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Schnurrhaare -der sechste Sinn unserer Katzen


Geliebte Katze - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 13.08.2019

Katzen haben Super-Sinne.einen großen Beitrag dazu leisten ihre tasthaare, die kleinste Schwingungen in der luft wahrnehmen können. Weil diese so sensibel sind, gibt es einiges zu beachten


Artikelbild für den Artikel "Schnurrhaare -der sechste Sinn unserer Katzen" aus der Ausgabe 9/2019 von Geliebte Katze. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Geliebte Katze, Ausgabe 9/2019

HÄTTEN SIE DAS GEWUSST?

Schnurren und Schnurrhaare
Könnten Katzen auch ohne ihre Schnurrhaare schnurren?
Schnurrhaare sind aus dem Gesicht unserer Katzen einfach nicht wegzudenken. Wenn die Katze schnurrt, scheinen auch ihre sogenannten Schnurrhaare leicht zu vibrieren. Und doch haben diese Haare mit dem Schnurren eigentlich gar nichts zu tun. Katzen könnten auch ohne Schnurrhaare problemlos schnurren. Deshalb wäre es ...

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Schnurren und Schnurrhaare
Könnten Katzen auch ohne ihre Schnurrhaare schnurren?
Schnurrhaare sind aus dem Gesicht unserer Katzen einfach nicht wegzudenken. Wenn die Katze schnurrt, scheinen auch ihre sogenannten Schnurrhaare leicht zu vibrieren. Und doch haben diese Haare mit dem Schnurren eigentlich gar nichts zu tun. Katzen könnten auch ohne Schnurrhaare problemlos schnurren. Deshalb wäre es richtiger, von den Tasthaaren der Katze zu sprechen. Diese übernehmen für die Katze unheimlich wichtige Aufgaben und sind nicht nur an ihrer Schnauze zu _ nden.

Super-Sinne ist eines der wichtigen Stichworte, wenn es um das Wesen unsere Katzen geht. Neben ihren scharfen Augen und ihrem exzellenten Gehör, das das von uns Menschen bei Weitem übertrifft, macht auch der Tastsinn eine Katze zu einem echten Meisterwerk der Natur. Das Schlüsselwort lautet hier Vibrissen!

Tasthaare verstecken sich an vielen Stellen des Katzenkörpers

Von Beginn an Kitten werden schon mit Tasthaaren geboren


Unter Vibrissen versteht man die Tasthaare, die meist in kleinen Gruppen am Katzenkörper zusammenstehen und wichtige Funktionen übernehmen. Die bekanntesten Tasthaare der Katze sind selbstverständlich die, die in der Schnauzenregion im Bereich des Oberkiefers liegen und umgangsprchlich als Schnurrhaare bezeichnet werden. Doch damit ist es bei der Katze bei Weitem nicht getan. Neben den etwa 48 bis 60 Tasthaaren in der Schnauzenregion, besitzen Katzen auch über den Augen, an den Wangen, an Kinn, Ober-und Unterlippe und an der Rückseite ihrer Vorderbeine Vibrissen. Die Gesamtzahl beläuft sich auf bis zu 156 Tasthaare am Katzenkörper. Da die Tasthaare genau wie Haare des Fells einen ganz normalen Haarwechsel durchmachen, variiert die Zahl stark. Sie müssen sich also keine Sorgen machen, wenn Sie einmal ein ausgefallenes Schnurrhaar Ihrer Katze entdecken. Es wächst einfach wieder nach! Mit Ausnahme von schwarzen Katzen, bei denen die Tasthaare häufig schwarz sind, sind diese Haare meist weiß.

Schon geringste Luftschwingungen nimmt die Katze an den Tasthaaren wahr
Schon bei neugeborenen Katzenkindern sind die Vibrissen im Gegensatz zum Seh-und Hörsinn voll ausgebildet. Allerdings sind sie zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht einsatzbereit, da die Entwicklung der entsprechenden Hirnareale noch nicht abgeschlossen ist. Vibrissen sind um das Zwei-bis Dreifache dicker als die übrige Körperbehaarung der Katze, und die Wurzeln der Tasthaare reichen etwa dreimal so tief in die Katzenhaut wie ein normales Fellhaar. Die Tasthaare einer ausgewachsenen Katze leiten schon minimale Reize direkt an das Gehirn weiter. Damit diese Weiterleitung möglichst schnell funktioniert, sitzen an einem Tasthaar besonders viele Nervenzellen, die Informationen von äußeren Reizen aufnehmen können. Um die Wurzel jedes Tasthaares liegt ein sogenannter Haarbalg mit Blutgefäßen, der das Haar umschließt. Jede Bewegung eines Tasthaares erzeugt eine Druckwelle in diesem Blutraum. Sensible Nervenfasern registrieren jede noch so kleine Druckwelle. Da die Tasthaare länger sind als das normale Fell der Katze, registriert sie eine Berührung am Tasthaar schon deutlich früher, ehe sie mit Kopf oder Körper dagegenstößt. So sind Katzen auch bei vollständigem Verlust des Augenlichts in der Lage, sich unfallfrei fortzubewegen.

Orientierung, Tastsinn und Kommunikation: Tasthaare haben viele Funktionen
Nicht nur Berührungen, selbst Schwingungen in der Luft werden von den Tasthaaren der Katze registriert. Sobald sich also ein fester Körper bewegt und dadurch die Luft verändert, spürt es die Katze.

So ist ein Tasthaar der Katze aufgebaut:

Bleib bloß weg! Nach vorne gefächerte Tasthaare sind eine Drohgeste


Kein Wunder also, dass es uns manchmal beinahe schon übernatürlich vorkommt, wenn Katzen viel früher auf etwas reagieren, das wir noch lange nicht kommen sehen. Neben der besseren Wahrnehmung ihrer Umwelt, sind Tasthaare auch für die Jagd unerlässlich. Durch ihre sensiblen Antennen weiß die Katze genau, an welcher Stelle sie ihren tödlichen Biss setzen muss. Auch die aktuelle Gefühlslage Ihrer Katze können sie an ihren Tasthaaren im Kopfbereich ablesen. Sind die Vibrissen nach hinten gerichtet und angelegt, fürchtet sich die Katze und geht vielleicht bald zum Angriff über. Breit aufgefächerte und nach vorne gerichtete Vibrissen zeigen ganz deutlich ihre Anspannung und Aktionsbereitschaft an. Dies kann positiv sein, wenn die Katze neugierig und gespannt etwas genauer unter die Lupe nimmt, bei zusätzlich angelegten Ohren aber auch eine deutliche Drohgeste. Sind die Tasthaare seitlich ausgerichtet und kaum aufgefächert, ist für die Katze gerade alles im grünen Bereich.

An diesen Stellen befinden sich die Tasthaare:

Das hilft gegen „Schnurrhaarstress”

Lieber kein hoher Rand Beim Fressen stoßen die sensiblen Tasthaare ständig an den Napfrand @@Auch die oft beklagte mäkeligkeit unserer Katzen, was ihr Futter anbelangt, könnte laut amerikanischen studien mit den sensiblen tasthaaren unserer Katzen zusammenhängen. „Whisker stress” (auf Deutsch „schnurrhaarstress”) wird die Überreizung der hochsensiblen tasthaare hier genannt.zu dieser Überreizung kommt es, wenn das sensible Nervensystem am ende der tasthaare permanent einer stimulation ausgesetzt ist – zum beispiel, wenn die schnurrhaare beim Fressen ständig an den Napfrand stoßen. Dieser Dauerreiz kann bei einigen Katzen ein unangenehmes Gefühl verursachen. Dann muss die Katze einen anderen Weg fi nden, um an ihr Futter zu gelangen. Viele Katzen angeln ihr Futter deshalb mit den pfötchen aus dem Napf und fressen lieber vom boden. Oder sie verputzen nur die oberste schicht des Futters und lassen den halbvollen Napf zurück, obwohl sie eigentlich noch Hunger verspüren.tiermediziner stehen dem Th ema „schnurrhaarstress” gespalten gegenüber.einigen erscheint das phänomen plausibel, andere tun es als marketing-strategie der Napf-Verkäufer ab. Dennoch sollte man bei der Wahl des Napfes darauf achten, dass er möglichst fl ach und groß genug ist, damit die sensiblen antennen der Katze nicht ständig an den rand stoßen.


Damit Ihre Katze beim Fressen nicht mit den emp_ ndlichen Tasthaaren an den Napfrand stößt, bietet der spülmaschinenfeste Lucky-Kitty-Keramiknapf extra viel Platz und eine _ ache Wandung. Die Teilnahmebedingungen für das Gewinnspiel _ nden Sie auf Seite 83.

Wir verlosen 3 x einen Napf von Lucky Kitty Um teilzunehmen, schreiben Sie uns unter dem Stichwor t „Schnurrhaare”

Katzenrassen ohne Schnurrhaare – Qualzucht?

bestimmte abweichungen im Haarkleid von Katzen werden laut auslegung des paragraphen 11b im tierschutzgesetz als bedenklich bezeichnet. Dies gilt insbesondere für rexkatzen und Nacktkatzen wie die sphinx. Vor allem bei vielen Devon-rex-und sphinx-Katzen sind die tasthaare gekräuselt oder fehlen ganz. Wenn die tasthaare fehlen oder so umgestaltet sind, dass ihre Funktion verloren geht, ist das laut der auslegung des tierschutzgesetzes als Körperschaden zu bewerten. Dieser schränkt die Katze in ihren arttypischen Fähigkeiten so sehr ein, dass es zu andauerndem leiden führt. Das tierschutzgesetz empfi eht in diesem Fall ein zuchtverbot für alle Katzen, denen die tasthaare fehlen. Den zuchtverbänden wird dringend empfohlen, ihre rassestandards dahingehend zu verändern, dass keine Katzen mehr entstehen, deren Haare stark verkürzt oder gekräuselt sind.

„Schnurrhaare” im Tierreich

Nicht nur Katzen, sondern auch viele andere Säugetiere besitzen lebenswichtige Tasthaare Kaninchen, Waschbär, Hund, Pferd, Seehund – diese und viele andere Tiere haben Tasthaare. Die Tasthaare von Chinchillas können sogar bis zu einem Drittel ihrer Körperlänge lang werden. Selbst der komplett felllose Nacktmull hat Tasthaare im Maul. Das Entfernen oder Kürzen von Tasthaaren ist übrigens verboten.

Tasthaare müssen sein Bei Katzenrassen ohne Tasthaaren wird von einer Weiterzucht abgeraten



Fotos: istockphoto.com (7), shutterstock.com