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Schweden: Hohe Küste/Höga Kusten: Paddeln, wo die Berge aus dem Meer wachsen


Kanu Sport - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 01.08.2019

Geht denn das, dass Berge aus dem Meer wachsen? Laut dem Informationsmaterial der Küstenregion „Hohe Küste“, etwa 200 Kilometer nördlich von Stockholm am Bottnischen Meerbusen gelegen, ist das Realität.


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Bildquelle: Kanu Sport, Ausgabe 8/2019

Zweier vor der Felsküste von Ronon.


Begegnung mit Kanadagänsen.


Während der Eiszeit war dieser Teil Skandinaviens von einem bis zu drei Kilometer dicken Gletscher bedeckt, der mit seinem Gewicht den Erdmantel nach unten drückte. Die jetzige Landhebung ist der Umkehrprozess nach dem Schmelzen der Eisschildes vor 9600 Jahren. Von der Last des Eises befreit, erhebt sich das Land wieder. Es wachsen Berge aus ...

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Während der Eiszeit war dieser Teil Skandinaviens von einem bis zu drei Kilometer dicken Gletscher bedeckt, der mit seinem Gewicht den Erdmantel nach unten drückte. Die jetzige Landhebung ist der Umkehrprozess nach dem Schmelzen der Eisschildes vor 9600 Jahren. Von der Last des Eises befreit, erhebt sich das Land wieder. Es wachsen Berge aus dem Meer. Bis jetzt hat sich das Land um 286 Meter erhoben und jedes Jahr kommt ein weiterer Zentimeter hinzu. Es ist die höchste Landhebung der Welt, die von der UNESCO den Weltnaturerbe-Status erhielt. Diese interessante Landschaft wollen wir vom Kajak aus und mit Wanderschuhen erleben.
Verwunschene Wälder, steile Felsen und tiefblaues Meer begeistern uns gleich am ersten Tag. Vom Camp bei Hörsang aus erkunden wir auf dem Küsten-Wanderweg die Umgebung. Mit Wanderstiefeln geht es auf den Höhenzug oberhalb des Hörsang Fjordes. Rechts und links des Weges zeigt die schwedische Natur, was sie im Sommer an Blumenpracht zu bieten hat. Große Lupinenfelder leuchten in allen Farbschattierungen und kleine Veilchenbüschel säumen den Weg. Von frischem Birkengrün eingerahmte Waldlücken gestatten einen weiten Blick über das Fjordsystem und hinaus auf die freie Ostsee. Es wartet ein tolles Fahrtengebiet auf uns.
Vorbei an Wildblumenwiesen mit rot leuchtenden Schwedenhäuschen darin windet sich der Weg zum Wasser hinunter. Dort erwartet uns eine kleine Bucht mit goldgelbem Sandstrand. Es gibt also nicht nur hohe und steile Küsten sondern auch Traumbuchten für eine Pause oder als Zeltplatz.

Erste Erkundung per Kajak

Das wollen wir auch vom Boot aus erleben. Ein Sonnentag bleibt noch bis zum angekündigten Regen und Sturm. Vom flachen gelben Sandstrand in Hörsang aus geht es quer über die Bucht zur linken Seite des Fjords. Die Kulisse bilden abwechselnd flach ansteigende Birken- und Kiefernwälder und felsige Steilküsten, über denen Möwen mit dem Wind spielen. Noch schützt der Höhenrücken, doch ab und zu kündigen Fallböen bereits den Wetterwechsel an. Wo es am Ende des Fjords in die freie Ostsee hinausgeht, hat der Wind freie Bahn und die Wellen sind mit Schaumkronen verziert. Bei der Überfahrt zur vorgelagerten Vogelinsel spritzt es ganz schön und so mancher Schwall läuft übers Deck. Es ist noch Schutzzeit für die Vögel und als wir bemerken, dass die Kormorangruppe am Ufer aufgeregt reagiert, drehen wir lieber um. Auf der Rückfahrt nutze ich die Wellen zu rauschenden Surfeinlagen. Reicht die Energie auch für den Zweier? Ein Versuch ist es wert. Bei besonders langen Wellen klappt das und es ist ein schönes Bild, wenn Ursel und Regina mit der Sonne um die Wette strahlen, sobald sie von der Welle mitgenommen werden. Bevor es zum Camp zurückgeht, lockt die Sandbucht vom Vortag zu einer verdienten Pause. Die Bewohner der kleinen Siedlung haben zum Schutz ihrer Boote eine Mole gebaut und dort kann in Ruhe gelandet werden. Im warmen, gelben Sand sitzend stärken wir uns und lassen den Blick über die Umgebung gleiten. Weit ziehen sich die baumbestandenen Hänge auf der anderen Seite hoch. Es sieht schon fast nach Mittelgebirge aus. Ein kleines Fischergehöft leuchtet mit seinen typisch roten Häusern herüber und in der Nähe fliegen Schwäne vorbei. Ein friedliches Bild. Auf dem Rückweg zieht uns ein kleines Haus, das mitten im Fjord auf einem Ponton verankert ist, magisch an. Schon am Vortag hatten wir es gesehen und über seinen Zweck gerätselt. Es entpuppt sich als schwimmende Sauna. Am Abend fährt ein erstes Boot hinüber und bald fängt der Schornstein an zu qualmen. Das ist das Zeichen für die nahe Siedlung, bald darauf setzt ein reger Bootsverkehr ein und nach einiger Zeit springen erhitzte Nackedeis zur Abkühlung in den Fjord.

Hohe Küste typische Fischersiedlung.


Naturum in Docksta

Die Wettervorhersagen vom Handy stimmen, denn der für die nächsten Tage vorausgesagte Regen und Starkwind setzt pünktlich ein. So haben wir Zeit, die Küste zu erkunden und uns im Höga Kusten Naturum auf die vielfältigen Outdoor-Möglichkeiten im Weltnaturerbe vorzubereiten. Das Museum bietet viele Informationen über Fauna, Flora und Gelände, die unser angelesenes Wissen erweitern. Anschaulich wird der Effekt der Landhebung seit der letzten Eiszeit dargestellt. Infos zu interessanten Küstenorten und Wanderrouten werden sogleich in unserer Karte vermerkt und somit ist klar, wohin es als nächstes geht. Doch die Frauen wollen noch nicht weiter. Zu sehr lockt das Museumskaffee mit seinem leckeren Kuchen. Wer kann da schon nein sagen? Über enge Straßen, teilweise nur mit Schotterbelag, geht es die Küste entlang. Es gilt nicht nur die kleinen Fischerhäfen zu besichtigen, sondern auch einen Startplatz für die Kajaktour durch die Inselwelt zu finden. Liebevoll gepflegte rote Häuser gruppieren sich in den Orten rund um die Bucht. Vor jedem Haus schaukelt ein Boot und teilweise hängen Netze zu Trocknen im Wind. Etwas erhöht vervollständigt meist eine kleine Holzkirche das Bild. Wir haben Glück, einer der Fischer bietet seinen Fang zum Kauf an und den genießen wir am Abend im Lagerfeuer gegrillt.
Der Regen wird weniger und die Wolken hängen nicht mehr so tief, da lohnt sich der Aufstieg auf den Högklinten. Mit einer Höhe von 281 Metern über dem Meeresspiegel ist er der ideale Aussichtspunkt über die Inselwelt der Hohen Küste. Sachte und in vielen Kurven steigt der Weg an. Mit knorrigen Kiefern durchsetzte Felsgärten dominieren das Bild und bald ist das erste grün bemooste Steinfeld eines ehemaligen Strandwalls zu sehen. Er war in Jahrhunderten den Meereskräften ausgesetzt und ist jetzt durch die Landhebung ein Teil der Bergflanke. Weiter oben folgen bis fast zum Gipfel weitere Strandwälle. Gurgelnd sucht sich das braune Wasser des Hochmoores seinen Weg durch die runden Felsbrocken. Überall gluckst und plätschert es. Die Sonne kommt sogar noch durch und ermöglicht einen weiten, klaren Panoramablick auf das zukünftige Fahrtengebiet. Weit ziehen sich die Fjorde ins Binnenland und im Osten markiert die Insel Ulvön den Endpunkt, bevor es in die freie Ostsee hinausgeht. Von dort sind es nur noch 135 km bis zur finnischen Küste. Es zeigt sich immer mehr blauer Himmel und der Wetterbericht auf dem Handy sagt uns trotz tiefem Luftdruck brauchbares Wetter für die nächsten Tage voraus.

Ein von Kiefern umrandeter Zeltplatz auf Alvön


Start in Maviken

Am Fjord in Maviken gibt es einen Campingplatz, von dem aus wir am nächsten Morgen starten. Ein Minihafen mit schräger Rampe erleichtert das Packen und zu Wasser lassen der Kajaks. Der Wind weht die ersten 10 Kilometer mit 4 Bft. direkt von vorne. Er kommt ungebremst von Finnland herüber. Entsprechende Wellen haben sich aufgebaut und lassen die schwer bepackten Kajaks tief eintauchen. Teilweise bietet das Ausfahren einer Bucht etwas Windschutz, doch anschließend geht es wieder an Steilküsten entlang, die für eine zusätzliche Düsenwirkung sorgen. Es wäre gut zwischendurch eine Pause zu machen, doch die steilen Felsen und Strandwälle mit grobem Felsgeröll verhindern das. Erst als wir hinter Norrfällsviken den Kurs Richtung Nord nehmen, macht sich nach einiger Zeit der Schutz der Insel Ulvön merkbar. Etwas weiter wird der Strand zwar flacher, doch in der im Wald gelegenen Feriensiedlung ist uns einfach zu viel Betrieb. Die Karte auf dem Deck zeigt nach der nächsten Ecke etwas, das sich STOR SANDEN nennt und das klingt vielversprechend. Als wir mit Schiebewind in den Fjord einbiegen, ist hinter dem nächsten Kap wirklich eine weite von Kiefern umstandene Bucht mit gelbem Sand. Erst einmal die Füße vertreten, dann gibt es etwas für den Magen und einige Minuten Ruhe. Mit dem Fernglas wird die Küstenlinie auf der anderen Seite begutachtet. Eine Ecke sieht verdächtig hell aus. Ist das vielleicht ebenfalls ein Sandstrand? Die Karte zeigt, dass dort auf der Insel Mjältön zwei kleine Bäche in die See fließen und wo die münden, haben sie bestimmt Sand abgelagert. Also auf zu neuen Taten. Nur noch eine Stunde über freies Wasser mit Wind und Wellen schräg von hinten liegt vor uns.
Es stehen beachtliche seitliche Wellen, doch daran haben wir uns inzwischen wieder gewöhnt. Der Ullangersfjärden reicht hier 16 Kilometer ins Land hinein. Dicke Wolken und Sonne wechseln sich ab. Es ist ein tolles Bild, wie sich der Zweier vor dem Högklinten im Hintergrund seinen Weg durch die Wellen bahnt. Auf vorgelagerten Klippen brechen sich die Wellen, darüber spielen kreischende Seevögel mit dem Wind.

Insel Mjaltön

Die Vermutung war richtig. An dem angepeilten Platz auf der Insel Mjältön zieht sich ein feinsandiger flacher Strand durch das Rund der Bucht. Leicht erhöht zwischen Kiefern warten ebene Zeltplätze mit Blaubeerbüschen rundherum auf uns. Als Sitzgelegenheit haben Vorgänger einen zur Bank umfunktionierten Baumstamm hinterlassen. Schnell sind die Zelte aufgebaut, danach geht es auf Erkundung. Der schon auf der Karte gesehene Bach bringt tatsächlich klares Wasser aus den Hügeln. Da kommt der Wasserbauer in mir zum Vorschein. Mit Händen und Paddeln wird das Wasser aufgestaut und etwas tiefer ausgebaggert. So ist später zur Abendwäsche ein passables Waschbecken mit klarem Quellwasser vorhanden. In der Nachbarschaft gibt es mit Felssteinen umrahmte Feuerstellen mit Restholz und Pfade verschwinden im Hinterland. Im Norden endet der Strand an einer hohen Felswand. Laut Karte liegt hinter der Erhebung eine kleine kreisrunde und von Felswänden umrahmte Bucht mit schmaler Einfahrt. Was sich dort wohl verbirgt? Eine alte Fischersiedlung? Führt der Wildnispfad in die Richtung? Regina folgt der Spur. Der Trail ist nicht oft begangen und führt durch dichter werdenden Kiefernwald, doch bald wird es heller und der Blick geht über ein geschütztes Rondell, das einige Fahrtensegler als Ankerplatz für die Nacht aufgesucht haben. Eine Markierung hoch in den Felsen der Steilküste zeigt am nächsten Morgen den Weg in die Seglerbucht, die wir jetzt nochmals vom Kajak aus begutachten. Weiter geht es nordwärts an der Insel entlang. Am Nordzipfel der vorgelagerten Insel Önnskäret lockt ein wunderschöner Zeltplatz, doch wir sind erst kurz unterwegs.

Segeltörn entlang hoher Felswände, doch Gewitterwolken ziehen auf.


Ronön-Umrundung

Nach großem Sprung hinüber zur Insel Ronön finden wir am Südende eine kleine steinige Bucht mit vorgelagertem Felsriegel. Gerade recht für die Mittagspause. Ein Wäldchen und seitliche Felsen schützen vor dem aufkommenden Ostwind. Im Sonnenlicht leuchten Weideröschen mit den roten Felsen um die Wette. Ebene Flächen im Hintergrund bieten sich bei dieser Windrichtung als Zeltplatz an. Doch wir wollen heute noch weiter bis zur Ostseite von Ulvön. Kurs Nord wechseln sich imposante Steilküsten mit flachen Buchten ab. Immer öfter kommen Böen über die Insel geweht und im Nordenvon Ronön fehlt der Windschutz ganz. Sehr strammer Wind weht uns auf dem neuen Kurs ungehindert entgegen. An den Wellen ist zu merken, dass sie aus 135 Km ungebremst aus Finnland anrollen konnten. Begeistert schaue ich, wie sich der vollbeladene Zweier von kräftigen Paddelschlägen angetrieben, die von der Sonne durchschienenen Wellen empor arbeitet und klatschend in das nächste Wellental fällt. Eine sportliche, aber auch nasse und kräfteraubende Angelegenheit und so suchen wir hinter der Leuchtturminsel Ronöflassen Schutz und beraten uns. Was meint Ihr, wollen wir den Kurs weiter durchhalten, frage ich die Zweierbesatzung. Ein Kopfschütteln ist die Antwort. Die zu erwartende Brandung an dem felsigen Steilufer der Ostseite von Ulvön spricht dagegen. Doch hier können wir auch nicht bleiben.

Weiter mit Rückenwind

Von der Küste Ulvöns leuchtet ein Sandstrand herüber, der wird als nächstes Ziel angepeilt. Im Schutz der Insel lässt der Wind etwas nach und die Landung geling sogar fast ohne Brandung. Für eine Pause ist der Strand recht gut, doch eine Zeltmöglichkeit bietet er nicht. So geht es kurz danach weiter. Der bisherige Ostwind wurde scheinbar um die Insel herum geleitet, denn plötzlich gibt es Rückenwind. Die Segelschirme liegen griffbereit und so leuchten die bunten Windfänger nach kurzer Zeit in der Sonne und fangen den Wind für den Vortrieb ein. Vorbei an bunt leuchtenden Häusern einer Fischersiedlung geht es nach Süden. Dabei überholt uns die tägliche Inselfähre, die von Örnsköldsvik aus die Inseln der Region versorgt. Ob in der Nähe des Inselanlegers eine Zeltmöglichkeit ist? Aus der Nähe sieht es nicht gut aus, also weiter. Die Küste wird steiler und bietet keine Plätze fürs Zelt. Aus dem Zweier kommt der Hinweis auf den Platz auf Ronön, der sich zur Mittagspause bereits zum Zelten angeboten hatte. So ist das unser neues Ziel. Die Ecke ist bei dem Wind ideal. Sie bietet weiche und ebene Plätze für die Zelte und Windschutz gibt ein Felsriegel mit Wäldchen. Die Zelte stehen schnell und bald summen die Kocher. Ein guter Tee und ein deftiges Abendessen, dann geht es zu gemütlichen Teil des Abends über. Treibholz und trockne Äste aus dem Wald liefern genug Nahrung für ein wärmendes Feuer. Soweit nördlich ist jetzt die Zeit der hellen Nächte. So bleiben wir noch lange auf, trinken einen guten Tropfen Rotwein und schauen der Sonne beim Untergehen zu. Weit geht der Blick hinüber zu den anderen Inseln und auf die Gebirgskette, über der sich der weite Himmel des Nordens leuchtend rot färbt.

Pausenbucht im Hörsangfjord.


Gewitterfahrt

Das Barometer zeigt am nächsten Morgen weiter einen stabilen tiefen Druck an, doch das Wetter weiß trotzdem zu gefallen. Am blauen Himmel zieht bei unserem Start ein Schwarm Graureiher vorüber. Ihnen folgend geht es mit Rückenwind hinüber zum Nordende der Insel Mjältön, wo wir eine tiefe Bucht mit gelbem Sandstrand finden. An den Berghängen ziehen sich zwischen den Fichten breite Flächen Laubwald hoch, der mit seinem hellen Frühsommergrün in der Sonne leuchtet. Eine Gruppe Kanadagänse am Ufer schnattert aufgeregt beim Vorbeiziehen der Kajaks. Der Übergang vom Sandstrand zum höher gelegenen Waldboden bietet sich für den Pausensnack als ideale Sitzbank an. Spuren in den Wald hinein machen neugierig und müssen erkundet werden. Geht der Pfad zur nördlichen Bucht hinüber? Früher vielleicht einmal, jetzt wird er immer enger und endet völlig zugewachsen in einem angehobenen Strandwall. Von Dornen verkratzt kehren wir um und entdecken auf einer Lichtung die Reste eines Holzfällerlagers. Auf Sonnenflecken zwischen Lagerresten haben leuchtende Orchideen einen geschützten Platz gefunden.

In der Bucht ist der inzwischen aufgefrischte Wind gar nicht bemerkbar. Doch außerhalb weht es bereits so, dass der Segelschirm in Aktion treten kann. In flotter Fahrt geht es vorbei an hohen Felswänden, an denen sich einzelne Fichten in den Felsritzen festkrallen. Eigentlich soll die folgende große Bucht Richtung Nordwest gequert werden, doch sehr hoch können wir mit dem Schirm nicht segeln, so geht es erst einmal weiter nach West. Das Erreichen der gegenüberliegenden Küste, zunehmender Wind und dunkle Wolken machen der Segelfreude ein Ende. Jetzt geht es nordwärts und die Wellen aus Ost schwappen immer öfter über das Deck. Die Wolken haben sich inzwischen zu einem Wolkengebirge erweitert, aus dem die ersten Tropfen fallen. Bald erklingt das erste Donnergrollen hinter uns. Bevor es richtig losgeht, sollten wir an Land sein. Eine Felsküste mit dichtem Wald verhindert jedoch die Landung. Auf der Karte ist eine Siedlung verzeichnet, ob wir es bis dahin schaffen? Doch was ist das? Dort steht eine Hütte mit flachem Geröllstrand davor. Da können wir bleiben. Mit Anlauf geht es mit dem Kajak auf den Strand. Beim Aussteigen bin ich jedoch nicht schnell genug. Eine Brandungswelle findet den Weg in die Luke und über meine Hose. Der Zweier hat es besser. Als er durch die Brandung angerauscht kommt, nehme ich ihn in Empfang und ziehe ihn weit hoch.

Näskebodana-Hütte

Nachdem die Kajaks hoch am Strand liegen, schauen wir uns erst einmal um. Auf der zum Wasser hin offenen Lichtung duckt sich eine Wanderhütte unter den hoch aufstrebenden Kiefern. Davor ist eine Kochstelle mit Picknicktisch für Wanderer. Am Waldrand bieten sich zwei ebene Plätze für unsere Zelte an. Was wollen wir mehr.
Die Wanderer aus der Hütte sind bald mit dem Kochen fertig, so können wir die Feuerstelle benutzen. Zuerst mit aufgespanntem Segelschirm zum Kochen und als das Gewitter abzieht zum Trocknen meiner Kajakhose. Die Hinweisschilder am Wanderpfad weisen auf Steingräber und einen Wanderzeltplatz hin. Was gibt es dort zu sehen? Neugierig geworden machen sich Ursel und Regina zur Erkundung auf. Die Gräber erweisen sich nur als stark bemooste Steinhaufen im Wald, doch an dem Zeltplatz auf der nächsten Halbinsel ist viel Betrieb. In der nächsten Lichtung gruppieren sich Fischerhäuser eingerahmt von leuchtenden Weideröschen um die Bucht. Netze sind zum Trocknen aufgehängt und vom Steg aus werfen die Buben der Siedlung routiniert ihre Angel aus.
Am nächsten Morgen verzieren nur ein paar lockere Wolken das Blau des Himmels. Es geht weiter hinüber zur den Stangön-Inseln. Zwischen beiden zieht ein schmaler Sund hindurch. Als wir dort hinein fahren, erwartet uns eine Landschaft die stark an Mittelnorwegen erinnert. Auf der östlichen Insel liegt ein großer Bauernhof oben am Hang und auch von der Westinsel leuchten rot gestrichene Höfe herüber. Ob wir dort unseren Wasservorrat ergänzen können? Die Leute bei den Fischerhütten haben leider nichts. Eine große Segeljacht, die dort vertäut liegt, füllt jedoch bereitwillig den leeren
Wassersack auf. Ein nächstes Problem können wir am Anleger der Fähre lösen. In den Müllcontainern kann der inzwischen gesammelte Müll entsorgt werden. Weiter im Nordosten bietet sich die Insel Alwön als Ziel für das nächste Camp an. Ein Seeadler kreist über der Insel und setzt sich auf eine Kiefer am Ufer. Er lockt uns weit nach Süden. Dort verhindert jedoch grobes Geröll die Landung. Weiter nördlich wird es besser. Ein Sandstrand und darüber eine von kleinen Kiefern umrahmte Grasfläche bieten sich als idealer Platz für die Nacht an. Nach einem Nachmittagskaffee gehen wir auf Erkundung. Ist die Insel bewohnt und haben wir Nachbarn? Ein breiter, von Felspartien durchsetzter Strand zieht sich nach Norden.
Wildrosensträucher leuchten vom Hochufer herunter und im oberen Strandbereich ziehen sich breite Ameisenautobahnen entlang. Eine blockieren wir mit einem kleinen Zweig. Er wird gleich von einem Trupp Ameisen untersucht. Was werden sie wohl unternehmen? Erst einmal geht es weiter. Nur eine unbewohnte Hütte befindet am Nordende. Wir sind also momentan die einzigen Menschen auf der Insel. Auf dem Rückweg geht natürlich bei den Ameisen vorbei. Sie sind inzwischen fleißig gewesen, der Stock ist beiseite geräumt. Wald und Strand liefern genug Holz für ein wärmendes Feuer, der Wind weht nur schwach und so sitzen wir abends noch lange am Strand. Die Landschaft strahlt eine wunderbare Ruhe aus.

Klettereinlage auf dem Weg zum Gipfel des Slattdalsberget.


Das Spiel des Windes

Der Wind weht am nächsten Morgen frisch aus Nordwest und kann uns auf der geplanten Route Richtung Süden erst einmal unterstützen. Laut Wetterdienst wird es den Tag interessant. Bis 11:00 Nordwest 3 abnehmend auf 2, dann auf Süd drehend abnehmend auf 1. Ab 13:00 Süd zunehmend auf 5 und ab 18:00 weiter aus Süd abnehmend auf 1. Um 20:00 soll der Wind auf Nordwest drehen und bis 7Bft. zunehmen. Bei der Vorhersage heißt es früh starten und genau planen.
Der Nordwest schiebt uns zuerst recht flott, um dann fast einzuschlafen. Das kommt gerade recht, denn bis nach Ronön hinüber ist viel freies Wasser. Unterwegs passieren wir mehrere kleine Schären. Einige kleine, als unbewachsene Felsbuckel und andere schon mit etwas Bewuchs, demonstrieren die unterschiedliche Entwicklungsstufen der Landhebung. Die Schären vom Ronögrund bieten sich als erster Pausenplatz an. Unsere Ankunft erschreckt einige Gryllteisten und Gänsesäger, doch sie beruhigen sich schnell. Die flachen Inseln bestehen überwiegend aus rotem Granit. Beim Gang zur Ostseite staunen wir über Strandwälle aus großen roten Granitkugeln. Wie hoch die wohl noch im Laufe der Jahrhunderte angehoben werden? Beim Mittagsessen haben wir immer den Wind im Blick. Als die ersten leichten Böen kommen, geht es wieder in die Kajaks. Hinüber bis nach Nord Ronön ist es noch geschützt, doch entlang der Westseite der Insel nimmt der Wind wie vorausgesagt schnell an Stärke zu. Manche Bucht fahren wir aus und haben dadurch etwas Schutz, doch als wir den Süden von Ronön erreichen, weht es uns mit vollen 5 Bft. entgegen. Gut, das dort die bekannte Bucht liegt, in der wir schon gezeltet haben. Wir ziehen uns für die Wartezeit warm an. Die Zeit bis zum Abend wird lang und kalt, doch wie angesagt, schläft der Wind um 18:00 Uhr ein. Jetzt aber los, denn lange soll die Windpause nicht dauern. Auf der langen Querung hinüber nach Mjältön läuft aus der freien Ostsee eine lange Dünung zwischen die Inseln und schaukelt die Boote in sanftem Rhythmus. Eine halbe Stunde bevor wir das Ziel erreichen, kommen bereits die ersten Böen aus Nordwest entgegen und die ganze Nacht heult es in den Bäumen. Gut, das die Zelte in der Baggsandbukten so gut geschützt stehen.

Nach Malviken

Beim ersten Blick aus dem Zelt scheint uns am Morgen die Sonne ins Gesicht und der Wind tobt auch nicht mehr in den Bäumen. Der zweite Blick geht zum Barometer und Wetterbericht. Danach haben wir doch noch Windstärke 4 aus NW und ab dem nächsten Tag ist Sturm und Regen für die Folgetage angesagt. Da ist es wohl besser, es heute bis zu den Autos schaffen. In der geschützten Bucht ist vom Wind wenig zu spüren und in der Sonne wird es richtig warm. So kommt zum ersten Mal auf der Tour ein seltenes Kleidungsstück zum Einsatz. Ursel hat im Kleidersack ihren Bikini gefunden und nutzt die Sonnenstunde bis zum Start. Doch dann heißt es wieder warm einpacken und die Spritzdecken dicht verschließen. Zuerst gibt es noch Windschutz, doch dann geht das Spiel mit den Wellen los. Sie kommen aus dem inneren Fjord heraus und haben 18 km Anlauf. Zum Glück schieben sie für die Hälfte der Strecke schräg von hinten. Es wird nass, denn so manche Welle rauscht spritzend über das Deck, doch das ist besser als wenn wir gegen an müssten. Von rechts grüßen die Aussichtsberge Skulleberget und Högklinten herüber und die ehemalige Pausenbucht mit ihrem Sandstrand lockt, doch wir müssen weiter, denn der Wind soll zunehmen. Hinter der Halbinsel von Noorfällsviken geht es in den Mjällomfjord hinein und das heißt ab jetzt Gegenwind bis zum Ziel. Große Strandwälle mit großen runden Kullersteinen und steile Felsküsten wechseln sich ab. Buchten bieten etwas Windschutz. In einer besonders tiefen weht nur eine leichte Brise, dort wird Pause gemacht und ich staune nicht schlecht, als sich die beiden Frauen wieder im Bikini zeigen. Sie müssen es ausnutzen, denn windstille Ecken mit Sonne und Wärme sind auf dieser Kajaktour, bei der die ganzen Tage Tiefdruck herrscht, recht selten.
Heute haben wir Glück und es bleibt bis zum Abend sonnig. So können wir nach der Ankunft in Maviken die Ausrüstung trocknen und verstauen. Bereits in der Nacht trommelt der angesagte Regen von starkem Wind getrieben aufs Dach. Das geht ein paar Tage so und wir sind froh, dass wir nicht mehr draußen mit dem Kajak unterwegs sind. Doch auch das geht vorbei und die Sonne scheint wieder.

Tag ausklingen lassen am wärmenden Feuer.


Aussichtsberg Slattdalsberget

Die Beine wurden während der Kajaktour nicht so gefordert, das soll sich jetzt ändern. Die Wanderer von der Hütte Näskebodana hatten begeistert von ihrer Tour durch den Skuleskogen-Nationalpark und auf den Berg Slattdalsberget erzählt. Da wollen wir auch hoch und unsere Kajakroute zum Abschluss noch einmal von oben betrachten. Im Südwestteil des Parks starten wir. Zuerst geht es auf Holzbohlen durch den Wald, dann beginnt eine Strecke über felsige Zonen mit Blockhalden, auf denen uralte Kiefern wachsen. Das macht einen mystischen Eindruck. Gut, dass wir hohe Wanderstiefel anhaben, die guten Halt bieten. Der Pfad hat bei uns schnell den Namen „Wurzel-Steine-Stolpersteig“. Weiter oben stolpern wir quer durch grün bemooste ehemalige Strandwälle. Was danach folgt ist schon leichte Kletterei. Steil geht es in der Schlucht Slattdalskrevan hoch. Die Felswände kommen näher und dann heißt es bücken, weil sich ein dicker Felsbrocken zwischen den Schluchtwänden verkeilt hat. Pustend kommen wir oben an und staunen. Die Wände der Schlucht sind hier nur sieben Meter auseinander und ragen vierzig Meter hoch in den blauen Himmel. Eine imposante, wilde Urlandschaft. Zum Gipfel geht es mit leichten Klettereinlagen hundert Meter höher, dann tut sich auf dem Slattdalsberget ein weiter Blick über die Wasserlandschaft des Nationalparks auf. Schaue mal dort! Unser Zeltplatz auf Ronön und dort die Durchfahrt zwischen den Stangön Inseln. Es ist schön, das alles von oben zu sehen. Die Erinnerungen an erlebnisreiche Stunden auf dem Wasser kommen hoch, doch nicht nur das, wir sehen von hier oben auch was die Inselwelt noch alles zu bieten hat. Genug für einen weiteren schönen Kajakurlaub an der HOHEN KÜSTE.

Die roten, rauen Strandwälle sind kein guter Landeplatz.


Infos

Unser Fahrtengebiet
Das beschriebene Fahrtengebiet liegt am Bottnischen Meeresbusen etwa 450 Kilometer nördlich von Stockholm. Bis auf kleinere ständig bewohnte Siedlungen ist es eine einsame nordische Wildnis. Hinter den vorgelagerten Inseln ziehen sich Sunde und Fjorde mit eingelagerten Inseln tief ins Land. Die Küstenlinien wechseln zwischen Steilküsten und flachen Buchten. Der Bewuchs besteht aus nordischem Wald mit Kiefern, Fichten und Birken. Tidenhub ist nicht bemerkbar.
Wechselnde Strömungen können sich durch lang anhaltende Winde aus Nord oder Süd ergeben. Das Fahrtengebiet bietet dem Wind aus allen Richtungen viel Anlauf und ist dadurch rauer als zum Beispiel die Ostseeschären.
Im Skuleskogen Nationalpark bieten sich vielfältige Wandermöglichkeiten auf dem Hohe-Küste-Weg an.
Das Höga Kusten Naturum in der Nähe von Doksta bietet mit seinem interessanten Museum alle Informationen und ist einen Besuch wert. Wer sie noch nicht hat, kann sich dort mit den genauen Terrängkartan 1:50 000 für das Gebiet eindecken. In Doksta und in Örnsköldsvik gibt es Outlet-Stores bekannter Skandinavischer Outdoor-Ausrüster die zur Ergänzung der Ausrüstung einen Besuch wert sind.
Klima
Die Hohe Küste hat entsprechend seiner nördlichen Lage ein gemäßigtes, kaltes Klima. Die Lufttemperaturen im Inselgebiet werden wesentlich durch das kalte Wasser der Ostsee geprägt. Die Ostsee kann in dem Gebiet bis zum Ende Mai eisbedeckt sein. Im Sommer liegen sie durchschnittlich bei 18 Grad. In den inneren Fjorden ist es meist einiges wärmer. Es muss im Schnitt mit bis zu 10 Regentagen pro Monat gerechnet werden. Die Wassertemperatur beträgt im Juli /August 15°C.
Trotz durchgehend tiefem Luftdruck um 1000 mbar hatten wir zwischendurch sonniges Wetter.
Ausrüstung und Voraussetzung
Das Gebiet ist kein Fahrtengebiet für Anfänger. Ausreichende Erfahrung auf längeren Kajaktouren in Wildnis Gebieten und gute Fitness sollte vorhanden sein.
Robuste, komplett ausgerüstete Seekajaks oder Faltboote mit fest schließenden Spritzdecken und ausreichend Raum für mehrtägige Verpflegung sind geeignet. Eine Bootsrolle zum schnellen und einfachen Landtransport der schwer beladenen Kajaks ist für Zweier empfehlenswert. Zusätzlich können Tragegurte hilfreich sein.
Da die Routen durch Wildnis verlaufen, sind Flickzeug, Ersatzpaddel und ein Erste-Hilfe-Set notwendig. Als Sonnenschutz wird eine wasserfeste Sonnenmilch mit hohem Schutzfaktor benötigt.
Zur Einschätzung der Wetterentwicklung nutzten wir ein Barometer und die Apps WEATHER-PRO und WINDFINDER auf dem Handy.
Als Kajakbekleidung empfiehlt sich Fleece- oder Wollkleidung ergänzt durch eine Paddeljacke. In Vor- und Nachsaison ist aufgrund des kalten Wassers ein Trockenanzug empfehlenswert. Zusätzlich ist eine Schwimmweste notwendig.
Für das Gebiet ist ein robustes sturmfestes Zelt in der Bauart Geodät oder Geodät artiges Kuppelzelt mit guter Lüftungsmöglichkeit vorteilhaft. Für Wanderungen in dem meist unebenen Gelände empfehlen wir hohe, die Knöchel schützende Bergschuhe.
Übernachtung
Zeltplätze in sicherer Höhe über dem Wasser sind ausreichend zu finden. Speziell Gruppen mit mehreren Zelten sollten jedoch rechtzeitig Ausschau halten. Bei der Zeltplatzwahl ist zu beachten, dass einige Inseln als Vogelschutzgebiet ausgewiesen sind. Entsprechende Schilder geben Hinweis über die Schutzzeit.
Anreise
Nach umfangreicher Prüfung von Fährpreis, Zeitaufwand und zu fahrenden Kilometern haben wir die Finnline Fähre (www.finnlines.com) zwischen Travemünde und Malmö genutzt und sind von dort weiter über die schwedischen Autobahnen. Zur Zeitersparnis bietet sich die Nutzung der Nachtfähre an. Fähren in Skandinavien können oft und besonders am Wochenende nur online gebucht werden.
Zahlungsmittel
Die schwedische Währungseinheit ist die Krone (SEK) 1 Krone = 100 Öre. 1 € = 9,80 SEK Stand Feb. 2018.
Kreditkarten werden in Schweden überall akzeptiert. An den Geldautomaten kann mit der EC-Card problemlos Geld abgehoben werden. Bei automatischen Tankstellen werden die Kreditkarten oft als erstes mit einem hohen Pauschalbetrag belastet, der später korrigiert wird.
Versorgung
Der Großeinkauf vor der Tour sollte am besten zu Hause erfolgen. Vergessene Waren können problemlos in den Supermärkten in den Orten an der E6 ergänzt werden. Im Fahrtengebiet gibt es unterwegs kaum Einkaufsmöglichkeiten.
Kommunikation
Für den Notfall gilt auch in Schweden die Notrufnummer 112. Seenotrettungszentrale 077-579 00 90
Die schwedische Vorwahl von Deutschland aus ist +46 ---bzw. 0046
Handyempfang ist im Bereich der Höga Kusten durch strategisch aufgestellte Sendemasten auf den Bergen überall vorhanden.
Landkarten und Navigation
Kompass und eine gute Karte sind Pflicht. Die Terrängkartan Nr. 699 Skuleskogen im Maßstab 1:50 000 deckt das beschriebene Gebiet ab. Auszüge davon nutzten wir einlaminiert auf dem Deck. Erhältlich sind die Karten bei der www.geobuchhandlung.de oder direkt vor Ort im Naturum in Doksta.
Für die Anreise und als große Übersicht werden Schweden-Karten im Maßstab 1:300 000 von verschiedenen Verlagen angeboten. Ein wasserdichtes Fernglas mit großem Gesichtsfeld erleichtert das Navigieren. Als zusätzliche Sicherheit bei unsichtigem Wetter empfiehlt sich ein GPS mit Kartenfunktion. Wir nutzten dazu die digitalen Karten von OSM.
Mehr Infos und Bilder unter:
https://www.youtube.com/watch?v=ui Eayv X7p ZU


Bilder: Ursel & Jürgen Stecher und Regina Lankuttis