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Schmutzige geschäfte


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Das goldene Blatt - epaper ⋅ Ausgabe 50/2022 vom 10.12.2022

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Mit einem Blick auf die Uhr fuhr Ria am Flughafen vor und steuerte den Kurzzeitparkplatz an. Na bitte! Da wurde gerade eine Lücke frei.

Rasch sammelte Rita ihre Gedanken. Ihr Kollege John war auf dem Weg hier von München nach London. Er sollte ihr ein paar Unterlagen aushändigen, die sie für ihr Meeting in Salzburg brauchte. Alltag in einem international tätigen Unternehmen wie dem ihren.

Sie fand John in der Cafeteria im Abflugbereich. Er hob winkend eine Hand, grinste und klopfte auf den letzten freien Stuhl neben sich.

„Hey, John.“ Ria nahm Platz und nickte ihm zu. „Alles klar bei dir?“ „Sicher. Und selber?“ „Aber ja. Das Projekt in Salzburg läuft glatt. Ich soll bloß den Boden bereiten für die nächsten Aufträge. Hast du die Papiere?“

„Klar.“ Er wies auf eine schmale Aktentasche unter dem Tisch. „Alles hier drin. Ich hab noch Zeit. Nimmst du einen ...

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... Kaffee?“

Sie holte sich einen Cappuccino, und die nächste Viertelstunde verbrachten sie in angeregtem Gespräch. John hatte ein paar Folien auf dem Tisch ausgebreitet und zeigte ihr, woran er gerade arbeitete. Bis er plötzlich den Kopf hob.

„War das eben der zweite Aufruf für meinen Flug?“ Plötzlich hatte er es dann doch eilig. Ria half ihm mit seinen Sachen und begleitete ihn ein Stück zu den Kontrollen.

Als sie sich umwandte, schoss es ihr siedend heiß in den Kopf. Die Aktentasche! Die hätte sie in der Hektik um ein Haar vergessen. So kehrte sie rasch in die Cafeteria zurück, die schon wieder voll be- setzt war, griff sich die Tasche unter dem Tisch und machte sich auf den Weg zu ihrem Wagen.

Bitte umblättern!

Die Fahrt nach Salzburg verlief reibungslos. Durch das Treffen mit John war Ria nun früh dran und hatte noch Zeit vor ihrem Termin.

Ihr gewohntes Hotel war ausgebucht gewesen, deshalb hatte die Sekretärin ihr eine andere Unterkunft reserviert. Ein kleines Hotel nahe der Salzach, das einen nostalgischen Charme verströmte. Ria fand es amüsant, dass ihr die freundliche Rezeptionistin einen Anmeldebogen mit drei Durchschlägen zum Ausfüllen vorlegte. Als wäre elektronische Datenverarbeitung an dem Haus vorbeigegangen! Aber das passte ins Bild.

Ihr Zimmer war sauber und zweckmäßig. Ria machte sich nur etwas frisch und wollte dann die Unterlagen durchsehen, die John ihr mitgegeben hatte. Grafiken, Zahlen und Daten zu dem neuen Projekt. Damit konnte sie ihre Argumente bekräftigen, die sie dem Kunden unterbreiten wollte.

Sie setzte sich aufs Bett, nahm die schmale Aktentasche zur Hand und betätigte den Mechanismus der Schließe. Hoch, runter, sanft, fest, doch das Schloss schnappte nicht auf. Sie versuchte es in die andere Richtung, drückte und rüttelte daran herum – vergeblich. Schließlich suchte sie die Tasche ab, ob irgendwo ein Fach angebracht war, wo der Schlüssel verstaut wäre. Fehlanzeige. Und nun?

Ria starrte einen Moment unwillig vor sich hin. John, dieser Träumer! Hatte ihr eine verschlossene Tasche mitgegeben. Und war jetzt mitsamt dem Schlüssel auf dem Weg nach London. Na toll.

Nach kurzem Überlegen nahm Ria eine Büroklammer zur Hand, bog sie auf und begann, mit dem dünnen Draht in dem Schloss herum zu stochern. Nicht, dass sie Erfahrung im Aufbrechen von Schlössern hätte. Sie machte sich auch keine große Hoffnung, damit erfolgreich zu sein. Doch etwas Besseres fiel ihr nicht ein.

Gerade als sie aufgeben wollte, weil dieser Trick bestimmt nur im Film funktionierte, ertönte ein Klicken, und das Schloss sprang auf.

Ungläubig starrte Ria auf das, was sie da zutage förderte

Ria klappte die Tasche auf, ein triumphierendes Grinsen im Gesicht. Selbst ist die Frau, dachte sie. Dabei wunderte sie sich noch, dass die Tasche nicht mehr enthielt als ein paar Papiere. Sie fasste hinein, zog den Inhalt heraus und legte ihn vor sich auf die Bettdecke. Dann saß sie einen langen Moment nur da, starrte auf das was sie da zutage gefördert hatte, versuchte zu begreifen, was sie sah.

Es waren gestochen scharfe Fotos. Sie zeigten einen Mann im mittleren Alter und zwei Frauen. Die eine trug hohe Lackstiefel, die andere steckte in einer Korsage, die nur aus ein paar Lederriemen bestand, und trug eine Augenmaske. Der Mann war splitternackt.

Die Bilder zeigten die drei in unterschiedlichen Posen, allesamt nicht jugendfrei und hart an der Grenze des guten Geschmacks.

Ria wusste nicht, wie lange sie nur auf die Fotos gestarrt hatte, während sich in ihrem Kopf die Fragezeichen aneinanderreihten.

Das waren definitiv nicht die Unterlagen, die sie für ihr Gespräch beim Kunden brauchte. Das war überhaupt nichts, was für fremde Augen bestimmt schien. Es sein denn … Ihre Gedanken rasten.

War das eine persönliche Erinnerung an ein extravagantes Erlebnis? Oder – waren diese Bilder vielleicht Teil eines schmutzigen Geschäfts? Erpressung, kam ihr spontan in den Sinn. Gut möglich, dass es dem unbekleideten Herrn einiges wert war, so nicht in der Öffentlichkeit gesehen zu werden.

Sie überwand ihre Befremdung, beugte sich vor und betrachtete das Gesicht des Mannes genauer. Er kam ihr bekannt vor, auch wenn sie nicht sagen konnte, woher.

Und noch etwas gab Rätsel auf. Wie war sie überhaupt an diese Tasche gekommen? Sie rief sich die Szene am Flughafen in Erinnerung. Ihr Gespräch mit John, die Hektik, als er sein Flug aufgerufen wurde, die Tasche unter dem Tisch, die sie um ein Haar vergessen hätte.

Sie versuchte, sich diese Momente noch einmal vorzustellen. Sie war zurückgegangen. Das Lo- kal war voll, ihr Tisch wieder besetzt. Hatte sie beim Gehen eine falsche Tasche an sich genommen, von einem falschen Tisch? Oder war die Verwechslung bereits zuvor passiert, hatte John irgendwie eine verkehrte Tasche an sich genommen? Sehr mysteriös.

Nur eines schien klar. Dem Eigentümer der Fotos war vermutlich sehr viel daran gelegen, wieder in ihren Besitz zu kommen.

Als ihr Handy schrillte, zuckte Ria zusammen, so angespannt war sie. Ein Blick auf das Display zeigte eine bekannte Nummer. Melli! Als hätte sie gewusst, wie durcheinander Ria gerade war. „Du glaubst nicht, was mir eben passiert ist!“, platzte sie heraus, als sie die beste Freundin am Ohr hatte.

„Auch hallo“, sagte Melli amüsiert, doch Ria schnitt ihr das Wort ab. „Nein, echt, es ist total irre!“

Dann erzählte sie ein wenig durcheinander von der Tasche und den Fotos. Sie konnte richtig spüren, wie Melli aufgeregt wurde.

„Wahnsinn!“, stieß sie zwischen Staunen und Lachen hervor. „Ist sonst etwas drin? Schau nach!“

„Keine Ahnung. Wart mal.“ Ria nahm die Tasche wieder zur Hand und sah alle Fächer durch. „Oh ja, da ist noch ein Handy“, sagte sie dann. „Sonst nichts.“

„Na, dann los, schalt es ein! Vielleicht findet sich darauf ein Hinweis auf den Besitzer.“

Sie sah Mellis sprühenden Blick förmlich vor sich. Deshalb zögerte sie nur kurz und drückte dann die Taste. Das Display leuchtete auf, das Gerät fuhr hoch. Bis an die Stelle, wo das Passwort abgefragt wurde. „Gesperrt“, stellte Ria fest.

„Okay. War eigentlich klar. Und der Typ auf den Bildern? Du sagst, der kommt dir bekannt vor?“

„Irgendwie schon“, meinte Ria. „Kann ihn aber nicht einordnen.“

Melli schien zu überlegen. „Mach ein Foto!“, drängte sie dann. „Und schick es mir. Vielleicht kenne ich den Kerl ja.“

Ria fand ein Bild, auf dem das Gesicht des Mannes gut zu erkennen war, machte mit ihrem Handy ein Foto davon und sandte über das Chatprogramm der Freundin zu.

„Ich mach mich mal schlau“, versprach Rias Freundin Melli

Melli brummte ein paar Mal. „Hm, keine Ahnung. Sieht aus wie ein Gartenzwerg ohne Mütze.“

Sie kicherte, und auch Ria musste lachen. Es tat gut, mit Melli darüber zu reden. Ein bisschen Anspannung ablassen, bevor sie zu ihrem Termin aufbrach.

„Ich kann ja mal recherchieren, ob ich etwas über den Typen herausfinden kann“, sagte Melli eben, als Ria einen Blick auf die Uhr warf. Hilfe, so spät schon!

„Du, ich muss jetzt los“, fiel sie ihrer Freundin ins Wort. „Wir reden später weiter, ja?“

„Okay“, erwiderte Melli. „Ich mach mich schlau. Viel Erfolg!“

„Danke. Ich meld mich, wenn ich fertig bin.“ Damit unterbrach sie das Gespräch und atmete ein paar Mal tief durch, um sich zu sammeln. Jetzt brauchte sie ihre Konzentration für die Arbeit.

Wo wohl die Unterlagen steckten, die John ihr aushändigen wollte? Egal. Sie kam auch ohne klar.

Bei diesem Gedanken fiel ihr Blick wieder auf die Fotos, die immer noch um sie herum auf dem Bett ausgebreitet lagen. Und einem Impuls folgend, den sie nicht logisch begründen konnte, raffte Ria sie zusammen und steckte sie in ihre Handtasche. Dann machte sie sich auf den Weg zu ihrem Termin.

Fabian Reiser erwartete sie schon. Er leitete das Projekt, das Rias Unternehmen mit innovativen Lösungen unterstütze, und koordinierte die Zusammenarbeit mit dem deutschen Partner. Dabei hatte er eine erfrischend sympathische Art und einen drolligen Dialekt, der Ria immer zum Schmunzeln brachte. „Ah, servus. Welch Glanz in unserer Hütte“, begrüßte er sie mit einem breiten Grinsen.

„Hallo, Fabian“, gab Ria zurück und fühlte sich sofort wieder in einer anderen Sphäre. Irgendwie war das Geschäftsgebaren in Österreich viel lockerer als in Deutschland. Trotzdem wurde die Arbeit konzentriert vorangetrieben.

So verbrachten sie die nächsten paar Stunden damit, den Fortgang des Projektes zu besprechen und einige kleinere Probleme zu beheben. Allerdings war Ria nicht so bei der Sache wie sonst. Immer wieder wanderten ihre Gedanken zu den Fotos in ihrer Handtasche. Ob Melli etwas über den Gartenzwerg herausgefunden hatte?

„Ria? Was hältst du davon?“ Fabian sah sie eigenartig an, und Ria wurde bewusst, dass sie sich gerade geistig ausgeklinkt hatte.

Rasch setzte sie eine verbindliche Miene auf und versuchte ihre Unruhe zu verbergen. „Sorry. Ich war in Gedanken. Was meinst du?“

„Ich meine, dass du vielleicht einen Kaffee vertragen könntest“, gab Fabian mit ironischem Unterton zurück. „Der kurbelt die Konzentration wieder an.“

Ria grinste schuldbewusst. „Ertappt. Ich hatte gerade was anderes im Kopf. Tut mir leid.“

„Schon gut.“ Er musterte sie prüfend. „Ist alles in Ordnung?“

Sie zögerte einen winzigen Moment. Sollte sie Fabian von der Sache mit den Fotos erzählen? Nein. Besser nicht. So lächelte sie nur glatt und nickte ihm zu. „Sicher. Also dann. Ein Kaffee?“

Gleich darauf in der Kantine plauderte Fabian witzig und schaffte es ganz gut, sie abzulenken. Bei einem kurzen Abstecher in den Waschraum anschließend zog Ria dann aber doch ihr Handy hervor. Ob Melli sich gemeldet hatte?

Tatsächlich! Da war eine Sprachnachricht. Während Ria sie abhörte, begann ihr Herz wild zu hämmern. Melli hatte den Mann identifiziert. Und was sie erzählte klang so, als wäre Ria da in eine große Sache hineingeraten.

Der Rest des Tages ging irgendwie rum. Ria riss sich zusammen und gab sich alle Mühe, sich auf die Arbeit zu konzentrieren.

Fabian merkte ihr aber doch an, dass sie nicht ganz bei der Sache war. „Also, Mädel. Was ist los bei dir?“, fragte er ganz unverblümt, als sie Feierabend machten. „Wollen wir zwei schön essen gehen und du erzählst mir davon?“

Sie hatten schon bei ihren früheren Besuchen hier in Salzburg öfter mal einen netten Abend zusammen verbracht, waren fast Freunde. Trotzdem wollte Ria ihn eigentlich nicht in die Sache hineinziehen.

„Abgefahren“, sagte Fabian, als er Rias Bericht gehört hatte

Aber die Geschichte war so ungeheuerlich, dass sie jetzt wirklich einen guten Rat gebrauchen könnte. Vor allem nach dem, was Melli erzählt hatte! Und weil Fabian sie so ansah, als würde er keine Ausflüchte gelten lassen, erzählte sie. Wie sie zu der Tasche gekommen war, die Fotos entdeckt hatte – und dann Mellis Erkenntnisse dazu.

Der Typ auf den Bildern war ein umtriebiger Geschäftsmann, der in mehreren Branchen mitmischte. Vor allem aber betrieb er eines der größten deutschen Recycling-Unternehmen. Und das stand im Verdacht, illegal Giftmüll zu entsorgen. Mehrfach bereits hatten Umweltorganisationen dies angeprangert, allerdings konnte ihm nie etwas nachgewiesen werden.

Fabian hatte ihrer aufgeregten Schilderung wortlos zugehört. Jetzt schüttelte er verwundert den Kopf. „Abgefahren“, meinte er. „Was für eine Story. Dann soll der Typ wohl mit den Fotos erpresst werden?“ „Gut möglich“, räumte Ria ein. „Und wer auch immer das geplant hat, wird nicht erfreut sein, dass ihm die Bilder abhandengekommen sind“, meinte Fabian.

Sie tauschten einen ernsten Blick. Ria war diese Idee auch schon gekommen. Sie dachte aber, dass ja niemand wissen konnte, wo sich die Fotos jetzt befanden.

„Und weiter war nichts in der Tasche?“, hakte Fabian nach.

„Nur dieses Handy. Ich dachte erst, ich könnte damit etwas über den Besitzer der Tasche herausfinden, aber es war gesperrt.“

„Klar.“ Fabian nickte nachdenklich. „Das muss aber kein Hindernis sein. Soll ich mal versuchen, ob ich es knacken kann?“

„Wenn das geht?“, erwiderte Ria überrascht. „Ja. Sicher. Es liegt noch in meinem Zimmer.“

Fabian folgte ihr in seinem Wagen zu dem kleinen Hotel, das völlig verwaist schien. Kein Mensch im Eingangsbereich, die Sitzgruppe verlassen, die Rezeption leer. Nur aus einem dahinterliegenden Raum war gedämpft eine erregte Unterhaltung zu hören.

Ria hatte ihren Schlüssel bei sich behalten, weshalb sie den Empfang links liegen ließ und gleich die Treppe ansteuerte. Vor ihrer Tür wandte sie sich zu Fabian um, während sie aufschloss. Sie wollte eine Bemerkung zu ihrem weiteren Vorgehen machen und verstummte, als sie den Ausdruck auf seinem Gesicht sah. Fabian starrte über ihren Kopf hinweg in das Zimmer, die Augen erschrocken, der Blick verstört. Ria drehte sich ebenfalls wieder herum – und prallte vor dem Anblick förmlich zurück.

Das Zimmer war ein einziges Chaos. Die Schubladen von Schrank und Schreibtisch herausgerissen, der Inhalt ihres Koffers über den Boden verstreut. Die Matratze hing hochkant halb neben dem Bett, und sogar die Bettwäsche war abgefetzt und lag achtlos in eine Ecke geknüllt.

Ria stand reglos und versuchte, dieses Bild in ihrem Kopf einzuordnen. Neben ihr atmete Fabian geräuschvoll aus. „Na, da war aber jemand gründlich“, meinte er salopp. Ria spürte ihr Herz unangenehm schnell schlagen. Sie wandte sich zu, suchte nach Worten, fand keine. „Fehlt etwas?“ Fabian hatte sich schneller gefangen.

Erst jetzt sah sie sich wirklich um. Von ihren Sachen vermisste sie auf den ersten Blick nichts. Der Koffer lag achtlos ausgekippt achtlos. Allerdings … „Die Tasche!“, stieß sie aufgeregt hervor. „Die fremde Aktentasche mit dem Handy. Ich hatte sie hier auf den Schreibtisch gelegt. Die ist weg.“

Sie traf seinen Blick und las ihre eigene Besorgnis darin. War das Zufall? Rias Gedanken rasten. „Es konnte doch niemand wissen, dass ich, also die Tasche …“ Sie brach ab und sah ihn unsicher an. „Oder doch?“, setzte sie hinzu.

Fabian kaute nachdenklich an seiner Unterlippe. Hinter seiner Stirn schien es zu arbeiten. „Das Handy“, meinte er schließlich. „Du hast es eingeschaltet, richtig?“ „Ja. Aber es war ja gesperrt.“

Trotz Sperrung war das fremde Handy zu verorten gewesen!

„Das spielt keine Rolle. Sobald es aktiviert ist, sendet es Signale. Die muss nur jemand auffangen und kann es ganz einfach orten.“

Ria fühlte ihren Nacken prickeln, als würden sich die Haare aufstellen. „Die Fotos“, murmelte sie. „Die haben sie nicht gefunden. Werden sie jetzt wiederkommen?“

„Und wenn schon“, sagte Fabian fest. „Du wirst jedenfalls nicht mehr hier sein. Wir melden jetzt den Einbruch dem Hotel, und dann bring ich dich hier weg.“

Gemeinsam gingen sie hinunter an die Rezeption, wo jetzt eine junge Frau hinter dem Tresen stand. Als Fabian nach dem Manager verlangte, wirkte sie erst erschrocken, holte dann aber einen älteren Mann hinzu. Der mochte gar nicht glauben, was Fabian von dem Einbruch in Rias Zimmer erzählte. Als sie jedoch gleich darauf in dem Chaos standen, wich alle Farbe aus seinem Gesicht. „Mein Gott!“, murmelte er fassungslos. Es brauchte eine Weile, bis er sich gesammelt hatte. Dann erkundigte er sich, ob etwas gestohlen worden war.

„Ich glaube nicht“, sagte Ria mit ausdrucksloser Miene. Sie fing einen raschen Blick von Fabian auf, doch als sie unmerklich den Kopf schüttelte schwieg er.

Kurz darauf ging der Manager voraus nach unten, und Fabian sah Ria noch einmal fragend an. Sie wusste, woran er dachte. Warum sie nichts von der Tasche gesagt hatte! Doch ihr war plötzlich in den Sinn gekommen, wie unglaubhaft ihre Geschichte klingen musste. Und bevor man ihr noch Unterschlagung oder Schlimmeres unterstellen würde, hatte sie lieber gleich geschwiegen. So hob sie nur halbherzig die Schultern und stieg ebenfalls die Treppe hinunter.

Sie traten an die Rezeption, wo die junge Angestellte etwas verloren herumstand. Der Manager hantierte offenbar in dem dahinterliegenden Raum. Man hörte ihn rumoren, dann unterdrückt fluchen. „Erst die verschwundenen Anmeldebögen, und jetzt das!“

Fabian hob den Kopf und traf den Blick der Rezeptionistin. „Welche verschwundenen Anmeldebögen?“, wollte er wissen.

Die junge Frau errötete bis zum Haaransatz. „Nun, das …“, stammelte sie hilflos. Dabei fiel ihr Blick automatisch auf eine Ablage hinter dem Tresen. Ria erinnerte sich, dass dort der Durchschlag des Formulars abgelegt worden war, das sie beim Einchecken ausgefüllt hatte. Nun war die Ablage leer.

„Doch nicht etwa die Bögen mit den Daten der Gäste?“, fragte Ria. Ihre Stimme klang schrill, sie hörte es selbst. Die Angestellte wand sich peinlich berührt, doch ihr Schweigen war Antwort genug. Da trat der Manager wieder dazu, sein Ausdruck jetzt beflissen.

„Sie bekommen selbstverständlich ein anderes Zimmer“, wandte er sich an Ria. „Aber nachdem nichts gestohlen wurde, können wir die Angelegenheit vielleicht unter uns regeln, also ohne Polizei. Das käme dem Ruf des Hauses sehr zugute, Sie verstehen.“ Er lächelte nervös bei diesen Worten.

Und Ria verstand. Oh ja. Mehr, als er ahnte. Nämlich in welchem Zusammenhang diese beiden Ereignisse standen. Dass derjenige, der in ihren Sachen vergeblich nach den Fotos gesucht hatte, in Erfahrung bringen wollte, wer in jenem Zimmer wohnte. Und jetzt also auch ihren Namen und ihre Adresse kannte. Bei diesem Gedanken fasste sie unwillkürlich nach der Kante des Tresens. Sie war nicht sicher, ob ihre Knie nicht gleich nachgeben würden.

„Behalten Sie Ihr Zimmer“, sagte Fabian harsch. Und zu Ria: „Komm, such deine Sachen zusammen. Wir verschwinden.“

Ria gehorchte wie ferngesteuert. Die letzten Handgriffe in ihrem Zimmer, der wortreiche Abschied des Managers, die Fahrt zu Fabians Wohnung. All das driftete an ihr vorbei. Erst als sie auf seinem Sofa zusammen saßen, konnte sie allmählich wieder halbwegs klar denken. Und damit begriff sie auch, an welch brenzliger Situation sie haarscharf vorbei geschrammt war.

Fabian las ihr das Unbehagen im Gesicht ab und lächelte aufmunternd. „Du bist erst mal sicher“, sagte er. „Heute Nacht bleibst du bei mir. Und morgen früh solltest du die Fotos zur Polizei bringen.“

In Fabians Gästezimmer schlief Ria bald wie ein Stein

Ria nickte. „Ja. Das würde ich aber lieber zu Hause in Frankfurt tun. Nichts gegen die Salzburger Polizei“, setzte sie schnell hinzu. „Aber ich denke, das ist ein deutscher Fall. Auf einen Tag kommt es wohl nicht an, oder?“ Sie sah ihn fragend an. Als Fabian nichts erwiderte, wechselte sie rasch das Thema. „Und das geht tatsächlich so fix, ein Handy zu orten?“

„Ja. Fix und einfach. Bei vielen Geräten ist diese Funktion schon voreingestellt, man muss sie nur aktivieren. Soll ich es dir zeigen?“

Er ließ sich ihr Handy reichen und hatte mit ein paar schnellen Klicks in den Einstellungen die Standortübermittlung aktiviert. Dann öffnete er das entsprechende Programm auf seinem eigenen Gerät und bekam gleich darauf auf einer Karte angezeigt, wo Rias Handy sich befand. Ria staunte. „Witzig, was?“, grinste er. „Soll ich es wieder abschalten?“

Sie überlegte kurz, grinste und winkte ab. „Ach, egal. Lass mal.“

Das war so dahingesagt, weil es ihr nebensächlich erschien. Bald jedoch sollte diese Entscheidung eine bedeutende Rolle spielen …

Sie wälzten die Ereignisse dieses Tages dann noch eine Weile hin und her, doch irgendwann wollte Ria nichts mehr davon hören. Sie fühlte sich geschlaucht nach all der Aufregung. So bezog sie Quartier in Fabians Nebenzimmer und schlief bald wie ein Stein.

Am nächsten Tag schaffte sie es ganz gut, sich mit der Arbeit abzulenken. Bis zum frühen Nachmittag waren sie soweit durch, dass Ria ihren Einsatz hier beenden konnte. Bei einem letzten gemeinsamen Kaffee besprachen sie noch das weitere Vorgehen zu dem Projekt, dann rüstete Ria sich für die Rückfahrt. „Pass auf dich auf“, gab Fabian ihr zum Abschied mit.

Ria grinste schief. Sie hatte es bis dahin erfolgreich verdrängt, dass sie in ihrer Handtasche höchst brisanten Inhalt transportierte. Und dass jemandem sehr daran gelegen war, in dessen Besitz zu kommen. Doch dieser jemand konnte ja nicht wissen, wo sie sich jetzt aufhielt. Kein Grund zur Sorge also.

„Ich komm schon klar“, sagte sie deshalb leichthin. Fabian nickte, und sie raffte ihre Sachen zusammen und machte sich auf den Weg.

Erst war es nur ein Impuls ohne Hintergedanken, der Fabian ans Fenster trieb. Von hier aus konnte man den Firmenparkplatz einsehen, wo Rias Wagen stand.

Er sah, wie sie ihre Sachen im Kofferraum verstaute. Und er sah die beiden Männer, die plötzlich zielstrebig dazutraten. Es war niemand, der ihm bekannt vorkam. Auch was sie sprachen, konnte er von hier oben natürlich nicht verstehen. Aber offensichtlich wechselten sie ein paar Worte, die nicht einvernehmlich wirkten.

Er sah, wie Ria ein paarmal heftig den Kopf schüttelte, und einer der beiden sehr dicht an sie herantrat. Der andere öffnete inzwischen die hintere Wagentür, und im nächsten Moment schob der eine Mann Ria voran auf die Rückbank und drängte sich selbst neben sie.

Sein Kollege sprang gleichzeitig auf den Fahrersitz, und im nächsten Moment fuhr der Wagen an und verschwand aus seinem Blickfeld. Die Aktion hatte nur wenige Sekunden gedauert und war niemandem aufgefallen. Außer Fabian.

Jetzt stand er zwei, drei Atemzüge lang reglos und starrte verwundert in die Richtung. Was war das eben gewesen? Er blinzelte ein paarmal, ehe ihn eine seltsame Unruhe befiel. Hier stimmte doch irgendwas nicht! Das hatte nicht ausgesehen, als wäre Ria freiwillig mitgefahren. Noch dazu auf dem Rücksitz ihres eigenen Wagens!

Unschöne Bilder drängten hoch. Der Einbruch gestern in dem Hotel. Das verwüstete Zimmer. Er wusste zwar nicht, wie man Ria aufgespürt haben konnte. Doch diese Szene eben sah nicht gerade vertrauenerweckend aus.

Seine Sorge wuchs. Und zugleich kam ihm eine Idee. Ihr Handy! Natürlich! Er konnte verfolgen, wohin sie fuhr. Falls die Standortübermittlung noch aktiviert war.

Die Verfolgung kam Fabian vor wie ein Film – so unwirklich

Das war sie, wie er gleich darauf feststellte. Ein Blick auf die Karte auf seinem Gerät zeigte einen roten Punkt, der sich in nördlicher Richtung auf die Stadtgrenze zubewegte. Zur Autobahn? Und dann?

Er hatte plötzlich das Gefühl als schwebte Ria in höchster Gefahr. Ohne nachzudenken griff Fabian sich seinen Autoschlüssel und verließ im Laufschritt das Gebäude.

Es war so unwirklich wie im Film. Er hatte sein Handy in die Halterung auf dem Armaturenbrett geklemmt und verfolgte den Weg des Punktes auf dem Display. Einmal wäre er um ein Haar über eine rote Ampel gerauscht, weil er so auf seine Jagd konzentriert war.

Sie verließen die Stadt über die Schnellstraße, bogen jedoch nicht auf die Autobahn ein, sondern fuhren weiter nach Norden. Hier ging es in die hügelige Landschaft, viel Wald, nur wenige Ortschaften.

Fabian versuchte, sich die Gegend plastisch vorzustellen, während er den Punkt nicht aus den Augen ließ. Wohin mochten sie wollen? Plötzlich bewegte sich der Punkt nicht mehr. Unwillkürlich drosselte Fabian sein eigenes Tempo, um genauer hinsehen zu können. Tatsächlich. Der Punkt verharrte am Fleck. Der Punkt. Ria. Beziehungsweise ihr Handy. Was hatte das zu bedeuten?

Er gab wieder Gas und machte sich auf die Suche nach der Stelle. Ein Stück über die Landstraße, dann eine Nebenstraße, die an einem Waldstück entlangführte. Da! Mitten aus diesem Wald kam das Signal. Fabian sah sich um, doch weit und breit war niemand zu sehen, keine Spur auch von Rias Wagen. Er stellte seinen eigenen am Straßenrand ab und lief ein paar Schritte durch das Unterholz. Und da sah er sie. Dort auf einem moosigen Flecken zwischen Heidelbeerbüschen stand Ria und sah umher, als wäre sie eben aus einem Traum erwacht. „Ria! Bist du in Ordnung?“ Sie hob den Kopf, als sie den Ruf hörte, und sah ihm aus blanken Augen entgegen. Verwundert, verstört. „Bist du okay?“, wiederholte Fabian, als er sie erreicht hatte.

Jetzt schüttelte sie den Kopf, wie um zu sich zu kommen, und atmete ein paarmal tief durch. „Ja“, sagte sie endlich. „Ja. Ich bin okay. Aber was machst du hier?“

„Dich abholen“, sagte er erleichtert und musste grinsen. Ria sah ihn verständnislos an, und das

Grinsen wurde noch breiter. „Komm“, meinte er. „Wir hauen ab. Dann erzählst du mir alles.“

Es brauchte noch einen Moment, bis Ria sich gefangen hatte. Dann sprudelte die ganze Geschichte hervor. Wie die zwei Männer sie auf dem Parkplatz überrumpelt hatten, die planlose Fahrt hier heraus, die wirre Erklärung der beiden Typen. Es ging um ihren Kampf für den Umweltschutz, einen Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen und Geld einzutreiben. Für die Wiedergutmachung von Schaden und Leid, wie sie sagten.

„Die Fotos“, konstatierte Fabian. „Das war ihr Erpressungs-Joker und ihr Weg zu Geld. Aber wie haben sie dich gefunden?“

Ria hob ratlos die Schultern. „Keine Ahnung. Jedenfalls haben sie jetzt alles, was sie wollten. Und mein Auto obendrein.“

„Nicht mehr lange, hoffentlich“, erwiderte Fabian. Dann griff er zum Handy und rief die Polizei an.

Er gab noch kurz im Büro Bescheid, dass er den Rest des Tages frei nehmen würde. Dann brachte er Ria in seine Wohnung.

Sie hatte sich wieder so weit beruhigt, dass sie klar denken konnte. So rief auch sie in ihrer Firma an, um mitzuteilen, dass sie einen Tag länger in Salzburg bleiben würde. Auf die Einzelheiten ging sie nicht ein. Allerdings klärte sich bei dieser Gelegenheit ein entscheidender Punkt. Als die Kollegin nämlich ganz beiläufig fragte, ob ihr Cousin sich inzwischen bei ihr gemeldet hätte. Der hatte hier in der Firma nach ihr gefragt, und man hatte ihm gesagt, dass sie gerade in Salzburg wäre … Ria kombinierte rasch. Sie hatte gar keinen Cousin.

„Aber die Typen kannten meinen Namen“, sagte sie zu Fabian, als sie das Gespräch beendet hatte. „Damit war es über die sozialen Netzwerke ein Leichtes, meinen Arbeitgeber herauszufinden.“

„Nach diesem Anruf wussten sie, wo du bist“, spann Fabian den Faden weiter. „Dann das einzige Auto mit Frankfurter Kennzeichen auf dem Firmenparkplatz …“

„Und Bingo“, schloss Ria. „Das war’s dann. Vielen Dank auch.“

Ohne Fabian wäre die Sache nicht so glimpflich verlaufen

Wenigstens ihren Wagen erhielt sie noch am gleichen Abend zurück. Die Polizei hatte ihn auf einem Parkplatz nahe der Autobahn gefunden. Sogar ihre Handtasche mit allen Papieren lag noch darin! Daher durfte Ria ihn gleich mitnehmen, nachdem sie ihre Aussage zu Protokoll gegeben hatte. Und nach einer weiteren, diesmal ruhigen Nacht in Fabians Gästezimmer machte sie sich am nächsten Tag endlich auf den Rückweg.

So vieles ging ihr durch den Kopf in diesen Stunden. Vor allem, dass diese ganze Sache ohne Fabian niemals so glimpflich ausgegangen wäre! Das kam ihr erst jetzt so richtig zu Bewusstsein. Und das wollte sie ihm unbedingt noch sagen. So telefonierten sie lange an diesem Abend. Es tat gut, die Geschehnisse mit ihm gemeinsam noch einmal Revue passieren zu lassen. Aber viel wichtiger war es, einfach seine Stimme zu hören.

Und als er vorschlug, beim nächsten Mal – möglichst bald – könne er sie in Frankfurt besuchen, war Ria sofort einverstanden.

Das frohe Lächeln über die Vorstellung, Fabian wiederzusehen lag noch auf ihren Lippen, als sie am nächsten Morgen aus dem Haus ging – und dann am Kiosk an der Ecke ihren Augen kaum traute.

Eine große Boulevardzeitung hatte eines der brisanten Fotos groß auf dem Titelblatt abgedruckt. Dazu eine reißerische Schlagzeile und ein kurzer, hämischer Artikel.

Ria staunte. Und konnte nur spekulieren, wie es dazu gekommen war. Wollte der Mann nicht zahlen? Hatten die Aktivisten sich das Geld für die Wiedergutmachung jetzt von der Zeitung geholt?

Nun, das konnte ihr eigentlich egal sein. Aber spannend war es allemal. Das müsste sie später unbedingt Fabian erzählen! Und mit dieser erfreulichen Aussicht startete Ria beschwingt in ihren Tag.

ENDE

Nächste Woche lesen Sie den großen abgeschlossenen

LIEBES-ROMAN