Beruf oder durch extremen oder falsch ausgeübten Sport wirkt sich nachteilig aus. Aber auch Gelenke, die vorgeschädigt sind, z. B. durch Brüche, Entzündungen, Stoffwechsel- und Hormonerkrankungen, sind anfälliger für Arthrose. Ein weiterer Risikofaktor ist Übergewicht, da die Gelenke mehr Gewicht abfedern müssen. Eine wesentliche Erkenntnis ist auch: Wer sich wenig bewegt, bekommt eher Arthrose. Denn die Gelenkflüssigkeit ernährt den Knorpel, und wer sich wenig bewegt, dessen Gelenke sind schlecht „geschmiert“.

PFLANZLICHE GELENKARZNEIEN

Schmerzmittel sollte man aus vielen Gründen nicht allzu lang einnehmen. Deshalb empfehlen sich vor allem pflanzliche Heilmittel zur Linderung der Beschwerden, sie sind gut verträglich und haben kaum Nebenwirkungen.

Arthrose-Tee

zur Entgiftung, Entzündungshemmung und Schmerzlinderung

ZUTATEN:
20 g Brennnesselkraut, 20 g Weidenrinde, 20 g Löwenzahnwurzel und -kraut,
20 g Ackerschachtelhalm, 20 g Holunderblüten

ZUBEREITUNG:
1 Die Kräuter vermischen, ergibt 100 g Teemischung.
2 1 TL auf 200 ml kochendes Wasser, 10 Minuten ziehen lassen.

ANWENDUNG:
Morgens und abends eine große Tasse trinken. Über den Tag verteilt zusätzlich mindestens 1,5 Liter stilles Mineralwasser, zur Ausleitung.

CHILI UND PAPRIKA beinhalten den für den scharfen Geschmack verantwortlichen Inhaltsstoff Capsaicin, der als Wärmepflaster hilft, Muskelverspannungen zu lösen und die Schmerzweiterleitung zu hemmen


KOHL enthält entzündungshemmende Flavonoide und Glucosinolate. Er ist ein bewährtes Mittel bei Gelenkschmerzen. Eine vierwöchige Kur mit Wickeln führt zu einer deutlich besseren Beweglichkeit


WEIDENRINDE ist das natürliche Vorbild von Aspirin. Sie enthält Salicylate und wirkt schmerz- und entzündungshemmend. Das pflanzliche Original ist gut verträglich und kann in Form von Tee genossen werden


Heublumenbad

entzündungshemmend und schmerzlindernd für Hände oder Füße

ZUTATEN:
1 Handvoll Heublumen

ZUBEREITUNG:
1 Heublumen mit 2 Liter kochendem Wasser übergießen, 20 Minuten ziehen lassen.
2 Abseihen, etwas abkühlen lassen.

ANWENDUNG:
Hände oder Füße 10 Minuten ins Heublumenwasser legen.

TIPP:
Achten Sie beim Kauf der Heublumenblüten auf kontrolliert biologischen Anbau ohne weitere Zusätze.

Heublumensack

der wirksame Klassiker bei Gelenkschmerzen

ZUTATEN:
1 Leinenbeutel, ein paar Handvoll getrocknete Heublumen

ZUBEREITUNG:
1 Heublumensack in einen Topf legen, mit kochendem Wasser übergießen.
2 10 Minuten ziehen lassen, danach ausdrücken.

ANWENDUNG:
Auflegen und 30–40 Minuten liegen lassen. Bei Bedarf zweimal täglich anwenden.

Heilerde-Auflage

auch bei entzündlichen Gelenkschmerzen lindernd

ZUTATEN:
3–5 EL Heilerde

ZUBEREITUNG:
1 Heilerde mit Wasser zu einem dicken Brei verrühren.

ANWENDUNG:
Auf das betroffene Gelenk ca. ½ cm dick aufstreichen, umwickeln, 1–2 Stunden aufliegen lassen. Anschließend abwaschen. Siehe auch Seite 100

Ein Heilerde-Wickel hat
drei Stofflagen, die aus natürlichen, atmungsaktiven Fasern bestehen


Bockshornklee-Auflage

bei arthritischen Schmerzen

ZUTATEN:
3–5 EL Bockshornkleesamen gemahlen (je nach Größe des Gelenks), Küchenpapier

ZUBEREITUNG:
1 Gemahlene Bockshornkleesamen mit etwas kochendem Wasser zu einem streichfähigen Brei verrühren.
2 1 cm dick auf Küchenpapier streichen.

ANWENDUNG:
15–20 Minuten auf das betroffene Gelenk auflegen, gegebenenfalls mit einem Handtuch fixieren.

Gelenk-Öl

zur Einreibung oder Massage, schmerzlindernd und entspannend

ZUTATEN:
50 ml Jojobaöl, 50 ml Mandelöl,
20 Tropfen ätherisches Öl Myrte Anden,
15 Tropfen ätherisches Thymianöl (Thymian
Phenoltyp), 15 Tropfen ätherisches Lorbeeröl,
15 Tropfen ätherisches Lavendelöl

ZUBEREITUNG:
1 Jojoba- und Mandelöl mischen, die ätherischen Öle dazugeben.
2 Gut vermengen bzw. schütteln.

ANWENDUNG:
Zur Einreibung oder Massage nach Bedarf.

Quarkverband

bei entzündlichem Gelenkschmerz

ZUTATEN:
einige EL Bio-Quark

ZUBEREITUNG:
1 Quark nicht allzu kalt auf das betroffene Gelenk streichen.
2 Mit einem Verband oder Geschirrtuch umwickeln.

ANWENDUNG:
Solange auf dem Gelenk lassen, bis der Quark warm oder bröselig wird, ca. 20 Minuten.

Gesunde Ernährung

Auch über die Ernährung können Sie einen positiven Effekt für Ihre Gelenke bewirken. Dabei sollten Sie auf eine vorwiegend vegetarische Kost mit einem hohen Anteil an Obst und Gemüse achten. Von einigen Nahrungsmitteln weiß man um ihre schützende Wirkung auf den Gelenkknorpel. Dazu gehören Lauch, Knoblauch und Zwiebeln. Verzichten Sie auf fettreiche Speisen, Fleisch, Fertigprodukte und Alkohol, sie fördern die Entzündung und führen zu Übergewicht. Besonders wichtig sind: Selen, Beta-Carotin, Vitamin E, A1, C, D, Kalzium und Magnesium.

Ausreichend Bewegung

Bewegung ist zur Vorsorge und zur Stabilisierung einer Arthrose das A und O. Dadurch wird der Gelenkknorpel besser versorgt und das Fortschreiten der Arthrose verlangsamt. In frühen Stadien sollten es Übungen in Voll- und Teilbelastung sein, bei fortgeschrittener Arthrose sind entlastende Sportarten wie Schwimmen und Radfahren geegnet.


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