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Schwierige Geschäfte


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Geliebte Katze - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 08.11.2022
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Bildquelle: Geliebte Katze, Ausgabe 12/2022

Verzweifeltes Pressen im Kistchen, Appetitlosigkeit, Lethargie – bei Verstopfung zeigen Katzen meist deutliche Anzeichen. Alarmiert sind die Halter spätestens, wenn auch noch Erbrechen hinzukommt. Der Besuch beim Tierarzt zeigt dann meist, dass im Enddarm harte Kotballen angehäuft sind. In vielen Fällen ist eine Röntgenaufnahme nötig, um zu klären, ob ein lebensgefährlicher Darmverschluss vorliegt, der operiert werden muss. Der Verdacht besteht vor allem, wenn der Stuhlgang plötzlich aussetzt und der Zustand der Katze rasch schlechter wird.

Treten die Schwierigkeiten mit dem Kotabsatz hingegen immer wieder einmal auf und nehmen sie allmählich zu, deutet das auf chronische Verstopfung (Obstipation) hin. Bei Katzen ist dieses Problem nicht selten, da sie als ehemalige Wüstenbewohner die Fähigkeit haben, ihrem Kot im Enddarm sehr viel Wasser zu entziehen.

Akute Maßnahmen

Besonders Wohnungskatzen mit ...

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... wenig Bewegung neigen dazu, sehr harten Stuhl zu haben. Wenn die Darmperistaltik nicht genügend angeregt wird, beispielsweise durch Bewegung oder Rohfaser in der Nahrung, verweilt der Kot länger im Dickdarm. Dort wird zunehmend Wasser entzogen, was im Extremfall zu steinharten Kotballen führen kann. Ist dieses Stadium bereits erreicht, hilft oft nur noch eine Behandlung beim Tierarzt : Lässt sich der Kotabsatz nicht durch rektal eingegebenes Gleitmittel oder Sorbit-Gel in Gang bringen, muss in Narkose ein Einlauf gegeben werden. Glücklicherweise ist diese drastische Behandlung nur selten nötig.

Ursachen für Verstopfung

• Zu wenig Bewegung/Übergewicht

• Probleme mit dem Kistchen oder neuen Haustieren

• Rohfaserarme Kost

• Verminderte Darmperistaltik (hormonell, nerval, psychisch)

• Verengung des Darmkanals (Beckenbruch, Tumoren)

• Verklebung der Haare am After (Langhaarkatzen)

Ursachen für Diarrhö

• Fütterungsfehler (plötzliche Umstellung, zu viel Zucker)

• Futterallergie (zum Beispiel auf Milch)

• Darminfektionen (Viren, Bakterien, Pilze, Parasiten)

• Giftstoffe (Schwermetalle, Pflanzen, Arzneimittel)

• Mangel an Verdauungsenzymen (Bauchspeicheldrüse)

• Grunderkrankung (Herz, Nieren, Leber, Magen)

Das natürliche Tierarzneimittel Sascupreel ad us. vet. hilft mit Inhaltsstoffen wie Kamille und Jasmin, Bauchkrämpfe zu lindern und die Darmfunktion zu regulieren. Zudem wirkt es beruhigend auf die Symptome von stressbedingten Magen-Darm-Beschwerden.

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Meist lässt sich durch vorbeugende Maßnahmen bei gefährdeten Patienten der Kot so weich halten, dass der Stuhlgang keine Schwierigkeiten macht. Rohfaserreiches Futter, eventuell unter Zugabe von etwas Öl, hält Wasser im Darm zurück und wirkt festem Stuhl entgegen. Diese Maßnahmen dürfen natürlich niemals bei einem Darmverschluss, beispielsweise durch Fremdkörper, angewendet werden.

Stubenkatzen brauchen außerdem Katzengras, das ihnen das Auswürgen von Haaren erleichtert, die sie bei der Fellpflege abschlucken.

Chronische Verstopfung

Bei den meisten chronischen Fällen von Verstopfung ist der Enddarm (das Kolon) durch die ständige Kotanschoppung bereits stark erweitert. Dieses „Megakolon“ sollte in schweren Fällen operativ verkleinert werden. Andere Erkrankungen können ebenfalls zu chronischer Verstopfung und Megakolon führen, beispielsweise ein in Fehlstellung verheilter Beckenbruch nach einem Autounfall. Die Beckenknochen engen dann das Lumen des Enddarms so ein, dass sich der Kot davor staut und den Darm erweitert. Auch eine Störung in der Nervenversorgung, etwa durch Rückenmarkschäden, kann die Funktion des Enddarms beeinträchtigen. Schließlich kann Verstopfung entstehen, wenn eine Katze die Benutzung ihrer Toilette als unangenehm oder beschwerlich empfindet. Zu seltene Reinigung, Aufstellen an einem ungeeigneten Ort oder Bedrohung durch andere Katzen im Haushalt sind typische Beispiele. Bei Langhaarkatzen verkleben gelegentlich die Haare am After, zum Beispiel nach Durchfall, und verursachen dann Verstopfung.

Problem Durchfall

Das gilt auch für Katzen, deren Stuhl zu weich ist. Im Extremfall, bei wässrigem oder gar blutigem Durchfall, ist Eile geboten. Es können sich lebensbedrohliche Infektionen dahinter verbergen, vor allem bei jungen Katzen. Der Gang zum Tierarzt sollte selbstverständlich sein. Da meist gleichzeitig Erbrechen auftritt, verlieren die Katzen schnell sehr viel Flüssigkeit und können Kreislaufprobleme entwickeln. Ohne Infusionen und intensive Betreuung sind stark betroffene Tiere kaum zu retten. Die weitaus häufigere Form von Durchfall ist hingegen weniger dramatisch – sie hängt meistens mit der Ernährung zusammen. Abrupte Futterumstellung, hoher Anteil von Kohlenhydraten (Zucker) in der Nahrung oder eine Futterallergie beziehungsweise -unverträglichkeit können bei manchen Tieren die Verdauung beeinträchtigen. Der Kot wird breiig bis suppig, allerdings ist das Allgemeinbefinden der Katze kaum gestört. Diese Fütterungsfehler sollten Sie bei empfindlichen Tieren vermeiden. Notfalls hilft Schonkost, zum Beispiel aus gekochtem Huhn und Reis, über die Unpässlichkeit hinweg.

Was tun bei veränder tem Kotabsatz?

Wenn die Katze ihre Toilettengewohnheiten ändert, ist das meist ein Hinweis auf innere Störungen. Achten Sie darauf, ob Ihre Katze häufiger oder seltener als sonst Kot absetzt und ob die Konsistenz weicher oder fester ist.

1 Leichter Durchfall von kurzer Dauer ist in der Regel kein Grund zur Sorge. Oft liegt es an einer zu abrupten Futterumstellung oder einer leichten „Unpässlichkeit“.

2 Ist der Durchfall stark, wässrig oder sogar blutig, sollten Sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. Besonders bei jungen Kätzchen oder längerer Dauer kann er lebensgefährlich werden.

3 Bringen Sie eine möglichst frische Kotprobe mit und lassen Sie diese untersuchen.

4 Lassen Sie Katzen mit Freigang regelmäßig entwurmen.

5 Auch bei Verstopfung sollten Sie auf jeden Fall zum Tierarzt gehen, vor allem, wenn der Stuhlgang ganz plötzlich aussetzt – ein gefährlicher Darmverschluss könnte die Ursache sein.

6 Ist der Kot hin und wieder ein wenig zu fest, können Sie der Katze das Geschäft erleichtern, wenn Sie Öl, Leinsamen oder rohe Kartoffelstärke zum Futter geben.

7 Laktulose, als Sirup in der Apotheke erhältlich, wirkt drastischer und sollte nur in kleinen Mengen und auf tierärztlichen Rat gegeben werden.

Auf Herz und Nieren prüfen

Hin und wieder beeinträchtigen Grunderkrankungen den Darm, beispielsweise eine Herzerkrankung, die die Darmdurchblutung beeinträchtigt, oder Leber- beziehungsweise Nierenschäden, die durch einen Anstieg von Giftstoffen im Blut für den Durchfall sorgen. Dann kommt neben den Anzeichen der Grunderkrankung oft Erbrechen hinzu.

Vor allem Freigänger holen sich immer wieder einmal Würmer, die ebenfalls als Ursache infrage kommen. Daneben gibt es die Möglichkeit einer Vergiftung, zum Beispiel mit Pflanzenteilen, Schwermetallen oder auch Arzneimitteln, die nicht vertragen werden.

Leider ist auf Anhieb nicht leicht zu entscheiden, ob die Verdauungsstörungen Ihres Tieres harmloser Natur sind oder ob eine Behandlung nötig ist. Länger dauernde oder häufig wiederkehrende Anzeichen für Probleme mit dem Stuhlgang sollten Sie auf jeden Fall untersuchen lassen. Bringen Sie am besten auch eine frische Kotprobe zum Tierarzt. Sehr hilfreich (für Sie und den Tierarzt) ist es, wenn Sie die Körpertemperatur Ihrer Katze messen: Machen Sie ein Kinderthermometer gleitfähig und führen Sie es vorsichtig etwa ein bis zwei Zentimeter weit in den Anus ein. Lassen Sie sich dabei von jemandem helfen, der die Katze krault und sanft festhält.

Erfahren Sie im Experten-Talk mehr über Symptome und Therapien bei Magen-Darm-Problemen der Katze. Ab 24. November 2022 online unter.

Die Normaltemperatur ist bei der Katze etwas höher als beim Menschen und beträgt 38 bis 39 °C, bei jungen, aktiven Tieren auch ein wenig darüber. Wenn die Temperatur über 40 °C steigt, hat die Katze Fieber, und es ist vermutlich eine Infektion an dem Geschehen beteiligt. Dann sollten Sie auf eigene Behandlungsversuche verzichten und einen Tierarzt aufsuchen, ebenso in allen Fällen, in denen das Allgemeinbefinden der Katze reduziert ist. In der Praxis kann Ihrer Katze mit fachkundigem Personal weitergeholfen werden.