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Schöner schlafen


ÖKO-TEST Spezial Gesund & Fit - epaper ⋅ Ausgabe 10/2013 vom 18.10.2013
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Bildquelle: ÖKO-TEST Spezial Gesund & Fit, Ausgabe 10/2013

Das Schlafzimmer ist nicht nur zum Ruhen da, es kann auch ein gemütlicher Ort zum Leben, Lieben und Arbeiten sein. Vor allem in kleinen Wohnungen bietet es sich an, das Schlafzimmer nicht nur nachts zu nutzen. Schon mit wenigen Handgriffen und ein paar schönen Möbelstücken lässt sich eine gute Atmosphäre schaffen.

Als das Ehepaar Schwabe vor einigen Jahren eine Eigentumswohnung bezog, wurde vor allem in die Küche und in die Wohneinrichtung investiert, nicht aber ins Schlafzimmer. Ein schlichtes Doppelbett und zwei Nachttische kamen in den 15 Quadratmeter kleinen Raum, dazu ein paar Bilder an die Wand – ...

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... fertig! Der Ruheraum wirkte eher funktional, nicht sehr gemütlich. Vor allem aber fehlte Stauraum.

Einige Jahre später kam das Schlafzimmer auf den Prüfstand. Ein gemütliches Bett sollte her, ein Schrank für Handtücher, und der Gesamteindruck sollte frischer sein. Gesagt, getan. Eine Beraterin half bei der Einrichtung. Den Schlafraum ziert nun ein breites Bett mit gemütlichem Kopfteil, das auch tagsüber zum Entspannen einlädt. In einem schönen Highboard verschwinden Handtücher und Bettwäsche, in den Nachtisch mit Schublade kommt Krimskrams. Insgesamt wirkt der Raum durch einen Streifen Gelb am Kopfende des Bettes sehr frisch und doch beruhigend – und lädt somit zum Verweilen ein.

Alles andere als lieblos: Dieses Schlafzimmer mit breitem Bett, einem gemütlichen Holzdielenboden und großen Fenstern lädt auch tagsüber zum Entspannen ein. Wer sagt denn, dass der Raum allein zum Schlafen da sein soll?

Rund achteinhalb Stunden täglich verbringen die Deutschen in ihrem Schlafzimmer. Dort wird geschlummert und geliebt, manchmal auch gefrühstückt, gelesen, Musik gehört oder ferngesehen. Es ist ein ganz privater Raum mit Fotos, Erinnerungsstücken und persönlichen Lieblingsmöbeln. Zwar dürfen manchmal auch Gäste einen Blick in die intimen Gemächer werfen. Doch grundsätzlich ist das Schlafzimmer nicht zum Repräsentieren da. Es muss nur einem selbst gefallen.

Allerdings wird das nächtliche Refugium teils ausgesprochen stiefmütterlich behandelt – ausgestattet mit lieblos zusammen gewürfelten Möbelstücken oder langweiligen Bett-Nachttisch- Schrank-Kombinationen, die längst passé sind. Und wenn der Platz in der Wohnung knapp ist, gerät das Schlafzimmer schnell mal zur heimlichen Abstellkammer: Das Bügelbrett kommt hinter die Tür, der Wäscheständer versperrt den Weg zum Bett. Und die letzten, nicht ausgepackten Umzugskisten verschwinden unter einer Decke.

Ruhen: Ein Bett für viele Zwecke

Doch das muss nicht sein. Gerade wenn die Wohnung klein ist, sollte das Schlafzimmer auch für den privaten Rückzug genutzt werden. Als Rumpelkammer ist es viel zu schade. Trendforscher stellen fest, dass die Grenzen zwischen Arbeiten, Wohnen und Schlafen zunehmend verschwinden. Einrichter haben das schon lange erkannt. Sie propagieren das Schlafzimmer als Multifunktionsraum, in dem man lesen, lernen, plaudern, in Ruhe telefonieren oder ungestört E-Mails abrufen kann – weg vom tristen Einheitslook, hin zur vielseitigen und individuellen Wohnoase. Dafür muss nicht gleich die gesamte Einrichtung auf dem Sperrmüll landen. Schon mit wenigen Möbelstücken und schönen Accessoires lässt sich ein angenehmes und gesundes Umfeld schaffen, in dem man sich wohlfühlt und erholen kann – am Tag genauso wie in der Nacht.

Als Rumpelkammer zu dienen, dafür ist das Schlafzimmer eigentlich viel zu schade. Für Staubsauger und Co. findet sich bestimmt ein anderer Platz.

Das Bett steht weiterhin im Mittelpunkt des Schlafzimmers. Egal, ob man auf romantisch- verspielte Betten oder auf Sachlichkeit steht, in erster Linie kommt es auf die Qualität an. Denn in einem Bett, das wackelt und quietscht, findet niemand erholsamen Schlaf. Entscheidend für den Schlafkomfort sind Lattenrost und Matratze. Auch wenn das Bett ein Erbstück oder ein Kauf vom Flohmarkt ist, lässt sich das gute Stück mit hochwertigem Lattenrost und einer Matratze aus dem Fachhandel nach modernen ergonomischen Maßstäben ausstatten.

Nicht nur für Leseratten ist eine Ablage am Bett unverzichtbar. Doch es muss nicht unbedingt die klassische Nachtkommode sein. Manche Bettenhersteller bieten Ablagen, die man direkt ins Bettgestell hängen kann. Diese frei schwebenden Tischchen nehmen kaum Platz weg. Als Ablage eignet sich aber auch ein neu angestrichener Schemel, eine hübsche alte Holzkiste oder ein schöner, abgegriffener Lederkoffer.

Aufbewahrung: Ordnung mit System

Ein Kleiderschrank mit intelligenter Unterteilung kann ein echtes Stauraumwunder sein. Manchmal reicht aber auch ein Stuhl als Ablage.

Schränke müssen vor allem eines bieten: viel Stauraum. Einbauschränke haben den Vorteil, dass sie nicht wuchtig wirken, weil man die Tiefe nicht wahrnimmt. Große Schränke oder Schrankwände erscheinen weniger erdrückend, wenn sie hell sind und die Oberfläche aufgelockert ist – zum Beispiel durch Mattglas- oder Lamellentüren. Lassen sie sich auf- und zuschieben, bleibt in kleinen Räumen mehr Platz fürs Bett und ein Tischchen.

Auch ein einzelner Schrank mit intelligenter Unterteilung kann ein echtes Stauraumwunder sein. Um Anzüge und Kostüme knitterfrei zu verstauen, sollte er mindestens 60 Zentimeter Tiefe haben. Auch empfiehlt es sich, auf die Breite der Einlegebretter zu achten: 50 Zentimeter breite Fächer sind zum Beispiel für ein T-Shirt zu breit, für zwei aber zu schmal. So verschenkt man unnötig Platz. Für gefaltete Teile wie Pullover oder Strickjacken werden Einlegeböden in relativ geringem Abstand empfohlen, um unübersichtliche Kleiderberge zu vermeiden.

Ist das Schlafzimmer groß genug, kommt auch eine begehbare Garderobe mit offenen Regalen infrage – zum Beispiel zwischen einer flexiblen Trennwand hinter dem Kopfende des Bettes und der Wand. Hier kann man sich in aller Ruhe an- und ausziehen.

Interessanter und vor allem wohn licher fürs Schlafzimmer sind Möbel, die ursprünglich eine andere Funktion hatten: So kann Omas Vitrine als Wäscheschrank oder ein ausgedienter Nähmaschinentisch als Toilettenablage genutzt werden. Altes lässt sich mit Modernem kombinieren, Schlichtes mit Kunstvollem. Ein Polstersessel, ein Sitzsack oder kleines Sofa machen den Raum so richtig wohnlich. Aber auch ein verwitterter Gartenstuhl mit frischer Farbe eignet sich als Sitzgelegenheit oder Kleiderablage.

Dekoration: Akzente durch Accessoires

Spieglein an der Wand: Einfach angelehnt wirkt das Prachtstück besser und bringt auch den Raum gut zur Geltung.

Die Basics wie Bett und Schrank sollten schlicht sein, damit man sie sich nicht übersieht. Akzente werden durch die Dekoration gesetzt, die sich gern auch immer wieder verändern kann. Innenarchitekten warnen aber davor, zu viel Krimskrams aufzustellen, denn dadurch wird ein Zimmer nicht gemütlich, sondern unübersichtlich. Mehr Eindruck als viele beliebig zusammengestellte Dinge macht ein ausgesuchtes Möbelstück, ein schönes Bild oder Accessoire. Und damit das Zimmer nicht allzu kahl wirkt, genügt ein bunter Teppich auf dem Boden, ein farbiges Seidenkissen auf dem Bett oder ein Spitzenoder Seidenschal vor dem Fenster.

Für Frauen, aber auch für viele Männer sind Spiegel im Schlafzimmer ein unverzichtbares Zubehör. Sie helfen nicht nur beim kritischen Beäugen des Outfits, sondern bringen auch mehr Licht in den Raum. Großformatige Spiegel können einfach an die Wand gelehnt werden – das wirkt großzügiger als ein aufgehängter oder in den Schrank eingebauter Spiegel. Selbst große antike Spiegel mit Goldrahmen passen gut ins Schlafzimmer – auch in ein modern eingerichtetes.

Beleuchtung: Ins rechte Licht gesetzt

Mit nur einer Lampe kommt man im Schlafzimmer nicht weit. Am Bett braucht man ein weiches Licht, das aber zum Lesen hell genug ist. Weitere Wand- oder Stehleuchten dienen der Allgemeinbeleuchtung. Mit Dimmern kann man die Lichtstimmung nach Bedarf ändern; am einfachsten ist es, wenn sich alle Leuchten auch vom Bett aus bedienen lassen. Von einer klassischen Deckenleuchte raten viele Einrichtungsexperten jedoch ganz ab, weil sie einen Lichtpool nur in der Mitte des Raumes bildet, was schnell ungemütlich wirkt. Zusätzliche Leuchten am oder im Kleiderschrank sowie am Spiegel sind sinnvoll – am besten rechts und links davon, das verhindert Schatten. Es gibt sogar Unterbettbeleuchtungen, die mit Bewegungsmelder funk tionieren. Sie geben vor allem älteren Leuten Sicherheit und allen, die nachts öfter mal rausmüssen.

Licht und Luft sind wichtig für das Wohlbefinden – das gilt auch für den Schlafraum. Statt Rollläden oder schwerer Vorhänge tun es auch Jalousien oder Stoffrollos. So wird die Privatsphäre geschützt und es kommt trotzdem Tageslicht herein. Im Trend liegen Flächenvorhänge, die sich besonders für große Fensterfronten, Terrassen- oder Balkontüren eignen. Sie bestehen aus faltenlosen Stoffbahnen, auch Paneelen genannt, die man vielfältig kombinieren kann. In Schienen eingehängt, lassen sich die Streifen unabhängig voneinander verschieben, sodass reizvolle Durchblicke und Lichteffekte entstehen.

Pflanzen im Schlafzimmer: Gesund, aber …

Allergiker können durch Pflanzen im Schlafzimmer Probleme bekommen.

Grundsätzlich sind Pflanzen gut fürs Raumklima, weil sie die Luft befeuchten. Bei Tageslicht erzeugen die grünen Blätter auch Sauerstoff durch Foto synthese, die aber bei Dunkelheit nicht abläuft. Dann ist es umgekehrt. Aber nur wenn in einem kleinen Schlafzimmer sehr viele Grünpflanzen stehen und nachts das Fenster geschlossen bleibt, sinkt die Sauerstoffkonzentration im Raum.

Weiches Licht neben dem Bett ist angenehmer als eine helle Lampe. Es sollte aber noch zum Lesen reichen.

Unter bestimmten Umständen können die Pflanzen auch auf andere Weise Probleme bereiten. In der feuchten Blumenerde bilden sich oft Schimmelpilzsporen, die Allergikern Schwierigkeiten machen. Wer eine Latexallergie hat, sollte sich keine Birkenfeige anschaffen. Wenn man ein Blatt abreißt, tritt ein latexähnlicher Saft aus. Auch stark duftende Pflanzen oder Sträuße, etwa Flieder order Hortensien, können die Träume stören. Von selbst versteht sich auch, dass von Ungeziefer befallene Pflanzen im Schlafzimmer nichts zu suchen haben.

Wohlfühlen: Gute Lage und Temperatur

Wer gern mit den ersten Sonnenstrahlen aufwacht, sollte als Schlafraum ein Zimmer nach Osten wählen. Am Nachmittag ist es dort schattiger und kühler – gut für alle, die sich dann gern noch mal ein Nickerchen gönnen. Ein Zimmer, das nach Westen ausgerichtet ist, eignet sich dagegen für Menschen, die ihr Schlafgemach auch als Arbeitsplatz nutzen und dort die Abendsonne genießen möchten.

Für einen optimalen Schlummer empfehlen Experten Raumtemperaturen zwischen 16 und 18 Grad. Auch tagsüber sollte die Temperatur mindestens bei 18 Grad liegen. Wer an der Heizung zu viel spart, riskiert Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung. In durchgehend beheizten Schlafräumen mit relativ niedriger Luftfeuchtigkeit sind Menschen mit Schimmelpilz- und Hausstauballergien weniger gefährdet, Asthma zu bekommen. Empfohlen wird eine Luftfeuchtigkeit, die unter 50 Prozent liegt.

Kompakt

Farben verbessern den Schlaf
Farben haben eine große Auswirkung auf die Stimmung und das Wohlbefinden. Wer sie richtig auswählt, beeinflusst die Qualität des Schlafes. So wirken kühle Blautöne beruhigend und eignen sich darum fürs Schlafzimmer. Warmes Gelb oder Orange lässt auch bei grauem Himmel die Sonne aufgehen, wirkt also anregend. Pastelltöne haben grundsätzlich dieselbe Wirkung wie die Grundfarben, allerdings weniger ausgeprägt. Sie halten das Zimmer hell und geräumig und lassen es optisch größer wirken. Zeitlos, ruhig und elegant wirken weiße Wände – auch in Kombination mit sanften Erdfarben. Dagegen sollten grelle, leuchtende Farben wie Rot am Ort der Ruhe allenfalls punktuell eingesetzt werden.
• Rot: Macht wach und aktiv, wirkt positiv auf Selbstvertrauen und Sexualität des Menschen. Ist der Farbton zu intensiv, kann Rot leicht als erdrückend und ermüdend empfunden werden.
• Orange: Macht fröhlich und locker, es regt zur Bewegung an.

Welche Farbe darf es sein? Auch im Schlafraum müssen die Wände nicht weiß sein.

• Gelb: Kann Angespanntheit und Nervosität begünstigen, die Farbe stimuliert aber auch den Intellekt.
• Grün: Wirkt ausgleichend und fördert angeblich die Urteilsfähigkeit.
• Türkis: Beruhigt die Nerven, wirkt kühl und erfrischend.
• Blau: Die Lieblingsfarbe der Deutschen, entspannt und beruhigt, gut gegen Anspannungen, Nervosität und Schlaflosigkeit.
• Violett/Lila: Unterstützt das seelische Gleichgewicht und beruhigt den Körper.
• Weiß: Wirkt reinigend und klärend, beruhigt.


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