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Schneller lesen, mehr verstehen


Deutsch perfekt - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 22.01.2020

Keine Angst vor unbekannten Texten! Denn mit der richtigen Lesestrategie können Deutschlernende auch komplizierte Dinge verstehen.


Artikelbild für den Artikel "Schneller lesen, mehr verstehen" aus der Ausgabe 2/2020 von Deutsch perfekt. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Deutsch perfekt, Ausgabe 2/2020

Einen Text kann man auf viele verschiedene Arten lesen. Nicht immer hat man dabei das gleiche Ziel: Einen Roman liest man anders als ein Kochrezept oder eine Stellenanzeige. Um einen Text effektiv zu lesen, ist deshalb vorher diese Frage wichtig: Welcher Texttyp liegt vor einem?

Dazu liest man am besten die Überschrift und die ersten Sätze. Oft hilft auch das Lesen des Endes. Wissen wir, welchen Texttyp wir vor uns haben, hilft uns das beim Verstehen. Wir haben dann nämlich ...

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... bestimmte Erwartungen an den Text. Bei einem Rezept für Pfannkuchen erwarten wir zum Beispiel keine Geschichte über Kriminelle, sondern eine Aufzählung der Zutaten und eine Anleitung zur Zubereitung. Das Gehirn kann sich dadurch gut auf bestimmte Informationen konzentrieren.

Sie wissen, welcher Texttyp vor Ihnen liegt? Prima! Dann können Sie nach einer passenden Strategie suchen. Man kann fast alle Strategien für jeden Text benutzen – aber es gibt natürlich immer eine, die besser funktioniert als andere.

Bei einem Rezept wollen Sie nämlich sicher alles ganz genau lesen und verstehen. Sonst endet Ihr Kochversuch ziemlich sicher in einer kleinen Katastrophe. Anders ist es in einem Roman: Da ist es für das Verständnis der Handlung meistens weniger wichtig, ob der Protagonist nun eine Tasse Zucker oder Salz in seinen Teig schüttet.

Oft werden verschiedene Lesestrategien auch kombiniert, wobei die nächste Strategie auf der anderen aufbaut.

Globales Lesen

Diese Technik nehmen Sie, wenn Sie nicht jedes Detail verstehen müssen, sondern den Text als Ganzes. Es ist egal, wie lang er ist: Man kann einen langen Fachartikel genauso überfliegen wie eine kurze Zeitungsnachricht. Globales Lesen eignet sich sehr gut als erste Lesestrategie. Man kann danach ins detaillierte Lesen wechseln, wenn nötig. Achtung: Schlagen Sie unbekannte Wörter nicht sofort nach! Das kostet sehr viel Zeit. Vielleicht ist das unbekannte Wort gar nicht wichtig, und Sie verstehen den Inhalt auch so? Oder Sie können es aus dem Kontext erraten?

Beispiel: Sie wollen wissen, worum es in der Nachrichtenmeldung unten ungefähr geht.

Diese Techniken helfen:
•Was würden Sie einem Freund erzählen, wenn er fragt, warum Bürger in Großstädten meistens größere Probleme mit Armut haben? Auf diese Frage antworten Sie natürlich nicht, indem Sie jedes Detail der Meldung erzählen. Eine kurze Antwort ist genug. Genau darum geht es beim globalen Lesen („Die Einwohner können sich weniger von ihrem Lohn kaufen. Denn der Lohn bleibt gleich oder sinkt, aber die Mieten steigen.“).
•Schlagen Sie nicht jedes unbekannte Wort und jedes Detail nach! Es ist völlig in Ordnung, wenn Sie nur das Wichtigste verstehen. Das spart Zeit – und Nerven.
•Achten Sie darauf, nicht doch ohne Absicht plötzlich detailliert zu lesen, denn Sie wollen nur einen Überblick.

Armutsgefahr für Großstädter

In vielen deutschen Großstädten können sich die Bewohner weniger von ihrem Gehalt leisten als in ländlichen Regionen. Das Armutsrisiko sei in Städten wie Köln, Dortmund und Berlin besonders hoch. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer aktuellen Studie. Dabei verglichen die Forscher die Einkommen in verschiedenen Regionen Deutschlands mit den jeweiligen Preisen für Lebensmittel, andere Produkte und Mieten, um die sogenannte „relative Kaufkraftarmut“ festzustellen. Das Ergebnis: In ländlichen Regionen sind im Durchschnitt nur fast 14 Prozent der Bevölkerung kaufkraftarm, in den Städten aber 22 Prozent. Besonders kritisch ist die Situation in Köln, wo 26,4 Prozent der Bewohner von Kaufkraftarmut betroffen sind. Es folgen Dortmund (25,5 Prozent) und mehrere Bezirke Berlins (24,5 Prozent). Schuld an der Situation seien vor allem stagnierende oder fallende Einkommen und steigende Mieten.

Detailliertes Lesen
Sie lesen den Text sehr intensiv, weil Sie alles verstehen wollen. Hier ist wirklich jedes Wort, jede Zeile und jeder Absatz wichtig. Sie lesen den Text auch mehrere Male, wenn Sie beim ersten Lesen nicht alles verstanden haben. Das ist nicht nur bei Kochrezepten wichtig, sondern besonders bei Verträgen: Die sind oft kompliziert formuliert. Aber ignorieren sollte man die Details auf keinen Fall, bevor man etwas unterschreibt. Oft folgt das detaillierte auf das selektive Lesen: Bei einer Wohnungsanzeige werden Sie zuerst schauen, ob zum Beispiel der Preis oder die Anzahl der Zimmer zu Ihrem Wunsch passt. Stimmen diese Faktoren, werden Sie sicher auch die anderen Details lesen.

Beispiel: Sie wollen Pfannkuchen machen und lesen deshalb das Rezept unten ganz genau.

Diese Techniken helfen:
• Markieren Sie unbekannte Wörter, die Sie wichtig finden, und schlagen Sie diese nach, wenn Sie sie nicht aus dem Kontext verstehen können.
• Schreiben Sie bei langen und schwierigen Texten neben jeden Abschnitt eine Notiz zum Inhalt.
•Sie müssen einen sehr schweren Fachtext verstehen? Dann suchen Sie in anderen Büchern oder im Internet mehr Informationen zum Thema. Informieren Sie sich bei einem Geschichtstext zum Beispiel über die Epoche. Wenn es um moderne Kunst geht, lesen Sie etwas über den Stil.

Selektives Lesen
Diese Strategie benutzt man, um möglichst schnell zu lesen und dabei eine bestimmte Information zu finden. Ein Beispiel: Sie suchen in einem gedruckten Fahrplan eine Zugverbindung am Mittag von Hamburg nach Osnabrück. Dann fangen Sie nicht an, den Fahrplan von oben nach unten zu lesen. Sie springen mit den Augen direkt zur passenden Uhrzeit.

Sinnvoll ist das selektive Lesen auch im Studium, wenn man in einem Text nach der Antwort auf eine ganz bestimmte Frage sucht. Ähnlich wichtig ist es bei Internetsuchmaschinen. Man muss nämlich zuerst die Suchergebnisse überfliegen, um dann die Webseite anzuklicken, die wahrscheinlich das beste Ergebnis liefert.

Beispiel: Sie haben ein Medikament gekauft und wollen wissen, wie oft und wann Sie es nehmen müssen. Sie suchen genau diese Information auf dem Beipackzettel unten auf dieser Seite.

Leckere Pfannkuchen

Sie brauchen:
300 Milliliter Milch
100 Milliliter Mineralwasser (mit Kohlensäure)
4 Eier
250 Gramm Mehl eine Prise Salz für süße Pfannkuchen: 2 Esslöffel Zucker etwas Öl oder Butterschmalz

Verrühren Sie alle Zutaten außer dem Fett und dem Mineralwasser mit dem Handmixer oder einem Schneebesen zu einem lockeren Teig. Geben Sie zum Schluss das Mineralwasser dazu.

Erhitzen Sie etwas Fett in einer Pfanne, und gießen Sie so viel Teig hinein, bis der Boden der Pfanne bedeckt ist.

Backen Sie den Pfannkuchen bei geringer Hitze goldbraun, wenden Sie ihn, und backen Sie ihn auf der anderen Seite ebenfalls goldbraun. Servieren Sie ihn heiß mit Zimt und Zucker, Apfelmus oder Marmelade.

Diese Techniken helfen:
• Suchen Sie gezielt nach: wichtigen Begriffen, Sätzen oder Daten.
• Um diese schneller zu finden, können Sie im Kopf ein typografisches Vorstellungsbild generieren.
• Markieren Sie so die wichtigsten Inhalte, wenn der Text lang ist. Suchen Sie verschiedene Informationen, nehmen Sie unterschiedliche Farben.
• Achtung: Besonders bei längeren Texten fällt man immer wieder in das normale Lesen. Erinnern Sie sich also immer wieder daran, welche Information Sie suchen, sonst verlieren Sie Zeit.
• Ihnen fehlt eine wichtige Information, Sie haben sie überlesen? Kein Problem: Springen Sie einfach wieder im Text zurück.

Tipps für alle Lesestrategien
Unabhängig davon, welche Strategie Sie anwenden, helfen diese Methoden:
• Aktivieren Sie Ihr Wissen zum Thema. Bilden Sie Hypothesen über den Textinhalt.
• Gliedern Sie den Text – und fomulieren Sie Überschriften zu den einzelnen Textabschnitten.
• Der Text ist sehr kompliziert? Suchen Sie nach kleinen „Verstehens inseln“. Oft hilft das Markieren von Fachwörtern, Fachverben, Adjektiven und anderen Wortarten.
• Der Kontext kann helfen, unbekannte Wörter zu verstehen: Was steht da für eine Wortart? Mit welchen anderen Wörtern im Text bildet das Wort eine Bedeutungskombination? Gibt es eine Beziehung zwischen dem unbekannten Wort und benachbarten Textteilen? Wenn ja, welche? Was für Ideen und Assoziationen fallen Ihnen für die Bedeutung des Wortes ein?
• Sie können den Text auch in eine andere Darstellungsform übertragen: Malen Sie eine Skizze, ein Bild oder auch eine Tabelle.
• Es ist ganz normal, dass Sie langsamer lesen als ein Muttersprachler. Sie müssen die Wörter und den Satzbau nämlich zuerst dekodieren. Lassen Sie sich davon nicht demotivieren!
• Keine Panik: Texte aus dem Alltag sind oft deshalb besonders schwer zu verstehen, weil Ihnen das kulturelle Hintergrundwissen fehlt. Autoren von Zeitungsartikeln erwarten meistens, dass sich ihre Leser zum Beispiel mit der aktuellen Politik des Landes auskennen. Fiktionale Texte sind einfacher – dort wird die Wirklichkeit erst einmal beschrieben.
• Goethes Faust ist natürlich ein toller Klassiker. Aber fangen Sie mit leichter Literatur an! Besonders gute literarische Texte verwenden eine ganz andere Sprache als die aus dem Deutschunterricht. Man muss aber immer erst lernen, was die Norm ist. Sonst können Sie Abweichungen weder erkennen noch interpretieren.

Wie ist das Medikament anzuwenden?
Nehmen Sie unser Medikament immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.
Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosierung wie folgt:
Erwachsene und Schulkinder können bis zu drei Mal täglich eine Tablette nehmen. Nehmen Sie die Tablette jeweils morgens, mittags und abends eine halbe Stunde vor der Mahlzeit mit genügend Flüssigkeit ein.

Wenn Sie die Einnahme vergessen haben:
Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Woran ist bei Einnahme zusammen mit Nahrungs-und Genussmitteln und Getränken zu denken?
Die Tabletten dürfen nicht zusammen mit Alkohol eingenommen oder verabreicht werden, da das Risiko einer Leberschädigung insbesondere bei hoher Dosis erhöht ist.


Foto: Planner/Shutterstock.com

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