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Schweres Gerät am kleinen Fluss


Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 90/2021 vom 06.08.2021

FRIEDFISCH

Artikelbild für den Artikel "Schweres Gerät am kleinen Fluss" aus der Ausgabe 90/2021 von Blinker. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Marco mit der Kopfrute am kleinen Fluss. Die Sitzkiepe hat er im Wasser aufgebaut, um Platz zum Abstecken der Rute im Drill zu haben.

Es gibt kaum eine präzisere Möglichkeit, Fische zu fangen, als mit der Kopfrute. Die unberingte Rute gibt den Aktionsradius vor, sodass der Köder immer haargenau an der gleichen Stelle präsentiert wird. Und im Drill übernimmt ein Gummizug die Funktion der Stationärrolle. Ein einzigartiges Drillerlebnis!

Wird zum Einbringen des Grundfutters noch ein Polecup benutzt, also ein kleiner Becher an der Spitze der Rute, so kann auch hierbei nicht viel schief gehen und das Futter landet immer genau da, wo es hin soll.

MIT VIEL GERÖDEL AM WASSER

Allerdings benötigt man zum Angeln mit der Kopfrute eine relativ große Ausrüstung. Neben einer vernünftigen Sitzkiepe mit Fußpodest, Frontbar und Anbautischchen, braucht man auch noch einen Abroller für die Rute. Der nötige Platz hierfür ist gerade an kleineren Gewässern nicht immer vorhanden. Ist dort ein Steilufer oder dichter Pflanzenbewuchs, so wird das ...

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... Abstecken erschwert. Manchmal, wie in meinem Fall, lässt sich das Dilemma dadurch lösen, dass man die Sitzkiepe einfach ein Stück weit vom Ufer weg ins Gewässer stellt. Somit wird der freie Raum nach hinten etwas vergrößert.

LANGE STANGE? KÜRZER IST OFT BESSER!

Wenn man sich an einem kleinen Gewässer bereits etwas ins Wasser hinein positioniert, ist es meist nicht mehr weit bis zur tiefen Rinne, in der sich die Fische aufhalten. Daher ist es oft gar nicht nötig, die volle Länge der meist 13 Meter langen Kopfruten zu nutzen. Man kann also getrost einige der unteren Rutenteile im Futteral stecken lassen. Alternativ kann man auch auf kürzere Kopfruten setzen, so genannte Margin Poles. Ihr Vorteil besteht darin, dass sie meist explizit für das Karpfenangeln an kommerziellen Angelseen konstruiert wurden und daher deutlich robuster sind als eine klassische Kopfrute. Dies ist bei den oftmals beengten Verhältnissen an kleineren Fließgewässern sicher kein Nachteil. Beruhigend ist auch, dass Margin Poles meist nur einen Bruchteil dessen kosten, was für eine „richtige“ Kopfrute aufgerufen wird. Sollte an einer sehr schwierigen Angelstelle doch einmal etwas schief gehen, treibt dies den Angler nicht gleich in den finanziellen Ruin.

DARUM NUTZE ICH EINE LÄNGERE SCHNUR

Anders als an vielen großen Gewässern, ist die Sichtigkeit an kleinen flacheren Flüssen oftmals sehr hoch. Die Fische können unter Umständen also optisch wahrnehmen, dass sich unmittelbar über ihnen eine Rutenspitze befindet. Ich konnte schon des Öfteren beobachten, dass die Fische unruhig wurden, wenn sich die Kopfrute zu stark über ihnen bewegt hat.

Entsprechend blieben dann auch die Bisse aus. Um dies so gut wie möglich zu verhindern, halte ich den Abstand zwischen meiner Rutenspitze und der Pose für eine Kopfrutenmontage relativ groß. Im Allgemeinen versuche ich, diesen Abstand an kleinen Gewässern nie unter einem Meter zu halten, meistens sogar um die 1,5 Meter. Dies sorgt dafür, dass die Rute der Pose beziehungsweise dem Köder erst mit etwas Abstand folgt und so nicht direkt über den Fischen schwebt.

DIE POSEN LIEBER KOMPAKT

Zum Einsatz kommt bei mir meist eine kompakte Pose in umgekehrter Tropfenform. Diese lässt sich in der Strömung gut verzögern, ohne dabei unruhig zu werden. Auf Lutscherposen verzichte ich, weil ich den Köder nicht vollkommen auf der Stelle blockieren möchte. Zum Austarieren der Pose verwende ich eine klassische Torpille, die ungefähr 80 bis 85 Prozent der Gesamttragkraft ausmacht. Bei einer drei Gramm tragenden Pose bietet sich also eine Torpille mit einem Gewicht von 2,5 Gramm an. Die verbleibende Resttragkraft tariere ich dann noch mit kleinen Schrotbleien aus, die ich in gleichmäßigen Abständen zwischen Torpille und Vorfach verteile. Im Normalfall greife ich dabei auf Schrotbleie der Größe No.6 zurück, die jeweils ein Gewicht von 0,1 Gramm haben. Die Abstände zwischen den Schrotbleien variieren bei mir zwischen zwei und vier Zentimetern, je nach Beißverhalten und Strömung.

Weißmaler

Ein toller Trick ist es, das Top Kit weiß zu lackieren. Unter Top Kit versteht man die oberen Teile der Kopfrute, in denen sich meist der Gummizug befindet. Sowohl Wasservögel als auch nahezu alle Fische sind auf ihrer Bauchseite weiß. Dies soll dafür sorgen, dass sie schlecht von Fressfeinden gesehen werden können, die sich unter ihnen befinden. Selbst Kampfjets sind aus diesem Grund auf ihrer Unterseite weiß lackiert. Warum sollte man sich dies also nicht auch an einer Angelrute zunutze machen? In Selbstversuchen mit meiner Schnorchelmaske habe ich gesehen, dass ein weißes Top Kit wirklich unauffälliger über Wasser erscheint als ein schwarzes. Allerdings hängt dies auch vom jeweiligen Blickwinkel ab, da selbst ein weißes Top Kit einen leichten Schatten ins Wasser wirft und somit nicht vollkommen unsichtbar ist. Trotzdem bin ich überzeugt, dass sich die weiße Lackierung grundsätzlich vorteilhafter auf scheue Fische auswirkt.

GROBES MATERIAL FÜR GROSSE FISCHE

Da ich es an meinem Gewässer zum Teil mit recht kapitalen Fischen zu tun habe, setze ich relativ grobes Material ein. Am Ende der 0,16er monofilen Hauptschnur forme ich eine kleine Schlaufe, in die ich das 0,14er Vorfach einhänge, welches hierfür ebenfalls über eine Schlaufe verfügt. Das Vorfach hat bei mir eine Länge von circa 25 Zentimetern. Habe ich es mit sehr vorsichtigen Fischen zu tun, die den Köder nach dem Biss sofort wieder ausspucken, so verkürze ich das Vorfach um drei bis vier Zentimeter. So kann ich die Bisse besser sehen und schneller darauf reagieren. Nachteil dabei ist allerdings, dass sich der Köder nicht mehr ganz so geschmeidig am Grund präsentieren lässt. Beim Haken setze ich je nach Köder auf relativ dünndrahtige Plättchen-Modelle der Größen 12 bis 14.

Ich achte beim Aufbau der Montage sehr darauf, dass die Torpille fest auf der Hauptschnur fixiert ist und nicht frei in Richtung Pose gleiten kann. Je schwerer die Torpille ist, desto wichtiger ist dies. Wenn man nämlich die Torpille einfach mit ihrem unteren Ende auf einem Schrotblei aufliegen lassen würde, ohne sie an der Hauptschnur zu fixieren, könnte es bei schnellen Bissen zu Problemen kommen. Daher setze ich die Torpille mit Hilfe eines kleinen Stücks vom Gummizug fest, den ich an der Margin Pole auch für meine Top Kits verwende.

Zunächst ziehe ich die Torpille ganz normal auf meine Hauptschnur. Dann verzwirble ich ein kleines Stück Angelschnur, sodass sich an einem Ende eine kleine Schlaufe bildet. Diese Schlaufe fädle ich nun ebenfalls durch die Torpille. Kommt die Schlaufe am anderen Ende der Torpille wieder zum Vorschein, so schiebe ich das Stück vom Gummizug durch die Schlaufe. Nun ziehe ich den Gummizug mit meiner Schlaufe durch die Torpille hindurch. Hierbei ist es wichtig, dass der Durchmesser des Gummizugs nicht sehr viel größer ist als die Bohrung in der Torpille. Ansonsten tut man sich schwer, den Gummizug durch die Torpille zu bekommen. Die beiden überstehenden Enden des Gummizuges schneide ich zuletzt noch kurz vor der Torpille mit einer Schere ab. Der Gummizug drückt jetzt die Hauptschnur von innen gegen die Torpille und fixiert sie somit sicher gegen ungewolltes Verrutschen. Trotzdem kann man die Torpille bei Bedarf noch auf der Hauptschnur verschieben, um den optimalen Abstand zu der darunter befindlichen Bleikette herzustellen. Besser kann man eine Torpille in meinen Augen nicht montieren.

DIE KOPFRUTE KANN MEHR ALS WETTANGELN!

Viele Angler setzen den Einsatz der Kopfrute ausschließlich mit Wettangeln gleich. Das ist bedauerlich, da es sich hierbei um eine sehr kurzweilige Angel-Technik handelt, die ihrem Anwender meist auch noch sehr viel Fisch beschert. Es ist ein unbeschreibliches Erlebnis ist, einmal einen wirklich großen, kampfstarken Fisch an der Kopfrute zu drillen. Ganz ohne Rolle, nur mit dem Gummizug, der aus dem Inneren des Top Kits schießt und sich vom Fisch nahezu unvorstellbar stark dehnen lässt. Ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte!

Blei aufziehen: