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Schöner mit Pflanzen


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florieren! - epaper ⋅ Ausgabe 8/2022 vom 03.08.2022

PFLANZENHAUS SCHÖNER IN ZIRNDORF

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Bildquelle: florieren!, Ausgabe 8/2022

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1 „Gärtner und Florist ist die ideale Kombination“, sagt Christian Schöner, denn beim Verkauf von Pflanzen ist oft nicht nur gärtnerisches, sondern auch gestalterisches Knowhow gefragt. Unterstützt werden er und sein Vater von zwei Vollzeitund zwei Teilzeitkräften. Auch die Großmutter ist immer noch aktiv.

2 3 Mit Warenbildern wird gezeigt, wie die Pflanzen kombiniert werden und zu Hause bei den Kunden aussehen können. Insgesamt ist die Verkaufsfläche rund 1.500 m² groß.

4 Inmitten von Pflanzen können die Kunden einen Kaffee trinken und Törtchen verzehren. Produkte zum Genießen gehören auch zum Sortiment: Gourmetprodukte wie Honig, Tee, Gewürze, bevorzugt aus der Region.

Die Gärtnerei Schöner in Zirndorf kann schon bald 100. Geburtstag feiern, hat sich aber seither rundum verändert und besteht schon lange aus zwei getrennten Unternehmen. Gegründet wurde die Gärtnerei ...

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... 1925 von Georg und Margarete Schöner mit den Schwerpunkten Gemüsebau, Zierpflanzenbau und Baumschulhandel. 1955 übernahm Sohn Gerhard den Betrieb. Er eröffnete 1957 ein Blumengeschäft an einem zweiten Standort in Zirndorf, baute Gewächshäuser in der Gärtnerei und stellte komplett auf Zierpflanzen um. Schließlich übergab er das Unternehmen geteilt an seine Söhne: Das Blumengeschäft an Günter, das Pflanzenhaus an Gerhard junior.

Mit Zertifikat zu mehr Profil

„Wir veranstalten eine gemeinsame Adventsausstellung in den Gewächshäusern des Pflanzenhauses und arbeiten auch unter dem Jahr zusammen“, erklärt Gerhard Schöners Sohn Christian, der das Pflanzenhaus mit seinem Vater führt. Produziert wird nicht mehr, ein Teil der Fläche wurde 2018 verkauft und ist jetzt mit Reihenhäusern bebaut. „Die Fläche muss ja auch bewirtschaftet und gepflegt werden, da haben wir lieber verkleinert.“

Wie sein Vater hat Christian Schöner zuerst Gärtner, dann Florist gelernt. 2010 absolvierte er zusätzlich den Lehrgang zum „zertifizierten Raumbegrüner“. „Wir haben vorher auch schon Innenraumbegrünung angeboten, wollten uns aber mit dem Zertifikat von anderen Anbietern abheben“, erklärt Christian Schöner. Über das Vertiefen von Wissen hinaus war für ihn der Austausch mit seinen Klassenkameraden sehr wertvoll.

Pflanzen mit Dienstleistung

Einen reinen Raumbegrünungsbetrieb wollten Gerhard und Christian Schöner nie aus dem Pflanzenhaus machen. Sie sehen den Betrieb vielmehr als Erlebnisgärtnerei und Ansprechpartner für „alles rund um die Pflanze“, drinnen und draußen und inklusive aller Dienstleistungen, die damit verbunden sind. Zu den Kunden gehören Firmen genauso wie Privatleute.

Für diese Positionierung ist es von Vorteil, dass sich Christian Schöner für alles interessiert, was mit Verkaufen zu tun hat. „Man muss auf Kunden zugehen können, die Leute wollen unterhalten werden“, stellt er fest.

In diesem Sinn knüpft er Kontakte mit anderen Unternehmen und den Medien. Er beteiligt sich immer wieder mit Pflanzen an Fotoshootings und hat keine Scheu, vor die Kamera zu treten und ins Mikrofon zu sprechen. „2018 wurde die Pflanze des Jahres vom Bayerischen Fernsehen bei uns vorgestellt und 2021 wurde ein Radiobeitrag im Bayerischen Rundfunk über ‚Grünes Social Distancing‘ gesendet“, berichtet Christian Schöner.

Im Beitrag wies er darauf hin, dass viel zu viele Pflanzen nach seiner Erfahrung am falschen Standort stehen und dass Pflanzen eine deutlich bessere Überlebenschance haben, wenn ein Fachmann die Auswahl auf den Standort abstimmt. Die Kunden jedenfalls wissen das Angebot und die Beratung offensichtlich zu schätzen: Nach einer Online-Befragung im Herbst 2019 wurde das Pflanzenhaus 2020 vom Magazin „Mein schöner Garten“ unter die drei besten Gartencenter Deutschlands gewählt. 11.000 Personen konnten 1.396 Gartencenter bewerten, 400 wurden ausgezeichnet.

Zu diesem Erfolg trägt auch die Präsenz im Internet bei. „Facebook und Instagram funktionieren gut, wir veröffentlichen auch Videos“, berichtet Christian Schöner.

Zum Beispiel von der Adventsausstellung.

Das Video hat er noch in der Nacht nach der Eröffnung geschnitten und veröffentlicht. Und rechtzeitig zum ersten Lockdown war der eigene Onlineshop fertig. „Ich hatte im Gespür, dass wir das brauchen und habe in kurzer Zeit über 1.000 Produkte eingegeben“, sagt der Geschäftsmann und lobt den Zusammenhalt des Teams in dieser arbeitsreichen Zeit. Inzwischen kommen die Kunden lieber wieder ins Geschäft, informieren sich aber vorher oft im Netz. „Der Shop wird jetzt eher wie eine Bildergalerie genutzt.“

5 Im Laufe der Jahre wurden die Produktionsgewächshäuser für den Verkauf umgebaut. „Wir improvisieren“, sagt Christian Schöner. Mit einem alten Ape, ausgedienten Möbeln, Zäunen und anderen Objekten wird Atmosphäre im Betrieb geschaffen. Das Flair der Gewächshäuser kommt gut bei den Kunden an.

6 + 8 Das Sortiment umfasst Beetund Balkonpflanzen, Samen und Gemüsejungpflanzen, Kübel- und Zimmerpflanzen sowie ausgewählte Sträucher und Stauden. Und alles, was dazugehört: Erde, Dünger, Pflanzenschutzmittel, Gefäße. Viele Pflanzen kommen aus der Region, Kräuter zum Beispiel aus dem Knoblauchsland, Lavendel aus Weißenburg.

7 Alle Pflanzen im Übertopf zu präsentieren, wäre zu aufwendig, aber Übertöpfe sind nie weit entfernt.

Das Team legt größten Wert auf Qualität, Fachwissen, Ehrlichkeit und Beratung.

Im Verkauf ist spürbar, dass mehr Pflanzen fürs Homeoffice gekauft werden, und auch von Firmen kommen wieder mehr Anfragen. Vielen ist wichtig, dass sie einen Ansprechpartner vor Ort haben. Wenn es nur um Vergleichsangebote geht, steigt Christian Schöner schnell aus, manchmal aber lassen sich Firmen davon überzeugen, dass er die Räume persönlich sehen sollte. „Die zugeschickten Fotos sind oft nicht aussagekräftig, man sieht nicht, wie der Raum wirkt“, sagt der Innenraumbegrüner. Am besten ist das Ergebnis nach seiner Erfahrung ohnehin, wenn er mit den Menschen, die im Raum arbeiten oder wohnen, in Dialog treten kann.

Die Pflanzen kauft er normalerweise bei Landgard in der Nähe oder Nieuwkoop in den Niederlanden. Manche Kunden wollen bestimmte Pflanzen wie die zuletzt begehrte Monstera ‘Variegata’. „Dann ist der Preis egal, dann sagen die Kunden, ‚Ich gönne mir diesen Luxus‘.“ Pflanzenliebhaber entscheiden sich auch mal für außergewöhnliche Pflanzen, aber meistens werden pflegeleichte Pflanzen verkauft, denn viele Kunden wollen sich eben doch nicht näher mit der Pflege beschäftigen. Wenn echte Pflanzen am gewünschten Platz nicht überleben würden oder zum Beispiel zu hoch zum Gießen stehen, empfiehlt der Praktiker auch künstliche Pflanzen. Und wenn insgesamt wenig Fläche da ist, „ist ein Moosbild besser“. Moosbilder sind bereits seit 2014 im Programm.

Kunden müssen länger warten

Bei den Gefäßen arbeitet das Pflanzenhaus mit Lechuza in Zirndorf und Fleur Ami, Tönisvorst, zusammen. Eine große Gefäßauswahl steht nicht im Betrieb. „Wir haben Muster der Oberflächen, die Gefäße werden dann aus dem Katalog bestellt“, erklärt Christian Schöner. Ein Teil der Kunden wünscht sich, dass alles aus einem Guss ist, andere wiederum bevorzugen das Kombinieren von unterschiedlichen Gefäßen. Leider könne er Aufträge nicht mehr so schnell abwickeln wie vor der Coronakrise und dem Krieg in der Ukraine, bedauert Christian Schöner. Während er Pflanzen und Gefäße früher oft innerhalb einer Woche liefern konnte, müssen die Kunden jetzt meistens zwei bis drei Wochen, manchmal länger warten. Zudem sind die Frachtkosten enorm gestiegen. „Die Kunden sind Wartezeiten inzwischen gewohnt, aber wenn die Terrasse bepflanzt werden soll und die Gefäße erst im Oktober geliefert werden können, ist das hinfällig“, so der Raumbegrüner.

Neue Kunden auf Empfehlung

Sorge bereitet dem Juniorchef die Inflation und die möglichen Auswirkungen auf den Pflanzenverkauf sowie fehlender Nachwuchs. Und wenig begeistert ist er von der Entwicklung, dass immer mehr Garten- und Landschaftsbau-Betriebe und „jeder Hausmeisterdienst“ Innenraumbegrünung anbieten. Er selbst gibt Aufträge ab, die nicht zur Kernkompetenz des Teams gehören, und verweist die Kunden an Experten. Insgesamt schaut Christian Schöner aber optimistisch in die Zukunft.

Neubaugebiete bringen neue, jüngere Kunden, vor allem aber geht die Strategie des Pflanzenhauses auf: Das Team legt größten Wert auf Qualität, Fachwissen, Ehrlichkeit und Beratung. „Das bringt Mundpropaganda und Folgeaufträge“, freut sich Christian Schöner. n