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Schweizer Sonnenstube


Tourenfahrer Sonderheft - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 23.03.2019

Fernab des Massentourismus überraschen die Täler des Tessins mit rustikalen Dörfern, tiefen Schluchten und Traumkulissen. Michaela und Udo Staleker (Text und Fotos) haben sich verführen lassen.


Artikelbild für den Artikel "Schweizer Sonnenstube" aus der Ausgabe 1/2019 von Tourenfahrer Sonderheft. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Tourenfahrer Sonderheft, Ausgabe 1/2019

Stein auf Stein: Im Valle di Bosco schlummert das weltvergessene Bergdorf Collinasca in den Tag hinein.


In der Nase kitzeln die ersten Sonnenstrahlen, die es über den Kamm des Bergzugs auf der gegenüberliegenden Seeseite geschafft haben


Buongiorno: Hoch über dem Künstlerdorf Ronco sopra Ascona thront erhaben die Chiesa di San Martino und morgenmüde ruht der See.


Uscita Bellinzona-Nord, Blinker setzen, endlich runter ...

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... von der Autobahn. Gerade hat die Straße jenen Fluss überquert, der ganze Welten zu trennen vermag: Il Ticino – siete i benvenuti! So war es immer gewesen, über viele Jahre hinweg. Schon als Halbstarke wussten wir: Ab dem Ticino kannst du alles hinter dir lassen, die Schule, die Arbeit, den Alltag. Und so hieß es am Wochenende oft: »Komm, lass uns an den Lago fahren.« Mit dem Ticino begann stets verlässlich der Süden und im Tessin wohnte zugleich auch ein kleines Stück »Dolce Vita«, mit warmem Licht, mit bunten Farben und mit unendlich viel Lebensfreude.

Alice Pedroni klang schon am Telefon sympathisch. Selbstverständlich wird sie uns das kleine Gartenzimmer freihalten, auch wenn wir den Enduros erst lange nach der vereinbarten Zeit vor ihrem charmanten Hotel garni in der Viale San Carlo Borromeo den Strom abdrehen. Zusammen mit ihrer Schwester Alessia betreibt sie diesen kleinen Familienbetrieb gleich neben dem Ortskern von Cannobio, keine zweihundert Meter entfernt von einer der schönsten Seepromenaden rund um den Lago Maggiore. Wir haben für mehrere Nächte gebucht, wollen mit überschaubaren Rundtouren versteckt gelegene Tessiner Urtäler erkunden und damit endlich Michaelas erhobenen Zeigefinger besänftigen, der jedes Mal dann die Straßenkarte im Tankrucksack malträtiert, wenn wir im Frühjahr oder Herbst zwischen den mondänen Hotelpalästen am Seeufer von Stresa und der stimmungsvollen Uferpromenade von Ascona im Stau stehen und auf die vielen Touristen schimpfen. Gegen den Strom, mein Lieber! Also gut, dieses Mal soll es gelten.

Buongiorno – in der Nase kitzeln die ersten Sonnenstrahlen, die es über den Kamm des Malcantone-Bergzugs auf der gegenüberliegenden Seite des Lago geschafft haben. Kleines Frühstück im Garten mit puderzuckerbestäubten Cornetti con marmellata, belegten Weißbrotscheiben, die auf den klangvollen Namen Tramezzino hören, und natürlich ein, zwei Tassen Cappuccino, ohne den es kein Italien geben kann. So beginnt dieser Tag entspannt und völlig losgelöst vom pulsierenden Verkehr, der auf der SS 34 bereits den Startschuss zur ersten Lago-Rallye gegeben hat. Wer jetzt am See entlangbummelt, um über Ascona und Locarno die Tessin- Täler zu erreichen, kann schon an Pfingsten sein blaues Stauwunder erleben und die Lüftungen der Enduro-Jacke testen. Sehr viel erholsamer und straßentechnisch wesentlich spannender ist der Umweg über das immergrüne Valle Cannobina, das am Ortsausgang von Cannobio verwirrend mit »Falmenta« ausgeschildert ist. Auf den meisten Straßenkarten ist dieses Bergdorf noch nicht einmal verzeichnet.

Ein guter Wegbegleiter ist er, der Torrente Cannobino. Wild und ungestüm sprudelt und strudelt der Sturzbach über kleine Felsabbrüche, Flusssteine und Kiesbette, verschwindet im grünen Dickicht neben der kurvenreichen Taltrasse, um nur ein paar Sekunden später unter einer Straßenbrücke hindurchzutauchen oder mit einem kleinen Wasserfall zu überraschen. Kein großes Landschaftskino, aber ein ideales Tourenland mit hoch über dem Flusstal gelegenen Dorfjuwelen und den Grotti, wie rustikale Überlandlokale im Tessin auch ohne Höhle oft genannt werden. Als kurzweilige Abstecher den steilen Berghang hinauf locken Falmenta, Spoccia und Gurro in über achthundert Metern Höhe mit malerischen Steinhäusern, alten Dorfkirchen und einem Blick hinüber auf die Ausläufer des Parco Nazionale della Val Grande – Italiens größtem Wildnisgebiet mit tundraähnlicher Bevölkerungsdichte. Bewaldete Bergkuppen in changierenden Grüntönen, satt und dicht, ein Paradies für Vögel und nach Wetterumschwüngen noch im späten Mai mit einer gepuderten Schneekappe auf dem über 2100 Meter hohen Monte Zeda. Durchatmen ist angesagt.

Wappen an der Wand: Einst war die »Casa dei Landfogti« Sitz der eidgenössischen Landvögte in Cevio. Die bunte Fassade erinnert daran.


Volle Kanne: Schlussakkord am Lukmanierpass (1915 Meter), der wohl schönsten Verbindung zwischen Graubünden und dem Tessin.


Über einen kleinen Pass führt die Route ins benachbarte Valle Vigezzo, wo die SS 337 den Tourenfaden aufnimmt und nach kurzer Kaffeepause in Malesco dem Centovalli direkt in die Arme läuft. Dem im Oberlauf noch putzmunteren Melézza hat man hier den jugendlichen Schwung genommen und ihn unterhalb des Bergdorfes Palagnedra blaugrün aufgestaut, was vornehmlich die unweit gelegenen Maggia- Kraftwerke erfreut. Als die dänische Schriftstellerin Friederike Brun 1795 durch die Schweiz und Italien reiste, empfand sie diese Natur noch als »unentweiht«.

Reisende unserer Tage können diese grüne Euphorie durchaus nachvollziehen, besonders wenn sie in der niedlichen Centovalli- Schmalspurbahn sitzen, die auf den gerade mal fünfzig Kilometern zwischen Locarno und dem italienischen Domodossola verkehrt. Die Zugbegleiter auf dem zwanzig Kilometer langen Centovalli-Abschnitt sind gehalten, spätestens nach dem Grenzübertritt nach Italien die Scheiben der Waggonabteile zu putzen, so heftig haben sich die staunenden Fahrgäste die Nasen plattgedrückt. Dichte Wälder über steilen Berghängen, aus denen mindestens hundert Wildbäche stürzen und faltigschroffe Taleinschnitte schufen. Rustikale, gewagt auf Hochplateaus platzierte Dörfer mit steilen Kirchtürmen, die sich über jeden Sonnenstrahl freuen. Kühn geschwungene Steinbrücken über die Melézza- Schlucht und natürlich das pittoreske Dorf Intragna, dessen 65 Meter hoher Kirchturm zu einer Art Wahrzeichen des Centovalli geworden ist. Krönender Hintergrund dieser romantischen Kulisse sind die im Frühjahr noch schneebedeckten Höhenzüge zwischen dem Pizzo Peloso und dem Pizzo Salmone. Auf den restlichen Kilometern rollen die Endurostollen durch den »Pede- monte« – einen fruchtbaren Garten, in dem Gemüse angebaut wird und Obst und Weintrauben gedeihen. Zu schnell ist man durch, viel zu schnell mit dem Motorrad. Spätestens an der Ponte Brolla heißt es, das »Zügli« zu verlassen, um links ins Maggia- Tal abzubiegen.

Rollläden runter: Um die Mittagszeit ist die Piazza Chiesa Parrocchia Malesco in Finero (Valle Vigezzo) wie leergefegt.


Als kurzweilige Abstecher den steilen Berghang hinauf locken malerische Steinhäuser und alte Dorfkirchen. Durchatmen ist angesagt


Gut Ding will Weile haben. Und schließlich hatte die Maggia ja auch jahrhundertelang Zeit, um sich mühsam durch den harten Gneis eines Moränenzugs zu graben und dabei Höhlen, tiefe Gumpen und scharfkantige Abrisse zu schaffen. Die Einwohner des Vierhundert-Seelen-Dorfes Aurigeno auf der linken Talseite hatten bis ins letzte Jahrhundert hinein nur über eine Brücke Anschluss an die Zivilisation, was die Arbeit des Malers Giovanni Antonio Vanoni vor knapp zweihundert Jahren nicht gerade erleichtert haben dürfte. Immer wieder machte er sich zu Fuß auf den Weg, um die Pfarrkirchen der Maggia- Dörfer mit bunten Fresken zu verschönern und jene farbenprächtigen Bildstöcke zu gestalten, über die man sich heute noch freuen darf, wenn die Gashand locker und somit Zeit genug bleibt für einen Blick an den Wegesrand.

Spätestens vor dem Dorf Maggia sollte man das Bike mal kurz auf den Seitenständer kippen, vorzugsweise am Nachmittag, wenn zwischen 2 und 4 Uhr der Küster aus Maggia die hölzerne Pforte von Santa Maria delle Grazie öffnet. Dabei wären wir fast an dem schlichten Kirchlein auf einer Anhöhe rechterhand der Straße vorbeigerauscht. Ungewöhnlich zahlreiche und künstlerisch beeindruckende Fresken aus dem 16. Jahrhundert verzieren nicht nur die Apsis des Gotteshauses, sondern auch Seitenwände und Holzdecke mit Bibelmotiven und Szenen aus dem Leben der Gottesmutter. Die Dichte und Qualität dieser Arbeiten, bei denen selbstverständlich auch Antonio die Pinsel im Spiel hatte, gelten als einzigartig im Tessin. Und es gibt noch etwas zu genießen: den superben Blick hinein in ein einladendes Valle Maggia, das nun Meter um Meter intakter und im oberen Abschnitt des Tales sogar abenteuerlich alpin wird.

Lecker Lasagne: hausgemachte Pasta im »Pinocchio« von Ronco.


Wir nehmen uns zwei ganze Tage für die gerade mal fünfzig Talkilometer und kommen dennoch nicht ganz durch. Spätestens bei der Rast vor dem wappenverzierten Palazzo Pretorio im einstigen Regierungs- und Verwaltungssitz Cevio muss man sich entscheiden, denn hier fächert sich das Tal in drei völlig unterschiedliche, aber nicht minder attraktive Seitenarme auf. Das Val Lavizzara bleibt Maggia-treu und entführt die Enduros zielstrebig in die Bergwelt der Alpi Lepontine, belohnt dabei jede Mühe mit herrlichen Ausblicken auf die immer steiler werdenden Flanken des Pizzo Campo Tencia (3072 Meter) und des Pizzo di Röd (2699 Meter). Dabei wird der von der Tourismusindustrie oft strapazierte Begriff »Urtal« allmählich greif- und nachvollziehbar. In Bignasco treffen die Mündungsflüsse Maggia Bavona und Maggia Lavizzara aufeinander und vereinen sich nahe des stattlichen Campanile (Glockenturm) von San Michele.

Ab hier sind die Enduros ganz in ihrem Element und klettern kurvig und kehrig satte eintausend Höhenmeter hinauf bis zum Sambuco-Stausee, der das erste Wasser der frisch getauften Maggia aufnimmt, kurz nachdem der Lago del Narèt sie entbunden hat. In Dörfern wie Brontallo, Menzonio, Broglio und Prato schichten sich derbe Steinhäuser am Hang und obwohl inzwischen Naturliebhaber die Originalität dieser Region neu schätzen gelernt und Eigentum erworben haben, weisen die toten Augen vieler verlassener Häuser doch greifbar zurück in die Zeit eines großen Exodus: Viele Anwohner des nördlichen Maggia-Tales mussten sich bereits im 18. Jahrhundert als Saisonarbeiter vornehmlich in Italien und Frankreich verdingen, verloren mit der Zeit ihre sozialen Bindungen und wanderten ab dem 19. Jahrhundert massenhaft nach Australien und Kalifornien aus. Eine letzte Auswanderungswelle im vergangenen Jahrhundert zog vor allem junge Leute an den Lago Maggiore nach Ascona und Locarno, wo der Tourismus blühte und Arbeitsplätze winkten. Eine bittere Erfahrung aus vielen vergangenen Reisen findet ihre Bestätigung auch im Tessin: Wo Landschaften und Dörfer besonders urtümlich anmuten, sitzt zumeist die Armut mit am Tisch. Nicht auszudenken, wie sich das Alltagsleben der zurückgebliebenen, zumeist betagten Menschen in der Abgeschiedenheit der Wintermonate darstellt.

Brückenschlag: Über Lavertezzos Wassern erhebt sich Santa Maria degli Angeli.


Morgen-Make-up: Die Sonne taucht die Uferpromenade von Cannobio in warme Farben.


»Pan, vin e cudeghìn, a l’è un mangià divin – Brot, Wein und Tessiner Wurst, das ist einfach göttlich!« Wir haben für diesen Nachmittag noch eine besondere Tessiner Leckerei auf der Karte geplottet: In einem Seitental des Valle Maggia liegt auf gut 1500 Metern Höhe das Walserdorf Bosco Gurin, dessen Geschichte weit zurück in jene Tage reicht, als vor bald achthundert Jahren von dem Locarner Feldherren Simone di Orelli deutschsprachige Walser aus dem italienischen Formazza-Tal angeworben wurden, um gegen Stauferkaiser Friedrich II. zu kämpfen. Entlohnt wurden die Walser mit fruchtbaren Ländereien im Valle di Bosco, malerisch eingebettet und umschlossen von schneebedeckten Gipfeln. Gottes rauer Garten und weiß Gott kein Ponyhof, aber in seiner Abgeschlossenheit ideal, um jahrhundertelang Sprache und Traditionen aus dem Wallis zu bewahren.

Ab Cevio schraubt sich eine enge, steile Bergroute mit einigen schwungvollen Serpentinen oberhalb der Rovana-Schlucht ins Valle di Campo. Sattgrüne Wiesenhänge erinnern an das Allgäu, dazwischen getupft kleine Berghaine in lindgrünem Frühlingskleid und derbe, mit grauen Steinplatten gedeckte »Rustici«, die den Bauern früher als simple Wohngebäude und zur Bevorratung dienten. Fast zu idyllisch, wenn die Sonne in Linescio die Mauern putzt, die bunten Bildstöcke und Hausmalerien in leuchtenden Farben erstrahlen und der Armut einen malerischen Anstrich verleihen.

In dem schlichten Dorf Collinasca teilt sich das Tal ein weiteres Mal. Und nun muss Michaelas kleine CRF regelrecht schnaufen, so steil schrauben sich ein paar »Überkopfkehren« hinauf in das Hochtal des Bosco, folgen dem Rovana-Quellfluss über Stufen und felsige Abstürze bis zu einem lichten Hochplateau, auf dem kurz oberhalb des Dorfes Cerentino die weithin sichtbare Kirche Santa Maria thront und einladend, aber erhaben zur Pause lädt. Wir genießen die absolute Stille, bemühen mehrfach das Adjektiv »idyllisch« und nehmen erfreut zur Kenntnis, dass sich Auto- und Motorradreisende nur sehr vereinzelt in die Abgeschiedenheit dieser wunderschönen Tessiner Hochtäler verirren. Dabei muss man sich gar nicht stressen und den langen Weg nach Locarno am Abend zurückhetzen. Gleich am Ausgang der Bergstraße steht neben dem Dorf Bosco Gurin das »Hotel Walser« und verspricht »Ospitalità, tradizione e benessere «. Giorgio ist froh, am Abend noch zwei Logiergäste empfangen zu dürfen, und tafelt nach Tessiner Art. Zwar gibt es die »Cucina povera« der Bauersleut’ auf der Speisekarte nicht mehr in Reinkultur, doch von Buchweizen, Hirse, Kastanien und Pilzen ist immerhin ein schmackhaftes Risotto mit Steinpilzen übrig geblieben und den »Miele di castagne« (Kastanienhonig) gibt es am nächsten Morgen zu Giorgios leckerem Frühstück.


Mit dem Ticino beginnt verlässlich der Süden, hier wohnt zugleich auch ein kleines Stück »Dolce Vita« mit unendlich viel Lebensfreude


Wunder für Wallfahrer: In Re soll ein Madonnenbildnis Blut geweint haben – die Kirche ist danach benannt.


Zu Besuch bei den Walsern in Bosco Gurin – wir nehmen uns einen Vormittag lang Zeit und erkunden das Dorf. Die Sonne will noch nicht so recht und verweigert das Postkartenmotiv. Vielleicht gut so, denn umso eindrucksvoller klotzen die mächtigen, aus Holz »gestrickten« Häuser in bester Walser Tradition: ein massives gemauertes Untergeschoss für Küche, Ställe und Vorratsräume und ein Obergeschoss aus dicken Lärchenholzbalken, die sich an den Ecken des Hauses überkreuzen, also miteinander verstrickt sind, und nach innen mit Moos abgedichtet wurden. Unbehandelt verfärbten sich mit den Jahren diese Balken tiefschwarz, wodurch Walserdörfer an dunklen Herbst- und Wintertagen eine nahezu gespenstische Ausstrahlung haben. Schmuck und wie ein optimistischer Zeigefinger gen Himmel ragt dagegen in der Dorfmitte der Campanile von Santi Giacomo e Cristoforo empor. An der lichten Seite des Turmes befindet sich eine Sonnenuhr, unter der in Walserdeutsch zu lesen ist: »Sunni oder Räge – Va Gott der Säge (Sonne oder Regen – von Gott der Segen) «. So muss man es sicherlich halten, wenn man in diesem abgelegenen Teil der Welt zu Hause ist. Noch 39 Erwerbstätige unter knapp 70 Einwohnern zählt der Ort heute. Sie ernähren ihre Familien nach wie vor von Land- und Milchwirtschaft und – von Mieteinkünften aus Zweitwohnungen. Wohlhabende Städter haben die leer stehenden Wohnhäuser gekauft und renoviert, nutzen sie im Sommer selbst und vermieten sie im Winter an Skitouristen, die Bosco Gurin als beschauliche Alternative für den Wintersport entdeckt haben. »Va Gott der Säge« …

Die Einmotorige fliegt direkt auf eine gewaltige Mauer zu. Im letzten Augenblick zieht der Pilot am Steuerknüppel, die Maschine slippt knapp über den Mauerrand und man taucht nahezu körperecht in einen gewaltigen Stausee auf der anderen Seite. Schnitt. Ein Mann rennt auf einer Mauer entlang. Für Sekundenbruchteile zeigt die Kamera seinen Oberkörper, ein aufgerolltes Sprungseil und – diesen wahnsinnigen Tiefblick an der Staumauer entlang hinab ins Tal, bei dem man sich spätestens dann in die Hose macht, wenn man sich vorstellt, nun dort hinunterspringen zu müssen. Der Rest ist »Jump!«, ein nicht enden wollender Flug, ein per Pistole abgeschossenes Fangseil und das breite Grinsen von Pierce Brosnan, als er sich kopfüber bei einem der russischen Wachsoldaten der Chemiewaffenfabrik von Archangelsk dafür entschuldigt, nicht angeklopft zu haben. James Bond in »Goldeneye«. Großes Kino, unsterbliches Kino! Und ein touristischer Segen für das bis dahin eher als Geheimtipp geltende Verzasca-Tal – der letzten Station unserer Tessin-Entdeckungen. Und wieder einmal ändern sich Szenerie und Stimmung auf dieser Reise von einem Blinkersetzen zum nächsten.

Verzasca. Allein der Name fasziniert und macht auf nur 25 Kilometern Strecke jeden Naturliebhaber zum Wiederholungstäter. Am Nachmittag des Vortages haben wir noch die Sonnenlichtspiele am aufgestauten Lago di Vogorno genossen, Lavertezzos bizarre Gneisfelsen im blau-grünen Wasser des Verzasca-Flusses fotografiert und an den berühmten Doppelbogen der Ponte dei Salti gefühlte fünfhundert »I-was-here-Selfies« ertragen. Heute aber muss es ohne bunte Shorts und coole Sonnenbrillen gehen. Heute wollen wir endlich jenes Motiv einfangen, das dem urzeitlichen Charakter der Tessin-Täler am nächsten kommt: Rustici. Aber nicht irgendwelche, sondern Verzasca-Rustici! Doch heute will er nicht, der Wettergott, ist wankelmütig und knauserig mit dem Sonnenlicht. Nur für Sekunden öffnen sich die Wolkenbänke, lassen ein paar Strahlen hindurch und verleihen den grauen Steinplattendächern des Dorfes San Bartolomeo fl üchtig ein wenig Kontrast und Spannung.

Rustikale Rustici: An steilem Hang türmen sich im Verzasca-Tal die steinplatten gedeckten Häuser von San Bartolomeo.


Da verwöhnen die schlichten Bergdörfer im oberen Teil des Tales mit einer wohltuenden Harmonie – unspektakulär und alltäglich schön


Seit über einer Stunde lassen wir die dicke Africa Twin kreisen und den Hang hinaufklettern – wieder und immer wieder. Steil am Berg, noch oberhalb der pittoresken Dorfkirche, deren Grundmauern und Fresken aus dem Mittelalter stammen, kleben einige besonders ursprünglich anmutende Exemplare dieser Tessiner Granithäuser: kunstvoll gesetzte Trockenmauern, derbes Holzwerk mit umlaufenden Balkonen und Außentreppen, weiß abgesetzte Fensterrahmen und religiöse Freskenmotive an den Hauswänden. Danach habe ich gesucht, schon die ganze Reise über. Doch Verzasca will Weile haben. Und so packen wir am Spätnachmittag die Kameras wieder ein und nehmen Quartier bei der Familie Livio Stacchi in der »Osteria Vittoria« – neben dem tosenden Verzasca-Wildwasser und direkt gegenüber dem Wahrzeichen des Tales, der Santa Maria degli Angeli von Lavertezzo. Mehr Gottesfurcht und Ehrerbietung geht nicht.

Der »Kotau« scheint geholfen zu haben. Der Morgen weckt uns mit einer »Supernova « – so hell, so farbig schön, dass ich kaum das Frühstück abwarten kann, um endlich auf den E-Starter drücken zu können. Michaela ist vor der zweiten Tasse Cappuccino emotional für gewöhnlich im Stand-by, doch plötzlich schleppt meine Gute Gepäckstücke und nestelt unter dem Zimmerbalkon am Tankrucksack. Verzasca will es wissen – und wir wollen es auch. Und da leuchten sie, die »Rustici« in den Dörfern Pregossa und San Bartolomeo. Da öffnet das Valle d’Osola bei Brione seine Arme und der Blick geht fast zärtlich über die schneegepuderten Gipfel rund um den Cima di Gagnone. Da verwöhnen die schlichten Bergdörfer Gerra und Frasco im oberen Teil des Tales mit einer wohltuenden Harmonie. Und da darf die Sonne in der zweiten Hälfte des Tages in aller Ruhe im Talschluss das Dorf Sonogno vergolden. Verkehrsbefreit, unspektakulär, alltäglich schön – ein Schmuckstück in der Schweizer Sonnenstube. Wir sind sicher: Verzasca bedeutet »Wiederkommen«.

Unterkünfte

Im Umfeld der Route bieten sich folgende TF-Partnerhäuser in der Schweiz und in Italien an: »Berggasthaus Beverin« in Glaspass / Tschappina, »Hotel Romana« in Savogni, »Hotel Primavera« in Brissago, »Hotel Vezia« in Lugano-Vezia, »Pension Italo-Svizzero« in San Giacomo Filippo, »Hotel Moderno « in Premeno, »Agriturismo Giacomino« in Bugiallo fraz. di Sorico und »Hotel Ristorante Maloia« in Dubino. Mehr Informationen und Partnerhäuser im weiteren Umfeld sowie für die individuelle Anreise finden sich auf . Die Autoren empfehlen außerdem die folgenden Unterkünfte: »Garni Elvezia« in Cannobio, »Hotel Walser« in Bosco Gurin und »Osteria Vittoria« in Lavertezzo.

Literatur / Karten

Eberhard Fohrer: Oberitalienische Seen, Michael Müller Verlag, 6. Auflage (2017), ISBN: 978-3-95654-462-0, 19,90 Euro. Eva Gerberding: Lago Maggiore / Comer See (Merian momente), Travel House Media, 2015, ISBN: 978-3-8342-1921-3, 14,99 Euro (mit Extra-Karte zum Herausnehmen). Anita M. Back: ADAC Reiseführer Tessin, ADAC Verlag, 2014, ISBN: 978-3-95689- 968-3, 5,99 Euro. Karolin Langfeldt: Eine perfekte Woche … Tessin, Süddeutsche Zeitung Edition, 2015, ISBN: 978-3-86497-284-3, 16,90 Euro. Marco Polo Karte Lombardei / Oberitalienische Seen, M.: 1:200.000, MairDuMont, 6. Auflage (2017), ISBN: 978-3-8297-3974- 0, 9,99 Euro. Marco Polo Motorradkarten Alpen, M.: 1:300.000, MairDuMont, 1. Auflage (2015), ISBN: 978-3-8297-1993-3, 29,99 Euro. Motorrad-Atlas Alpenländer, M.: 1:275.000, Hallwag Kümmerly+Frey, 2. Auflage (2013), ISBN: 978-3-8283-0790- 2, 19,90 Euro.

Erholung am Lago

Locarno: sehr lebendige Kulturstadt mit viel kultureller Kurzweil rund um die Piazza Grande. Visconti-Festung, Museo Civico e Archeologico, Patrizierhäuser, Sakralbauten, Altstadtgassen, Wallfahrtskirche Madonna del Sasso oberhalb der Stadt, Uferpromenade Lungolago Giuseppe Motta sowie Fährverbindungen zum italienischen Teil des Lago.
Ascona: nobler Ort mit schöner Uferpromenade Piazza Giuseppe Motta mit Lokalen, Grotti, Flanierambiente, Altstadtgassen, Kirche Santa Maria della Misericordia, Museo Comunale d’Arte Moderna, Strandbad.
Ronco sopra Ascona: früheres Künstlerdomizil in traumhafter Lage über dem Lago mit prachtvollen Villen mit mediterranen Gärten. Der Campanile der schönen Kirche San Martino schmückt jeden zweiten Reiseführer.
Brissago: ehemalige Zwergrepublik, deren Charme sich erst unten am Seeufer erschließt, wo der Verkehr nicht mehr zubeißt. Kirchplatz mit alten Zypressen und einigen Palazzi. Pfarrkirche Santi Pietro e Paolo, Fährverbindung zu den Isole di Brissago.
Cannobio: Streng genommen nicht mehr zum Tessin gehörig, ist der lebendige italienische Seeort mit seinen zahlreichen Unterkünften ein idealer Ausgangspunkt für Touren in die Täler des Tessins. Seepromenade mit Restaurants, Bars, Hotels und Albergos und Bummelgasse Via Umberto I., Kiesstrand und schöne Flussbadestellen im Valle Cannobina.

Klima und Reisezeit

Wer in der Schweiz nicht frieren möchte, hält sich am besten im Tessin auf. Ein angenehm warmes Frühjahr mit einer frühzeitig erwachenden, bezaubernden Flora und nicht zu heiße Sommer, die an ein mediterranes Klima erinnern, aber dem Tourenfahrer noch genügend Energiereserven zum Reisen lassen. Herbst und Winter präsentieren sich vernehmlich am Lago Maggiore und am Luganer See ausgesprochen mild und eignen sich ideal für ein Nachtanken in Sachen Naturerlebnis, Kulturgenuss und schöne Tagestouren zum Saisonausklang.

TF-Partner-Regionen

Gleich zwei TF-Partner-Regionen – »Ascona – Locarno« (rund um den Lago Maggiore) und »Schweiz« (Grand Tour of Switzerland) – halten jede Menge spannende Informationen für die Reise bereit, von Tourenvorschlägen mit den jeweiligen Highlights und Insider-Tipps bis zu Unterkunfts- und Restaurant-Empfehlungen. Weitere Infos gibt es unter .

Das Tessin

Das Tessin (ital. Ticino) mit einer Fläche von 2812 km2 ist der südlichste Kanton der Schweiz – oft liebevoll »Sonnenstube der Schweiz« genannt. Er gliedert sich in die Bezirke Bellinzona, Blenio, Leventina, Locarno, Lugano, Mendrisio, Riviera und Vallemaggia. Namensgeber des Tessin ist der Fluss Ticino, der unterhalb des Gotthard-Massivs am Nufenen-Pass entspringt, die Täler Bedretto und Leventina südöstlich durchfließt, um dann ab Bellinzona westwärts die Magadino-Ebene zu durchqueren und in einem weiten Delta in den Lago Maggiore zu münden. Der größte Teil des Tessins besteht aus dem alpinen Sopraceneri (= oberhalb des Monte Ceneri), während der Sottoceneri (= unterhalb des Monte Ceneri) aus dem Vedeggio-Tal, dem Luganer See und dem Bezirk Mendrisio besteht. Aufgrund extrem starker Höhenunterschiede zwischen 193 Metern am Lago Maggiore und 3402 Metern auf der Adula (Rheinwaldhorn) findet der Tourenfahrer sehr unterschiedliche Klimazonen vor. So vermag die Bergflora des Tessins über 1900 Arten aufzuweisen. Auf den Berghöhen finden sich über 20 verschiedene Orchideenarten und an den Seeufern gedeihen Palmen, Bougainvilleen, Kamelien, Lilien, Hibisken, Kirschen, Zitronen und der selten anzutreffende Kuchenbaum.

Stille Täler

»Der raue Kern des süßen Pfirsichs Tessin « soll der Dichter Giovanni Bianconi (1892–1981) die Tessiner Täler einst genannt haben. Das Hinterland des touristisch restlos erschlossenen Lago Maggiore bietet noch die Gelegenheit für ungestörte Entdeckungsreisen, so man denn gewillt ist, für An- und Rückreise denselben Weg zu nehmen – was übrigens mit einem (fotografisch) sehr attraktiven Perspektivenwechsel verknüpft ist. Die zumeist noch stillen Täler des Tessins grenzen an den fast unbewohnten Parco Nazionale della Val Grande (Valle Cannobina, Val Vigezzo, Valle Onsernone und Centovalli), führen unmittelbar und tief hinein in die Bergwelt der Alpi Lepontine (Valle Maggia, Val Lavizzara, Val Bavona, Valle di Campo, Valle di Bosco und Val Verzasca). Einst aus wirtschaftlicher Not verlassen und teilweise bereits verwaist, wurden viele dieser stillen Täler inzwischen wiederentdeckt und betören heute mit ihrem ursprünglichen, sehr individuellen Charakter. Das sehr populäre und vor allem an Wochenenden, Feiertagen und in Ferienzeiten viel besuchte Verzasca- Tal macht hier in seinem unteren Abschnitt eine gewisse Ausnahme. Tou- ristischer Stoßverkehr endet jedoch zumeist bei den landschaftlichen Highlights und führt bei Übernachtungsfragen selten zu einem Bettenstau.

Highlights

CENTOVALLI

Intragna: Hauptort des Tals der 100 Bäche und Wildwasser, Pfarrkirche San Gottardo mit 65 m hohem Campanile
Centovalli-Bahn: Schmalspurbahn zwischen Locarno und Domodossola – 30 Tunnel und 80 Brücken auf 52 km
Palagnedra: wohlhabendes Dorf mit stattlichen Häusern, Pfarrkirche San Michele mit Fresken des Malers Antonio da Tradate (um 1495), herrlicher Blick auf den Lago di Palagnedra

VALLE MAGGIA

Aurigeno: altes Dorf (13. Jh.), Heimat des Tessiner Votivmalers Giovanni Antonio Vanoni (1810–1886), Pfarrkirche San Bartolomeo mit bedeutendem Freskenzyklus Vanonis
Maggia: namengebendes Dorf mit hübschem Ortskern, Übernachtungsmöglichkeiten und Gastronomie, reich mit Fresken verzierte Dorfkirche Santa Maria delle Grazie (15. Jh.) vor dem Ortseingang, Kirche San Maurizio mit imposanter Freitreppe
Cevio: Hauptort des Maggia-Tales, wappenverziertes Gerichtsgebäude an der Piazza, volkskundliches Museum
Bignasco: Zusammenfl uss von Maggia und Bavone, Pfarrkirche San Michele, eine Bogenbrücke verbindet das alte mit dem neuen Bignasco

VAL LAVIZZARA

Prato-Sornico : Hauptort des Tales, Kirche San Martino (16. Jh.), Bürgerhäuser mit Fresken, Tessinerhaus Casa Antica im historischen Dorfkern
Mogno: San Giovanni Battista, ein zylindrischer Kirchbau des berühmten Tessiner Architekten Mario Botta aus schwarz-weißen Marmorstreifen und Glas, symbolische Himmelsleiter als Denkmal für den Überlebenskampf der Bürger von Mogno nach Zerstörung des Dorfes durch eine Lawine 1986
Fusio: Bergdorf in 1289 m Höhe mit alten Holz- und Steinhäusern, Sam buco- Stausee 200 m über dem Dorf

VALLE DI CAMPO / BOSCO GURIN

Tessiner Urtäler mit Allgäu-Flair, schlichten Dörfern mit Steinhäusern, Schluchten und den im Frühjahr schneebedeckten Alpi Lepontine
Linescio: malerisches Dorf mit steingedeckten Häusern, Votivbildern an Hauswänden und Bildstöcken
Cerentino: Geburtsort des Festungsbaumeisters Pietro Morettini, dessen Felsdurchstich Urner Loch die Überwindung der Schöllenschlucht am Sankt Gotthard ermöglichte
Bosco Gurin: Walserdorf und höchstgelegene Siedlung des Tessin (1503 m) mit Holzhäusern in Strickbauweise und schönen gemauerten Tessiner Häusern aus dem 17. / 18. Jh., deren Dächer mit grauen Natursteinplatten gedeckt sind; Museum »Walserhaus Gurin«, Pfarrkirche Santi Giacomo e Cristoforo mit Sonnenuhr

VAL VERZASCA

In früheren Zeiten nur auf gefähr lichen Saumpfaden zugänglich, bietet das inzwischen infrastrukturell bestens erschlossene Tal auf nur 25 km Länge viele Attraktionen: steile Bergfl anken, ein wilder Verzasca-Fluss, Stromschnellen, tiefe Schluchten, mittelalterliche Brücken, bis zu 3000 m hohe Berge im Talschluss.
Lago di Vogorno: in steile Bergfl anken eingebetteter Stausee mit imposanter Staumauer von 220 m Höhe, einst Kulisse für den Aufmacher des James-Bond- Films »Goldeneye«
Corippo: malerisches Tessin-Dorf auf der rechten Talseite
San Bartolomeo: rustikale Skyline mit steinplattengedeckten Häusern, Kirche San Bartolomeo, toller Blick auf den Lago di Vogorno von den Dorfstraßen oberhalb der Kirche
Lavertezzo: pittoresker Ortskern, wunderschöne Pfarrkirche Santa Maria degli Angeli, tosende Verzasca, urzeitlich anmutende Skulpturen in den Gneisfelsen des Flusses und die berühmte doppelbogige Ponte dei Salti
Brione: Hauptort des Tals an der Einmündung des Valle d’Osola, romantische Lage auf einem frühzeitlichen Felssturz mit Blick auf die schnee bedeckte Cima di Gagnone