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SCHWERPUNKT TERRESTRIALS: Teil 2: Wespen: Ein sympathisches Opfer


FliegenFischen - epaper ⋅ Ausgabe 50/2020 vom 31.07.2020

Der Spätsommer ist die Zeit, in der uns Wespen besonders auf den Nerv gehen. Es gibt allerdings eine Art, die nicht aggressiv ist und die lästigen Arten auch noch vertreibt. Zudem wird diese nettere Wespe von Fischen sehr geschätzt.


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Da sie keine wasserabweisende Körperoberfläche besitzt, sinkt die Wespe schnell tief ein.


Fotos: Morten Øland

Bereits 1486 beschrieb Juliana Berners die „Wasp Fly“ im „Book of Saint Albans“ als erfolgversprechendes Muster.


Feldwespen trinken sitzend auf der Oberfläche. Dies ist für das Insekt sehr gefährlich – ein Tropfen Wasser reicht, um sie flugunfähig zu machen.


Wespen sind ...

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... in der Fliegenfischerliteratur seit Jahrhunderten präsent. Bereits die Dame Juliana Berners beschreibt 1486 eine „Wasp Fly“ im „Book of Saint Albans“, und entsprechende Muster findet man in vielen Bindebüchern zum Thema Fliegenfischen und Fliegenbinden.

Wespen sind keine Wasserinsekten, die Wasseroberfläche ist für sie absolut tödlich. Kommen die Flügel mit Wasser in Kontakt, sind Wespen nicht mehr flugfähig. Sie treiben hilflos gefangen im Oberflächenfilm und sind eine leichte Beute für Fische. Ich kontrolliere bei entnommenen Fischen immer den Mageninhalt. Ab Mitte Sommer finde ich dabei regelmäßig Wespen. Zwar sind es meist nur wenige Exemplare, doch im Verhältnis zum Aufkommen am Wasser dennoch relativ viele. Wespen sind den Fischen also im Sommer eine bekannte, leichte und scheinbar beliebte Beute.

ECHTE UND NICHT GANZ SO ECHTE WESPEN

Es gibt in Mitteleuropa elf Arten der Echten Wespe. Die Hornissen gehören auch dazu. In den letzten Jahren finde ich in meinem Gewächshaus und auch in der Gartenhütte Nester von Feldwespen. Vermutlich sind solche Nester auch in meinem Dachgebälk, weil ich immer wieder Wespen dorthin fliegen sehe. Feldwespen gehören nicht zu den Echten Wespen. Sie sind eine Unterfamilie der Faltenwespen, und von diesen gibt es sechs Arten in Mitteleuropa.

Im Verhalten sind sie den Echten Wespen recht ähnlich. Sie weisen ebenfalls die typische schwarz-gelbe Warnfärbung auf, unterscheiden sich aber durch eine etwas andere Hinterleibszeichnung, und sie sind auch etwas größer. Im Flug unterscheiden sie sich deutlich von den Echten Wespen, weil sie die langen hinteren Beine wie die Hagedornfliege nach unten hängen lassen. Insgesamt sind sie die sympathischeren Wespen: Feldwespen sind nicht aggressiv und ihr Stich ist weniger schmerzhaft als jener der Echten Wespe, auch verursacht er, wenn überhaupt, nur einen kurz andauernden Schmerz.

Sie ernähren sich von Pflanzennektar. Außerdem jagen sie Fliegen und Mücken, weil sie zur Aufzucht ihrer Brut tierisches Eiweiß benötigen. Sie interessieren sich nicht für den Zucker in der Nahrung und kommen nicht zum Essenstisch, um an unseren Speisen zu naschen, wie es die Echten Wespen machen. Seit Feldwespen in meiner unmittelbaren Umgebung siedeln, sind wenig bis gar keine Echten Wespen mehr bei uns, sodass wir ungestört im Freien essen können. Ob die Feldwespen die Echten Wespen vertreiben, ist mir nicht bekannt und ich habe dazu auch keine Information in der Literatur gefunden.

Sie leben in kleinen Völkern, ihre Nester sind kaum größer als eine Handfläche. Ihre kleinen, offenen Waben heften die Feldwespen mit einem zentralen Stiel an Pflanzen und andere geeignete Substrate wie Holz und Steine. Meist werden die Nester an wärmebegünstigten, südexponierten Stellen gebaut. Bei zu großem Temperaturanstieg im Nest setzen sich die Wespen an den Oberrand der Wabe, um durch Flügelfächeln die überschüssige Wärme abzutransportieren. Zusätzlich kann Wasser eingebracht werden, um mit der entstehenden Verdunstungskälte die Brut zu kühlen.

Mageninhalt einer Äsche, gefangen im frühen Herbst. Der Fisch hat nichts ausgelassen in der Drift. Er hat zwar hauptsächlich Needleflies aufgenommen, daneben auch Marienkäfer, Wasserläufer, eine Baumwanze, eine Biene, eine Feldwespe, zwei Florfliegen, eine Köcherfliege, sogar einen Ohrenschlüpfer.


Selbst mittlere Äschen haben keine Bange vor Wespen mit ihren Stacheln. Der Autor weiß diesen Wagemut insbesondere im Spätsommer. auszunutzen.


Wespen sind den Fischen also im Sommer eine bekannte, leichte und scheinbar beliebte Beute.


Dieses Muster sinkt schnell tief ein und fischt dort, wo eine echte ertrunkene Wespe ebenfalls treibt: direkt unter der Oberfläche.


GEFÄHRLICHES KÜHLSYSTEM

Wenn es an die Kühlung ihrer Brut geht, werden die Feldwespen für uns Fliegenfischer interessant. Auch von Bienen und der Echten Wespe weiß man, dass sie Wasser aufnehmen, allerdings immer auf einem festen Untergrund sitzend. Feldwespen setzen sich hingegen hoch aufgerichtet mit gespreizten Beinen auf die freie Wasserfläche, um Wasser aufzunehmen. Dass Echte Wespen und auch Bienen bei der Wasseraufnahme manchmal verunglücken, die Flügel dabei nass werden und sie in die Drift gelangen, liegt auf der Hand. Doch die offene Wasseroberfläche ist für Wespen lebensgefährlich, anscheinend sind Feldwespen etwas lebensmüde. Bei der Wasseraufnahme können ihre Flügel nass werden, das Insekt ist augenblicklich nicht mehr flugfähig und bleibt im Oberflächenfilm hängen. Da dies relativ häufig vorkommt, findet man nach meinen Beobachtungen deutlich mehr Feldwespen in Fischmägen als andere Wespenarten.

Es empfiehlt sich, einige Wespenimitationen in seiner Fliegenbox zu haben. Für welche Muster man sich entscheidet, ist nach meinen Beobachtungen nebensächlich, so lange es der natürlichen Größe entspricht und schwarz -gelbe Farben dominieren. Ich habe immer zwei unterschiedliche Wespenmuster dabei. Ein von mir gebundenes Muster mit einer Parachutehechel und eine Variante von Nadica und Igor Stancev. Erstere schwimmt deutlich besser und höher auf. Damit kann ich die erste Phase des Ertrinkens einer Wespe gut imitieren, wenn das Insekt zwar schon im Oberflächenfilm hängt, aber noch nicht gänzlich untergegangen ist. Auch fische ich diese Variante auf größere Distanz, wenn ich eine gute Sichtkontrolle benötige. Das Muster von Nadica und Igor Stancev sinkt rasch in die Oberfläche ein und fischt dort, wo die versunkenen, meist schon ertrunkenen Wespen driften. Die tiefe Schwimmlage ohne Sichthilfe limitiert natürlich die Distanz meiner Präsentation. Welches Muster besser fängt, kann ich nicht sagen, weil ich mit beiden gleich gut fange.