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Schweini zeigt seine WM-Elf: Mit Reus, ohne Süle & Havertz!


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Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 44/2022 vom 02.11.2022

NATIONALELF

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Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 44/2022

Bastian Schweinsteiger ist seit 2020 ARD-Experte, wird beim Turnier in Katar vor Ort sein. Er wurde 2014 in Brasilien mit dem DFB-Team Weltmeister

SPORT BILD: Herr Schweinsteiger, in drei Wochen beginnt für Deutschland mit dem Spiel gegen Japan die WM. Können Sie für uns Bundestrainer spielen und Ihre Top-Elf, mit der Sie ins Turnier starten würden, skizzieren?

BASTIAN SCHWEINSTEIGER (38):Ich beginne mit den Spielern, bei denen ich mir sicher bin. Manuel Neuer im Tor, klar. Die Innenverteidigung: Toni Rüdiger und Nico Schlotterbeck. Kimmich und Goretzka auf Sechs und Acht. Musiala der Zehner. Dazu im Angriff Sané, Müller und – im topfitten Zustand – Marco Reus. Dahinter stehen Havertz und Gnabry als erste Alternativen. Havertz im Zentrum, Serge Gnabry über Außen. Bei den Außenverteidigern wird es komplizierter: Rechts hinten steht Jonas Hofmann oder Niklas Süle – jedoch nur, wenn er in guter Verfassung ist. Links hinten würde ich Christian Günter spielen lassen. Er hat Größe, Power und in Freiburg mit Schlotterbeck super ...

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... harmoniert. Oder eben David Raum.

Kann Thomas Müller wie zeitweise bei der WM 2014 in Brasilien den Mittelstürmer geben?

Wenn Musiala nicht spielen sollte und Thomas Müller auf der Zehn aufgestellt wird, könnte davor Havertz als Stürmer agieren. Das Gute ist: Mit vier Bayern-Spielern in der Offensive ist die Nationalmannschaft sehr eingespielt, dahinter Kimmich und Goretzka, das ist ein riesiger Block. Und die Blockbildung hat am Ende oft zu Titeln geführt.

Darf es überhaupt eine Frage sein, ob Jamal Musiala in der Stammelf steht?

Nein. Jamal Musiala muss spielen! Er wird für uns der entscheidende Spieler sein. Er hat Fähigkeiten wie kein anderer Spieler in der deutschen Nationalmannschaft. Er kann Tore schießen, auflegen und – was mir am allermeisten gefällt – er verteidigt nach hinten super mit. Ich konnte das beim Länderspiel in Amsterdam gegen die Niederlande (1:1;d. Red.)live beobachten. Da hat Musiala das fantastisch gemacht, Bälle als Achter erobert. Wenn Deutschland die ersten 60 Minuten aus dem Spiel gegen Holland nach Katar bringt, dann können wir sehr weit kommen.

Kann Musiala ein Publikumsliebling werden, wie Sie es waren?

Ich mag ihn total gerne, weil er Spielfreude ausstrahlt. Im Lauf dreht er schon den Kopf, weiß, wo seine Mitspieler sind. Sofort läuft er sich wieder frei, ist in jeder Sekunde im Spiel. Er ist ein unfassbarer Spieler, der sich noch weiterentwickeln wird.

Sie haben in Ihrer WM-Viererkette Schlotterbeck den Vorzug vor Süle gegeben. Warum?

Nico Schlotterbeck ist ein sehr guter Linksfuß, der mich etwas an Holger Badstuber erinnert. Holger hatte eine fantastische Spieleröffnung. Schlotterbeck verteidigt im Spiel sehr gut, bei gegnerischen Ecken hatte er zuletzt einige Schwierigkeiten. Wie er sich im Spiel gegen den Ball positioniert, das gefällt mir: Er ist im Kopf immer einen Schritt weiter. Zudem haut er sich rein, ist ein Kämpfer. Selbst wenn Süle mehr Erfahrung hat, glaube ich, dass Schlotterbeck unserer Mannschaft gerade im Hinblick mit Ball mehr geben könnte.

Um Joshua Kimmich gab es im Vorfeld der WM Diskussionen, unter anderem forderten Philipp Lahm und Sami Khedira mehr Positionstreue und ein defensiveres Denken. Muss er stabiler werden?

Ich denke, die Organisation gegen den Ball muss besser werden. Da hakt es manchmal für ein, zwei Sekunden. Es ist aber keine Joshua-Kimmich-Debatte, sondern eine Kollektiv-Debatte. Zwischen Innenverteidigern und zentralem Mittelfeld muss besser kommuniziert werden. Wenn es hinter Joshua einen Verteidiger gibt, der ihm sagt, dass er bleiben soll, wird er nicht so häufig seine Position verlassen. Joshua ist sehr getrieben, er will am Spiel teilnehmen, Pässe verteilen. Umso wichtiger ist Leon Goretzka neben ihm, der die Mitte absichert. Bei mir und Sami Khedira war das ähnlich: Ich wusste, dass Sami ab und zu seine Wege nach vorne sucht. Umso wichtiger war es, dass ich die Mitte für ihn geschlossen habe. Da gibt es noch Verbesserungs-Potenzial, aber ich sehe das nicht zu dramatisch.

Beim WM-Sieg 2014 fing Philipp Lahm im Zentrum an, rückte dann aber wieder auf die Rechtsverteidiger-Position. Könnte es diese Diskussion um Kimmich 2022 auch geben?

Ich finde, dass es überhaupt kein Problem sein darf, darüber zu diskutieren. Da wir alle wissen, dass Joshua die Rechtsverteidiger-Position exzellent spielen kann. Falls es im Turnier Probleme gibt, weiß man: Joshua kann dort problemlos agieren. Und selbst von rechts hinten kann man das Spiel gestalten! Wenn der Gegner das Zentrum dicht macht, brauchst du Spieler, die über Außen kreativ sind. Und das ist Joshua Kimmich ohne jeden Zweifel. Diese Option sollte man nicht einfach so wegwerfen.

Ilkay Gündogan sitzt bei Ihnen auf der Bank. Wieso?

Mit Joshua Kimmich ist ein ähnlicher Spielertyp da. Leon Goretzka geht sehr über das Physische, kann die weiten Läufe machen. Jamal Musiala ist der kreativste Mann im Kader. Ilkay Gündogan auf der Bank ist für jede Mannschaft ein Luxus. Ich schätze ihn total, er kann der Mann für entscheidende Momente sein. Ilkay kann ein Spiel gestalten, von den Charakteren im Mittelfeld passt es aber nicht ganz. Deswegen, sorry Ilkay: Erst mal ist es zum Start nur der Bankplatz.

Wie wichtig war Hansi Flick beim WM-Sieg 2014 als Assistent von Jogi Löw?

Hansi war 2014 durch seine Erfahrungen, die er als Trainer zuvor unter anderem schon in Hoffenheim gesammelt hat, voll drin: Er hat teilweise Trainingseinheiten geleitet, während Jogi Löw zuschaute. Hansi war schon immer sehr kommunikativ. Was mir jetzt auffällt und sehr gefällt: Wenn er mal unzufrieden ist, dann zeigt er das – wie zuletzt nach der 2:0-Führung in Wembley, die dann hergeschenkt wurde. Das zeigt mir: Hansi ist überzeugt davon, dass die Mannschaft besser spielen kann. Es war sehr wichtig für ihn, 2014 als Co-Trainer dabei zu sein. Hansi hat das Gespür, wie eine WM abläuft.

„Wenn sein Körper mitmacht, soll Manuel so lange spielen, wie es geht“

Ihre WM-Kollegen von 2014, Manuel Neuer und Thomas Müller, sind nach wie vor elementar wichtig, Kapitän und Vize, Achsenspieler. Können Sie sich vorstellen, dass beide bei der EM 2024 im eigenen Land noch mit dabei sind?

Wenn bei Thomas kein wichtiges Golf-Turnier dazwischensteht: definitiv(lacht)!Im Ernst: Ich glaube, er will die EM in Deutschland auf jeden Fall spielen. Aus meiner Erfahrung von der WM 2006 kann ich sagen: Es gibt nichts Größeres, als für die deutsche Nationalmannschaft im eigenen Land ein Turnier zu spielen. Manuel Neuer wäre dann 38, für einen Torwart immer noch ein super Alter. Ich bin immer noch total von seiner Qualität überzeugt. Wenn sein Körper mitmacht, soll er so lange spielen, wie es nur geht.

„Wir alle wissen, dass Joshua die Rechtsverteidiger-Position exzellent spielen kann“

Für Ihren Konkurrenten aus dem Finale 2014, Lionel Messi, könnte es die letzte Chance auf den WM-Titel sein. Haben Sie Argentinien auf dem Zettel?

Sie haben eine qualitativ gute Mannschaft. Sehe ich sie als einen der Topfavoriten bei der WM? Für mich sind das eher Frankreich, Brasilien, Niederlande. Argentinien steht eher eine Stufe darunter. Lionel Messi würde ich den WM-Pokal gönnen, er hätte es ohne jede Frage verdient.

Haben Sie einen ganz speziellen Messi-Moment von der WM 2014 im Gedächtnis?

Ich habe öfter gegen Messi gespielt. Im Spiel musste man immer aufpassen, weil er den Ball oft über meine Grätschen lupfen wollte. Nach dem WM-Finale 2014 habe ich Messi in den Arm genommen, weil ich weiß, was es bedeutet, ein wichtiges Finale zu verlieren. Noch dazu als Argentinier, wenn du aus diesem fußballverrückten Land kommst. Ich habe versucht, Messi zu trösten. Von daher wünsche ich ihm auf jeden Fall ein gutes Turnier und einen krönenden Abschluss 2022.