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SCHWERPUNKT: Plattformmodelle – die Zukunft der Versicherung?


vb versicherungsbetriebe - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 20.09.2019

InsurTechs machen sich daran, vor allem die junge Kundengeneration mit einfachen und Appbasierten Angeboten zu umgarnen. Gleichzeitig schielen Tech-Riesen wie Google oder Amazon auf die Branche. Was die Unternehmen vor allem beschäftigt, ist das Ringen um eine zukunftsfähige Digitalstrategie, um schneller, unbürokratischer und kundenfreundlicher zu werden.


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Bildquelle: vb versicherungsbetriebe, Ausgabe 4/2019

Autor: Martin Micko, Gründer und COO von omni:us


Die technologischen Aufgaben sind komplex und betreffen zahlreiche Unternehmensbereiche und Abteilungen. Ein Lösungsansatz: Die Versicherung ...

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... als Plattform. Das traditionelle Maklersystem steht schon länger unter Druck. Mit Vergleichsportalen ist eine große Konkurrenz erwachsen. Sie bedienen dabei ein wesentliches Bedürfnis der jungen Generation – sie sind schnell, übersichtlich und jederzeit verfügbar. Für viele Kunden erscheint das wichtiger als die persönliche Beratung. Inzwischen haben verschiedene Versicherungshäuser damit begonnen, eigene Plattformen für den Vertrieb aufzubauen. Dabei kooperieren sie nicht selten mit FinTechs, die die technische Infrastruktur, von einheitlichem Front-end bis zur medienbruchfreien Back-end Integration bereitstellen.

Expertise in KI-Technologie

Künstlicher Intelligenz und Machine Learning wird in der Versicherungswelt ein Milliardenpotenzial bescheinigt. Parametrisierte Produkte, automatisierte Betrugserkennung und datengetriebenes Schadenmanagement – all das macht KI möglich. Was in der Theorie so schön klingt, bereitet den Unternehmen in der Praxis allerdings Kopfzerbrechen, denn die Entwicklung von KI-Systemen ist extrem anspruchsvoll und erfordert technologische Expertise in Bereichen wie Data-Science und Analytics oder Neuroinformatik. Felder, die nicht zu den Kernkompetenzen der Versicherungsbranche gehören.

Künstlicher Intelligenz und Machine Learning wird in der Versicherungswelt ein Milliardenpotenzial bescheinigt


Eigene KI-Fähigkeiten aufzubauen ist nicht zuletzt aufgrund der großen Konkurrenz auf dem Markt für qualifi ziertes Personal eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Daher geht auch hier der Trend hin zu Kooperationen. Zahlreiche InsurTechs der zweiten Generation haben den Bedarf auf Seiten der Versicherer erkannt und entwickeln speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Technologielösungen. Der große Vorteil der InsurTechs: Durch ihre Fokussierung können sie in ihrem jeweiligen Feld Spitzentechnologie entwickeln und anbieten.

Investment fördert Innovation

Die zunehmende Vernetzung von Versicherern mit Start-Ups und InsurTechs führt auch dazu, dass Investitionen in diese Bereiche für die Unternehmen immer relevanter werden – ein Modell, das sich in der Technologiebranche schon lange bewährt hat. Durch die fi nanzielle Unterstützung potenter Geldgeber werden InsurTechs in die Lage versetzt, ihre innovativen Ideen bis zur Marktreife zu entwickeln. Die Versicherer können im besten Fall doppelt profitieren. Zum einen, indem sie sich Zugang zu den Technologien sichern, zum anderen, weil sie an der “Wertsteigerung” erfolgreicher InsurTechs partizipieren.

Zur Bewältigung der komplexen Anforderungen der Digitalisierung erscheint der Weg zur vernetzten Versicherungs- Plattform aktuell am vielversprechendsten. Durch Kooperationen können Versicherer schnell eine Vielzahl digitaler Leistungen anbieten und modernste Technologie implementieren. Aber auch die InsurTechs profi tieren von dem kollaborativen Ansatz. War die erste Generation noch als Disruptor angetreten, verstehen sich immer mehr von ihnen heute als Partner der Unternehmen, auf dem Weg in die digitale Zukunft.


© Buff aloboy