Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 20 Min.

SCHNELL UND GÜNSTIG


connect - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 08.07.2021

5G-MITTELKLASSE-VERGLEICHSTEST

Artikelbild für den Artikel "SCHNELL UND GÜNSTIG" aus der Ausgabe 8/2021 von connect. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: connect, Ausgabe 8/2021

Es tut sich etwas in den deutschen Mobilfunknetzen. 2021 ist nicht nur das Jahr der 3G-Abschaltung, die Netzbetreiber treiben gleichzeitig den 5G-Ausbau voran. Vodafone hat 5G SA (Standalone, ohne LTE-Anker) gestartet, und die Telekom kann bereits rund 80 Prozent der Bevölkerung einen 5G-Zugang bieten. Auch Telefónica / o2 fährt das Tempo hoch und zündet nach eigener Aussage 2021 den „5G-Ausbauturbo“. Zugleich kommen immer mehr Endgeräte vom Tablet bis zum Smartphone auf den Markt, die den neuen Standard unterstützen. 5G ist bis zu 100 Mal schneller als LTE und markiert technisch in jeder Hinsicht einen großen Sprung. Weil die Daten nahezu verzögerungsfrei in Echtzeit übertragen werden, sind neue Anwendungszenarien wie Cloud Gamin möglich. Wer sich heute ein Smartphone kauft, sollte daher auf 5G Wert legen, unabhängig davon, ob er oder sie den Standard gerade benutzt ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 5,49€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von connect. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 8/2021 von Elektrifiziert. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Elektrifiziert
Titelbild der Ausgabe 8/2021 von WWDC 2021: Apple zeigt neue Software für iPhone & Co.. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
WWDC 2021: Apple zeigt neue Software für iPhone & Co.
Titelbild der Ausgabe 8/2021 von Panasonic: Werbeblocker-Telefon. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Panasonic: Werbeblocker-Telefon
Titelbild der Ausgabe 8/2021 von OFFENSIVE VON HUAWEIA. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
OFFENSIVE VON HUAWEIA
Titelbild der Ausgabe 8/2021 von KOMPAKTER ALLROUNDER. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
KOMPAKTER ALLROUNDER
Titelbild der Ausgabe 8/2021 von MULTIMEDIA PROFI. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
MULTIMEDIA PROFI
Vorheriger Artikel
MULTIMEDIA PROFI
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel BMW 330e
aus dieser Ausgabe

... oder nicht. Denn zum einen ist man damit zukunftsfest unterwegs, zum anderen ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis 5G auch im eigenen Alltag ankommt.

Die neuen SoCs als Fundament

Das Angebot an 5G-Smartphones wächst in einem rasanten Tempo, viel schneller als bei der Einführung von LTE. Im vorletzten Jahr waren vereinzelt 5G-Phones zu sehen, 2020 wurde 5G zum Standard in der Highend-Klasse, und heute sehen wir Smartphones, die nur 200 Euro kosten. Die Grundlage bilden neue Prozessorgenerationen von Mediatek und Qualcomm, bei denen es den Entwicklern gelungen ist, das 5G-Modem direkt auf dem SoC zu integrieren. Das ermöglicht eine effizientere Fertigung und spart am Ende Kosten, sodass die SoCs immer günstiger produziert werden können. Trotzdem ist 5G technisch anspruchsvoller als LTE, und es stellt sich die Frage, ob man als Kunde nicht an anderer Stelle Abstriche hinnehmen muss. Anders gefragt: Spart der Hersteller bei einem 200-Euro-Modell zugunsten von 5G bei Display und Kamera? Und wie ist es um die Performance bestellt? Erfordert 5G auf jeder Ebene mehr Leistung, oder leidet die Benutzererfahrung unter einem zu schwachen Hauptprozessor? Um diese Fragen zu beantworten, haben wir fünf aktuelle Modelle mit Preisen zwischen 200 und 400 Euro durch das Testlab geschleust.

Andreas Seeger, Joachim Bley

Nokia X20

HMD Global Oy, Lizenznehmer der finnischen Tradititionsmarke Nokia, rückt die Nachhaltigkeit in den Fokus. Bemerkbar macht sich dieser lobenswerte Ansatz bereits beim Blick in den Karton des Nokia X20: Die beigelegte Schutzhülle besteht laut Hersteller aus einem zu 100% biologisch abbaubaren Material. Ein (Schnell-)Ladegerät zählt bewusst nicht zum Lieferumfang.

Für Elektronikgeräte gilt Langlebigkeit als ein sinnvoller Weg zu mehr Nachhaltigkeit. Haptik und Verarbeitungsqualität verdeutlichen auf Anhieb, warum der Hersteller auf den 216 Gramm schweren Boliden drei Jahre Garantie gibt. Rahmen und die mattierte, gegen Fingerabdrücke weniger empfindliche Rückseite bestehen aus Kunststoff, was die wertige Anmutung nur marginal beeinträchtigt. Ein nachweislicher Schutz gegen Wasser und Staub fehlt dem X20. Dafür ist die komfortable 6,7 Zoll große Anzeige mit Gorilla Glass 5 und einer Schutzfolie für Alltagseinsätze bestens gewappnet.

Gemessen am Preis entspricht der Bildschirm nicht ganz dem Stand der Technik: Das leuchtstarke LC- Display löst zwar standesgemäß auf (1080 x 2400 Pixel), begnügt sich aber mit einer Bildwiederholrate von 60 Hertz. Bei deaktivierter Anzeige können Benachrichtigungen dauerhaft eingeblendet werden (Always-on-Display). Da die Akkulaufzeit mit 13:04 Stunden lang ausfällt, lässt sich hier die LCD-typisch höhere Stromaufnahme verkraften. Entsperrt wird mit dem Fingerprintsensor im Ein-/Ausschalter oder per Gesichtserkennung.Der verwendete Systemchip, ein Qualcomm Snapdragon 480 5G, sorgt für eine alltagstaugliche Performance. Unser Vergleich zeigt jedoch, dass das X20 damit untermotorisiert ist. Denn auch das deutlich günstigere A54 5G ist damit ausgestattet, während das preislich mit dem X20 vergleichbare 94er-Modell viel stärker bestückt ist. Xiaomis Poco F3 5G demonstriert eindrucksvoll, wie viel Rechenpower in der 400-Euro-Liga machbar ist. Dessen Snapdragon 870 erreicht in Benchmarks teilweise mehr als doppelt so hohe Werte.

NOKIA X20

Preis: 399 Euro

Maße: 169 x 80 x 9 mm

Gewicht: 216 Gramm

+

• leuchtstarkes 6,7-Zoll-LCD

• schlankes Android 11

• System-/Sicherheitsaktualisierungen für drei Jahre

• Klinkenbuchse für Kopfhörer

• lange Akkuausdauer

• gute LTE-Funkeigenschaften

• 3 Jahre Garantie

• umwelfreundliche Schutzhülle

-

• relativ großes, schweres Kunststoffgehäuse

• keine 90 Hz, kein OLED

• preisbezogen zu schwacher SoC

• Ultraweitwinkeloptik

• ausbaufähige Akustik

• kein Ladegerät im Lieferumfang

Connect-Urteil: gut (385 Punkte)

Beim Speicher dagegen kann das X20 mit 8/128 GB die Erwartungen erfüllen. Über den Hybrideinschub lässt sich die Kapazität erweitern.

Starkes Versprechen: Software- Updates für drei Jahre

Eine nahezu bloatwarefreie und stets aktuelle Software samt einer schlanken Benutzeroberfläche zählen wie bei den Google-Pixel-Phones zu den ausgewiesenen Vorzügen der Nokia-Modelle. Neben den wichtigen Sicherheitsaktualisierungen soll es hier auch Android-Upgrades für einen Zeitraum von drei Jahren geben – beste Aussichten also für ein längerfristig aktuelles Betriebssystem. Im dritten Quartal könnte der erste große Sprung auf die neue OS-Version anstehen: Dann wird der Launch von Android 12 erwartet.

Zu den Extras zählen ein UKW- Radio samt Kopfhörerklinke und eine seitlich links integrierte Zusatztaste, die Googles Sprachassistentin auf den Plan ruft. Die von Zeiss veredelte Weitwinkelhauptkamera schießt unter günstigen Lichtbedingungen sehr ansehnliche Fotos. Nicht überzeugen konnte uns dagegen das Ultraweitwinkelmodul. Mehr dazu in unserem Kameravergleich auf Seite 32. Die 32-Megapixel-Frontkamera fasst für eine höhere Lichtausbeute jeweils vier Bildpunkte zusammen und erreicht eine respektable Selfiequalität.

In den 5G-Netzen schafft das On- Chip-Modem (X51) theoretische Spitzendatenraten bis 2,5 Gbit/s. Mit Highspeed-LTE, WiFi-5, Bluetooth 5.0 und NFC zeigt sich die Connectivity den heutigen Anforderungen gewachsen. Im Labor offenbarten sich leichte Schwächen bei der Akustik in Senderichtung und im GSM-Durchgang. Ansonsten gingen die Funkleistungen in Ordnung. Insgesamt hat das Nokia X20 in unserem Testfeld gemessen am Preis zu wenig zu bieten. >>

Displaymessung

Unsere Messungen bescheinigen dem LCD eine gute Leuchtkraft, aber eine begrenzte Blickwinkelstabilität.Die Kontrastwerte überzeugen vor allem in einer hellen Umgebung – typisch für die LCD-Technologie. Im Outdoor-Modus erfolgt nur noch eine marginale Steigerung auf 555 cd/m 2 .

ZUM AMAZON- ANGEBOT *

amzn.to/2SibnIU

* Schließen Sie über den Affiliate-Link einen Kauf ab, erhält unser Verlag eine Provision. Es entstehen keine Zusatzkosten.

Oppo A94 5G

Das A94 5G ist das Spitzenmodell der A-Serie, der Einsteigerserie von Oppo. Sofort fällt das federleichte und sehr kompakte Gehäuse auf – die ergonomisch gerundeten Seiten schmiegen sich den Fingern regelrecht an, und die 173 Gramm spürt man kaum. Das ist ein riesiger Unterschied zu den anderen Dickschiffen, die man in dieser Preisregion nicht selten antrifft.

Das Design gefällt mit klaren Linien und feinem Farbverlauf auf der Rückseite, der in der Variante „Cosmo Blue“ in einem bunten Spektrum von Blau bis Orange schillert. Die Verarbeitung ist ohne Fehl und Tadel, das verwindungssteife Gehäuse ist zwar nicht wasserfest, vermittelt aber hohe Stabilität. Die Anfassqualität kann da leider nicht mithalten, denn Oppo setzt auf einen Kunststoffrahmen in Metalloptik, und auch die Rückseite besteht aus dem günstigen Material, das leider sehr kratzeranfällig ist. Gut, dass ein transparentes Case mitgeliefert wird. Dazu gesellen sich eine Displayschutzfolie und ein 30-Watt- Netzteil – der Lieferumfang überzeugt also auf ganzer Linie.

Das 6,4 Zoll große OLED liefert die für diese Technologie typischen exzellenten Kontraste in dunkler Umgebung, lässt aber bei Tageslicht einen Klassenunterschied erkennen. Das ist kein Beinbruch, sondern vielmehr preisgerecht. Problematisch ist dagegen der Verzicht auf eine schnelle Bildwiederholrate, da bietet die Konkurrenz um Xiaomi und Samsung mehr.

Unter dem Display übernimmt Mediateks Dimensity-Serie den

OPPO A94 5G

Preis: 389 Euro

Maße: 160 x 73 x 8 mm

Gewicht: 173 Gramm

+

• kompakt und leicht

• starker Lieferumfang mit 30-Watt-Netzteil, Case und Schutzfolie

• moderne Benutzeroberfläche mit vielen Extras und gutem Software-Support

• Kamerasystem mit sehr gutem Weitwinkel und gutem 2x-Zoom

• Dual-SIM + microSD

• Klinkenbuchse für Kopfhörer

• lange Akkulaufzeit

• gute Funkeigenschaften und Akustik

-

• kein 90-Hertz-Display

• kunststofflastige Haptik

Connect-Urteil: gut (408 Punkte)

Antrieb. Das SoC mit der Modellbezeichnung 800U wird im modernen 7-Nanometer-Verfahren gefertigt und liefert eine gute Performance. In Benchmarks positioniert sich das SoC etwas unter dem Qualcomm Snapdragon 780G, der im Xiaomi Mi 11 Lite 5G (390 Euro) den Takt vorgibt. Qualcomms 700er-Serie ist eigentlich für Smartphones der gehobenen Mittelklasse gedacht, insofern ist das A94 5G also ordentlich bestückt. Oppo packt 8 GB Arbeitsspeicher dazu, der interne Speicher fasst 128 GB – eine klassentypische Größe. Auch die Connectivity ist preisgerecht, neben 5G werden Wi- Fi 5 und Bluetooth 5.1 unterstützt. Auf der Unterseite sitzen ein USBC- Port (2.0) und sogar eine Klinkenbuchse für Kopfhörer. Ebenfalls stark: Es gibt drei Steckplätze für zwei Nano-SIM-Karten und eine microSD-Karte, man muss sich also nicht zwischen Dual-SIM und Speicherkarte entscheiden.

Modernes OS, starker Akku

Oppo implementiert seine Benutzeroberfläche FunTouch OS in allen Preisklassen. So bekommt man in der Mittelklasse zahlreiche Software-Features, die auch Highender wie das Oppo Find X3 Pro auszeichnen. Die Anpassungsmöglichkeiten des Alway-on-Displays sind zwar nicht so umfangreich, aber es gibt einen geschützten Kinderbereich, App-Cloning und einen Spielemodus. Auch die moderne Optik, die sich bis hin zu Details wie der Schriftart anpassen lässt, gefällt. Der Software-Support ist stark: Oppo verspricht drei Jahre lang Security-Updates und zwei neue Android-Versionen.

Aus dem Testlab erreichen uns ebenfalls gute Nachrichten. Beim Telefonieren sorgen hohe Lautstärke und saubere Geräuschunterdrückung für eine gute Akustik, und die Verbindung reißt nicht vorzeitig ab – die Funkeigenschaften sind in allen Netzen gut. Der Akku lässt den Nutzer ebenfalls nicht im Stich, eine

Laufzeit von mehr als zwölf Stunden in unserem genormten Testverfahren ist zwar nicht der Spitzenwert in diesem Vergleich, bedeutet aber in der Praxis, dass das Phone nicht zwingend jeden Abend an die Steckdose muss. Das Laden funktioniert mit dem 30-Watt-Stecker in unter einer Stunde erfreulich schnell. Das A94 5G gibt summa summarum eine überzeugende Vorstellung und muss sich nur Preiskrachern wie Xiaomis Poco F3 (Test in connect 7/21) geschlagen geben. >>

Displaymessung

Das OLED schafft eine hohe Grundleuchtkraft, erreicht im Boost-Modus aber nur moderate 683 cd/m 2 . Die Blickwinkelstabilität ist OLED-typisch hoch, die Kontrastausbeute liegt aber nur im Mittelfeld, vor allem der Tageslichtkontrast fällt niedrig aus. Oppo liefert preisgerechte Qualität.

ZUM AMAZON- ANGEBOT *

amzn.to/3qrR3l2

* Schließen Sie über den Affiliate-Link einen Kauf ab, erhält unser Verlag eine Provision. Es entstehen keine Zusatzkosten.

Kameras im quality benchmark

Beide Oppo-Modelle haben das gleiche Weitwinkelmodul, doch die Signalverarbeitung ist unterschiedlich abgestimmt. Oppo A54 5G zeigt bei der maximalen 48-MP-Auflösung (Bild 1) eine schonendere Signalverarbeitung und bessere Qualität im Vergleich zum 12-MP-JPEG (Bild 2).Das Letztere ist weniger fein durchgezeichnet, hat gröbere Artefakte und härtere Kanten. Die Hauptkamera vom Schwestermodell A94 5G kommt nicht an das 48er-Bild des A54 heran (Bild 4), ist aber beim Vergleich 12 MP gegen 12 MP überzeugender (Bild 5). Mit nachlassendem Licht baut es moderat ab und bleibt gut. Das Oppo A94 5G erreicht zudem auch als Zweifachzoom die beste Platzierung unter den vier Modellen (Bild 6). Die Superweitwinkel beider Oppos (Bild 3 –A54 5G) sind wegen der geringeren Sensorleistung der Hauptkameras deutlich unterlegen.

Bei günstigen Modellen sparen die Hersteller häufig an der Fotoausstattung. Alle vier Modelle setzen bei der Hauptkamera auf 48-Megapixel- Sensoren. Zwei Modelle, das Realme 8 5G und das Xiaomi Poco M3 Pro, bieten nur eine Kamera – ein Weitwinkel. Beim Oppo A54 5G und A94 5G kommt immerhin ein Superweitwinkel dazu.

Die Weitwinkelkameras

Die vier Testkandidaten setzen bei ihren Weitwinkelkameras auf 48-Megapixel-Sensoren mit variabler Auflösung: Dank Pixel-Binning können diese nach Lichtsituation mit der maximalen Auflösung oder einer auf 12 Megapixel reduzierten Auflösung fotografieren.

Der 48-Megapixel-Sensor wird schon länger in den Smartphones verbaut. Er ist fast schon eine Art fototechnische Mindestausstattung geworden und zeigt meist ordentliche bis sehr gute Ergebnisse. So auch in diesem Fall. Trotz Schwächen bei Dunkelheit können alle getesteten Weitwinkelkameras insgesamt überzeugen.

Bei allen Modellen in diesem Vergleich fällt eine recht aggressive Signalverarbeitung auf. Nur das Oppo A54 5G arbeitet zurückhaltender, wenn man mit seiner Weitwinkelkamera mit der maximalen Auflösung fotografiert. Die übrigen Geräte, insbesondere das Oppo A94 5G, stimmen die Bilder vergleichsweise hart ab. Sie schärfen die Kanten kräftig nach und heben die Kontraste hoch. Damit wirken die Bilder knackig, aber auch schnell künstlich. In Summe gewinnen meist die JPEGs mit der reduzierten 12-MP-Auflösung den Vergleich mit den 48-Megapixel-Bildern: So liefert die 12-MP-Auflösung insbesondere bei nachlassendem Licht und bei Dunkelheit die besseren Ergebnisse. Die Ausnahme macht das Oppo A54 5G. Hier holt die 48-Megapixel- Variante die bessere Punktewertung. Insbesondere bei viel Licht setzt das Oppo A54 5G die höhere Sensorauflösung in Qualitätsvorteile im Bild um und überholt die drei Konkurrenten: So steigt nicht nur die Auflösung, auch die Farbwiedergabe ist besser. Zwar werden die Artefakte sichtbarer, sie fallen aber erst bei Betrachtung mit hoher Zoomstufe auf. Bei den anderen drei Geräten empfehlen wir auch schon bei viel Licht die 12-Megapixel-Lösung: Ihre 48-MP-Aufnahmen belegen mehr Platz, bringen aber keine relevanten Qualitätsvorteile.

Den Dreier-Vergleich gewinnt mit leichtem Vorsprung das Oppo A94 5G – doch sind bei viel Licht die Ergebnisse insgesamt vergleichbar.

Dank 12-Megapixel-Auflösung nimmt die Bildqualität bei nachlassendem Licht weniger stark ab. Besonders stabil zeigt sich bei 200 Lux das Realme 8 5G sowie das Xiaomi Poco M3 Pro mit leichtem Vorsprung auf das Oppo A94 5G. Das Oppo A54 5G baut mit seinen hier bewerteten 48-MP-JPEGs stärker ab, liefert aber immer noch gute Bilder. Die Verluste sind am ehesten in kontrastarmen Strukturen sichtbar.

Bei Dunkelheit (5 Lux) bleiben Oppo A94 5G und Realme 8 5G vorne. Klar, man muss erneut Verluste bei den Details hinnehmen. Beim Oppo A94 werden die Strukturen zudem durch die aggressive Signalverarbeitung stark verfremdet. Doch das Ergebnis ist für ein Bild bei Dunkelheit okay. Oppo A54 5G und Xiaomi Poco M3 Pro liefern stark verrauschte Bilder mit nur wenig Details – sie sollten bei Dunkelheit lieber ruhen.

Kurzes Tele / Zweifachzoom

Alle Smartphones verwenden die Hauptkamera auch fürs Zoomen, denn keines der Modelle hat ein Kameramodul mit einer längeren Optik. Grundsätzlich müssen alle vier Geräte Qualitätsabstriche im Vergleich zu den Weitwinkelbildern mit vollem Bildwinkel hinnehmen.

Aber die Verluste sind unterschiedlich groß – am besten schlägt sich das Oppo 94 5G.

Die besten Bilder sind wie immer bei viel Licht zu erwarten, hier sind die beiden Oppo-Modelle vorne. Deren Bilder sind im Vergleich zu den Konkurrenten deutlich detailreicher und im Falle des A54 5G auch natürlicher.

Beide sind bei gutem Licht für Portraits und Ähnliches gut einsetzbar.

Das Xiaomi Poco M3 Pro und das Realme 8 5G verlieren dagegen bereits bei viel Licht zu viel Feinzeichnung, speziell bei Strukturen mit niedrigen Kontrasten: Der Qualitätsabstand zum Weitwinkel ist zu groß, um bei Xiaomi und Realme das digitale Zweifachtele als sinnvolle Option zu empfehlen.

Mit nachlassendem Licht (200 Lux) bauen erneut alle Geräte ab. Das Oppo A94 5G zeigt sich noch am stabilsten und kann trotz Rauschen und Detailverluste noch verwendet werden – aber auch hier empfehlen wir den Wechsel zur Hauptkamera ohne Zoom.

Die Superweitwinkelkamera

Die Oppos A54 5G und A94 5G verwenden beide ein 8-MP-Superweitwinkelmodul. Die Auflösung des Sensors ist zu klein für Bilder mit durchgehend guter Bildqualität – das klappt gerade so nur bei viel Licht. Das A54 5G ist im direkten Vergleich unterlegen, hat aber die schonendere Bildabstimmung. Bei viel Licht ist es auch ihr einziger Vorteil gegenüber dem überzeichneten und unnatürlichen A94-Bild. Aber in leichter Dämmerung (200 Lux) erhält man nur noch vermatschte Strukturen mit weniger Zeichnung als beim A94 5G. Bei Dunkelheit ist diese Superweitwinkelkamera in beiden Smartphones vergleichsweise nutzlos.

Fazit

Im Kampf um schöne Bilder ist die (Haupt)-Weitwinkelkamera das stärkste Argument der vier Smartphones. Das Oppo A94 5G kann am Ende die meisten Punkte sammeln. Weil es nicht nur eine sehr gute Weitwinkelkamera hat, sondern auch mit dem Zweifachzoom und dem Superweitwinkelmodul vorne liegt. Auch die anderen Modelle liefern mit der Hauptkamera vergleichbare Bildergebnisse. Eine Ausnahme ist das Oppo A54 5G, das bei viel Licht und 48 MP gut ist, aber schwach bei Dunkelheit. Als Zweifachzoom sind nur die zwei Oppos und nur bei viel Licht gut. Nur diese beiden haben auch Superweitwinkelkameras – und die schneiden bei viel Licht durchaus brauchbar ab.

Realme 8 5G und Xiaomi Poco M3 Pro werden nur mit einer Weitwinkelkamera ausgeliefert, welche in der 12-MP-Einstellung besser als mit 48 Megapixeln (Bilder 7 und 10) performt. Die Ergebnisse sind mit denen des Oppo A94 5G vergleichbar (Bild 5), wobei Oppo die Oberhand behält. Bei beiden Smartphones liefern die Hauptkameras auch bei weniger Licht gute Ergebnisse. Das Weitwinkel von Realme zeigt sich recht stabil bei wenig Licht (Bild 8) und gibt im Vergleich bei viel Licht (Bild 7) wenig nach. Xiaomi verliert etwas mehr (Bilder 10 und 11), doch auch seine Aufnahmen sind überzeugend. Keine so gute Figur machen die beiden Hauptkameras als Zweifachzoom (Bilder 9 und 12). Schon unter den besten Lichtbedingungen wirken die Aufnahmen detailarm und sind auch dem Zweifachzoom von Oppo A94 (Bild 6) unterlegen.

Nokia X20 im quality benchmark

Das Nokia X20 hat zwei Kameras: ein Weitwinkelmodul mit einem 64-Megapixel-Sensor und eine Superweitwinkeleinheit mit nur 5 Megapixeln.

Die Weitwinkelkamera

Nokia stattet die Weitwinkelkamera mit einem 64-Megapixel-Sensor aus, der je nach Lichtbedingungen mit der maximalen oder einer auf 16 Megapixel reduzierten Auflösung fotografiert. In Summe sind die Aufnahmen mit 16 Megapixeln besser – unsere Bewertung basiert darum auf diesen Bildern. Überraschend ist bei Nokia jedoch die Tatsache, dass die Bildqualität der 64-MP-

Aufnahmen auch unter den besten Lichtbedingungen keine Vorteile gegenüber den 16-MP-Fotos zeigen. Man gewinnt beim Bildvergleich den Eindruck, die Kamera würde den Sensor immer mit 16 Megapixeln auslesen und anschließend auf 64 Megapixel hochskalieren.

Außerdem ist die Signalverarbeitung eine der am härtesten abgestimmten, die wir in der letzten Zeit zu sehen bekommen haben. Als Ergebnis davon wirken die Aufnahmen ausgesprochen plakativ und unnatürlich.

Trotz dieser Kritik erreicht die Weitwinkelkamera bei den 16-MP-Bildern insgesamt ein sehr gutes Niveau, auch wenn sie im Vergleich zu anderen Weitwinkelmodulen wenig begeistert. Bei viel Licht stimmt die Auflösung, und die Artefakte sind nur bei starker Vergrößerung sichtbar. Bei wenig Licht (200 Lux) baut das Nokia deutlicher ab. Rauschen wird effektiv unterdrückt, allerdings auf Kosten von Details. In der Dunkelheit (5 Lux) schießt das Nokia ein detailarmes und rauschiges Bild – zur Not verwendbar, aber nicht wirklich überzeugend.

Kurzes Tele / Zweifachzoom

Da das Nokia X20 keine Kamera mit längerer Brennweite hat, muss die Hauptkamera auch die Zoomaufnahmen machen. Dabei stellt sich dieses Nokia-Modell wenig geschickt an: Die Bildqualität fällt im Vergleich zu den Aufnahmen mit vollen Bildwinkeln sichtlich ab – selbst bei viel Licht. Offenbar will Nokia den Verlust an Zeichnung durch eine noch härtere Bildabstimmung wettmachen und entstellt das Bild geradezu. Mit nachlassender Helligkeit sinkt die Bildqualität weiter.

Das Superweitwinkel

Über die Superweitwinkelkamera von Nokia ist nicht viel zu sagen. Mit einem 5-Megapixel-Sensor ist sie technisch überholt und schneidet im Test entsprechend schlecht ab. Ihre Auflösung reicht selbst unter den besten Lichtbedingungen (5000 Lux) nicht aus, um ein vernünftiges Qualitätsniveau zu erreichen.

Fazit

Das Nokia X20 schafft es nicht, das Potenzial seines 64-Megapixel-Sensors voll auszuschöpfen – andere sind da erfolgreicher. Mit der 16-MP-Einstellung liefert es zwar insgesamt sehr gute Qualität, muss sich aber Kritik für die zu harte Bildabstimmung gefallen lassen und ist zudem als Zweifachzoom nicht überzeugend. Das Superweitwinkelmodul ist nicht mehr zeitgemäß. Wadim Herdt

Das Weitwinkelmodul fotografiert mit 64 und 16 Megapixeln – kann aber aus der höheren Auflösung keine Vorteile ziehen, weder bei Helligkeit noch bei wenig Licht. Bei viel Licht zeigen die 16-MP-Bilder (3) eine bessere Feinzeichnung und weniger Artefakte als die 64-MP-Fotos (1). Das wiederholt sich bei wenig Licht (2 und 4). Bei Dunkelheit ist der Vorteil der 16-MP-Fotos noch deutlicher. Zudem wirken die 64-MP-JPEGs sehr plakativ – wobei alle Weitwinkelbilder zu hart abgestimmt sind. Die Hauptkamera überzeugt auch als Zweifachzoom nicht. Die Signalverarbeitung arbeitet viel zu aggressiv und zerstört selbst bei viel Licht zu viele Strukturen. Die Bilder wirken überzeichnet und künstlich (5). Das Superweitwinkelmodul von Nokia kann ebenfalls selbst unter besten Lichtbedingungen nicht punkten (6) – seine Auflösung ist schlicht zu gering.

Oppo A54 5G

Das A54 5G setzt über 100 Euro tiefer an als das A94er-Modell, und dafür muss der Nutzer auf die kontrastreiche OLED-Technologie und damit auch auf ein Always-on-Display verzichten. Das 6,5 Zoll große LCD liefert aber eine gute Leuchtkraft und dank einer Bildwiederholrate von 90 Hertz auch eine besonders weiche Darstellung von bewegten Inhalten. Der Fingerabdrucksensor ist nicht unter dem Display (zu teuer), sondern seitlich im Rahmen integriert. Eine sehr alltagstaugliche Lösung, auch, weil der Sensor sehr schnell und zuverlässig arbeitet.

Für das Gehäuse verwendet Oppo zwar ausschließlich Kunststoff, setzt diesen aber gekonnt zusammen. Mit dem schillernden Farbverlauf auf der Rückseite und den ergonomisch gerundeten Seiten sieht das A54 5G teurer aus, als es ist. Vor Kratzern auf der Rückseite schützt die im Lieferumfang enthaltene transparente Hülle, vorne ist erfreulicherweise bereits eine Schutzfolie aufgeklebt. Bei Speicher und Performance muss man Abstriche hinnehmen: 4/64 GB sind in dieser Preisklasse leider keine Seltenheit, und Qualcomms Snapdragon 480 5G bringt seinen Nutzer zwar ruckelfrei durch den Alltag, ist in puncto Performance aber spürbar unterhalb der 700er- Serien von Qualcomm und Media- Tek angesiedelt. Das System reagiert zwar flüssig, genehmigt sich aber eine Gedenksekunde bei der Drehung ins Querformat oder beim Start einer neuen App.

OPPO A54 5G

Preis: 269 Euro

Maße: 163 x 75 x 8 mm

Gewicht: 190 Gramm

+

• starker Lieferumfang mit 18-Watt-Netzteil, Case und Schutzfolie

• moderne Benutzeroberfläche mit vielen Extras und gutem Software-Support

• LCD mit guter Leuchtkraft und 90 Hertz

• Bluetooth 5.1 mit aptX HD

• Dual-SIM und microSD

• Klinkenbuchse für Kopfhörer

• rekordverdächtig lange Akkulaufzeit

-

• knappe Speicherausstattung

• Funkeigenschaften befriedigend

• kunststofflastige Haptik

Connect-Urteil: gut (392 Punkte)

Displaymessung

Das LCD ist nicht so blickwinkelstabil wie ein OLED, aufgrund des schlechteren Schwarzwerts ist es zudem weniger kontrastreich. Bei Tageslicht kann man aber mehr auf dem Bildschirm erkennen, das A54 liefert hier Topwerte. Die übrigen Parameter liegen auf gutem Niveau.

ZUM AMAZON- ANGEBOT *

amzn.to/3qikzcW

* Schließen Sie über den Affiliate-Link einen Kauf ab, erhält unser Verlag eine Provision. Es entstehen keine Zusatzkosten.

Gut vernetzt mit langem Atem

Die Connectivity ist umfangreich: Neben 5G werden WiFi 5 und Bluetooth 5.1 unterstützt, auch Hi-Res Audio über aptX HD. Sogar an eine Klinkenbuchse hat Oppo gedacht. Dual-SIM ist möglich, drei Steckplätze (2 x Nano-SIM und 1x microSD) lassen dem Nutzer die größtmögliche Wahlfreiheit. Ein weiteres Charakteristikum in dieser Preisklasse ist ein besonders großer Akku, was auf dem niedrigen Ausstattungsniveau regelmäßig für Laufzeitrekorde sorgt. Dafür reicht es beim A54 5G zwar nicht, mit 14:46 Stunden ist das Phone aber dicht daran. Gut zu wissen: Die hohe Bildwiederholrate ist kein Akkufresser und senkt die Laufzeit nur um vernachlässigbare 15 Minuten. Ein Schnellladenetzteil gehört erfreulicherweise zum Lieferumfang, aber nicht mit 30 Watt (A94 5G), dem 54er müssen 18 Watt reichen, was bei 270 Euro UVP völlig angemessen ist. Weniger gut gefielen uns die Funkeigenschaften, die die Wertung nach unten drücken, sodass es nur für den dritten Platz in diesem Vergleich reicht.

Realme 8 5G

REALM E 8 5G

Preis: 249 Euro

Maße: 163 x 75 x 9 mm

Gewicht: 185 Gramm

+

• starker Lieferumfang mit 18-Watt-Netzteil, Case und Schutzfolie

• moderne Benutzeroberfläche mit vielen Extras und gutem Software-Support

• LCD mit guter Leuchtkraft und 90 Hertz

• Bluetooth 5.1 mit aptX HD

• Dual-SIM und micro-SD

• Klinkenbuchse für Kopfhörer

• rekordverdächtige Akkulaufzeit

-

• kunststofflastige Haptik

• Kamerasystem mit nur einer Brennweite

connect-Urteil: gut (394 Punkte)

Realme gehört zu jenen aufstrebenden chinesischen Marken, die man unbedingt auf dem Radar haben muss. Seit der Gründung 2018 ist sie mit einem atemberaubenden Tempo gewachsen. Das Erfolgsrezept: attraktive Preis-Leistungs-Kracher und ein dynamisches Image mit Fokus auf eine junge Zielgruppe. Das neue 8er gehört daher wenig überraschend zu den günstigsten 5G- Smartphones in unserem Vergleich. Es wird in zwei Speichervarienten angeboten: 4/64 GB für 200 Euro, 6/128 GB für 250 Euro. Wir haben letzteres getestet. Im direkten Vergleich mit Oppo fällt auf, wie ähnlich sich die Phones sind: Das Design, die kunststofflastige Haptik und die imposante Kameraeinheit mit vier Linsen kennt man auch vom A54 5G. Bei Realme klafft das Verhältnis zwischen Schein und Sein aber noch weiter auseinander, denn der Nutzer kann nur mit der Smartphone-typischen Weitwinkelbrennweite fotografieren. Auch beim Display bietet Realme etwas weniger, wie unsere Messungen zeigen.

Solide technische Basis

Bei diesem Smartphone liegen die Stärken woanders, das zeigt der Blick auf den Speicher, der bei unserer Variante ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet, zumal man per microSD weiter aufstocken kann, ohne auf Dual-SIM verzichten zu müssen. Auch die übrige Technik überzeugt: Mediateks Dimensity 700 toppt Qualcomms 480er (was sich jedoch nur marginal auf die Performance auswirkt) und neben 5G werden WiFi 5, NFC und Bluetooth 5.1 mit aptX HD unterstützt. Auch eine Klinkenbuchse ist an Bord. Immer deutlicher wird: Oppos A54 5G und das Realme 8 5G könnten Zwillinge sein. Das ist kein Zufall, denn Oppo gehört wie Realme (und Vivo und OnePlus) zur BBK-Gruppe, und hinter den Kulissen gibt es einen Austausch von Knowhow zwischen den Marken. Ganz deutlich wird das beim Blick auf Realmes Benutzeroberfläche Realme UI, die auf Oppos Color OS basiert. Das bedeutet: Der Nutzer bekommt eine moderne Benutzeroberfläche mit vielen Extras. Besonders gut gefiel uns das „realme Lab“, mit dem man Beta-Funktionen ausprobieren kann, bevor sie per Update für alle ausgerollt werden.Die Akkulaufzeit ist mit knapp 15 Stunden überragend – zwei Tage ohne Steckdose auszukommen ist problemlos möglich. Die Funkeigenschaften können leider nicht mithalten, entscheidend ist jedoch das gute Ergebnis im LTE-Netz – und der zweite Platz in diesem Vergleich, direkt hinter dem deutlich teureren A94 5G.

Displaymessung

Das LCD ist nicht besonders blickwinkelstabil, was typisch für diese Technologie ist. Im Gegensatz zum Oppo A54 5G kann Realme aber bei der Kontrastausbeute kein Ausrufezeichen setzen. Die Darstellung ist daher nur durchschnitlich und wird vor allem von der 90-Hertz-Option aufgewertet.

ZUM AMAZON-ANGEBOT *

amzn.to/3vLjpaI

* Schließen Sie über den Affiliate-Link einen Kauf ab, erhält unser Verlag eine Provision. Es entstehen keine Zusatzkosten.

Xiaomi Poco M3 Pro 5G

Wer für 200 Euro ein brauchbares 5G-Phone sucht, wird auch bei Xiaomi fündig. Der Haken an der Sache: Das Speicherpaket fällt mit 4 GB/64 GB recht überschaubar aus. Wir finden daher die hier getestete, 30 Euro teurere 6 GB/128 GB-Variante des Poco M3 Pro interessanter. Im Zusammenspiel mit dem zeitund standesgemäßen Mediatek Dimensity 700 fällt die Hardwareausstattung preisbezogen üppig aus. Ein wichtiger Vorteil eines modernen 7- Nanometer-Systemchips: Die verringerte Strukturbreite ermöglicht eine hohe Energieeffizienz und damit eine lange Akkulaufzeit. Das Softwarepaket ist ebenfalls auf der Höhe der Zeit: Über Android 11 packen die Chinesen ihre MIUI- 12-Oberfläche inklusive Xiaomi-typischer Spezialfunktionen und zahlreicher Einstellungsmöglichkeiten. Das Softwareangebot vervollständigen einige Zusatzapps, die in der Regel auch deinstallierbar sind.

Bei Verzicht auf eine microSD- Speichererweiterung findet eine zweite SIM-Karte Platz. Kleine Randnotiz mit derzeit noch begrenzter Praxisrelevanz: Beide Mobilfunkkarten können Zugang zum 5G- Netz erhalten. Die Connectivity passt ohnehin: Schnelles LTE unterstützt das M3 Pro, ebenso Wi-Fi 5, NFC und Bluetooth 5.1 samt hochauflösender Audioübertragung (aptX HD). Die Optikabteilung der Kamera bleibt überschaubar: Neben einer Telebrennweite fehlt hier wie beim Realme 8 5G auch eine Ultraweitwinkellinse.

XIAOMI POCO M3 PRO 5G

Preis: 230 Euro

Maße: 162 x 75 x 9 mm

Gewicht: 192 Gramm

+

• starker Lieferumfang mit 22-W- Netzteil, Case und Schutzfolie

• preisbezogen überzeugende Hardwareausstattung

• LCD mit 90 Hz

• Hauptkamera mit respektabler Fotoqualität

• Bluetooth 5.1 mit aptX-HD

• 5G Dual-SIM oder microSD

• Klinkenbuchse für Kopfhörer

• starke Akkulaufzeit

• gute Akustikmesswerte

-

• Gehäuse aus Kunststoff

• Kamerasystem mit nur einer Brennweite

• mittelmäßige Funkeigenschaften

Connect-Urteil: gut (392 Punkte)

Displaymessung

Das M3 Pro 5G setzt wie das Gros des Testfelds auf die LCD-Technik. Die Blickwinkelstabilität ist hier klassentypisch begrenzt. Leuchtkraft und Dunkelkontrast könnten im Vergleich zu den anderen Displays etwas höher ausfallen. Die Kontraste in hellerer Umgebung gehen in Ordnung.

ZUM AMAZON-ANGEBOT *

amzn.to/3cYiXQ9

Exzellente Verarbeitung trotz Kunststoff statt Glas und Metall

Die Geräterückseite besteht aus glattem Kunststoff, dessen Lichtreflexionen optische Akzente setzen. Edle Materialien wie Glas und Metall gibt das Budget nicht her. Formfaktor und Haptik des tadellos verarbeite-ten M3 Pro erweisen sich als praxisgerecht. Gorilla-Glass 3 und eine Klebefolie schützen das Display.

Die 6,5-Zoll-LCD-Anzeige löst fein auf und verfügt zudem über einen 90-Hertz-Modus für butterweiches Scrollen. Die Laufzeit sinkt dann auf 12:05 statt 12:22 Stunden (60 Hz), der Verlust hält sich also in Grenzen. Ein 22,5 Watt-Netzteil liegt ebenso bei wie eine transparente Schutzhülle.

Im Testlab gab es Licht und Schatten: Von den guten Akustikmesswerten profitiert die Sprachqualität beim Telefonieren. Verbesserungspotenzial zeigte sich bei den Funkleistungen in allen Netzen. Insgesamt bestätigt die junge chinesische Marke Poco auch mit dem M3 Pro 5G wieder, dass sie fürs Geld mehr bietet als üblich.

Fazit

Ein 5G-Smartphone ist nicht gleichbedeutend mit einer stärkeren Performance gegenüber einem 4G-Modell. Abstriche bei der Benutzererfahrung muss man bei einem 200-Euro-Modell immer hinnehmen, egal, ob der neue Mobilfunkstandard unterstützt wird oder nicht. Was sich feststellen lässt: Die 5G-SoCs stammen aus modernen Fertigungsprozessen und arbeiten sehr energieeffizient, was sich in einer langen Akkulaufzeit niederschlägt. Daher macht es immer Sinn, zu einem 5G-Modell zu greifen. Beim LTE-Pendant wird an anderer Stelle nicht mehr geboten, der Verzicht auf den modernen Mobilfunkstandard schlägt sich nicht in einer besseren Ausstattung oder einem niedrigeren Preis nieder. Positiv fallen die schnellen 90-Hertz-Displays und generell die hohe Produktqualität auf – selbst wenn man tief unten fischt, ist die Verarbeitung gut und es gibt keine Totalausfälle. Auch mit Blick auf das Betriebssystem und Software-Updates sieht es nicht mehr so düster aus wie noch vor ein paar Jahren. Wunder sollte man allerdings nicht erwarten, mehr als ein Kunststoffgehäuse ist nicht drin.Deutlich wird mal wieder, dass die chinesischen Marken die Nase vorn haben, der Testsieger kommt von Oppo, die Preisbrecher heißen Realme und Xiaomi. Nokia zeigt dagegen, dass ein klangvoller Name und ein relativ hoher Preis nicht zu einem besseren Produkt führen. Die finnische Marke legt zwar einen Fokus auf Nachhaltigkeit und Langlebigkeit, doch leider ist das X20 technisch nicht zukunftsorientiert. Es lohnt sich daher immer, genauer hinzuschauen.