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SCHWERPUNKTTHEMA: Kein Zwerg gleicht dem anderen


aquaristik - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 17.07.2019

Die Zuchçormen der Zwergbuntbarsche bestechen durch ihre Farbpracht. Spannend ist auch die Vielfalt, die manche von ihnen zeigen.


Artikelbild für den Artikel "SCHWERPUNKTTHEMA: Kein Zwerg gleicht dem anderen" aus der Ausgabe 4/2019 von aquaristik. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: aquaristik, Ausgabe 4/2019

Ein Kakadu-Zwergbuntbarsch in der Variante ‘Triple Red‘.


Die Zuchtform ‘Orange‘ vonA. cacatuoides hat flächig orangefarbene Flossen.


Die am häufigsten angebotene Variante vonApistogramma agassizii ist ‘Doppelrot‘.


Die bei Aquarianern beliebtesten Vertreter der Buntbarsche sind neben den Schmetterlingsbuntbarschen, Skalaren und Diskusfischen die südamerikanischen Zwergbuntbarsche der GattungApistogramma . Sie sind aus dem Zoofachhandel einfach nicht mehr wegzudenken. ...

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Die bei Aquarianern beliebtesten Vertreter der Buntbarsche sind neben den Schmetterlingsbuntbarschen, Skalaren und Diskusfischen die südamerikanischen Zwergbuntbarsche der GattungApistogramma . Sie sind aus dem Zoofachhandel einfach nicht mehr wegzudenken. Besonders die Zuchtformen sind fast allgegenwärtig.

Vor einigen Jahren erfreuten sich die Wildformen derApistogramma -Arten noch viel größerer Beliebtheit als heutzutage und so wurden zahlreiche auch seltenere Arten aus der Natur zu uns importiert. Derzeit ist der große Hype um diese Fischgruppe leider vorüber und man findet fast nur noch die beliebtesten Arten im Zoofachhandel, die nahezu allesamt aus europäischer Nachzucht stammen.

DIE WICHTIGSTEN ARTEN

In der Aquaristik sind als Wildformen vor allem Kakadu- (A. cacatuoides ) und Agassiz‘ Zwergbuntbarsch (A. agassizii ) überaus populär. Auch den Gelben Zwergbuntbarsch (A. borellii ) und den Villavicencil-uuntbarsch (A. macmasteri ) findet man regelmäßig im Zoofachhandel. Etwas seltener sind NachzuchÒere vonA. hongsloi ,A. nijsseni undA. panduro anzutreffen. Weitere Arten bekommt man noch seltener und nur mit etwas Glück angeboten.

NATÜRLICHE VIELFARBIGKEIT

Bei einigen Vertretern der Gattung zeigen die gemeinhin deutlich farbigeren Männchen schon von Natur aus einen sogenannten Polychromatismus, d. h. man findet Individuen mit unterschiedlicher Färbung bereits in einer einzigen Population. Dieses ist beispielsweise von Agassiz‘ Zwergbuntbarsch bekannt, bei dem häufig Männchen mit gänzlich orangefarbenem bzw. rotem Schwanz und auch solche mit weißen Linien innerhalb der Schwanzflosse gemeinsam anzutreffen sind. Auch vom Gelbem Zwergbuntbarsch sind eine gelbe und eine blaue Form aus dem gleichen Lebensraum bekannt, die als Wildfänge meist auch immer gemeinsam importiert werden. Die blaue Variante, bei der die Männchen rote Flecken am Kopf zeigen, wird als Farbform ‘Opal‘ bezeichnet. Im Hobby werden beide Formen hingegen meist rein vermehrt.

Von Agassiz‘ Zwergbuntbarsch gibt es außer dem Polychromatismus innerhalb der Populationen auch noch sich stark unterscheidende Lokalformen. So weicht beispielsweise die Fundortform ‘Tefé‘ mit ihrem attraktiven Zeichnungsmuster aus blauen Glanzstreifen recht stark von den gewöhnlich im Zoofachhandel angetroffenenA. agassizii mit rotem Schwanz ab.

Die vielleicht am häufigsten angebotene Zuchtform ist der Kakadl-uwergbuntbarsch in Doppelrot.


Inzwischen findet man aber auch immer häufigerA. agassizii ‘Red Fire Type 1‘.


DURCH SELEKTION ENTSTANDENE FORMEN

Nicht alle Zwergbuntbarsche sind von Natur aus so farbig und attraktiv, wie wir sie heute aus dem Zoofachhandel kennen. Wildfänge männlicher Kakadu-Zwergbuntbarsche zeigen mitunter gar keine oder nur wenige gelbe oder rote Flecke in den Flossen und sehen enttäuschend farblos aus. Durch jahrzehntelange Selektionszucht konnten mittlerweile prächtige, leuchtend rotflossige Männchen herausgezüchtet werden. Bei diesen Zuchtstämmen zeigen mittlerweile sogar die Weibchen sehr hübsch gefärbte Flossen. Durch die Zuchtstammbezeichnung wird heute angegeben, wie viel Rot die Männchen in den Flossen zeigen. Es sind dementsprechendA. cacatuoides ‘Red‘, ‘Double Red‘ oder sogar ‘Triple Red‘ bekannt.

Durch eine ähnliche Auslesezucht konnten die Züchter auch beiA. macmasteri undA. hongsloi die Rotfärbung so weit verstärken, dass die Männchen unglaublich prächtig wurden. Diese Färbung wurde in einigen Fällen auch noch durch eine Verfütterung von carotinhaltigem Futter (z.B.Cyclops ) verstärkt.

NEUE ZUCHTFORMEN

Da offensichtlich schon innerhalb natürlicher Populationen Tiere unterschiedlicher Färbung vorkommen, verwundert es nicht, dass mit der Zeit darüber hinaus auch noch weitere neue, durch natürliche Mutationen entstandene Farbformen herausgezüchtet werden konnten. Natürlich findet man solche Zuchtformen am ehesten bei den populärsten und somit am häufigsten vermehrten Arten.

BeiA. cacatuoides ist außer den auf rote Färbung selektierten Zuchtstämmen auch noch eine Zuchtform mit orangefarbenen Flossen bekannt, die ebenfalls häufig angeboten wird. Bei dieser Zuchtform sind die Flossen der Männchen gänzlich orange, ohne jegliche Schwarzfärbung, die ja bei den roten Männchen üblich ist.

VonA. agassizii gibt es eine noch nicht so stark verbreitete Zuchtform mit der Bezeichnung ‘Fire Red‘, bei der den Tieren das dunkle Längsband fehlt und bei der auch der Vorderkörper kräftig orange gefärbt ist. Interessanterweise findet man bei dieser Zuchtform denselben Polychromatismus in der Färbung der Schwanzflosse wie bei der Wildform. Es gibt bei ihr ebenfalls sowohl Männchen mit gänzlich roter Schwanzflosse als auch solche mit weißen Streifen.

Agassiz‘ Zwergbuntbarsch von Tefé mit einer gestrei2en Schwanzflosse ohne Rot.


Die Wildform vonA. cacatuoides – hier aus Peru – ist ohne viel Farbe.


A. macmasteri ist in der Variante ‘Superrot‘ ein echter Hingucker.


Rätselha2 sind die Herkun2 und die Elternæere vonApistogramma cf.caetei ‘Steel blue‘.


Nur wenig Popularität erreichte eine goldene Zuchtform des Villavicencil-uuntbarschs, da die Tiere im Vergleich zur Wildform recht blass aussahen. Ich bekam sie nur ein einziges Mal zu Gesicht und denke, dass sie wieder aus dem Hobby verschwinden wird.

Auch eine mysteriöseApistogramma - Zuchtform existiert im Hobby, obwohl sie noch nicht besonders verbreitet ist. In den Jahren 1994 und 1995 wurden aus Singapur stahlblaue Zwergbuntbarsche importiert, deren ursprüngliche Herkunft bis heute nicht geklärt werden konnte. Die Tiere ähneln am ehestenA. caetei , der jedoch ein recht unscheinbarer Vertreter der Gattung ist. Diese Variante wird alsApistogramma cf.caetei ‘Steel Blue‘ bezeichnet. Anfänglich wurden nur Männchen dieser Form importiert. Mittlerweile wird sie jedoch auch von deutschen Züchtern vermehrt und angeboten.

Bei diesen häufig vermehrten Zwergbuntbarschen sind auch in Zukunft noch weitere hübsche Zuchtformen zu erwarten, auf die wir uns jetzt schon freuen können.